Dampfgarer Test

Es muss nicht gleich ein teures Einbaugerät sein. Gemüse, Fisch oder ein ganzes Menü lassen sich auch mit günstigen Tischgeräten schonend zubereiten.

Gesund und schonend garen, möglichst ohne Fett: Dampfgarer können das. Vitamine und Mineralstoffe bleiben in den über Wasserdampf gegarten Speisen weitgehend erhalten, ebenso ihr Eigengeschmack. Dämpfen ohne Druck braucht etwas mehr Zeit als Garen im Kochtopf. Dafür brennt nichts an. Nichts kocht über.

Doch funktioniert wirklich jedes Gerät gut? Die Testköche haben ordentlich Dampf gemacht und insgesamt 20 Modelle geprüft – vom Tischgerät für 30 Euro bis zum Einbaugerät für 1 710 Euro.

Herausforderung Tiefkühlerbsen

Dampfgarer Test

Ungünstig beim Severin: Die Nachfüllöffnung des Wasserbehälters liegt auf der Gehäuserückseite direkt über der Kabelöffnung.

Ungünstig beim Severin: Die Nachfüllöffnung des Wasserbehälters liegt auf der Gehäuserückseite direkt über der Kabelöffnung.

Alle getesteten Modelle schneiden in puncto Dampfgaren gut ab. Die Tischgeräte können dabei mit ihren teureren Einbaugeschwistern mithalten. Brokkoli, Kartoffeln und ein Mittagsmenü für zwei mit Lachs – alles gelingt meist gut. Aber nur Philips, Severin und Rommelsbacher garen die tiefgekühlten Erbsen gleichmäßig gut. Die übrigen Tischgeräte übergaren sie zum Teil. Der Rommelsbacher dämpft zwar gut, schwächelt aber in der elektrischen Prüfung. Die Kabelöffnung am Gehäuse ist scharfkantig, das Netzkabel nur unzureichend vor Beschädigung geschützt. Wir haben ihn abgewertet. test-Qualitätsurteil: ausreichend.

Mal übereinander, mal nebeneinander

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Schwachpunkt Wasserbehälter: Bei AEG (Foto) und ­Küppersbusch besteht die Gefahr, dass beim Transportieren Wasser aus dem Behälter tropft. Der Deckel schließt nicht dicht ab.

Schwachpunkt Wasserbehälter: Bei AEG (Foto) und ­Küppersbusch besteht die Gefahr, dass beim Transportieren Wasser aus dem Behälter tropft. Der Deckel schließt nicht dicht ab.

Alle Tischgeräte funktionieren ähnlich. Ein Heizelement erhitzt Wasser im darüberliegenden Behälter. Dampf steigt nach oben und gart die in Dampfkörben liegenden Speisen bei rund 100 Grad. Überschüssiger Dampf strömt durch Öffnungen nach außen. Der Rest kondensiert und tropft herunter in die Kondensatschalen. Meist stapeln sich drei gelochte Garbehälter übereinander. Davon weichen ab: der eher für kleine Haushalte geeignete Braun mit zwei übereinandergestapelten Dampfkörben sowie Tefal und Morphy Richards. Deren Garbehälter liegen nebeneinander auf einer Ebene. Vorteil der drei Sonderlinge: Im Unterschied zu einigen anderen Modellen im Test stehen sie sehr stabil.

Topflappen nicht vergessen

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Unsicheres Kabel beim ­Rommelsbacher: Die äußere Schutzhülle rutscht aus dem Gehäuse heraus. Sie ist nicht sicher fixiert. Die scharfkantige Öffnung könnte das Kabel auf Dauer beschädigen.

Unsicheres Kabel beim ­Rommelsbacher: Die äußere Schutzhülle rutscht aus dem Gehäuse heraus. Sie ist nicht sicher fixiert. Die scharfkantige Öffnung könnte das Kabel auf Dauer beschädigen.

Die Tischgeräte sind recht einfach zu bedienen. Garzeiten lassen sich entweder mit einem Drehschalter einstellen (bei Braun, Clatronic, Tefal) oder per Tastendruck. Fünf Modelle verfügen über halbautomatische Garprogramme mit voreingestellten Zeiten. Besonderheit bei Morphy Richards: Die Garzeiten werden für jeden Behälter einzeln programmiert und automatisch abgearbeitet. Am Ende sind Gemüse, Fisch oder Kartoffeln zeitgleich fertig, ohne den Garvorgang unterbrechen zu müssen.

Die anderen Tischgeräte bieten weniger Komfort: Wer die Speisen zeitgleich servieren möchte, muss die einzelnen Lebensmittel je nach Garzeit nach und nach in die Dampfkörbe legen. Das ist etwas mühsam. Und: Dampf geht verloren. Neuer Dampf muss sich sammeln. Vorsicht geboten ist beim Umgang mit Deckeln und Griffen: Sie können unangenehm heiß werden. Merke: Topfhandschuhe schützen vor heißem Dampf und heißen Oberflächen.

Teurer Schick für die Einbauküche

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Praktisch: Der aufrechte Wasserbehälter bei Bosch (Foto) und bei den baugleichen Neff und Siemens lässt sich recht gut aus dem Gerät ziehen, transportieren und wieder einsetzen.

Praktisch: Der aufrechte Wasserbehälter bei Bosch (Foto) und bei den baugleichen Neff und Siemens lässt sich recht gut aus dem Gerät ziehen, transportieren und wieder einsetzen.

Einbaudampfgarer sehen schick aus, sind aber teuer. Im Test: 970 bis 1 710 Euro. Sie lohnen sich nur für Fans dampfgegarter Speisen, die ihr Gerät regelmäßig nutzen und dafür einen festen Platz in der Küche finden. Trotz allseits guter Dampfergebnisse gibt es Schwächen: Die horizontalen Wasserbehälter von AEG und Küppersbusch etwa lassen sich bis obenhin gefüllt kaum tragen, ohne zu tropfen. Die Deckel der Behälter schließen nicht dicht ab. Sie sind in der Handhabung deshalb nur ausreichend: Ein Grund zur Abwertung. Einmal eingebaut ziehen die Großen auch im Standby ständig Strom. Sie lassen sich nicht ganz ausschalten. De Dietrich und Oranier etwa ziehen jeweils rund 1,5 Watt. In einem Jahr macht das rund 13 Kilowattstunden. Das entspricht etwa 3,30 Euro.

Eine Besonderheit der Einbaugeräte: Sie dämpfen auch unter 100 Grad. Einige können etwa Jogurt herstellen, Teig gehen lassen oder Früchte einkochen. Ein Blick in die Anleitung zeigt, welches Gerät welche Extras bietet: Kindersicherung, Uhrzeit und Garprogramme sind bei ihnen Standard; ebenso mindestens zwei Gareinsätze. Reinigen klappt gut, trocknen nicht. Die Gerätetür sollte so lange geöffnet bleiben, bis alle Feuchtigkeit verflogen ist. Sonst besteht die Gefahr, dass der Garraum an manchen Stellen rostet.

Fazit: Wer dampfgegarte Speisen schätzt und regelmäßig für mehrere Personen Menüs garen möchte, für den ist ein Dampfgarer eine gute Wahl, egal ob Einbau- oder Tischgerät.

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