DVD-Rekorder Test

Drei auf einen Streich: Moderne Rekorder sind DVD-Spieler, Aufnahmegerät und digitaler Empfänger. Fünf von ihnen sind „gut“, einer schwächelt deutlich.

Die Autos ruckeln seltsam, ein Schild am Rand der Autobahn wirkt verschwommen, die Leitplanken flimmern. Solche Bilder zeigt der DVD-Rekorder von Philips im Testlabor. Vor allem schnelle Bewegungen gibt er ruckartig und unscharf wieder. Ganz anders dagegen die Rekorder mit einer „guten“ Bildqualität im Test. Ihre Aufnahmen sind klar und laufen flüssig. Der Philips-Rekorder schafft es jedoch nicht einmal, in der höchsten Aufnahmequalität ordentliche Bilder zu liefern.

Auf Festplatte oder DVD

DVD-Rekorder Test

Die runde Kopiertaste des Panasonic DMR-EX98V erlaubt es auf Knopfdruck, in jedes Format auch ohne Fernbedienung zu überspielen.

Filme lassen sich in unterschiedlicher Qualität auf die Rekorderfestplatte oder DVD aufzeichnen. Bezogen auf die Aufnahmekapazität einer DVD spricht man vom 1-, 2- oder 4-­Stunden-Modus. Der 1-Stunden-Modus liefert dem Zuschauer eine hohe Bildqualität. Viele Rekorder im Test zeigen dabei „sehr gute“ Aufnahmen, beim Philips sind sie am schwächsten. Da bieten die beiden VHS-fähigen Rekorder von Panasonic und Toshiba selbst beim Abspielen einer Videokassette bessere Bilder.

Je niedriger die Qualitätsstufe, desto mehr Film passt auf eine DVD. In mittlerer Qualität sind es zwei Stunden. Will der Zuschauer vier Stunden Film unterbringen, muss er die schwächere Qualität mit dem 4-Stunden-Modus wählen. Die Daten der Aufnahme werden noch stärker komprimiert, die Bildqualität nimmt weiter ab.

Analog oder digital fernsehen

DVD-Rekorder Test

Es ist bequem, wenn sich Video- und Audioanschlüsse vorn am DVD-Rekorder befinden, wie hier beim Samsung DVD-HR770. Daran können dann Camcorder oder Digitalkameras angeschlossen werden.

Beim Kauf eines DVD-Rekorders ist nicht nur die Bildqualität wichtig. Je nachdem, ob zuhause digital über Antenne (DVB-T), digital per Satellit (DVB-S) oder analog per Kabel ferngesehen wird, kommen unterschiedliche Rekorder infrage. Denn für jede Signalart braucht der Rekorder das dafür passende Empfangsteil (Tuner). Über die Hälfte der Modelle haben einen Tuner für analoges Kabelfernsehen und einen Digitaltuner (siehe Testtabelle). Wer in einem DVB-T-Empfangsgebiet wohnt, muss sich so keinen Extra-Tuner für den Rekorder kaufen. Bis auf einige wenige kleine regionale Sender in Rheinland-Pfalz und Bayern ist das analoge Antennenfernsehen seit 2008 komplett auf DVB-T umgestellt.

Auch das analoge Kabelfernsehen soll eingestellt werden – ursprünglich angedacht war 2012. Aufgrund der geringen Nutzung des digitalen Kabels gegenüber dem analogen Kabel steht ein genauer Termin jedoch noch nicht fest. Für digitales Kabelfernsehen braucht man eine externe Empfangsbox des Kabelanbieters. Wer hier zukunftsorientiert kaufen möchte, braucht einen Rekorder, der auch von externen Receivern aufnehmen kann. Im aktuellen Test können das neun Geräte (siehe „Automatische Aufnahme von externem Receiver“, Testtabelle).

Als einziges der zwölf Modelle im Test hat der Panasonic DMR-EX81S einen eingebauten digitalen Satellitenempfänger. Er wird direkt an die Satellitenantenne angeschlossen. Andererseits ist er aber auch der einzi­ge, der keinen Empfänger für herkömmli­ches Kabelfernsehen hat.

Keine Sekunde verpassen

Der Nutzer kann sein Programm bei allen Rekordern im Test nicht nur auf DVD oder Festplatte speichern, sondern er kann auch von Festplatte auf DVD überspielen und umgekehrt. Einzig das Philips-Gerät tanzt wieder aus der Reihe: Kopien von DVD auf Festplatte unterstützt er nicht.

Die Festplatte dient auch als Zwischenspeicher für das laufende Fernsehprogramm. Mit allen Prüflingen lässt sich über Festplatte „zeitversetzt fernsehen“. Klingelt Sonntagabend kurz vor Tatort-Beginn das Telefon, reicht ein Tastendruck auf der Fernbedienung, und die Aufnahme startet sofort. Ist das Telefonat beendet, lässt sich die Aufzeichnung vom ersten Ertönen der Tatort-Melodie an wieder abspielen. Parallel zeichnet die Festplatte weiter auf. Die temporäre Aufnahme wird von der Festplatte gelöscht, sobald der Rekorder ganz ausgeschaltet wird.

Drei Rekorder, Daewoo, LG und Philips, schneiden das laufende Fernsehprogramm immer automatisch mit, sobald sie eingeschaltet werden. So geht keine Sekunde des Programms verloren. Abschalten lässt sich die Automatik nur beim LG. Ärger macht wieder der Philips: Das Fernsehbild ist bei eingeschaltetem Rekorder schlechter.

Der Philips, aber auch beide Samsung können eine Festplattenaufnahme im 1-Stunden-Modus nicht in eine platzsparende Version in geringerer Qualität her­unter­­rech­nen. Wer längere Filme auf einer normalen DVD archivieren möchte, muss diese Geräte schon beim Programmieren auf eine schlechtere Bildqualität einstellen (siehe „Flexibilität beim Überspielen“, Testtabelle). Will er das nicht, gibt es eine Alternative: DVDs mit doppelter Kapazität, Double Layer. Sie sind mit Preisen ab 80 Cent aber auch mindestens doppelt so teuer wie herkömmliche Scheiben. Wichtig ist, die richtige Double-Layer-Scheibe zu kaufen – nicht alle Rekorder unterstützen beide Formate (siehe „DVD-Aufnahmeformate“, Testtabelle).

Filme passend machen

Filme im Fernsehen dauern meist 90 Minuten oder länger, werden aber besonders bei den privaten Sendern durch Werbeunterbrechungen auf über zwei Stunden aufge­bläht. Die Videoschnittfunktion hilft, die Werbeblöcke herauszuschneiden. Das Editieren kostet zwar Zeit, klappt aber bei fast allen Rekordern im Test einfach und gut – Sendungen lassen sich so passend für eine DVD prima zurechtschneiden.

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