Videos bequem, ausdauernd und gut aufnehmen ­– die Festplatte macht den Unterschied. Das Beste: Gute Modelle kosten kein Vermögen mehr.

Der Durchbruch ist geschafft. Erstmals werden mehr DVD-Rekorder verkauft als herkömmliche VHS-Bandrekorder. Ihre Vorteile: schneller Zugriff auf jede beliebige Filmszene, kein lästiges Umspulen, berührungslose und daher praktisch verschleißfreie Abtas­tung. Einzig die etwas verschlechterte Bildqualität bei längeren Aufzeichnungen (vier Stunden und mehr) mindert etwas den Spaß am DVD-Gerät.

Aber da gibt es inzwischen ein wirksames Gegenmittel: DVD-Rekorder mit Festplatte. Die brennen die Aufnahmen nicht unbedingt gleich auf Silberscheibe, sondern speichern sie erst einmal auf einer Computerfestplatte. 50 Stunden Film in bester Qualität passen auf eine 250-Gigabyte-Festplatte , weit über 400 Stunden in der schlechtesten Qualität. Von der Festplatte können die Aufnahmen auf DVD überspielt werden, bei Bedarf werbefrei. Wie das funktioniert, lesen Sie unter „Aufnahmen kopieren“ Außerdem gestattet die Festplatte auch noch zeitversetztes Fernsehen.

Der Teure

Sieben Festplattenrekorder haben wir geprüft. Preisbereich des Testfelds: zwischen knapp 300 und 850 Euro. Fast so viel wurde vor wenigen Jahren auch noch für VHS-Bandgeräte verlangt. Nur der DVR-920 H von Pioneer fällt mit einem Preis von 1 730 Euro weit aus dem Rahmen. Er soll, Originalton Pioneer, mehr Bedienkomfort und maximale Qualität sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Wiedergabe bieten. Im Vergleich mit den meisten Testteilnehmern liegt der Pioneer tatsächlich weit vorn. Doch der Panasonic DMR-EH 52 EG ist in fast allen Prüfpunkten einen Tick besser und kostet mit 515 Euro nur einen Bruchteil des Pioneer. Was den Pioneer von den anderen Testrekordern unterscheidet, ist seine „HDMI“-Schnittstelle für Bild- und Tondaten. Darüber werden Bild und Ton digital und ohne die Qualitätsverluste der herkömmlichen Analogtechnik an den angeschlossenen Fernseher oder Beamer weitergeleitet, sofern auch diese Geräte mit der neuen Technik ausgestattet sind (mehr dazu im Technik-Lexikon).

Die Billigen

Das andere Ende der Preisskala markieren die Billigprodukte von Mustek und Yamada. Von den beiden zeigt der Yamada noch recht ansehnliche Ergebnisse in Bild und Ton (Anschlüsse auf der Geräterückseite). Seine CD-Fehlerkorrektur ist sogar die beste im Test. Dadurch taugt dieser Rekorder insbesondere für ramponierte Verleih-CDs. Haken an dem Gerät: Störgeräusche über die Audioausgänge an der Gerätefront, daher die schlechte Note im Ton.

Weiterer Nachteil: Der Yamada überspielt Videos von seiner Festplatte nur in derselben Qualitätsstufe auf eine DVD, mit der die Aufnahme auf der Festplatte aufgezeichnet wurde. In der höchsten Qualitätsstufe heißt das: Auf eine DVD passt nur eine Stunde Film. Längere Aufnahmen müssen dann auf mehrere Scheiben verteilt werden. Oder die Aufnahme auf der Festplatte wird von vornherein mit Rücksicht auf die DVD in einer niedrigeren Qualitätsstufe gestartet.

Universell sind in diesem Zusammenhang die Rekorder JVC, Panasonic, Pioneer und Toshiba. Die vier stellen auf Knopfdruck die Aufnahmequalität so ein, dass der verfügbare Speicherplatz auf der DVD optimal genutzt wird.

Auch der Mustek kann die Überspielqualität nicht an die Spielzeit des Films anpassen. Doch dieser Rekorder krankt zudem in einigen anderen Punkten. Seine Bilder sind ruckelig und unscharf, die Betriebsgeräusche unangenehm. Die Fehlerkorrektur ist die schlechteste im Test, und der Stromverbrauch ist unzeitgemäß hoch. Deshalb keine Empfehlung für den Mustek. Gesamturteil: „ausreichend“.

Der Langspieler

Sony RDR-HX 710 umgeht das Problem mit dem knappen DVD-Speicherplatz durch eine Technik, die im Computerbereich schon länger angeboten wird. Der Sony-Rekorder kann auch zweischichtige DVDs (so genannte Double oder Dual-Layer-DVDs) bespielen. Dadurch verdoppelt sich der verfügbare Speicherplatz fast.

Bei den im Pressverfahren hergestellten Kauf-DVDs funktioniert die Zweischicht-Technik zuverlässig. Bei selbst aufge­zeichneten Doppelschicht-DVDs hängt die Kompatibilität mit anderen DVD-Spielern oder -Rekordern vom Scheibenmaterial und der Brennqualität ab und kann nicht generell garantiert werden.

Die Mittelklasse

JVC erzielt mit dem Rekorder DR-MH 50 SE ein zwiespältiges Ergebnis. Das Gerät erreichte die beste Bildqualität und in fast allen anderen Testgruppen gute Noten. Die große Festplatte gestattet über 50 Stunden Video in bester Qualität. Nur im Stromverbrauch patzt der JVC. Fast 6 Watt im Stand-by und rund 15 Watt bei programmierten Aufnahmen sind einfach zu viel. Folge: Abwertung im test-Qualitätsurteil auf „befriedigend“.

Der Toshiba kommt in den Einzelnoten nicht so gut weg. Speziell in der Handhabung ist der Eindruck gespalten: Einerseits hat das Gerät viele Einstellmöglichkeiten und Funktionen. Andererseits erschwert diese Vielfalt die Bedienbarkeit. Die Menüs wirken unübersichtlich und überladen. Das Gerät ist eher was für Videobegeisterte, die sich mit DVD-Rekordern gut auskennen und die Vielfalt der angebotenen Funktionen nutzen wollen. Etwas störend sind die verhältnismäßig deutlichen Betriebsgeräusche.

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