Der Wechsel ist in vollem Gange: Vom Video- zum DVD-Rekorder, vom CD- zum DVD-Brenner. Doch einige DVD-Rohlinge mindern das Brenntempo oder laufen nicht auf anderen Geräten. Fatal: Gegen UV-Licht ist kaum einer und gegen Kratzer nur einer resistent.

Ernüchterung im Alltag, Bestätigung im Test: Einen DVD-Rohling zu brennen, gleicht oft einem Hindernisrennen. Die drei Komponenten DVD-Brenner im Computer (oder DVD-Rekorder als Ersatz für den Videorekorder), DVD-Rohling und DVD-Spieler sind selten ein perfektes Team. Mal lässt sich eine Scheibe nicht brennen, dann wieder läuft sie nicht auf fremden Playern. Wie schön war das noch mit VHS-Kassetten. Die gingen immer.

Offenkundig haben wir es, wie vor wenigen Jahren bei CD-Brennern und -Rohlingen erlebt, mit Kinderkrankheiten zu tun. Im Test stießen wir auf Tücken im Detail, die dem unausgereiften Teamspiel aller Komponenten anzulasten sind. Harte Einzelurteile, doch moderate Wertungen sind die Folge. Der Weg vorbei am Frust:

  • Welche Geräte wenig Probleme bereiten, lesen Sie im Test DVD-Spieler.
  • Der Kasten „Erfolgreicher brennen“ zeigt, wie Sie Probleme ausräumen.
  • Und schonen Sie DVD-Rohlinge, denn sie sind empfindlicher als CD-Rohlinge.

Einer ist kratzfest

Für den Test haben wir einen mehrjährigen Gebrauch beziehungsweise ein mehrmonatiges Sonnenbad auf wenige Testwochen komprimiert und die Rohlinge geringer als CD-Rohlinge (test 4/2003), aber immer noch extrem belastet. Aus gutem Grund: Immer öfter finden sich DVDs im Kinderzimmer oder auch im Auto. Eine Sony Playstation plus Monitor für die Hinterbänkler baut jede Auto-Hifi-Werkstatt ein. Der Spaß kostet nicht mehr als ein Navigationssystem. Doch dort drohen Gefahren wie Kratzer auf herunterge­fallenen Scheiben und Sonnenlicht.

Im Vergleich zu den scheinbar gleichen CD-Rohlingen reagieren DVD-Rohlinge empfindlich auf Kratzer und UV-Licht. Ein Schutz fehlt fast immer, frühzeitiger Datenverlust ist programmiert. Schade, denn beide Schutzschichten kosten in der Herstellung jeweils wohl nur um die zwölf Cent. Generell sollten Sie DVD-Rohlinge mit Samthandschuhen anfassen.

Immerhin fanden wir einen besonders robusten DVD-Rohling, den TDK DVD-R Scratch­Proof. Das ist sicherlich eine Scheibe mit hoher Lebenserwartung. Den Kratztest überstand sie als einzige „sehr gut“. Leider ist sie mit 3,50 Euro pro Stück rund dreimal teurer als weniger robuste, doch immer noch „gute“ Rohlinge. Kratzer gefährden vor allem die wiederbeschreibbaren DVD-Rohlinge (RW = re-writable). Auslesen geht noch, doch die Chance, die RW bis zu 1 000mal wieder beschreiben zu können, ist schnell vertan.

Wenn die neue Scheibe hakelt

Sie haben eine neue DVD-Marke gekauft und der Brenner lehnt sie ab, oder brennt sie nur langsam beziehungsweise mit höherer Fehlerrate? Das kann daran liegen, dass der Brenner den Rohling nicht erkennt und deshalb eine möglichst sichere, das heißt vor allem langsame Brennstrategie wählt. Auf einem speziell dafür vorgesehenen Abschnitt der DVD kann er sogar einen Brenntest fahren und seine Parameter optimieren. Auch das dauert.

Datenfehler? Viel zu oft!

