Interview: Gesünder essen

Dampfgarer Test

Dr. Michaela Schlich von der Universität Koblenz bildet Lehrkräfte in Haushaltslehre aus.

Für Ernährungswissenschaftler ist das Dampfgaren spitze.

Warum ist Dampfgaren gesund?

Es ist besonders schonend. Hydrophile, wasserlösliche Nährstoffe, insbesondere die Mineralstoffe sowie Vitamin C und Vitamine der B-Gruppe, gehen nicht ins Kochwasser über, sondern bleiben weitgehend erhalten. Außerdem werden bestimmte Vitamine wie Provitamin A (Beta-Karotin) und Vitamin E aus ihrer festen Zellform herausgelöst und so für uns erst verwertbar.

Eignet sich alles zum Dämpfen?

Bratfisch oder Roastbeef kriegt man natürlich nicht hin. Alle Lebensmittel, die eine Bräunung erhalten sollen wie Brot und Braten, eignen sich nicht. Aber auch Fleisch kann gedämpft werden, zum Beispiel Tafelspitz. Gedämpfter Fisch ist hervorragend und schmeckt viel besser als gekocht oder gedünstet.

Was ist dabei zu beachten?

Die möglichst präzise Einhaltung der Garzeit ist sehr wesentlich, wie übrigens bei allen Garverfahren. Im Kochtopf mit Dämpfeinsatz kann man auch dämpfen, allerdings nur mit Stoppuhr.

Wie schmeckt Gedämpftes?

Es ist geschmacklich intensiver, weil der Eigengeschmack der Lebensmittel hervorgehoben wird. Dadurch kann man oft sogar auf Salz verzichten.

Im Schnellkochtopf zerkochen Speisen leicht. Beim drucklosen Dampfgaren auch?

Eine zu lange Garzeit beim Druckdampfgaren im Schnellkochtopf führt schneller zum Zerkochen als beim Dämpfen ohne Druck. Das liegt daran, dass unter Druck höhere Tempera­turen erreicht werden.

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