DVB-T-Geräte von Real & Plus Schnelltest

Oben: Yakumo von Real für 39 Euro. Unten: Clatronic von Plus für 59 Euro.

Oben: Yakumo von Real für 39 Euro. Unten: Clatronic von Plus für 59 Euro.

Am Anfang war Überallfernsehen fast nur in Berlin und ein DVB-T-Empfänger noch teuer. Zirka 200 Euro kosteten die ersten Set-Top-Boxen. Jetzt strahlt fast über alle deutschen Ballungsgebiete das digitale Fernsehen. Und DVB-T-Receiver gibts schon ab 39 Euro. So bietet etwa Real seit Montag ein Yakumo-Gerät für diesen Preis an. Doch solche Preishämmer sind eher selten. Schon häufiger finden Kunden Angebote wie die Aktionsware von Plus: einen DVB-T-Receiver von Clatronic für 59 Euro. test.de hat die beiden Geräte eingekauft und sie im Schnelltest verglichen.

Wenige Anschlüsse

Das Clatronic-Gerät von Plus ist in seinen Ausmaßen deutlich kleiner als das Real-Angebot. Auch das Zubehör ist reduziert: Neben der Fernbedienung liegt lediglich ein Scartkabel bei. Im Yakumo-Karton finden Kunden immerhin ein dreiadriges Cinch- und ein Antennenkabel. Beide Geräte sind mit allen notwendigen Anschlüssen ausgestattet: Antennenein- und ausgang, doppelter Scartanschluss, Cinch-Videoausgang und analoger sowie digitaler Audioausgang. Der Yakumo-Receiver hat noch einen so genannten Modulatorausgang, mit dem sich ältere Fernseher ohne Scartbuchse anschließen lassen.

Praktische Zusatzfunktionen

Die Rückseite der beiden Geräte ist nahezu identisch. Eine Vermutung bestätigt sich bei näherer Prüfung: auch das Hardware-Innenleben der beiden Geräten ist - abgesehen von der Größe und der etwas unterschiedlichen Front - nahezu gleich. Das gilt auch für die Softwareversion. Nach dem Einschalten muss der Benutzer zunächst den Installationsvorgang manuell starten. Der Ablauf ist dann relativ einfach. Absolute Technikmuffel bräuchten vielleicht etwas mehr Unterstützung von Menü und Gebrauchsanleitung. Es fällt auf, dass beide Geräte Funktionen haben, die man eher von teureren Markengeräten erwarten würde. Beispiel: Nutzer können bis zu acht Favoritenlisten erstellen. Auch die Verwaltungsfunktionen für Sender sind relativ umfangreich. Ebenfalls ungewöhnlich für diese Preisklasse: eingebauter Videotext-Decoder.

Bild und Ton sind gut

Die Bildqualität der Empfänger ist gut. Das zeigte ein Vergleich mit dem Kathrein-Receiver aus dem Mittelfeld des DVB-T-Empfänger-Tests 3/2005. Die Aktionsware von Plus und Real ist im Bild sogar ein bisschen besser, weil das Bild etwas heller, kontrastreicher und an den Rändern weniger pixelig ist. Dadurch wirkt das Bild auch etwas ruhiger. Die Tonqualität ist ebenfalls gut. Zu beanstanden gibt es lediglich die eingeschränkte Funktionalität bei der Tonkanalauswahl: Die linken und rechten Kanäle sowie der Stereokanal lassen sich zwar ansteuern, doch kein Originalton bei Zweikanalton oder den wahlweise verfügbaren DolbyDigital/AC3-Ton etwa beim ZDF.

Schwächen in der Bedienung

Selten in dieser Preisklasse: An der Gehäusefront befinden sich Funktionstasten, sodass DVB-T-Gucker die Geräte auch ohne Fernbedienung benutzen können. Die Fernbedienung des Yakumos hat eine etwas engere Tastenanordnung. Das ist bei den Funktionstasten wie EPG, Favoriten oder Pause ein Problem, weil der Zuschauer schnell mal zwei Tasten auf einmal erwischt. Die Fernbedienung von Clatronic ist da etwas großzügiger angelegt. Auch bei der Gebrauchsanleitung schwächelt Yakumo: schlecht lesbares Layout, undeutliche Gliederungen, unscharfe Menü-Screenshots und knappe Beschreibungen.

Zu hoher Stromverbrauch im StandBy

Vorteil Clatronic: Das Gerät hat einen echten Netzschalter. Das heißt: Die Stromversorgung wird dadurch komplett unterbrochen. Der Stromverbrauch beträgt null Watt. Das ist insofern wichtig, da der Stromverbrauch im StandBy mit 9 Watt bei beiden Geräten ziemlich hoch ist. Für heutige Verhältnisse eindeutig zu viel. Hingegen sind die 9,5 Watt im Betrieb beim Clatronic und die mehr als 11 Watt beim Yakumo wiederum normal. Am besten also den Receiver immer komplett ausschalten, wenn der Fernseher nicht läuft. Übrigens: Die Tester bemerkten, dass die Geräte nach einer gewissen Dauer die Uhrzeit falsch anzeigen. Welche Ursache dieses Phänomen hat, konnten die Tester noch nicht feststellen.

Testkommentar: Preis und Leistung stimmen
Technische Daten: Ausstattung im Überblick

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