DVD-Rekorder Test

Neue DVD-Rekorder locken mit der Verbindung zum PC und holen darauf gespeicherte Musik und Filme ins Wohnzimmer. Doch viele wollen nur das eine: Fernsehaufzeichnungen.

Sie kommen aus China, Großbritannien, Ungarn und der Slowakei, in deutschen Wohnzimmern spielen sie munter auf: DVD-Festplattenrekorder. In der Gunst der Käufer haben sie sich längst etabliert. Wer trauert noch seinem alten Videorekorder nach? Zu schlecht seine Bildqualität, zu hakelig war die Aufnahme zu programmieren. Das ist Schnee von gestern. DVD-Festplattenrekorder bieten neben der viel besseren Bildqualität auch mehr Funktionen.

Das Schnittstudio zuhause

DVD-Rekorder Test

Mit dem VHS-Rekorder undenkbar, mit dem DVD-Rekorder kein Hexenwerk: aus einer Aufzeichnung Werbung herauszuschneiden. Der Mitschnitt auf Festplatte oder einer speziellen DVD-Ram lässt sich nämlich editieren. Editieren heißt nicht nur, Werbung herausschneiden zu können, sondern auch zu früh gestartete und mit Absicht länger programmierte Sendungen auf den echten Start und das wirkliche Ende zurechtzuschneiden. Mit dem Funai und dem Philips geht das zwar nicht besonders bequem, ist aber auch möglich.

Neue Wege gehen Philips wie auch Pioneer. Deren Rekorder setzen nach jeder Aufnahme Kapitelmarken. Das soll helfen, Werbeblöcke beim späteren Ansehen des Mitschnitts zu überspringen. Auch der Sony bietet etwas in der Art. Allerdings überzeugte diese Funktion bei keinem Gerät. Das Ergebnis ist eher zufällig und so verpufft der Nutzen. Handarbeit ist sicherer.

Einfach Pause machen

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Mindestens ebenso beliebt wie die Operation „Werbung weg“ ist wohl die Funktion „Zeitversetztes Fernsehen“. Sie bewährt sich, wenn mitten in der Lieblingsserie der beste Kumpel oder die beste Freundin anruft. Meist lässt sich dann mit einem Tastendruck auf der Fernbedienung die Sofortaufnahme starten. Ein weiterer Tastendruck nach dem Telefonat spielt die Aufzeichnung von der ersten Sekunde ab, während der Rest der Sendung weiter mitgeschnitten wird. Dazu dient meist ganz einfach die Pause-Taste oder eine spezielle „Time-Shift“-Taste auf der Fernbedienung. So etwas haben alle geprüften Modelle.

Drei Rekorder, Daewoo, LG und Philips, schneiden das Fernsehprogramm automatisch mit, sobald sie eingeschaltet werden. Nur der LG kann diese Automatik auch abschalten. Ist sie aktiv, geht keine Sekunde des Fernsehprogramms verloren. Allerdings muss dazu der DVD-Rekorder wie eine externe Empfangsbox benutzt werden, sodass man über ihn und nicht über das Empfangsteil des Fernsehapparats fernsieht. Denn wenn der Rekorder nicht läuft, schneidet er auch nichts mit. Das ist gewöhnungsbedürftig. Und gespeichert werden automatische Mitschnitte nicht. Wer sie archivieren möchte, muss es dem DVD-Rekorder vor dem Abschalten explizit „mitteilen“. Ohne die Gebrauchsanleitung ist diese Funktionsfülle schwer zu bändigen.

Vieles geht, wenn auch nicht einfach

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Ziehen wir noch einmal den Vergleich zum klassischen Videorekorder: Erst spät wurde er mit Programmierhilfen wie ShowView ausgestattet. Davor gab es in den meisten Haushalten nur einen „Programmierer“; die anderen Familienmitglieder kapitulierten vor der umständlichen Bedienung des Videorekorders. Heute klappt das mit dem „elektronischen Programmführer“ EPG besser, insbesondere beim Digitalfernsehen über Antenne (DVB-T) und Satellit (DVB-S). Denn im analogen Fernsehen wird EPG nur über Eurosport ausgesendet, was nicht jeder rund um die Uhr empfangen kann. Dafür kamen seit dem VHS-Zeitalter neue Funktionen hinzu, und die sind nicht immer bedienfreundlich. In den Prüfungen zur Handhabung häufen sich mittelmäßige und sogar schlechte Noten:

  • Beim Funai beispielsweise sind die Aufnahmen nur umständlich, mit viel zu vielen Tastenklicks an der Fernbedienung zu programmieren. Datum und Uhrzeit können nicht direkt über Zifferntasten eingegeben werden. Außerdem ist großes Rätselraten angesagt – der Funai zeigt nur die Programmplatznummer, nicht aber den Sendernamen. Darüber mag der geringe Preis hinwegtrösten. Mit 264 Euro ist der Funai das billigste Modell in diesem Test.
  • Unterm Strich zeigen vor allem die Rekorder von Philips und Samsung Schwächen in der Handhabung. Philips wirbt mit dem Motto „Sense and simplicity“, etwa „sinnvoll und unkompliziert“. Wie der Samsung sperrt aber auch er sich zum Beispiel, wenn eine Sendung in hoher Qualität auf Festplatte aufgenommen wurde, nicht auf eine DVD passt und deshalb auf schlechtere Qualität heruntergerechnet werden muss. Das geht mit ihnen nicht, diese Rekorder verteilen die Aufnahme auf zwei oder mehr DVD-Rohlinge. Wer eine Aufnahme auf Verdacht programmiert, sie dann gut findet und auf einer DVD archivieren will, muss sich schon beim Programmieren auf eine – gerade bei diesen beiden Modellen sichtbar – schlechtere Bildqualität festlegen. Diese Gängelei ist weder nett noch nötig, wie andere Rekorder zeigen (siehe Testtabelle).

Hochzeit mit dem Computer

DVD-Rekorder Test

Digitale Aufzeichnungen digital wiedergeben: Zur Heimkinoanlage geht es über einen digitalen Audio­anschluss. Aber nur der geprüfte Philips zeichnet 5.1-Sound auf.

Viel einfacher als die Grundfunktionen eines DVD-Rekorders sind seine neuen Funktionen zu nutzen: Beim Anschluss an einen PC gibt sich die Festplatte des Pioneer-DVD-Rekorders als Laufwerk zu erkennen. Sie wird, wie am Computer üblich, mit Musikstücken, Videoclips und Digitalfotos „bestückt“. 1 Gigabyte Musik im MP3-Format beispielsweise entspricht bis zu 15 Stunden Musik. Da passt so manches Musikarchiv auf die Rekorderfestplatte, und Platz für Fernsehmitschnitte bleibt trotzdem.

Wer nur ein paar Digitalfotos ansehen möchte, kann sie direkt vom USB-Stick oder einer USB-Festplatte wiedergeben. Das können fast alle Rekorder, besonders einfach sind hier beide Panasonic. Sie starten die Wiedergabe automatisch. Die anderen brauchen dazu so manchen Tastendruck.

Schon jeder zweite Festplattenrekorder gibt sogar aus dem Internet heruntergeladene Filme im dort gebräuchlichen Dateiformat DivX wieder. Auch sie kommen direkt vom PC, zumindest aber über die USB-Schnittstelle ins Gerät. Außen vor bleiben vor allem Funai und Toshiba – im Reich der Mitte, in China hergestellte Modelle. Sie haben gar keine USB-Schnittstelle.

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