DVD-Heimkinoanlagen Test

Hubschrauber, die über der Wohnzimmerdecke kreisen, Schüsse die in Richtung Küche peitschen und Gewitterdonner über dem Gummibaum: Eine Heimkinoanlage machts möglich. Fünf Lautsprecher und eine Bassbox setzen den Zuschauer mitten ins Geschehen. Großes Fernsehen braucht auch großen Ton: Im Test: 14 Heimkinoanlagen mit DVD-Spieler, Verstärker und Boxen. test.de zeigt die besten Anlagen und gibt Tipps fürs Heimkino.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test:Heimkinoanlagen

Black Hawk trifft Reisballon

Der Regen trommelt auf das Vordach über unseren Köpfen. Die Tropfen schlagen hart auf. Hinter uns strömt Wasser. Das Dach ist marode. Der Bildschirm zeigt ein großes Loch. Ich höre das Plätschern von hinten, schaue mich um, doch der Gummibaum in der Zimmerecke ist trocken wie immer. Dann flappt ein Hubschrauber heran. Leise erst. Dann lauter. Als der Black Hawk schließlich ins Bild kommt, schauen wir unwillkürlich zur Decke. Aber da hängt nur der Reisballon. Eine Heimkinoanlage macht die Illusion perfekt. Fünf Lautsprecher und eine Bassbox zaubern Geräusche von vorne und hinten, links und rechts, oben und unten.

Fünf Boxen für ein Halleluja

Perfekten Surroundsound gibt es erst mit fünf Kanälen. Vier Satellitenlautsprecher für beeindruckende Soundeffekte, ein Center-Lautsprecher für klare Dialoge und eine Bassbox für den richtigen Rums. Die Stiftung Warentest hat 14 Heimkinoanlagen getestet. Auch solche mit nur zwei oder drei Kanälen. Ihr Vorteil: Sie kommen mit zwei oder drei Lautsprechern aus. Ihr Nachteil: Die Soundeffekte sind wenig realistisch. Der Klang wirkt nicht räumlich genug. Testurteil für die 2.1 und 3.1-Anlagen: bestenfalls befriedigend.

Panasonic und Samsung vorn

Testsieger sind die 5.1-Systeme. Sechs Anlagen sind insgesamt gut. Allen voran Panasonic SC-PT550 (395 Euro) und Samsung HT-X250 (620 Euro). Sie bringen Ton und Soundeffekte am besten zur Geltung. Die Juroren im Test beurteilten eine Schießerei um den Matrix Helikopter, eine Verfolgungsjagd aus Star Wars Episode 1 und einen Konzertmitschnitt von Sheryl Crow. Alles von DVD in Dolby Digital Surround. Erfreulich: Die Testsieger von Panasonic und Samsung liefern nicht nur ansprechende Rundumeffekte, sie klingen auch gut, wenn es um die Stereo-Wiedergabe von Musik geht.

Wider den Kabelsalat

Ähnlich gut klingt das zweite Panasonic-System im Test: SC-PT350W. Preis: etwa 395 Euro. Vorteil: Die Anlage reduziert den Kabelsalat. Nur die vorderen Lautsprecher und die Bassbox müssen verkabelt werden. Die hinteren Lautsprecher bekommen ihr Signal via Funk. Eine gute Idee, denn die Lautsprecherkabel der Surroundanlagen nerven oft. Vor allem auf Parkett- oder Laminatböden, wo sie sich kaum verstecken lassen. Nachteil: Die Funkanlage braucht viel Strom. Selbst im Bereitschaftsmodus – ohne dass ein Film läuft. Wer sparen will, muss die rückwärtigen Lautsprecher einzeln abschalten. Ein entsprechender Schalter ist vorhanden. Die Prozedur ist allerdings umständlich. Fazit: Punktabzug für den hohen Stromverbrauch. Qualitätsurteil deshalb nur befriedigend. Das gilt auch für die Sony DAV-DZ830 – die ihre rückwärtigen Lautsprecher ebenfalls via Funk ansteuert.

Billig und gut

Billig und gut ist dagegen das Heimkinosystem von Philips HTS3357. Mittlerer Preis: nur 287 Euro. Dafür gibt es fünf Lautsprecher, eine Bassbox und einen Surround-Verstärker mit integriertem DVD-Spieler. Der kommt sogar besonders gut mit fehlerhaften DVDs zurecht und liefert insgesamt das beste Bild. Die DVD-Spieler im Test bemühen dazu einen Trick: Sie rechnen die herkömmlichen DVD-Signale in hochaufgelöste Bilder um. High Definition Upscaling heißt das Zauberwort. Moderne Flachbildfernseher bringen mit diesem hochgerechneten Signal gestochen scharfe Bilder.

HDMI statt Scart

Echte hochaufgelöste Signale spielen dagegen im Heimbereich noch keine Rolle. Voraussetzung wären modernste Geräte: Fernseher und Surroundanlage mit so genannter HDMI-Schnittstelle (High Definition Multimedia Interface) und ein Abspielgerät für Blu-ray oder HD-DVDs. Das ist die Technik von morgen und heute noch teuer. Zwei Anlagen im Test sind zumindest für die Zukunft gerüstet: Die beiden Systeme von Samsung haben eine HDMI-Schnittstelle für hochaufgelöste Signale. Dafür fehlt ihnen der Scart-Anschluss für derzeit aktuelle Geräte. Willkommen in der Zukunft.

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