Dampf­bügel­eisen und Bügel­stationen Test

Die Stationen sind teurer als Bügel­eisen, brauchen mehr Platz und meist auch mehr Strom. Dafür bügeln sie besser. Die teuerste ist jedoch mangelhaft.

Viel hilft viel – zumindest wenn es um den Dampf beim Bügeln geht. Die heiße Wolke bringt Feuchtig­keit ins Gewebe. Die Fasern quellen auf und lassen sich leichter formen. Je mehr Dampf beim Plätten durchs Textil strömt, desto glatter wird die Wäsche und desto schneller ist die Arbeit erledigt. Das zeigt auch der Test: Bügel­stationen – die sehr viel Dampf erzeugen – sind den klassischen Dampf­bügel­eisen in der Bügelqualität klar über­legen.

Von 27 bis 485 Euro

Wir haben acht Dampf­bügel­eisen und sechs Bügel­stationen miteinander verglichen. Die Stationen liefern beim Bügel­ergebnis alle­samt gute Noten, herkömm­liche Eisen bügeln bestenfalls befriedigend (siehe Tabelle). Glatte Wäsche hat allerdings ihren Preis: Die klassischen Bügel­eisen im Test kosten 27 bis 83,50 Euro, Bügel­stationen zwischen 260 und 485 Euro. Dafür tragen am Ende fast alle Bügel­stationen ein gutes Urteil. Und immerhin: Auch zwei herkömm­liche Bügel­eisen schneiden insgesamt noch gut ab, vor allem wegen ihrer guten Hand­habung und Halt­barkeit.

Teure Laura­star ist am schlechtesten

Ausgerechnet die teuerste Bügel­station im Test, die Laura­star G7, ist mangelhaft. Die drei geprüften Geräte haben den Dauer­test mit hartem Wasser nicht über­standen. Nach durch­schnitt­lich 42 Betriebs­stunden sorgte vermutlich ein undichter Schlauch dafür, dass im Bügel­eisen Kontakte über­brückt wurden und permanent Dampf ausströmte – weiterbügeln unmöglich.

Was Kalk anrichten kann, zeigt sich auch beim Bügel­eisen von Severin. Im Dauer­test waren die drei Geräte nach durch­schnitt­lich 92 Dampf­stunden verstopft – trotz regel­mäßigen Entkalkens. Auch die Bügel­eisen von AEG fielen im Schnitt nach 95 Stunden mit Heizungs­schaden aus.

Vergleichs­weise wenig Dampf

Der Qualitäts­sprung vom Bügel­eisen zur -station liegt in der unterschiedlichen Funk­tions­weise begründet. Das klassische Dampf­bügel­eisen erhitzt das Wasser direkt an der heißen Bügelsohle. So entsteht im Vergleich zu einer Station weniger Dampf: bei den Eisen im Test ungefähr 30 Gramm pro Minute. Zudem gibt es Dampf erst ab Temperaturstufe 2; vorher ist die Sohle nicht heiß genug. Das heißt: Textilien, die keine hohen Temperaturen vertragen wie etwa Misch­gewebe mit Synthetikan­teil, lassen sich nur ohne Dampf bügeln und werden daher nicht richtig glatt. Der kleine Tank an Bord fasst zudem nur wenige hundert Milliliter. So steht meist nicht mehr als zehnminütiger Dauer­dampf zur Verfügung. Nach einer viertel bis halben Stunde Bügeln müssen die Eisen an den Wasser­hahn.

Dreimal mehr Dampf

Eine Bügel­station erhitzt das Wasser in einem separaten Boiler. Es entsteht Druck, der den Dampf über einen Schlauch ins Bügel­eisen presst – ungefähr 100 Gramm pro Minute, also etwa dreimal so viel wie beim einfachen Bügel­eisen. Der große Vorteil: Dampf steht meist schon ab Stufe 1 zur Verfügung – auch Textilien, die nicht so heiß gebügelt werden dürfen, werden glatt. Die getesteten Bügel­stationen verfügen zudem über einen separaten Wasser­tank, der oft mehr als einen Liter fasst. Mit vollem Tank lässt sich häufig zwischen 50 und 70 Minuten Dampf machen. Das erlaubt etwa drei bis fünf Stunden Bügeln ohne nach­zufüllen.

Zwei mit Auto­matikmodus

Unter den Bügel­stationen gibt es zwei besondere Geräte. Das von Philips arbeitet mit einer fest­einge­stellten Temperatur und Dampf­menge, die sich für alle Textilien eignet – Vorsortieren der Wäsche und Einstellen der Regler entfallen. Auch die Station von Siemens kann in einem solchen Auto­matikmodus bügeln, lässt sich aber auch manuell regeln (siehe „Automatische Regelung“).

