DVD-/DVB-T-Kombi von Plus Schnelltest

Opera DVD 4801

Opera DVD 4801

Das spart ein Extra-Gerät und etwas Kabelsalat: Bei Plus gibts seit heute eine Kombination aus DVD-Spieler und DVB-T-Empfänger. 99 Euro kostet das Kombi-Gerät. Wenn alles funktioniert, geht das in Ordnung. Beide Geräte einzeln sind meist teurer. Im Schnelltest musste die DVD-/DVB-T-Kombination aus dem Plus-Angebot zeigen, ob sie scharfe und farbechte Bilder auf den Schirm bringt und sich anständig bedienen lässt.

Reichlich Anschluss

Beim ersten Blick in die Verpackung ist klar: Das ist typische Discountware. Verpackung und Verarbeitung wirken billig. Ansonsten überrascht das Kombigerät schon beim Auspacken positiv: Die Ausstattung ist fast komplett. Nur eine Buchse für den Kopfhörer fehlt. Die zweite Scart-Buchse für den Videorecorder und der Komponentenausgang für besonders hohe Bildqualität dagegen sind ebenso vorhanden wie die Anschlüsse für ein preiswertes Surroundlautsprecher-Set, wie es für Computer angeboten wird. Bei der Erprobung allerdings zeigt sich: S-VHS und Komponentenausgang mit Progressive Scan funktionieren nur im DVD-Betrieb. Diese Technologie ermöglicht bessere Bilder bei Beamern und besonders großen Bildschirmen. Bein Anschluss an diesen Komponentenausgang ist besondere Vorsicht angebracht: Wird daran ein Fernseher ohne Progressive Scan angeschlossen, bleibt der Bildschirm schwarz. Auch die Menüs sind nicht mehr zu sehen. Weiteres Abstimmungsproblem: Beim Wechsel vom DVB-T-Empfang zur DVD-Wiedergabe zeigt sich stets eine kurze Bildstörung.

Vielfalt beim Abspielen

Auch als Abspielgerät glänzt das Sonderangebot von Plus mit Vielfalt. Es kann mit den meisten Datenträgern umgehen und versteht fast alle aktuellen Video- und Musikdatenformate. Im Praxistest allerdings verweigerte das auf den schönen Namen Opera hörende Gerät bei einigen selbstgebrannten DVDs den Dienst. Das ist ärgerlich, aber nicht ungewöhnlich. So gut wie kein DVD-Spieler kommt mit jeder selbstgebrannten DVD zurecht. Je nach Brenner und Rohling gibts immer mal wieder Schwierigkeiten. Auch bei der Wiedergabe von DivX- und Xvid-Dateien zeigte der Kombinationskünstler Schwächen. Im Minutenabstand gibts Aussetzer von jeweils rund einer Sekunde Dauer. Mutmaßliche Ursache: zu wenig Rechenkapazität für die aufwändige Dekodierung von Videodaten auf MPEG4-Basis.

Schwächen bei der Bedienung

Die Bedienung ist im großen und ganzen in Ordnung. Nicht so gut: Die Fernbedienung funktioniert nur, wenn das Gerät ziemlich genau angepeilt wird. Schon bei wenig Abweichung geht jeder Tastendruck ins Leere. Verwirrend ist das Navigieren per Fernbedienung: Setup-, OK-, Exit-, Vor- und Zurück-Tasten kommen im undurchschaubaren Wechsel zum Einsatz. Während der DVB-T-Empfänger aktiv ist, lässt sich das Schubfach für DVDs nicht öffnen. Erst nach Abschalten des Fernsehempfangs können DVDs oder CDs eingelegt werden. Ziemlich ärgerlich: Wer von CD- oder DVD-Wiedergabe aus mal kurz Fernsehen schaut, muss anschließend die Wiedergabe von vorne starten.

Nur Fernsehprogramm zum Aufnehmen

Auch nicht besonders benutzerfreundlich: Beim Einschalten startet das Kombigerät stets und auch, wenn eine CD oder DVD eingelegt ist, mit Fernsehempfang. Zwar gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich sinnvoll: Der Scart-Anschluss für den Videorecorder gibt stets das Fernsehprogramm wieder. So lässt sich eine Sendung aufzeichnen, während eine DVD läuft. Eine DVD lässt sich dagegen nicht auf Video aufzeichnen. Das allerdings geht wegen des Kopierschutz auf praktisch allen Kauf-DVDs meist sowieso nicht. Ungeschützte DVDs lassen sich zur Not trotzdem auf Video aufzeichnen. Der Rekorder muss dafür in die eigentlich für den Fernseher vorgesehene Buchse gestöpselt werden.

Bilder ohne Tadel

Nichts zu meckern gibts bei der Bildqualität. Der DVB-T-Empfänger im Plus-Angebot ist nicht besser, aber auch nicht schlechter als Markengeräte. Auch die DVD-Wiedergabe liefert einwandfreie Bildqualität. Kleine Schwächen leistet er sich nur beim schnellen Vor- und Rücklauf und bei hochkomprimierten Videoformaten wie DivX. An der Tonqualität hatten die test-Ingenieure nichts zu meckern. Allerdings muss für perfekten Surroundsound ein anständiger 5.1 Verstärker samt passenden Lautsprechern her. Am Kombigerät selbst lässt sich die Lautstärke für einzelne Kanäle nicht anpassen.

Hoher Stromverbrauch

Größte Schwäche des Geräts: der hohe Stromverbrauch. Nach Abschalten per Fernbedienung verbraucht es weiterhin mehr als sieben Watt. Das ist viel zu viel und führt aufs Jahr gerechnet zu einer um rund 10 Euro höheren Stromrechnung. Erst beim Ausschalten am Gerät ist Schluss mit Stromverschwendung. Zweifel haben die test-Ingenieure an der Zuverlässigkeit: Immer mal wieder gabs im Schnelltest unerklärliche Störungen wie farbstichige Bilder und sonstige Hänger. Manchmal gings nach Aus- und Einschalten wieder. Gelegentlich musste die DVD neu eingelegt werden, und bei einem Testgerät blieb ein unschöner grüner Farbstich.

test-Kommentar: Neben- statt Miteinander
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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