Dachfonds Meldung

Viele Banken raten Anlegern zu Dachfonds, weil die Steuern sparen. Kunden sollten aber Folgendes wissen:

Das Steuerargument

Dachfonds Meldung

Dachfonds kaufen nicht einzelne Aktien oder Anleihen, sondern andere Fonds.  Viele Anlageberater preisen sie als Wunderwaffe gegen die Abgeltungsteuer. Das trifft bei den Kunden auf offene Ohren, Tausende sind schon in Dachfonds eingestiegen (siehe Grafik). Das Hauptargument: Dachfonds sind von der Abgeltungsteuer befreit. Und tatsächlich: Kursgewinne, die sie erzielen, wenn sie einzelne Fonds verkaufen, werden nicht versteuert.

Das Gegenargument

Vor der Abgeltungsteuer schützen Dachfonds nicht besser als andere Fonds. Auch bei Aktien- und Rentenfonds fällt keine Abgeltungsteuer an, wenn der Ma­nager einzelne Papiere verkauft. Im Hinblick auf die Abgeltungsteuer ist es also egal, ob Dachfonds oder herkömmlicher Fonds. In beiden Fällen sind die Umschichtungen innerhalb des Fonds steuerfrei.

Der Reinfall

Einen Unterschied gibt es zwischen einem Dachfonds und ­einem Privatanleger, der mehrere Fonds hält. Der Anleger muss im Gegensatz zum Fondsmanager Kursgewinne versteuern, wenn er einzelne Fonds aus seinem Depot veräußert. Doch wer deshalb seine Fonds-Sammlung auflöst und alles in einen Dachfonds steckt, kann böse herein­fallen, wenn er einen eher schlechten erwischt. Die monatlichen Fonds-Vergleiche von Finanztest zeigen: Nur wenige Dachfonds bringen gute Renditen. Viel wichtiger als die Kons­­truktion eines Fonds ist sein An­la­geerfolg. Ob der Fondsmanager intern Steuern spart, kann dem Kunden letztlich egal sein. Die Rendite allein ist entscheidend. Wichtig ist, was am Ende unterm Strich steht.

Tipp

Ausführlich informiert das neue Finanztest Spezial Abgeltungsteuer (Preis: 7,50 Euro).

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