DVD-VHS-Rekorder von Aldi Schnelltest

Für Besitzer von VHS-Videokassetten hat Aldi-Nord seit Donnerstag ein zukunftsträchtiges Angebot: Ein DVD-VHS-Kombirekorder für 199 Euro ermöglicht es, Aufnahmen bequem von Kassette auf DVD zu überspielen. test.de hat im Schnelltest überprüft, wie gut der Rekorder funktioniert.

Neue Zukunft für alte Aufnahmen

Besitzer von VHS-Kassetten geraten allmählich unter Druck. Passende Rekorder werden immer seltener. Gleichzeitig altern die Kassetten vor sich hin. Die Bildqualität lässt nach, und die Magnetbänder im Inneren der Kassetten werden allmählich spröde. Aldi-Nord weiß Rat: Seit Donnerstag ist ein DVD-Kombi-Rekorder im Angebot, der Kassetten-Aufnahmen auf DVD überspielt.

Werbung frisst Speicherplatz

Der Kombi-Rekorder ist im Grunde ein vollwertiger Video-Rekorder mit einem DVD- und einem VHS-Kassettenlaufwerk. Eine Festplatte allerdings steckt nicht im Gerät. Die Folge: Aufnahmen aus dem Fernsehprogramm lassen sich nur eingeschränkt nachbearbeiten. Bei DVD-Aufnahmen lässt sich die Werbung zwar ausblenden, der für die Werbung verbrauchte Speicherplatz bleibt allerdings verloren. Und der ist bei DVDs ohnehin ziemlich knapp. Bei Einstellung der besten Bildqualitätsstufe passt nur rund eine Stunde Programm auf einen DVD-Rohling. Double Layer-Rohlinge mit der doppelten Kapazität kann der Aldi-Rekorder nicht beschreiben.

Bildqualität lässt beim Kopieren nach

Bei der Bildqualität kann der Aldi-Kombirekorder nicht mit den meisten DVD-Rekordern aus dem aktuellen Vergleichstest mithalten. Schärfe und Kontrast der Aufnahmen fällt gegenüber dem Original erkennbar ab. Immerhin: Bei der besten Qualitätsstufe „HQ“ - und nur einer Stunde Kapazität je Rohling - bleibt die Bildqualität noch ganz ansehnlich. Allerdings lässt sie beim Kopieren von - ohnehin oft nicht gerade technisch brillanten - VHS-Aufnahmen auf DVD noch einmal etwas nach. Völlig verlustfreies Kopieren ist nicht drin.

Wenig Automatik

Auch bei der Bedienung leistet sich der Aldi-Kombirekorder kleinere Schwächen. Von vorneherein klar: Eingebaut ist nur ein Analog-Empfänger für herkömmliches Antennen- und Kabelfernsehen. Wer DVB-T aufnehmen möchte, braucht einen Extra-Empfänger. Wie gewohnt: Beim ersten Einschalten startet ein automatischer Sendersuchlauf. Allerdings müssen die Sender anschließend von Hand sortiert werden. Eine automatische Sortierung, wie sie viele andere Rekorder längst beherrschen, bietet der Aldi-Rekorder nicht. Auch das ShowView-System oder EPG-Unterstützung fürs Programmieren von Aufnahmen steht nicht zur Verfügung. Nur VPS ist im Angebot, um Fehlaufnahmen bei kurzfristigen Programmänderungen zu verhindern. Die Fernbedienung ist nicht schlecht. Noch besser wäre sie allerdings mit farbig sinnvoll markierten Tasten und einer Klappe zum Abdecken weniger wichtiger Tasten. Nicht weiter schlimm, aber ärgerlich: Das in der Bedienungsanleitung versprochene Kopieren von Musik- und Bild-Dateien über den USB-Anschluss auf DVD und umgekehrt geht nicht.

Zu viel Stromverbrauch im Standby

Der Stromverbrauch beim Betrieb geht in Ordnung. Etwas mehr als 20 Watt genehmigt sich das Gerät beim Abspielen von DVD. Im Standby allerdings sind es immer noch 3,8 Watt. Das ist zu viel und eine unnötige Belastung für die Umwelt und die Haushaltskasse. Abhilfe schafft konsequentes Steckerziehen oder die Benutzung einer schaltbaren Steckerleiste.

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