DVD-Spieler

DVD-Spieler: Scheibe rein – spielt

18.11.2004

Filme, Musik oder Fotos: DVD-Spieler verarbeiten fast alles, was auf den silbernen­­­ Scheiben gespeichert ist. Aber einige Modelle können es doch noch besser als andere.

Inhalt

Zur gemütlichen Vorweihnachtszeit gehört auch ein schöner Film, zum Beispiel „Der Grinch“. Eine DVD zeigt die Streiche des Einsiedlers auch dann, wenn er in keinem Fernsehprogramm auftaucht. Doch mittler­weile spielt jeder getestete DVD-Spieler nicht nur vorbespielte Kauf- oder Leih-DVDs, sondern auch selbst gebrannte „Platten“. Während im letzten DVD-Spieler-Test einzelne Modelle das nicht bei allen vier Brennformaten schafften (DVD–R, DVD– RW, DVD+R und DVD+RW), haben sie heute damit keine Probleme mehr.

Und auch das DivX-Speicherformat, mit dem komplette Spielfilme in akzeptabler Qualität auf eine CD gebrannt werden können, ist für jedes zweite der 15 getesteten Geräte zu Preisen von 56 bis 172 Euro keine Fremdsprache mehr. Vor Jahresfrist konnte kaum ein DVD-Spieler etwas damit anfangen. Doch liegt es am Gerätepreis, ob ein DVD-Spieler mehr oder weniger viele Plattenformate verarbeiten kann? Worauf sollte beim Kauf sonst noch geachtet werden? Diese und andere Fragen beantwortet unser Test.

Sind teure DVD-Spieler stets besser?

Die teuersten DVD-Spieler sind nicht automatisch die besten. Das belegen unsere Testergebnisse des Öfteren. Auch in diesem Test gehören die in Bild, Ton und Handhabung besseren Geräte eher zur Preismittelklasse. Beispiel: Panasonic für 101 Euro, Sony für 136 Euro. Der LG kostet sogar nur 76 Euro, doch bei ihm ist die Handhabung nicht ganz so einfach. Anderes Beispiel: Ausstattung. Der vielseitigste Spieler ist Red Star für 60 Euro – ein Billiggerät. Er bietet einen Einbaudecoder für Surroundsound. Für Rundumton wie im Kino genügen Verstärker und Lautsprecher. Zusätzliche Videoanschlüsse, Eignung für ungewöhnliche Videoformate – auch da verbuchen die teureren Spieler nicht zwangsläufig Vorteile.

Welche Videoanschlüsse brauche ich?

Wer seinen DVD-Spieler lediglich mit seinem Fernsehgerät verbinden möchte, nutzt am besten die Scartbuchse. Bild- und Tonsignale werden dort über einen Anschluss geleitet – einstecken, fertig. Geräte mit zwei Scartbuchsen sind beim Anschluss flexibler. Videoprojektoren, auch Beamer genannt (siehe Test Beamer), werden besser über den YUV-Ausgang mit Bildsignalen versorgt. Damit sind über die Hälfte der Testgeräte ausgestattet. Das Signal aus dieser Buchse verspricht eine bessere Bildqualität als die Scartbuchse.

Wie komme ich zum besten Ton?

DVD-Spieler bieten drei Wege zum Ton. Der einfachste: Der DVD-Ton wird gemeinsam mit dem Bild per Scartkabel zum Fernsehgerät geleitet. Dann werden die TV-Lautsprecher genutzt. Doch ein Ohrenschmaus ist das selten.

Einen besseren Ton erzielt, wer seinen Spieler mit der HiFi-Stereoanlage verbindet. Alle getesteten Spieler bieten analoge Stereoausgänge. Für HiFi-Fans ist die Stereowiedergabe die erste Wahl.

Der beste Filmton, den die DVD-Spieler liefern, ist der Digitalton (zum Beispiel Dolby Digital, dts, SDDS). Der reicht je nach Aufnahme von Mono bis zum Fünfkanal-Surroundsound samt Basssignal für Subwoofer. Üblicherweise wird dazu ein Surroundreceiver verwendet, wie er auch in DVD-Heimkinoanlagen zu finden ist.

Wie schon erwähnt, bietet Red Star einen eigenen Surround-Decoder. Das macht einen separaten Decoder überflüssig. An den Spieler nur noch Verstärker und Lautsprecher anschließen – und schon steht die Surroundanlage.

Spielen sie auch Musik-CDs?

Klar. DVD-Spieler geben auch Musik-CDs wieder. Selbst mit fehlerhaften Platten kommen sie erstaunlich gut zurecht. Doch bis auf den Panasonic ist kein DVD-Spieler ein vollwertiger Ersatz für einen herkömmlichen CD-Spieler. Ihre Handhabung ist auf Videobetrieb ausgelegt. Und im Videobetrieb steht der TV-Bildschirm als Display zur Verfügung. Aber es ist paradox, zum bloßen Musikhören den Fernseher einschalten zu müssen.

Fast allen Geräten fehlt die Anzeige für die Titelprogrammierung. Wiederholungen einzuschalten, erlaubt Samsung nur via TV-Menü, und schon die fehlende Anzeige der Titelnummer am Gerät (Mustek) ist lästig. Die zeigt nur der Fernseher.

Der Panasonic-Nutzer kommt im CD-Betrieb ohne Fernsehschirm aus. Aber wenn jemand beispielsweise MP3-­Dateien spielen will, sollte er sich das Panasonic-Bildschirmmenü nicht entgehen lassen. Gut strukturierte Namenlisten helfen ihm bei der Titelauswahl.

Und wie klappt das Abspielen selbst gebrannter DVDs und CDs?

Die ersten DVD-Spieler hatten noch Schwierigkeiten beim Spielen selbst ge­brannter CDs. Das ist Schnee von gestern. CD-R und CD-RW – klaglos wurde im Test alles gespielt. Auch die DVD-Formate –R und –RW sowie +R und +RW gaben alle Spieler im Test wieder, selbst dann, wenn die zugehörige Anleitung einzelne Standards nicht erwähnte. Um Fragen vorzu­beugen: Auch der Panasonic spielte klaglos DVD+R und +RW ab, obwohl seine Anleitung das ausdrücklich verneinte.

Wenn hin und wieder eine selbst ge­brannte Scheibe auf einem der getesteten Spieler nicht läuft, steckt der Teufel eher im Detail. Dann hilft möglicherweise ein anderer Rohling oder die Verwendung eines anderen Brenners weiter.

  • Mehr zum Thema

    Fernseher im Test Die besten TV-Geräte für Kabel, Satellit, Antenne

    - Ob LG oder Samsung, Full HD oder UHD – im Fernseher-Test der Stiftung Warentest finden Sie Ihr TV-Gerät! Erfreulich: Es gibt auch güns­tige Fernseher mit guter Bewertung.

    Action-Cams im Test Bleiben die GoPros an der Spitze?

    - Im Actioncam-Test: Kameras zwischen 50 Euro und 500 Euro. Hier lesen Sie, ob GoPro-Modelle das Feld weiter anführen. Erstaunlich: Die besten Bilder macht eine Cam aus...

    Bluetooth-Kopf­hörer im Test Die besten kabellosen Kopf­hörer

    - Der Bluetooth-Kopf­hörer-Test liefert Test­ergeb­nisse für 182 Bügel- und In-Ear-Kopfhörer. Wir sagen, welche stark klingen, gute Akkus und keine Schad­stoffe haben.