Ein Nachteil von Bügel­stationen ist neben ihrem stolzen Preis der Platz­bedarf. Klassische Bügel­eisen sind klein, hand­lich und schnell verstaut. Bügel­stationen haben die Größe eines Kaffee­automaten und wiegen fünf bis sieben Kilogramm. Auf einem einfachen Bügelbrett finden diese Geräte keinen sicheren Stand. Soll die Station nicht auf dem Boden oder auf einem Beistell­tisch stehen, ist ein stabiler und breiter Bügeltisch nötig.

Stationen brauchen mehr Strom

Die Stationen brauchen zudem meist mehr Strom. Beispiel Tefal: Im Normalmodus kommt das Bügel­eisen bei drei Stunden Plätten mit hohen Temperaturen pro Woche auf etwa 45 Euro Strom­kosten im Jahr, die Tefal-Bügel­station verdampft etwa 66 Euro. Das ist eine ganze Menge. Allerdings kann der Strom­verbrauch stark schwanken, je nachdem welches Textil mit welcher Temperatur und Dampf­menge gebügelt wird. Unser Praxis­beispiel zeigt ein Szenario mit eher hohem Strom­verbrauch.

Weniger Dampf heißt weniger Strom

Viele Anbieter werben mit dem Kürzel „Eco“ für Energiespar­funk­tionen. Um eine neue Technologie handelt es sich meist nicht, sondern lediglich um die Tatsache, dass Bügeln mit weniger Dampf weniger Strom frisst. Bei den Bügel­eisen entspricht der Eco-Modus oft einfach der mitt­leren Dampf­einstellung. Inno­vativ ist das nicht, kann aber dafür sensibilisieren, dass jeder den Strom­verbrauch beein­flussen kann(siehe Tipps). Bügel­eisen sparen so bis zu 35 Prozent Strom, Stationen bis 20 Prozent. Wenig verknitterte Stoffe lassen sich auch mit weniger Dampf glätten. Die Bügel­ergeb­nisse im Eco-Modus sahen allenfalls gering­fügig schlechter aus als im Normalmodus. Meist dauert es aber etwas länger.

Erschro­cken die Finger weggezogen

Die meisten Geräte lassen sich gut bedienen. Da die Stationen mit mehr Dampf bügeln, zischt es mehr um die Hand herum als beim Eisen. Gefähr­lich ist das nicht, aber gewöhnungs­bedürftig. Sehr heiß wird es bei Laura­star, wenn der Sohlenschuh benutzt wird. Dann pfeift der Dampf schon mal durch die seitlichen Ritzen nach oben. Unsere Tester haben das ein oder andere Mal erschro­cken die Finger weggezogen.

Abschalt­automatik verhindert Brand

Jedes zweite Gerät hat eine auto­matische Abschaltung. Werden sie in der Waagerechten nicht bewegt, gehen die Bügel­eisen von AEG, Bosch und Severin nach einer halben Minute aus, um einen Brand zu verhindern. In der Senkrechten schalten sie nach acht Minuten ab. Bügel­stationen mit Abschalt­automatik gehen in der Waagerechten erst nach acht bis zehn Minuten aus.

Bügel­eisen wiegen mehr als die Stations-Eisen. Das vertikale Bedampfen, etwa um ein Sakko aufzufrischen, kann schon in die Arme gehen. Die Bügel­eisen von Bosch, Siemens und Tefal haben zudem keine Anti­tropf­funk­tion: Nach dem Abkühlen kann Wasser aus der Sohle tropfen, wenn der Nutzer den Dampf­regler nicht schließt. Stationen brauchen diese Funk­tion nicht, weil sie einen separaten Boiler haben.

Stationen oft einfacher zu entkalken

Zum Entkalken müssen Bügel­eisen regel­mäßig mit Voll­dampf über dem Wasch­becken durch­gepustet werden. Die Stationen lassen sich meist einfacher entkalken. Oft ist nur ein Kalk­sammelbehälter oder der Boiler auszuspülen. Bei De’Longhi muss der Nutzer alle zwei bis vier Jahre ein Filtergranulat regenerieren. Bei Laura­star mussten wir bei hartem Wasser etwa alle 10 Betriebs­stunden ein Granulat wechseln. Das ist aufwendig und kostet jedes Mal etwa 10 Euro. Ein Grund mehr, der gegen den Kauf der mangelhaften Laura­star spricht.

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