Wer seinen Wagen vor einem Haus parkt, von dessen Dach plötzlich Schnee und Eis rutschen, erhält oft keinen Schadenersatz. Das erlebte ein Fahrer, dessen Auto nach einer Dachlawine ein Totalschaden war. Angesichts der Wetterlage hätte er sich einen weniger gefährdeten Standplatz suchen müssen, erklärte das Landgericht Wuppertal (Az. 3 O 79/11). Den Hausbesitzer traf keine Schuld, denn das Malheur passierte in einer schneearmen Region. Da die Bauordnung keine Schneefanggitter vorschrieb, musste er auch keine montieren.

Tipp: Bei ungewöhnlich viel Schnee oder wenn absehbar ist, dass Schnee vom Dach rutschen könnte, müssen Hausbesitzer aber auch in schneearmen Gegenden ein Warnschild aufstellen (LG Magdeburg, Az. 5 O 833/10). In schneereichen Gegenden müssen sie Fanggitter anbringen. Zusätzlich sollten sie bei besonderen Umständen wie plötzlichem Föhn, bei Tauwetter, bei starker Dachneigung oder überhängenden Schneemassen ein Warnschild aufstellen (Landgericht Kempten, Az. 3 O 855/82).

Dieser Artikel ist hilfreich. 235 Nutzer finden das hilfreich.