DVD-Rekorder von Penny Schnelltest

Die Käufer üben sich in Zurückhaltung: Der von Herstellern erhoffte Run auf DVD-Rekorder ist bisher ausgeblieben - trotz deutlich gefallener Preise. Unter 300 Euro gibts inzwischen etliche Modelle - unter 200 Euro wirds aber wieder eng. Diese Schwelle unterbietet Penny am Montag noch einmal deutlich. Zum Kampfpreis von 149 Euro steht ein DVD-Rekorder im Regal des Discounters. Vor zweieinhalb Monaten kostete er noch 179 Euro. Bei Real sogar 222 Euro. Der Schnelltest bei test.de sagt, ob sich der Kauf lohnt.

Viele Kabel und Anschlüsse

Bevor es ans Eingemachte geht, begutachten die Tester erst einmal, was der Hersteller an Kabeln mit in den Karton gelegt hat. Das Zubehör kann sich sehen lassen: ein Scart-, ein Antennen- und ein vergoldetes AV-Cinch-Kabel. Zwei DVDs gibts außerdem dazu: eine bespielbare DVD+RW und eine Kauf-DVD. Auch bei den Anschlüssen enttäuscht Penny seine Kunden nicht: Alle Ein- und Ausgänge, die DVD-Fans gewöhnlich brauchen, hat der Hersteller übersichtlich und gut strukturiert auf der Rückseite angeordnet. An der Vorderseite finden Käufer noch Video-Cinch, Stereo-Audio-Buchsen und eine DV-Buchse zum Einspielen von Camcorder-Aufnahmen. Jedoch fehlt der S-Video-Eingang. Die Beschriftung an der Frontseite ist schlecht gemacht: kontrastlos und klein.

Wenig Logik beim Tuner

Sobald die Tester den DVD-Rekorder im Betrieb unter die Lupe nehmen, beginnt eine Reihe von Enttäuschungen. Es geht los mit dem Tuner. Der stellt die Uhrzeit nicht automatisch ein. Eigentlich eine Standardfunktion von DVD-Rekordern. Alles weitere am Tuner müssen Käufer intuitiv einstellen, denn die Gebrauchsanleitung schweigt sich dazu komplett aus. Das ist mühsam und umständlich. Beispiel: Beim Einstellen der Sender blendet das Menü ein kleines Fenster mit dem aktuellen Programm ein. Doch die Kanalangabe verdeckt möglicherweise das Senderlogo, sofern es in der linken oberen Ecke ist. Meist erkennen DVD-Rekorder den Sender und geben automatisch ein Kürzel wie zum Beispiel „RTL“ wieder. Auch hier: Fehlanzeige. Unbequem wirds auch, wenn Fernsehgucker einen Film oder eine Sendung aufnehmen wollen. Showview oder VPS gibts nämlich nicht.

Ganz schwaches Bild

Ein entscheidender Vorteil von DVD-Rekordern gegenüber Videogeräten ist die brilliante Bildqualität (Vergleichstest 9/2004). Normalerweise jedenfalls. Beim Penny-Rekorder ist alles anders: Selbst im besten Aufnahmemodus (eine Stunde Aufnahme in höchster Qualität) ist das Bild deutlich unscharf und verschwommen. Der Lite-On verwäscht feine Strukturen und Flächen verlieren die Struktur. Im zweitbesten Aufnahmemodus (zwei Stunden Aufnahme) kommen weitere Bildschwächen, wie zum Beispiel digitale Artefakte, hinzu. Schon jetzt ist die Bildqualität nicht besser als bei gewöhnlichen VHS-Rekordern. Im 4-Stunden-Aufnahme-Modus verlieren die Bilder so an Qualität, dass hier sogar ein VHS-Videorekorder bei Longplay-Aufnahmen bessere Bilder liefert.

Bedienung, Fehlerkorrektur und Strom

Die Schwächen bei der Bildqualität kann auch nicht die insgesamt recht ordentliche Bedienung retten. Zudem hat diese durch die umständliche Tunereinstellung und die miserable Anleitung zwei unschöne Makel. Fehlerhafte DVDs liest der Lite-On durchschnittlich. Allerdings ungewöhnlich: Wenn mal Probleme mit solchen DVDs auftreten, hängt sich der Rekorder gleich komplett auf. Mit dem Stromverbrauch sind die Tester nicht zufrieden. Im Stand-by-Betrieb braucht das Gerät über 5,5 Watt. Das ist zu viel.

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