Die neuen DVD-Festplattenrekorder überzeugen mit einer ausgefeilten Technik. Sie liefern ansehnliche Bilder und einen sauberen Ton. Doch beim Stromverbrauch hakt es.

Ob Panasonic, Sony, LG, Toshiba oder Funai – die Hersteller beherrschen ihr Fach. Sie haben für einen respektablen Jahrgang von DVD-Rekordern mit Festplatte gesorgt. Anstelle immer neuer Funktionen besinnen sie sich auf die Hauptsache: Alle Rekorder zeigen ein „gutes“ Bild und bieten durchgehend eine „sehr gute“ Tonqualität. Der Herstellerkreis wird aber enger. Als wir die Rekorder für den Test auswählten, gab es von Daewoo, Metz, Philips und Pioneer keine neuen Geräte auf dem Markt.

Im Fernsehen nichts mehr verpassen

Mit einem DVD-Rekorder entgeht dem Fernsehzuschauer keine Lieblingssendung – selbst wenn mitten im Film das Telefon klingelt. Ein Knopfdruck genügt und der Rekorder schneidet das laufende Programm mit. Hat der Zuschauer den Hörer wieder aufgelegt, kann er die Aufnahme abspielen. Parallel dazu zeichnet der Rekorder weiter auf. „Zeitversetztes Fernsehen“ beherrschen alle Rekorder. Bei LG funktioniert es sogar von selbst: Wer es mag, kann einen automatischen Mitschnitt aktivieren. Sobald der Rekorder eingeschaltet ist, zeichnet er das Programm auf Festplatte mit. So geht keine Sekunde verloren. Das klappt nur, wenn das Antennenkabel zuerst an den DVD-Rekorder angeschlossen und dann zum Fernseher durchgeschleift wird. Nur so kann die Festplatte das TV-Programm aufzeichnen. Rekorder mit DVB-T-Empfänger werden am besten über das digitale HDMI-Kabel mit dem Flachbildfernseher verbunden. Mit dem analogen Scart-Kabel könnte die Bildqualität des Digitalfernsehens verschlechtert werden. Doch die Rekorder können einiges mehr, als nur das Fernsehprogramm aufzuzeichnen. Dank eingebauter Festplatte lassen sich Filme archivieren, bearbeiten und auf DVD brennen. Sony und LG speichern auch Videoclips aus dem Internet, das DivX-Format. Meist kann der Nutzer Foto- und Musikdateien über einen USB-Anschluss fix vom Rechner auf die Festplatte schieben. Noch simpler: USB-Speicher oder Digitalkamera direkt an den Rekorder stöpseln. Damit ist er alles in einem: Heimkino, Musikspieler und digitales Fotoalbum. Sony setzt noch einen drauf und hat seine Rekorder mit einem USB-Anschluss für Fotodrucker ausgestattet. Einfach einen PictBridge-fähigen Drucker anschließen und Bilder ausdrucken – ganz ohne Computer.

Im 2-Stunden-Modus aufnehmen

Der Festplattenspeicher ist arg begrenzt, bei den Rekordern im Test auf 160 und 250 Gigabyte. Zum Beispiel fasst die Festplatte der Panasonic-Rekorder mit ihren 250 Gigabyte Speicherplatz in bester Aufnahmequalität 55 Stunden. Das reicht immerhin für knapp 30 Spielfilme. In der niedrigsten Qualität sind es sogar 441 Stunden. Sollte die Festplatte dennoch überquellen: Die Filme auf DVD brennen und anschließend aus dem Festplattenspeicher löschen. Die gewünschte Aufnahmequalität lässt sich einstellen. Dabei unterscheidet man zwischen dem 1-, 2- und 4-Stunden-Modus, je nachdem wie viel Film auf eine DVD passt. Es gilt: Je länger die Laufzeit, desto schlechter das Bild. Ein guter Kompromiss sind da Aufnahmen im 2-Stunden-Modus. Sie bringen ein „gutes“ Bild und packen ein Video in Spielfilmlänge locker auf jede DVD.

Drei empfangen digitales Fernsehen

Auch die Rekorderhersteller rüsten sich fürs digitale Fernsehen. Drei Geräte bieten zusätzlich zum analogen Kabelanschluss schon einen DVB-T-Empfänger. Damit kann der Nutzer digitales Antennenfernsehen empfangen – ohne eine zusätzliche Box. Für die Bildqualität der drei Digitalempfänger gab es im Test jeweils die Höchstnote: „sehr gut“. Das Bild der analogen Empfänger kann sich aber auch sehen lassen. Panasonic und Sony sind hier ebenfalls „sehr gut“, die anderen immerhin „gut“. Alle Rekorder im Test haben einen digitalen HDMI-Ausgang. So muss ein digitales Signal auf dem Weg zum Fernseher nicht erst in ein analoges umgewandelt werden.

Von Kassette auf Scheibe umkopieren

Wer die gute alte Videokassette nicht missen möchte, kann sich einen DVD-Festplattenrekorder mit VHS-Laufwerk kaufen. Der Funai und die beiden Toshiba können Videobänder problemlos auf Festplatte oder DVD umkopieren – ganz ohne Zusatzgerät. Ein Makel: Naturgemäß laufen Rekorder mit Videokassette lauter als mit DVD.

Toshiba und Funai ziehen viel Strom

Außerdem saugen die VHS-Geräte viel Strom. Wird der Rekorder zum Beispiel zwei Stunden täglich zum Abspielen einer DVD genutzt und sonst im Standby gehalten, summiert sich der Energieverbrauch auf über 70 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem Strompreis von 20 Cent pro Kilowattstunde macht das beim Funai und den beiden Toshiba etwa 14 Euro. Die Rekorder ohne VHS von Sony und LG begnügen sich mit weniger als der Hälfte. Panasonic kommt auf maximal 41 Kilowattstunden im Jahr. Einen separaten Schalter zum An- und Ausschalten hat keiner der Rekorder. Dennoch lässt sich der Stromverbrauch senken. Panasonic, Sony und LG bieten einen Energiesparmodus, der den Stromverbrauch im Bereitschaftszustand drosselt. Der Stromsparmodus hat aber Tücken. Im energiesparenden Standby wird kein Scart-Signal durchgeschleift. Die Folge: Wer einen externen Empfänger nutzen will, einen Receiver für Bezahlfernsehen zum Beispiel, sieht in die Röhre. Er muss entweder den DVD-Rekorder einschalten oder den Receiver direkt ans Fernsehgerät anschließen. Benutzerfreundlich ist das nicht. Zusätzliche Einschränkung bei Panasonic: Der Stromsparmodus macht die Rekorder langsamer. Ehe sie vom Standby in die Aufnahme wechseln, vergeht eine knappe halbe Minute. Die Lösung all dieser Probleme könnte der Schnellstartmodus sein. Da saugt der Panasonic-Rekorder DMR-EX79EG aber satte 13 Watt – so viel wie kein anderes Gerät im Bereitschaftsmodus.

Auch für die japanischen Hersteller To­shiba und Funai gibt es noch einiges zu tun. Ihre VHS-Kombis haben gar keine Stromsparfunktion. Wo andere im Bereitschaftsmodus mit maximal 3 Watt auskommen, brauchen sie mehr als 6 Watt. Das ist wahrlich nicht zeitgemäß.

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