Klares Bild, sauberer Ton – selbst Billigmodelle für rund 150 Euro spielen da mit. Der Absturz droht bei der Handhabung.

Dieser Eiszeitfilm heizt kräftig ein: Passend zur kalten Jahreszeit veröffentlichte die 20th Century Fox den actiongeladenen Zeichentrickfilm Ice Age – für rund 15 Euro auf VHS-Video und für 22 Euro auf DVD zu haben. Doch trotz des höheren Preises dürfte sich die DVD besser verkaufen als die VHS-Kassette. Alles andere würde verwundern, schließlich hat die DVD sowohl bei der Software als auch bei den Geräten der altehrwürdigen Videokassette mittlerweile den Rang abgelaufen.

Die DVD lockt nicht nur mit bestechender Bild- und Tonqualität. Die zugehörigen Spieler geben auch Audio-CDs wieder. So wandert manches DVD-Gerät als videotauglicher Ersatz für altersschwache CD-Spieler über den Ladentisch. Schließlich sind für rund 150 Euro gute DVD-Spieler zu haben, zu einem Preis also, der auch für ordentliche CD-Spieler verlangt wird. Aber Achtung: DVD-Spieler können einen CD-Spieler nicht vollwertig ersetzen. Zu sehr ist deren Handhabung auf Videobetrieb zugeschnitten. Das bestätigte auch der neue Test von DVD-Spielern. Wir haben 16 Geräte zu Preisen zwischen 149 und 700 Euro geprüft. Keiner von ihnen, auch nicht von den teuren, hat solch CD-spezifische Ausstattungsdetails wie Spitzenpegelsuchlauf oder Fader zum Ein- und Ausblenden des Tons. Und die Anzeigen auf dem Gerätedisplay sind für Audiozwecke mager. Ausführliche Infos bekommt der Nutzer über den angeschlossenen Fernsehschirm. Doch eigentlich ist es paradox, zum bloßen Musikhören den Fernsehapparat einzuschalten.

Wer also mehr will, als bloß CDs zu spielen, wer über Start, Stop und Pause hin­aus beispielsweise die Abspielreihenfolge der Musiktitel programmieren will, kommt um einen Extra-CD-Spieler zum DVD-Modell kaum herum.

Ihre Stärken zeigen die DVD-Spieler, wenn es ums Fernsehbild plus Kinoton geht. Im Sehtest zeigte nur der Scott leichte Schwächen: Der Bildhintergrund wirkte manchmal unruhig und pixelig, Farb- und Schattenübergänge stufig und die Farbe blass. In den Bild-Sonderfunktionen gibt es größere Unterschiede: Das Standbild haben fast alle Spieler im Griff. Nur Kenwood und Thomson zeigen leichte Zitterbilder. Am weitesten streut die Bewertung des Suchlaufs. Von makellosem Bewegungsablauf (beide Sony) bis zum Stakkato von Einzelbildern (JVC, LG, Panasonic, Philips) reicht die Palette.

Beim Ton wirds komplizierter: Für die Wiedergabe bieten die Spieler mehrere Möglichkeiten. Der beste Filmton ist digital. Er reicht – je nach Aufnahme – von Stereo bis zum Fünfkanal-Surround plus Basssignal für den Subwoofer. Nur Aiwa, Cyberhome, Mustek und Scott haben einen eingebauten Digitaldecoder für DolbyDigital- und MPEG2-Ton (Cyberhome nur DolbyDigital), an den lediglich Verstärker und Lautsprecher anzuschließen sind. Üblich ist, dass DVD-Spieler den Digitalton als optisches und/oder elektrisches Signal ausgeben. Die zugehörigen Decoder sind in praktisch allen aktuellen Surround-Receivern enthalten.

Ebenso ist es kein Problem, den DVD-Spieler an eine HiFi-Stereoanlage anzuschließen. Alle Spieler wandeln den digitalen DVD- oder CD-Ton auch in Analogsignale um. Die beiden Audio-Cinchbuchsen des Spielers einfach mit einem Eingang des Verstärkers oder Receivers verbinden (nur nicht „Phono“) – fertig. Und wer den DVD-Spieler per Scart-Kabel mit dem Fernsehgerät verbindet, bekommt den Filmton auch über dessen Lautsprecher.

