Rund 16 000 Anleger, die ihr Geld in ­riskante Private-Equity-Fonds bei der Deutschen Anlage- und Beteiligungs Aktiengesellschaft (Dabag) in Coesfeld investiert haben, werden davon wohl nichts wiedersehen. Laut Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer von der Staatsanwaltschaft Münster besteht der dringende ­Verdacht, dass die Initiatoren Anlegergeld in Höhe von 6 bis 8 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt haben. Drei Geschäftsführer der Dabag seien deshalb im Dezember 2005 verhaftet worden.

Private-Equity-Fonds kaufen außerbörsliche Firmen, um sie später mit Gewinn etwa wieder weiterzuverkaufen oder an die Börse zu bringen. Die Dabag wollte ­insgesamt 50 Millionen Euro in junge ­Biotechnik-, Medizin- und Computer­technikfirmen investieren und damit hohe Gewinne erwirtschaften. Selbst wenn sie das getan hätte, wären Gewinne für die Anleger aber eher unwahrscheinlich gewesen. Denn die Kosten für Ansparpläne der Dabag, bei denen Anleger sich mit monatlichen Raten ab 25 Euro für mindestens zwölf Jahre an dem Fonds beteiligen konnten, waren viel zu hoch. Hätte der Fonds das Geld der Anleger prospektgemäß angelegt, wäre die Rendite durch die horrenden Kosten für das Fondsmanagement weitgehend aufgezehrt worden.

Finanztest hat die Dabag wegen ihres unseriösen Geschäftsgebarens auf die Warnliste gesetzt. Ebenfalls auf der Liste stehen wegen zu hoher Kosten bereits der Private Capital Fonds International II (Typ B) der RWB AG, der 3. RWB Private Capital Fonds sowie die Sparpläne für den Mig Fonds 2, Inno Venture Equity Fund 2 und den Midas Mittelstandsfonds Nr. 2.

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