Wer Video- und Audioanlage voneinander trennt, verschläft einen Trend. Fernsehgerät und Musikelektronik gehören zusammen. Bindeglied ist der DVD-Spieler. Er steht für gute Bild- und Tonwiedergabe. test hat 16 DVD-Spieler geprüft. Gute Geräte gibt es schon für 80 Euro.

Nicht nur die DVD selbst wird ihrem Namen (Digital Versatile Disk) als vielseitiger Datenträger gerecht. Auch die zugehörigen DVD-Spieler entpuppen sich als Tausendsassas für Video und Audio. test hat Geräte geprüft, die zwischen knapp 80 und gut 180 Euro kosten. Selbst die billigen unter ihnen spielen fast alles ab, was an Bild- und Tondaten auf CDs oder DVDs untergebracht ist – und das auch noch gut.

Den Diaprojektor kann der DVD-Spieler auch noch ersetzen. Bis auf Sony verarbeiten alle getesteten Modelle das bei Digitalkameras übliche Fotoformat JPEG. Und wer es stilecht haben will, der schließt an seinen Spieler einen „Videobeamer“ an und hat die Bilder von der DVD genauso auf der Leinwand wie herkömmliche Dias. Doch die Bilddateien dürfen nicht beliebig groß sein. Wir haben die Geräte mit Bildern bis zu einer Auflösung von 1 280 x 960 Bildpunkten geprüft, genug für die Wiedergabe auf Bildschirmen und Beamern. Es kann aber sein, dass größere Bilddateien nicht abgebildet werden oder die Ladezeiten sehr lang sind. Wer seinen DVD-Spieler für „Diashows“ nutzen will, sollte das Gerät der Wahl vor dem Kauf ausprobieren.

Bei der Bild- und der Tonqualität gab es wenig zu kritisieren. Da zeigte nur Scott hin und wieder pixelige Bilder und unruhige Schatten.

Suchlauf: Ein Stakkato von Bildern

Im Suchlauf bieten alle ein mehr oder weniger starkes Stakkato von Einzelbildern. Die Bildsprünge von Pioneer sind allerdings so groß, dass der Szenenablauf kaum noch zu verfolgen ist. Nur LG und Sony zeigen vorwärts und rückwärts flüssige Bilder. Auch die Zeitlupe besteht aus mehr oder weniger gelungen aneinander gehängten Standbildern – eher weniger bei Mustek, Orion und Samsung.

Digitaler Ton ist der beste

Für den Ton bieten DVD-Spieler mehrere Möglichkeiten. Der beste Filmton ist digital. Er reicht – je nach Aufnahme – von Mono bis zum Fünfkanal-Surround plus Basssignal für Subwoofer. Üblich ist, dass DVD-Spieler den Digitalton optisch und/oder elektrisch an einen externen Dekoder ausgeben, den praktisch alle Surroundreceiver haben. Mustek und Scott bieten eigene Dekoder für DolbyDigital-Ton. Scott dekodiert sogar das hochgelobte dts-Format. An den Dekoder brauchen nur ein geeigneter Verstärker und Lautsprecher angeschlossen zu werden, fertig ist die Surroundanlage.

Auch für HiFi-Stereoanlagen

DVD-Spieler lassen sich auch an HiFi-Stereoanlagen anschließen. Alle Spieler wandeln den digitalen DVD- oder CD-Ton auch in Stereosignale um. Die beiden Audio-Cinchbuchsen des Spielers mit einem Eingang des Verstärkers oder Receivers verbinden (nur nicht „Phono“) – fertig. Wer den DVD-Spieler per Scartkabel an das Fernsehgerät anschließt, bekommt den Filmton auch über dessen Lautsprecher. Das ist aber die am schlechtesten klingende Lösung.

Beim Analogton tanzte Scott aus der Reihe. Er klingt manchmal unnatürlich, weil sein Wandler ungleichmäßig arbeitet. Außerdem fehlen ihm Höhen. Philips und Pioneer fallen durch Laufwerkge-räusche auf. In leisen Filmszenen und bei Musik kann das gewaltig stören.

Die Sensibelchen unter den Spielern

Wer den DVD-Spieler auf einer Tanzparty nutzen möchte, sollte einen Spieler kaufen, der gegen Erschütterungen der Standfläche unempfindlich ist. Etwa jeder zweite Testspieler käme da infrage. Nicht aber Kenwood. Der ist recht sensibel und produziert möglicherweise Aussetzer.

Es gibt aber noch andere Gründe für Aussetzer: fehlerhafte Musik-CDs zum Beispiel. Die bringen insbesondere Samsung schnell aus dem Takt. An fehlerhaften DVDs blieb Elta öfter hängen. Sony, Mustec, Panasonic und Scott reagieren auch recht feinfühlig. Wer sich die oft abgegriffenen Videothekenplatten ausleiht, sollte sich den JVC anschaffen. Der hat mit Fehlerplatten wenig Probleme. Da kommen auch die anderen in der Fehlerkorrektur guten Spieler nicht mit.

Auch der Länderkode kann das Spielen verhindern. Er kennzeichnet den urheberrechtlichen Bestimmungsort der Platte. Eine DVD aus den USA (Kode 1) läuft nicht auf hiesigen Spielern (Kode 2). Nur wenn DVD und Spieler aus einer Region stammen, klappts. Kode-0- und Codefree-Platten starten auf allen Spielern.

Probleme mit dem Kopierschutz

CDs verweigern sich aus einem anderen Grund: Die Plattenindustrie versucht das Kopieren zu vereiteln, indem sie CDs mit einem Kopierschutz versieht. Damit kommen die Spieler nicht immer klar. So werden legal gekaufte CDs oft nicht oder mit Problemen gespielt. Im Test kamen mehrere Modelle mit der Platte NSYNC-Celebrity nicht zurecht. Kenwood streikte bei Kuschelrock 15. Das kann nicht dem Plattenspieler angelastet werden, denn kopiergeschützte Platten entsprechen nicht den Spezifikationen für CDs, es sind also keine. Wenn eine kopiergeschützte CD nicht läuft: Zurückgeben.

Die meisten Testgeräte ziehen ständig Strom. Dabei ist der Standby-Betrieb bei DVD-Spielern überflüssig. Man muss ohnehin zum Gerät, um eine Platte einzulegen und kann dann auch gleich den Netzschalter drücken. Einen Netzschalter haben aber nur Elta, Grundig, Kenwood, Mustek und Scott. Die letzten zwei haben ihn auch bitter nötig, denn sie verheizen im Standby-Betrieb über sieben Watt. Daewoo fehlt der Schalter trotz seiner knapp sieben Watt.

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