Bei den Test-Messungen zum Analogton tanzte nur der Mustek etwas aus der Reihe. Sein vergleichsweise starkes Hintergrundrauschen geht ja noch im Umgebungsgeräusch unter. Nicht aber sein Laufwerkgeräusch beim Abspielen von DVDs. Das stört, insbesondere bei der Wiedergabe von Musik.

Die rote Laterne in den Klangmessungen bekommt Mustek wegen seiner „Pegelnichtlinearität“. Das ist ein Maß dafür, ob der Spieler den von der Platte angebotenen Digitalsignalen die richtige Lautstärke zuordnet. Im Gerätevergleich ist das hörbar und gibt einen deutlichen Hinweis auf die Qualität der Spielerbausteine, die die digitalen Plattensignale in Analogton umwandeln.

Mäßig auf der ganzen Linie ist die Handhabung des Mustek. Seine Anleitung ist mager, kompliziert und hat Fehler. Im Test selbst sprang schon mal der Cursor des Bildschirmmenüs auf Punkte, die nicht angewählt wurden, oder die Wiederga­be­geschwindigkeit änderte sich während der Toneinstellungen.

Die Fernbedienung des Mustek hat kleine unlogisch angeordnete Tasten. Die Reaktionszeit zwischen Tastendruck und Funktion ist teilweise nervend lang. Und wer das Batteriefach öffnen will, kommt sich vor wie ein Tresorknacker. Ergebnis: „ausreichend“ in der Handhabung für Mustek. Auch Cyberhome und Scott kamen darüber nicht hinaus. Cyberhome fehlt zum Beispiel die Hilfe-Funktion im Bildschirmmenü und Scotts Anleitung verwirrt und ist unvollständig.

Einen Unterschied gibt es aber doch. Während Scott und Mustek insgesamt billig wirken, mutet Cyberhome recht hochwertig an. Er ist vielseitig ausgestattet und seine Prüfergebnisse können sich sehen lassen – bis auf die Handhabung. Das Gerät hinterlässt den Eindruck, als sei das Bedienkonzept nicht fertig durchdacht. Wenigstens funktioniert es einwandfrei. Bei den beiden anderen passierte es immer wieder, dass eine andere Funktion als die per Fernbedienung gewählte ausgeführt wurde. Das ließ sich im Test aber nicht reproduzieren.

Wird eine DVD nicht abgespielt, liegt das oft weder am Spieler noch an der Platte, sondern an ihrem Länderkode. Der kennzeichnet den urheberrechtlichen Bestimmungsort der Platten. Auch die Spieler sind kodiert. Stimmen die Kodezahlen nicht überein, zum Beispiel wenn eine DVD aus den USA (Kode 1) auf einem hier gekauften Spieler (Kode 2) spielen soll, gibt es weder Bild noch Ton. Nur Kode-0- und „Codefree“-Platten starten auf allen Spielern.

Bei CDs hat die Verweigerung oft einen anderen Grund: Die Plattenindustrie versucht dem illegalen Kopieren einen Riegel vorzuschieben, indem sie die Platten mit einem Kopierschutz versieht. Der Effekt: Ganz legal gekaufte CDs werden von einigen CD- oder DVD-Spielern nicht oder nur mit Problemen gespielt. So kamen im Test mehrere Modelle mit der Platte NSYNC-Celebrity nicht zurecht.

Ein weiterer Verweigerungsgrund sind fehler- oder schadhafte Platten. Doch gemessen an älteren Modellen kommen die jetzt getesteten mit solchen Scheiben besser klar. Zweite Wahl bei der DVD-Fehlerkorrektur sind Aiwa, Kenwood, LG, Scott und Thomson. Wer viele Leih-DVDs spielen möchte, bei denen Schmutz und Kratzer ja zum Alltag gehören, sollte das wissen. Am besten schneidet hier der Panasonic ab. Der hatte nur bei Kratzern auf der Platte in Spurrichtung Probleme. Alle anderen Modelle aber auch – bis hin zum totalen Absturz.

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