DVB-T-Zimmerantennen Test

Gutes Bild? Manche Antennen erfordern Akro­batik und Fingerspitzen­gefühl.

Bis Ende 2008 wollen ARD und ZDF das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) in ganz Deutschland ausbauen. Die Vorteile des neuen Übertragungsstandards liegen auf der Hand: größere Programmauswahl als vorher mit der analogen Antenne, Unabhängigkeit vom Kabelnetz sowie kostenlose Nutzung. Von Nachteil gegenüber dem Kabelnetz ist dagegen der schlechte Empfang, sobald Hindernisse zwischen Sender und Antenne die Strahlen ablenken. Hier kann eine gute DVB-T-Antenne Abhilfe schaffen. test.de zeigt die besten Zimmerantennen und gibt Tipps für guten Empfang.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: DVB-T-Antenne

Die Entfernung machts

Bei der Auswahl einer DVB-T-Antenne spielt die Entfernung des Wohnorts zum Sender und dessen Sendeleistung eine entscheidende Rolle. Je näher der Sender, desto besser der Empfang. Ideale Bedingungen herrschen, wenn die Antenne in direktem Sichtkontakt zum Sender steht. Hier reichen häufig sogar einfache Stabantennen, ein Stück Draht oder gar eine Büroklammer für guten Empfang. Schwierigere Bedingungen herrschen dagegen, wenn die Wohnung am Rand des Kerngebiets liegt. Mit wachsender Entfernung nimmt die Leistung des Senders quadratisch ab. Je schwächer das Empfangssignal, desto mehr muss die Antenne leisten. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Fernsehsender mit unterschiedlicher Leistung ausgestrahlt werden. Das führt unter anderem dazu, dass selbst bei mittleren oder schlechten Empfangsbedingungen einige Sender noch ordentlich zu sehen sind und andere gar nicht mehr.

Hindernisse für die Strahlen

Neben der Entfernung beeinträchtigen auch Hindernisse die Empfangsqualität. Bäume, Häuser und besonders Stahlbetonwände reflektieren die Sendersignale, drehen die Richtung des elektromagnetischen Feldes oder lassen nur einen Teil der Signale durch. Auch Bewegungen im Raum, Schnee auf den Fenstern oder andere Sender wie Handys und Telefone nehmen Einfluss auf den Empfang. Folglich sind die Empfangsbedingungen in jedem Raum und je nach Sender unterschiedlich. Den besten Empfang gibt es oft am Fenster. Doch auch andere Plätze können sich für gute Bilder eignen. Bei manchen Sendern reicht es schon, die Antenne zu drehen. Unter Berücksichtigung all dieser Kriterien erzielte nur eine Zimmerantenne im Test gute Empfangseigenschaften: Hirschmann Zifa D-16V.

Je größer, desto besser

Ein weiteres Manko liegt in der Natur der kleinen Zimmerantennen: Sie empfangen VHF-Wellen (Very High Frequency, Kanäle 5-12) schlechter, da diese Wellen deutlich länger sind als UHF-Wellen (Ultra High Frequency, Kanäle 21-69). Für die Mehrheit der Fernsehsender ist das unproblematisch, da sie im UHF ausgestrahlt werden. Doch auf den VHF-Kanälen führt das zu Schwierigkeiten. Folge: Keine der Zimmerantennen kommt im VHF-Bereich über befriedigende Empfangseigenschaften hinaus. Um VHF-Wellen ordentlich zu empfangen, sollten Antennen etwa 75 Zentimeter groß sein. Diese Größe erreichen meist nur Dachantennen.

Besser draußen

So eine große Antenne will aber niemand ins Wohnzimmer stellen. Außerdem haben herrschen außerhalb der eigenen vier Wände bessere Empfangseigenschaften als im Haus. Hier werden die Senderstrahlen nicht vom Stahlbeton abgefangen. Auf dem Dach haben Antennen zudem am ehesten die Chance, direkte Signale vom Sender zu empfangen. Die exemplarisch untersuchte Dachantenne Schwaiger Ant 569 TD bewies „gute“ Empfangseigenschaften im UHF-Bereich und wegen ihrer Spannweite von 85 Zentimetern sogar „sehr gute“ im VHF-Bereich. Mit diesem Ergebnis lässt sie alle Zimmerantennen hinter sich, kostet mit 50 Euro allerdings auch etwas das Doppelte einer aktiven Zimmerantenne.

Komplett + interaktiv: DVB-T-Empfänger aus der Zeitschrift test

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