DVB-T-Receiver von Aldi Schnelltest

Mit dem aktuellen Angebot kommt Aldi genau richtig: Pünktlich zur Einführung des Überall-Fernsehens im Ruhrgebiet bietet der Discounter einen so genannten DVB-T-Receiver an. Das ist eine Box, die über eine gewöhnliche Antenne digitales Fernsehen (DVB-T) empfängt. Nicht nur praktisch, sondern auch notwendig: Wer etwa im Ruhrgebiet wohnt und bisher via Antenne Programme empfangen hat, sieht seit 8. November schwarz. Also muss ein DVB-T-Empfänger her. Ob sich der Gang zum Discounter lohnt oder der Kauf eines Markengeräts ratsam ist, zeigt der Schnelltest.

Nicht jeder kann

Die DVB-T-Box ist zunächst nur für Kunden interessant, die in einer Region mit Digitalem Fernsehen wohnen. Angefangen hat die Ausstrahlung von DVB-T in Berlin - diese Woche kommt das Ruhrgebiet dazu. Wer bisher in solchen Regionen mit Antennenempfang Fernsehen geschaut hat, muss sich definitiv einen DVB-T-Empfänger kaufen. Ansonsten können Antennengucker entweder gar keine Programme mehr sehen oder müssen auf Kabel oder Satellit umsteigen. Weitere Infos über Programme, Receiver, Antennen, Umstieg oder mobile Anwendung gibts im DVB-T-Special.

Anschlussfreudig

Schon das Auspacken von DVB-T-Empfängern und der Blick auf die Anschlüsse entscheidet über Spaß oder Frust mit dem Gerät. Medion sorgt da für ein Lächeln - zumal bei einem Gerät dieser Preisklasse: Zwei Scartbuchsen machen den Anschluss des Video- oder DVD-Rekorders einfach. Freunde des Surroundsounds kommen auch auf ihre Kosten: Digitale Audioausgänge in PCM-, AC3- und dts-Format sorgen für die richtigen Signale, die die Anlage braucht - vorausgesetzt sie hat einen digitalen Eingang. Alle weiteren Anschlüsse sind in der Ausstattungstabelle aufgeführt. Eher schlicht, aber dennoch ausreichend ist die Frontseite des Medion-Geräts: Hinter der Spiegelfront erscheint die vierstellige Anzeige in großen Ziffern. Darunter befinden sich die beiden Tasten für sequentielle Kanalwahl und eine Taste zum Ein- und Ausschalten.

Umfangreiche Sortierfunktionen

Medion machts Anfängern leicht: Für die meisten DVB-T-Standorte (Berlin/Brandenburg, Köln/Bonn, Hannover/Braunschweig, Bremen/Unterweser) ist der Receiver programmiert. Ebenfalls angenehm: Beim Programmieren von Hand zeigt das Gerät die Qualität des Antennensignals mit dem C/N-Wert an. Das hilft auch, wenn Aldi-Kunden ihre Zimmerantenne positionieren. Auch klasse: Rechts neben der Senderliste erscheint ein kleines Bild, das das gerade empfangene Programm wiedergibt, während man in der Senderliste hin- und herspringt. Jetzt kann nach Belieben sortiert werden, weil Käufer die Programme verschieben, löschen und einfügen können. Hilfe gibts bei all diesen Funktionen auch, falls etwas unklar ist: Am unteren Bildschirmrand blendet der Receiver ausführliche Anweisungen zur Bedienung ein. Das Menü ist insgesamt also gut strukturiert. Das Gerät lässt sich ordentlich bedienen und die Menüführung ist nicht kompliziert.

Gute Bild- und Tonqualität

Anschlüsse und Menüführung sind wichtige Aspekte bei solchen Digitalreceivern. Entscheidend sind aber immer noch Bild und Ton. Auch da spielt der Medion-Empfänger auf hohem Niveau. Sein Bild ist sogar noch etwas schärfer als das vom Nokia 150T, der im DVB-T-Receiver-Test 11/2004 „gut“ bekam. Das Aldi-Angebot hat allerdings etwas weniger Farbsättigung. Die kann bei Bedarf am Fernseher nachgestellt werden. Auch in Sachen Ton sind die beiden Geräte gleich auf. Hier macht das Nokia-Gerät bei der Wiedergabe von Stimmen einen etwas besseren Eindruck. Dafür klingt der Medion-Receiver bei Musik ausgeglichener und leicht besser. Kleines Manko: Bei hochwertiger Lautsprecherwiedergabe mittels einer HiFi-Anlage hören Aufmerksame bei weit aufgedrehtem Lautstärkeregler ein ganz leichtes Brummen.

Schwachpunkt Bedienungsanleitung

Die Fernbedienung des von Aldi angebotenen DVB-T-Empfängers ist gut: Zwar relativ farblos gestaltet, aber eine klare Tastenanordnung, eine ausreichend lesbare Beschriftung sowie große und nicht zu dicht gedrängte Tasten, die einen angenehmen Druckpunkt haben. Die Fernbedienung liegt gut in der Hand. Im Gegensatz dazu enttäuscht die Bedienungsanleitung. Sie ist sehr knapp gehalten. Es gibt keine Bilder und Zeichnungen, selbst die Tasten der Fernbedienung sind nicht abgebildet, sondern werden lediglich beschrieben.

Hoher Verbrauch im Stand-by

Ein Schmankerl ist der eingebaute Videotextdecoder: für die Preisklasse ungewöhnlich. Dahingegen ist die elektronische Programmzeitung (EPG) mittlerweile Standard bei allen Geräten. Der Medion hat sie auch. Ein kritischer Punkt bei elektronischen Geräten ist der Stromverbrauch. Ist der Receiver in Betrieb, verbraucht er 3,8 Watt. Das geht in Ordnung. Weniger erfreulich ist der Verbrauch im Stand-by: 2,8 Watt sind da für heutige Verhältnisse zuviel.

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