DVD-Player von Lidl Schnelltest

Die Preise für DVD-Spieler sind im Keller. Gute Geräte bieten Markenhersteller bereits unter 100 Euro an. Discounter müssen sich schon etwas einfallen lassen, wenn sie ihren Kunden ihre No-Names verkaufen wollen. Lidl setzt bei einem Preis von 69,99 Euro auf „superflaches“ Design und vielfältige Multi-Media-Funktionen. Ein integrierter Speicherkartenleser macht das Angebot von Lidl angeblich zur „Weltneuheit“. Und so solls gehen: Speicherkarte aus der Kamera ziehen, in den DVD-Spieler stecken und Bilder anschauen. Wenns reibungslos funktioniert und Bilder und Sound klasse sind, wäre Lidls Targa ein Schnäppchen. Der Schnelltest prüfts nach.

Menschliche Einführung

Fangen wir diesmal von hinten und dem Erfreulichen an: Targa hat eine DVD mitgeliefert, auf der ein Sprecher erklärt, wie der DVD-Spieler funktioniert. Diese Art von Anleitung ist anschaulich, gut verständlich und im Vergleich zu Papier-Einführungen erfrischend. Es gibt jeweils eine Einführung zu den Bild- und eine zu den Toneinstellungen. Wer keine Ahnung von DVD an, lernt was hinzu. Und wer schon genügend weiß über die digitalen Silberscheiben, kann den netten Herren überspringen und mit Hilfe von Testbildern sein Fernsehgerät in Kontrast, Schärfe, Farbe und Sound optimieren. So weit, so gut.

Bild ist okay

Ordentlich gehts weiter. Die Bild- und Soundqualität ist in Ordnung. Wie auch bei anderen DVD-Spielern springen die Bilder im schnellen Vorlauf. Etwas zu unruhig ist der zweifache Zeitraffer und die Zeitlupe: Bessere DVD-Spieler bleiben da in der Regel entspannter. Dafür punktet der Targa beim Abspielen des DivX-Formats: Die MPEG4-Dateien spielt Lidls Player überraschend flüssig ab. Selbst eine Vor- und Rücklauf-Funktion mit Bild ist vorhanden. Doch das generelle Problem von DivX bleibt: Die Bildqualität ist schwach. Allerdings nervte speziell bei diesem Gerät die teilweise extrem schlechte Zeitsynchronisierung zwischen Bild und Ton.

Gute Idee ...

Klasse Idee, der integrierte Kartenleser: Am Fernseher nicht nur bewegliche, sondern auch stehende Bilder gucken. In die beiden Slots passt so ziemlich jede Speicherkarte, die es gibt: Compact Flash (CD), Micro Drive (MD), Smart Media (SM), Multi Media Card (MMC), Secure Disc (SD), Memory Stick (MS) und MS Pro. Nur Nutzer von Digitalkameras der Marke Olympus und Fuji sind aufgeschmissen: Die bei diesen Modellen übliche, kompakte xD-Karte findet in den Slots keinen Platz. Ein Compact-Flash-Adapter wäre zwar eine Lösung. Der kostet allerdings zirka 80 Euro - also über 10 Euro mehr als der ganze Lidl-Player.

... schlechte Umsetzung

Targa schreibt in der Bedienungsanleitung, dass die Nutzer die Karten in den Slot stecken sollen. Dann liest das Gerät die Karte und öffnet ein Menü. Doch vom Lesen zum Sehen ist es manchmal ein langer Weg: Im Vergleich zu Lesegeräten, die am PC hängen, dauert das Anzeigen der Bilder beim Kartenleser des Targa ganz schön lang. Manchmal führt gar kein Weg zum Ziel: So erkennt der Targa zwar die Compact-Flash-Karte, zeigt Bilder im JPG-Format in einer Größe zwischen 1,5 und 4 Megabyte aber selten an. Beim Memory Stick ein ähnliches Bild: Nur kleinere Dateien werden eingelesen - ab 4 Megabyte ist nix zu sehen. Dafür klappts dann bei Secure-Digital- und Smart-Media-Karten.

Angenehme Bedienung

Es geht durchschnittlich weiter: Die Fehlerkorrektur entspricht in etwa anderen Geräten dieser Preisklasse. Der Stromverbrauch liegt mit 9 Watt im Spielbetrieb und 1,2 Watt im Stand-by auch im Durchschnitt. Erfreulich ist der rückseitige Netzschalter: Damit lässt sich das Gerät ganz ausschalten. Ergebnis: 0 Watt. Mit der Anleitung zur Bedienung fing der Schnelltest an - mit der Praxis der Bedienung hört er auf: Das Gerät ist kontrastreich beschriftet, die Tasten sind gut zu bedienen. Das Display könnte informativer sein. Wer auf dem Bildschirm mit den Menüs arbeitet, kann sich schnell eine klare Übersicht verschaffen. Sogar ohne Bedienungsanleitung.

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