Direkt an der Börse können Anleger jetzt über das elektronische Handelssystem Xetra elf gemanagte Investmentfonds des Branchenführers DWS erwerben und verkaufen. Als erste Fondsgesellschaft schickte die Deutsche-Bank-Tochter ihre Aktienfonds ohne Ausgabeaufschlag dort ins Rennen ­ und verzeichnete schon an den ersten Handelstagen Millionenumsätze.

Investoren dieser Fonds können jetzt aktuell auf Marktentwicklungen reagieren und während des Tages laufend Anteile kaufen oder verkaufen. Bei Fonds, die nicht an der Börse gehandelt werden, müssen Anleger ansonsten bis zur Preisermittlung für die Anteile am nächsten Tag warten.

Wie bei Aktien können Anleger Aufträge für die börsennotierten Fonds limitieren und zum Beispiel auch Stop-Loss-Orders abgeben. Sie können also Kurse vorgeben, bei denen automatisch ge- oder verkauft werden soll. Die Deutsche Börse rechnet damit, dass auch andere Gesellschaften künftig ihre Fonds auf diesem Wege anbieten werden.

Nachteile für den Anleger gibt es allerdings auch. Beim Handeln über die Börse werden die dort üblichen Spesen für An- und Verkauf fällig. Da es sich bei den gelisteten Fonds um Fonds ohne Ausgabeaufschlag handelt, zahlt der Anleger unterm Strich mehr als beim Kauf über ein Kreditinstitut.

Tipp: Finanztest hält nicht viel von dem neuen Angebot. Dem privaten Anleger bringt der Börsenhandel mit Fonds kaum etwas. Fonds funktionieren nicht wie Aktien. Gerade die breit streuenden Fonds wie internationale und europäische Aktienfonds sollten als mittel- bis langfristige Geldanlage angesehen werden. Anders als bei Aktien empfiehlt Finanztest für Fonds, Verluste auszusitzen. Stop-Loss-Orders bewirken das Gegenteil. Wenn überhaupt, eignet sich das Modell nur für die riskanteren Branchenfonds, bei denen das Timing zählt.

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