DVD-Rohlinge Test

Die Zukunft des Datenträgers ist weiterhin eine silberne Scheibe. Zurzeit findet allerdings ein Generationenwechsel statt. Die DVD löst die CD ab. Weil sie enorm viele Daten speichert, hat sie auch die Videokassette ersetzt. Dennoch haben DVDs ihre Kinderkrankheiten noch nicht überwunden: Langsames Brenntempo bei PCs, Inkompatibilität zu Videorekordern und -playern, sowie Kratzempfindlichkeit nerven beim Brennen. Richtig robust war im Test nur ein Rohling.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: CD- und DVD-Rohlinge

Keiner für alle

Es könnte so einfach sein: Ein DVD-Rohling für Brenner, Rekorder und Player. In einem Gerät aufnehmen und im anderen abspielen. Doch das Zusammenspiel klappt selten ohne Probleme: Manche DVD lässt sich am Rekorder zwar aufnehmen, dafür aber nicht am Player abspielen. Oder der Player gibt die DVD nicht wieder, die am PC gebrannt wurde. Da hilft nur ausprobieren: Brennprogramm und -parameter tauschen oder die Rohlingsmarke wechseln. Hinzu kommt: Ältere Brenner und Rekorder nehmen entweder im Minus- oder Plus-Format auf. Das heißt, dass Rohling und Rekorder beziehungsweise Brenner unbedingt kompatibel sein müssen. Mittlerweile geht der Trend jedoch zu Multiformatbrennern. Sie kommen mit allen Scheiben klar.

Nur einer robust

Wenn der richtige Rohling für Brenner oder Rekorder gefunden ist, dann sollte er vor allen Dingen lange halten. Deshalb haben die Tester in wenigen Wochen einen mehrjährigen Gebrauch und auch ein mehrmonatiges Sonnenbad simuliert. Ergebnis des Härtetests: Datenverlust droht meist, wenn Kratzer auf die Scheiben kommen oder UV-Licht auf sie strahlt. Die Belastung während der Prüfung war zwar nicht so hart wie im CD-Rohlinge-Test im Heft 4/2003, aber immer noch wirkungsvoll. Ein einziger Rohling trotzte allen Kratz- und Bestrahlungsfolgen: der TDK DVD-R ScratchProof. Aber auch teuer: Mit 3,50 Euro ist der „sehr gute“ Silberling etwa dreimal teurer als „gute“ DVDs.

Empfindliche Wiederbeschreibbare

Obwohl sich CDs und DVDs sehr ähnlich sehen, reagieren DVDs viel empfindlicher auf Kratzer und UV-Licht als CDs. Die Hersteller verzichten auf Schutzschichten, obwohl die Produktion pro Scheibe nur etwa 12 Cent teurer wäre. Daher muss man DVD-Rohlinge sehr vorsichtig behandeln, sonst ist ein Datenverlust unausweichlich. Kratzer gefährden besonders wiederbeschreibbare Rohlinge (RW). Das Auslesen funktioniert zwar noch, aber sie lassen sich nicht wieder beschreiben, wenn sie zerkratzt sind.

Teure fast immer besser

Brenner können ihre Parameter optimieren, indem sie einen Brenntest fahren. Doch auch die Optimierung garantiert bei einigen Rohlingen keinen hundertprozentigen Erfolg. Die einmal beschreibbaren Scheiben im Format -R von Emtec, Intenso, Okano und die wiederbeschreibbare DVD-RW von Princo enthielten überdurchschnittlich viele Datenfehler. Besonders ungünstig: Intenso und Okano sind auch nur „ausreichend“ robust. Die Daten gehen so noch schneller verloren. Auffällig: Gerade billige DVDs schwächeln des Öfteren. Sie können mit den teuren DVDs nicht mithalten. Doch es gibt auch Ausnahmen: Die DVD+RW von Intenso und die Scheiben von Verbatim schafften ein „Gut“.

Fehler bei der Herstellung

Dass es immer mal wieder beim Brennen und Abspielen von Rohlingen hakt, hat verschiedene Gründe:

  • Hersteller von Rohlingen stimmen sich nicht mit Produzenten von Laufwerken ab. Dadurch sind Geräte und Scheiben nicht kompatibel.
  • Beim Herstellungsprozess tragen die Maschinen den Lack, in den die Daten gebrannt werden, ungleichmäßig auf. Das führt zu schwankenden Brennergebnissen.
  • Wenn DVDs nicht richtig versiegelt und verklebt sind, können Gase und Chemikalien zwischen Ober- und Unterschicht eindringen und die Datenschicht zerstören.

Den richtigen Rohling für den eigenen Brenner oder Rekorder zu finden, ist somit in vielen Fällen auch eine Frage von Glück und Geduld.

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