Noch werden mehr VHS- als DVD-Rekorder verkauft. Doch die Preise fallen und Modelle mit Festplatte bringen komfortable Anwendungsmöglichkeiten.

Im Preis und in der Aufnahmedauer lagen VHS-Rekorder bisher vorn. Jetzt kostet der billigste DVD-Rekorder im Test gerade mal 266 Euro. Das Handicap mit der Aufnahmedauer haben DVD-Rekorder mit Festplatte gelöst. 18 bis über 100 Stunden Programm passen auf die eingebaute Magnetplatte. Leider hat diese Technik noch ihren Preis: Die drei Festplattenrekorder im Test kosten zwischen 780 und 895 Euro. Also doch VHS?

Spitzenbilder bis zwei Stunden

Nicht bei kurzen Sendungen. Auf einen DVD-Rohling passen in sehr guter Qualität Aufnahmen von zwei Stunden Länge. Bei dieser Einstellung spielen die DVD-Rekorder ihre Stärken voll aus: Die Bildqualität ist beeindruckend, nur der geprüfte Yamaha fällt etwas ab. Die Bildqualität lässt sich bei den DVD-Rekordern einstellen: Je niedriger die Qualität, desto längere Aufnahmen passen auf den Rohling. Über die Zweistundengrenze hinaus geben sich die neuen Modelle flexibler als bisher. Einige Geräte bieten auch 2,5 (z. B. Yamaha) oder drei Stunden (Daewoo, Mustek, Palladium, Yamaha) Laufzeit an. Auch bei diesen Zeiten bringen DVDs bessere Bilder. Ab vier Stunden Laufzeit liefern DVD-Rekorder eine in etwa mit VHS-Technik vergleichbare Bildqualität.

Insgesamt sind DVDs komfortabler zu nutzen als die gute alte Videokassette. Lästiges Umspulen beispielsweise entfällt, je nach Modell können beim Bespielen von DVDs auch Kapitel angelegt werden, die später die Navigation erleichtern. Darüber hinaus spielen DVD-Rekorder Musik-CDs und Film-DVDs ab.

Auch die Preise für Rohlinge sind gesunken: Einmal beschreibbare DVDs kosten ein bis zwei Euro, mehrfach verwendbare Scheiben (RW) sind kaum teurer (siehe Test DVD Rohlinge).

Ebenso wie ein Videogerät hängt auch ein DVD-Rekorder Aufnahmen in Reihe hintereinander. Videomaterial, das beispielsweise vom Camcorder überspielt werden soll, muss also gleich in der gewünschten Reihenfolge geliefert werden. Wer zwischen den einzelnen Sequenzen oder Szenen lückenlose Übergänge haben will, sollte ein Modell mit Assembleschnitt wählen. Diese Funktion bieten im Test Daewoo, Toshiba und Yamaha (siehe Tabelle: Ausstattung/Technische Merkmale).

Die drei DVD-Rekorder mit Festplatte haben zwar keine Schnittmöglichkeiten im eigentlichen Sinn, gestatten aber doch das Überspielen der gewünschten Filmabschnitte (zum Beispiel ohne Werbung) von Festplatte auf DVD. Die Teilstücke reihen sich aber beim Betrachten nicht „nahtlos“ aneinander, der Nutzer sieht deutlich die Übergänge zwischen einzelnen Sequenzen.

Zeitversetztes Fernsehen

Ebenfalls praktisch ist „zeitversetztes“ Fernsehen. Auf Knopfdruck oder über den Timer gesteuert nimmt die Festplatte das Fernsehprogramm auf und gibt es wieder – und das auch während die Aufnahme noch läuft. Wer also kurz nach Beginn des spannenden Sonntagskrimis einen Anruf erhält, drückt einfach auf den entsprechenden Knopf, telefoniert in Ruhe und sieht nach Ende des Gesprächs den Film ab der Unterbrechung weiter.

Derartige Möglichkeiten waren früher eine Domäne von DVD-Rekordern mit Festplatte. Mittlerweile beherrschen aber auch Modelle ohne Festplatte das zeitversetzte Fernsehen, beispielsweise die geprüften Toshiba D-R 1 S, Panasonic DMR-­E 55 EG und JVC DR-M 10. Alle drei verwenden dazu DVD-Rohlinge vom Typ Ram.

Das alles funktioniert jedoch nur mit makellosen DVDs. Kratzer oder Fingerabdrücke können Fehler produzieren, die nur noch eine gute Fehlerkorrektur wie beim Panasonic DMR-E 55 EG ausbügelt.

Beim Rest des Feldes sind die Ergebnisse beim Abspielen defekter DVDs recht unterschiedlich. Während das Panasonic-Festplattenmodell mit einer stark verkratzten Platte nur leichte Artefakte (Klötzchengrafik) zeigte und Sharp DV-HR350 S kurz zuckte, konnten Mustek und Palladium nur zwei von sieben Fehlerplatten störungsfrei wiedergeben.

Standbilder hingegen zeigten alle DVD-Modelle im Test scharf und flimmerfrei. VHS-Rekorder kämpfen hier systembedingt mit Störstreifen und Zitterbildern. Beim Suchlauf sind die Unterschiede zwischen DVD- und VHS-Rekorder gering. VHS zeigt flüssige Bilder mit Störstreifen, die DVD-Bilder sind zwar streifenfrei, dafür ist die Wiedergabe ruckelig bis zum mehr oder weniger starken Aneinanderreihen von Einzelbildern (Daewoo, Mustek, Yamaha). Die Zeitlupe macht bei VHS wenig Freude. In diesem Prüfpunkt waren die DVD-Rekorder bis auf den Yamaha DRX-2T deutlich besser.

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