Doch so ausgeklügelt der Brenner auch nach einer optimalen Brennstrategie sucht, es gibt keine Erfolgsgarantie. Prompt fanden wir bei einigen Rohlingen mehr Datenfehler, als uns lieb war: Bei den einmal beschreibbaren Scheiben im Format –R von Emtec, Intenso und Okano sowie der wiederbeschreibbaren DVD-RW von Princo. Das ist vor allem bei Intenso und Okano bedenklich, denn diese DVD-Rohlinge sind nur „ausreichend“ robust. Da kann die Fehlerrate in kurzer Zeit so steigen, dass Daten verloren gehen.

Gegen Kompatibilitätsprobleme hilft meist eine Aktualisierung, ein so genanntes Firmwareupdate. Firmware heißt die Betriebssoftware – hier des Laufwerks. Die jeweils aktuellste Version ist im Internet beim Hersteller des DVD-Brenners zu finden. Laden Sie die Datei herunter und führen Sie sie aus. Danach kennt Ihr Brenner die Kodes der neuesten Rohlinge und brennt sie optimal. Er weiß dann, wie stark der Laserstrahl sein muss und wie schnell er brennen kann. Oft können auch DVD-Rekorder aktualisiert werden, die nach und nach den Videorekorder ersetzen und als externes Gerät an den Fernsehapparat angeschlossen werden. Sie haben keinen eigenen Internetan­schluss. Trotzdem lassen sich viele auffrischen – wenn auch aufwendiger als im Computer eingebaute Laufwerke. So gehts: Laden Sie das Update aus dem Internet herunter. Brennen Sie es auf CD. Der DVD-Rekorder aktualisiert sich automatisch beim nächsten Anschalten, wenn diese CD eingelegt ist. Geräte wie der Thomson VTH 6410 (siehe test 3/04) können das jedoch nicht. Sie veralten ziemlich schnell. Kaufen Sie nur Rekorder, deren Betriebsprogramm (Firmware) aktualisiert werden kann.

Was billigen Scheiben fehlt

Oft hielten die billigeren Rohlinge nicht mit den teuren Produkten mit. Scheiben von Emtec, Intenso, Okano, Princo und SK zeigten mehr als nur einmal Schwächen. Eine Regel lässt sich davon jedoch nicht ableiten, denn auch teure DVD-Rohlinge beispielsweise von TDK (DVD+RW) platzierten sich gelegentlich nur im Mittelfeld. Und die DVD+RW von Intenso schaffte ein „Gut“ – wie die Scheibe von Verbatim. Qualität bei allen DVD-Typen ist wohl schwer zu erzielen. Ungünstig wirkt sich aus, wenn die Hersteller an einem oder mehreren der folgenden Aspekte gespart haben:

  • An der Abstimmung mit Laufwerk­her­stellern. Fehlt sie, ergibt sich eine schlechte Kompatibilität zwischen den Brennern oder Spielern und den Scheiben.
  • Am Lack (Datenschicht). Ist er ungleichmäßig dick aufgetragen, sind schwankende Brennergebnisse die Folge.
  • Am Versiegeln, Verkleben. Ist das nachlässig oder ungleichmäßig geschehen, können Gase und Chemikalien zwischen Ober- und Unterseite der DVD eindringen und die Datenschicht zerstören.

Plus und Minus

Während es einigen DVD-Rohlingen an Robustheit und Kompatibilität mangelt, werden die Laufwerke besser: Der Trend geht zu Multiformatbrennern, die trotz sinkender Preise einfach jede Scheibe brennen. Die Frage, ob es eine DVD nach dem Minus-Standard (–R und –RW) oder eine im Plus-Standard (+R und +RW) sein soll, stellt sich im Grunde nicht mehr. Zumindest die Computerlaufwerke und auch viele aktuelle DVD-Rekorder lesen jede Scheibe. Wenn Sie dann noch einen möglichst kompatiblen Rohling aus unserem Test wählen, kann auch beim Brennen nichts mehr schief gehen.

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