Billige DVD-Spieler sind nichts Neues. Billig­spieler mit Bestnoten in Bild, Ton und Fehlerkorrektur schon.

Dem teuren Testsieger am dichtesten auf den Fersen ist ausgerechnet einer der billigsten „guten“ DVD-Spieler dieses Tests: Der SEG für 69 Euro kann mit dem doppelt so teuren Panasonic (138 Euro) in der Bildqualität mithalten. Sein Ton ist einen Tick besser und seine Fehlerkor­rektur, das heißt Abspielen fehlerhafter Platten und Unempfindlichkeit bei Erschütterungen, sogar deutlich: „sehr gut (1,0)“ statt „gut (1,8)“. Bei Handha­bung, Vielseitigkeit und Umwelteigen­schaften fällt er allerdings ab. Da trüben vor allem seine unlogisch aufgebaute Fern­­be­die­nung und ein recht scharfkantiges Gehäuse die Freude.

Neue Vielseitigkeit

DVD-Spieler – elf hatten wir im Test – können heute deutlich mehr, als nur gekaufte Video-DVDs abzuspielen. Sie kommen auch mit selbst bespielten Video-DVDs klar. Damit haben ältere Spieler oft erhebliche Probleme. Auch Musik-CDs (CD-R), anfangs oft unverdauliche Kost für DVD-Spieler, werden heute selbstverständlich gespielt. Und das WMA-Musikfomat (Windows Media Audio), das sich wohl für den legalen Musikdownload aus dem Internet durchsetzt, ist für einige aktuelle DVD-Spieler keine Fremdsprache mehr.

Den DVD-Spieler zum elektronischen Fotoalbum zu machen und ihm das Abspielen von Foto-CDs beizubringen (JPEG-Fotodateien) fiel den Geräteentwicklern auch erst in den letzten Jahren ein. Und wer es stilecht haben will, der schließt an seinen Spieler einen „Videobeamer“ an und hat die Bilder von der DVD genauso auf der Leinwand wie herkömmliche Dias.

Klasse Bilder

Doch die Bilddateien dürfen nicht beliebig groß sein. Wir haben die Geräte mit Bildern bis zu einer Auflösung von 3 200 x 2 400 Bildpunkten geprüft – das ist ein Vielfaches dessen, was ein Fernsehbildschirm oder ein Beamer für scharfe Bilder braucht. Aber hin und wieder sind die Ladezeiten für die Bilder sehr lang.

Tipp: Wer seinen DVD-Spieler für eine „Dia­show“ nutzen will, sollte das Gerät der Wahl vor dem Kauf mit seinen eigenen Foto-CDs ausprobieren.

Die Bildqualität der Testgeräte ist tadellos. Die Geräte, die hier nicht mit „sehr gut“ bewertet wurden, verfehlten die Bestnote nur knapp. Und das mehr oder weniger starke Stakkato von Einzelbildern beim Suchlauf, das im Vortest noch zu Punktabzügen führte, ist flüssiger geworden. Auch der Zeitlupe wurde weitgehend das Ruckeln abgewöhnt, zumindest im Vorwärtslauf. DK und Mustek verzichten auf die Rückwärts-Zeitlupe.

Guter Ton

Im Ton gab es einen Ausreißer, den Red Star. Er ist als Einziger „befriedigend“, alle anderen sind „gut“ oder „sehr gut“. Er rauscht mehr als die anderen, und bei kräftigen Pegeln kann der Kinoton schon verzerren. Bei leiser Musik oder stillen Szenen im Film stören die Betriebsgeräusche der Spieler Daytek und Elta.

Dabei ist der Ton, den eine DVD bieten kann, nicht von schlechten Eltern. Der beste Filmton ist digital. Er kann von Mono bis zum Fünfkanal-Surroundsound plus Basssignal für Subwoofer alle Formate haben. Wer den Digitalton nutzen will, muss seinen DVD-Spieler optisch oder elektrisch mit einem externen Dekoder verbinden. Praktisch alle Surroundreceiver haben mindestens einen davon. Elta bietet für Dolby-Digitalton einen eigenen Dekoder. Das bedeutet: Ein separater Surroundreceiver ist überflüssig. An den Spieler brauchen nur noch Verstärker und Lautsprecher angeschlossen zu werden und die Surroundanlage steht.

Wer keinen Wert auf Surroundsound legt: Der DVD-Ton wird auch über das Scartkabel zum Fernsehgerät geliefert. Und Scart ist ja die meistgenutzte Verbindung zwischen den beiden Geräten. Dann werden die TV-Lautsprecher genutzt. Doch ein Ohrenschmaus ist das selten. Besser hört, wer seinen Spieler mit der HiFi-Stereoanlage verbindet. Alle getesteten Spieler bieten Stereoausgänge – bis auf Elta. Da erledigen das die Frontlautsprecheranschlüsse des Surrounddecoders. Für HiFi-Fans ist die Stereowiedergabe nach wie vor erste Wahl.

Kein Ersatz für den CD-Spieler

So universell die DVD-Spieler auch sind: Bis auf Panasonic ist keines der getesteten Geräte ein vollwertiger Ersatz für einen CD-Spieler. Die Handhabung ist auf Videobetrieb ausgelegt. Und im Videobetrieb steht der TV-Bildschirm als Display zur Verfügung. Doch es ist schlicht paradox, zum bloßen Musikhören den Fernseher einschalten zu müssen.

Allein schon die fehlende Anzeige der Titelnummer am Gerät (Cyberhome, JVC, Mustek) ist lästig. Die zeigt nur der Fernseher. Wiederholungen einzuschalten, erlaubt Red Star nur via TV-Menü, und fast allen Geräten fehlen die Anzeigen am Gerät für die Titelprogrammierung.

Beim Panasonic gibt es diesbezüglich nichts zu kritisieren. Und da ist es sogar im Einzelfall sinnvoll, den Fernsehschirm für Audiozwecke einzuschalten: Denn wer seine Party mit Musik von CD im MP3-Format beschallen will, bekommt hier eine gut nutzbare Anzeige für die gespeicherten Musiktitel.

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