Dampfreiniger von Lidl Schnelltest

Lidl hat seit Montag einen Dampfreiniger für rund 100 Euro im Angebot. Ein guter Preis: Vergleichbare Markengeräte sind mindestens doppelt so teuer. Und der Lidl Star Steam putzt gar nicht schlecht. Leider ist er dennoch kein richtiges Schnäppchen. test.de sagt warum.

80 Cent für eine Füllung

Dampfreiniger arbeiten für gewöhnlich mit Leitungswasser. Das wird auf rund 140 Grad erhitzt und auf die zu reinigenden Flächen aufgedampft. So putzen Dampfreiniger Fliesen, Teppiche, Polster und Fenster. Ohne chemische Zusätze. Das funktioniert auch beim Lidl Star Steam mehr oder weniger gut. Doch die Bedienungsanleitung empfiehlt destilliertes Wasser. Das ist teuer: Ein Liter destilliertes Wasser kostet etwa 40 bis 60 Cent. Der Lidl Dampfreiniger tankt 1,6 Liter und dampft damit etwa 40 Minuten. Jede Füllung kostet rund 80 Cent. Nach 125 Einsätzen hat das Gerät etwa 100 Euro verdampft: Ersparnis ade.

Besser mit Leitungswasser

Leitungswasser enthält zwar Kalk - aber damit kommen Dampfreiniger durchaus zurecht. Ab und zu müssen sie eben entkalkt werden. Der Lidl Star Steam unterscheidet sich im Aufbau nicht von anderen Dampfreinigern. Wer ihn aber mit Leitungswasser betreibt, riskiert den Anspruch auf Garantie: Reparaturen des Geräts wegen Kalkstein schließt der Hersteller aus. Putztechnisch spricht aber einiges für Leitungswasser: Langfristige Erfahrungen mit destilliertem Wasser fehlen. Es könnte die Oberflächen angreifen oder stumpf machen. Versuche mit Geschirrspülmaschinen zeigen, dass destilliertes Wasser einfaches Glas korrodieren lässt. Auch Fensterscheiben sind aus einfachem Glas.

Selbsthilfe gefragt

Der Lidl Star Steam hat das Zeug zu einem heißen Helfer: Dampfdruck 4 Bar, Dampftemperatur 140 Grad, Leistung 1 500 Watt und ein Dampfdurchsatz von etwa 42 Gramm pro Minute. Solche Werte können sich sehen lassen und sind sonst teureren Dampfreinigern vorbehalten. Der Star Steam ermöglicht ermüdungsfreies und sicheres Arbeiten. Fußböden und große Flächen reinigt er gut. Möbel und Polster sind allerdings problematisch: An der Dreiecksbürste fehlt die Befestigung für das Reinigungstuch. Zwei Wäscheklammern oder ein Gummiring schaffen das Problem aus der Welt. Auch für Fenster ist der Starsteam nicht top: Das Reinigen der Rahmen fällt schwer, die Düse ist nicht gelenkig genug. Dieses Manko teilt das Billiggerät allerdings mit vielen teuren Dampfreinigern.

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