DVD-Brenner von Penny Schnelltest

Da könnte ein Schnäppchen in Pennys Regalen liegen. Der Discounter verkauft einen externen DVD-Brenner von Freecom für 99 Euro. Unter 130 Euro tauchen solche Geräte normalerweise nicht auf. Praktisch: Den DVD-Brenner einfach per USB an den PC anschließen. Treiber sind für die meisten Windows-Versionen nicht nötig. Brennsoftware gibts gratis dazu. Im Schnelltest musste Pennys Angebot brennen: Am besten schnell, zuverlässig und gut.

Reinstecken und losbrennen

Wie bei den meisten Plug-and-Play-Geräten, gehts auch beim Freecom-Brenner schnell: Gerät auspacken, mit beiliegendem USB-Kabel PC und Brenner verbinden, Netzstecker rein, die mitgelieferte Brenn-Software „ulead burn.now“ installieren und schon kanns losgehen. Allerdings gibts drei Einschränkungen. Erstens: Wer noch mit Windows 98SE/ME arbeitet, muss einen Treiber installieren. Das ist kein Problem, die CD liegt bei. Zweitens: Apple- und Linux-Anwender kommen gar nicht weiter. Allerdings weist Freecom auf der Verpackung daraufhin, dass Windows-Versionen Voraussetzung sind. Drittens: Die USB-Schnittstelle des Brenners verlangt vom PC ebenfalls die Version 2.0.

Double-Layer noch problematisch

Eine Enttäuschung gleich zu Anfang: Das Freecom-Gerät hat Probleme beim Brennen von Double-Layer-DVDs. Das sind DVDs, die auf zwei Schichten beschreibbar sind. Im Test hat der Brenner zum Beispiel zwei Verbatim+R nicht als brennbares Medium erkannt. Dieses Problem haben die Prüfer versucht zu lösen, indem sie eine andere Brennsoftware (Nero) verwendet haben. Auch hier kein Erfolg: Das Freecom-Gerät erkennt zwar die DVD und brennt diese auch. Aber die Daten auf der DVD sind nicht lesbar.

Einfach funktioniert

Mit den einfach beschreibbaren DVDs hat so weit alles geklappt: +/-R-Scheiben mit 8facher und +/-RW mit 2facher beziehungsweise 4facher Geschwindigkeit. Die Qualität der angefertigten Marken-DVDs ist sehr gut. Zu beachten ist, dass die Ergebnisse auch maßgeblich von den DVDs abhängen. Bei anderen Marken kann es eventuell zu abweichenden Ergebnissen kommen. Verwirrend: Die Software behauptet, dass sie auch 6fach brennen kann. Die Messungen ergaben aber: Faktisch ist es doch nur 4fache Geschwindigkeit.

Nicht voll ausgeschöpft

Die mitgelieferte Brennsoftware hat Schwächen. Schiebt der Computernutzer Dateien in den zu brennenden Ordner, passen nicht so viel Megabyte rein, wie theoretisch auf die CD oder DVD draufgehen. Damit scheint auch eine andere Merkwürdigkeit zusammenzuhängen. Während man den Ordner füllt, zeigt ein roter Balken an, wie viel Bytes noch auf die Silberscheibe passen. Richtet sich der Nutzer nach dieser Angabe und versucht das Medium voll auszunutzen, überrascht ihn der Computer danach mit der Meldung, dass nichts mehr drauf ginge. Obwohl kurz vorher der Balken noch Platz angezeigt hat. Ebenfalls etwas nervig: Es fehlen Funktionen für das Brennen von Video-CD, Super-Video-CD, Video-DVD und bootbarer CD. Lösung: Andere Brennsoftware. Etwa mit Nero kann die Kapazität von CDs und DVDs voll ausgeschöpft werden. Zudem haben andere Brennprogramme mehr Funktionen. Nachteil: Die kosten Geld.

Kein Netzschalter

Für günstige Preise gibts meist auch plausible Gründe. Beim Penny-Angebot hat Freecom zum einen beim Gehäuse gespart. Es sieht zwar ganz schick aus, ist aber recht groß und schwer. Es gibt externe DVD-Brenner, die nur halb so groß sind. Was außerdem fehlt, ist der Netzschalter. Lästigen Stand-by-Verbrauch können Nutzer nur verhindern, indem sie den Stecker ziehen. Und die Stand-by-Leistung ist immerhin 3 Watt. Erfreulich: Netzstecker-Adapter für Reisen in die USA oder England liegen bei.

Spärliche Software

Zum anderen lässt die zusätzliche Software zu Wünschen übrig. Auf der CD fehlt eine kostenlose Vollversion eines Videoschnittprogramms. Normalerweise liefern die Hersteller eine Light-Version mit, die unbegrenzt nutzbar ist. Freecom liefert lediglich ein auf 30 Tage Einsatz begrenztes Videoschnittprogramm. Auch auf ein bloßes Video-Player-Programm zum Anschauen von DVDs hat Freecom verzichtet. Und für Packet-Writing gibts keine Treiber - eine Software, die den Einsatz der DVD als Festplatte ermöglicht.

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