Nur spielen? Oder auch auf­nehmen? Teure DVD-Spieler und billige DVD-Rekorder im Doppeltest.

Ein DVD-Spieler gehört heute zur Grundausstattung eines Filmfans. Schon im vergangenen Jahr verfügte mehr als jeder dritte Haushalt über ein solches Gerät. Und während die Verkaufszahlen für die reinen Abspielgeräte allmählich sinken, nehmen die der Rekorder stetig zu. Marktforscher rechnen für dieses Jahr erstmals mit über einer Million verkaufter DVD-Rekorder. Ein billiger ist ja inzwischen auch schon zum Preis eines besseren Players zu haben. Lohnt es sich, da zuzugreifen und die Aufnahmefunktion einfach mitzunehmen? Um das her­auszufinden, haben wir zwei Tests verbunden: Neben neun eher teuren DVD-Spielern zwischen 120 und 200 Euro prüften wir zehn eher günstige DVD-Re­korder zwischen 135 und 315 Euro.

Spieler: Qualität fürs Geld

Bei den reinen Spielern gibt es kaum Enttäuschungen. Im Sehtest zeigen fast alle „sehr gute“ Bilder. Bei der Klangqualität, den Betriebsgeräuschen und dem Abspielen fehlerhafter CDs und DVDs gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Nur bei der Handhabung tauchen ein paar Auffälligkeiten auf. So kommen die Spieler von Denon und Panasonic mit unübersichtlichen und überfrachteten Handbüchern daher. Und beim CD-Betrieb lassen die von Yamaha, Panasonic und Toshiba „Skip“-Tasten vermissen, der von Teac eine Programmierfunktion. Doch insge­samt gilt zumindest für diesen Test: Für über 100 Euro kann man mit einem guten oder sehr guten DVD-Player rechnen.

Rekorder: Ärger schon beim Spielen

Da präsentiert sich das Testfeld bei den Aufnahmegeräten deutlich weniger einheitlich. Das geht schon bei der Wiedergabe von Kauf-DVDs los: Man hätte erwarten mögen, dass zumindest beim reinen Abspielen kein Gerät Probleme machen würde. Doch weit gefehlt: Die Rekorder von Sony, LG und Quelle ­– deren technische Innereien sich übrigens auffallend ähneln – zeigen streifige, teils unscharfe und flimmernde Bilder.

Während also diese drei Kandidaten schon bei der DVD-Wiedergabe patzen, lichten sich die Reihen weiter bei der Aufnahmequalität. Vor dem Aufnehmen auf DVD muss man festlegen, wie viel Film man auf den begrenzten Speicherplatz des Rohlings quetschen will. Je länger die Laufzeit, desto stärker muss die Videoinformation komprimiert werden – und desto mehr leidet das Bild. In der besten Qualitätsstufe passt meist eine einzige Stunde auf die Scheibe. Doch selbst bei der liefern einige Geräte im Test nur mittelmäßige Resultate. Ein längerer Spielfilm mit reichlich Werbepausen kann jedoch gern mal zweieinhalb Stunden dauern. Das schaffen nur der Panasonic- und der SEG-Rekorder in „guter“ Qualität, drei weitere immerhin noch „befriedigend“. Der billigste Rekorder im Test, der von Mustek, bleibt hier dagegen mit einem „Mangelhaft“ auf der Strecke.

Wer den aufgenommenen Film nach dem ersten An­sehen behalten will, wird die Werbepausen entfernen wollen. An dieser Stelle scheidet dann auch das SEG- Gerät aus dem Rennen: Das Aufteilen der so genannten „Kapitel“ einer Aufnahme funktioniert nicht richtig. Damit wird das nachträgliche Löschen von Werbepausen unmöglich.

Ohnehin sind die Möglichkeiten zur Bearbeitung bei DVD-Rekordern sehr begrenzt. Passagen wirklich löschen oder dauerhaft ihre Abspielreihenfolge ändern kann man nur mit wiederbeschreibbaren Medien der Formate +RW, –RW oder –Ram. Am flexibelsten ist da noch das DVD-Ram-Format. Bei den Rekordern von Panasonic und JVC ermöglicht es sogar zeitversetztes Fernsehen, wie man es sonst von Festplattenrekordern kennt.

Doch wirklich umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten und eine gute Qualität bei sehr langen Aufnahmen sind bei reinen DVD-Rekordern nun einmal nicht drin. Wer auf beides Wert legt, wird um ein deutlich teureres Gerät mit Festplatte kaum her­um­kom­men (zuletzt getestet in Heft 9/05: DVD-Rekorder mit Festplatte). Wer die Aufnahmefunktion aber nur gelegentlich nutzt, für den kann es sich durchaus lohnen, beim einzig „guten“ Rekorder im Test, dem Panasonic DMR-ES 10, zuzugreifen.

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