DVB-T Antennen­empfang Meldung

Am 18. April 1934 wurde erst­mals in Deutsch­land eine Fernsehsendung über Antenne ausgestrahlt. 79 Jahre später, am 1. August 2013, läutete RTL mit dem Ausstieg aus DVB-T vielleicht das Ende des Antennen­fernsehens ein. In München sind Sender der RTL-Gruppe jetzt nur noch über alternative Wege zu empfangen. test.de stellt sie im Einzelnen vor.

Rück­läufige Zuschauerzahlen

Das Fernseh­signal wurde seit 1934 besser – es zeigt mehr Details, ist farbig und kommt mit Stereo­ton. Vor allem aber ist Antennen­fernsehen seit etwa zehn Jahren digital. Darauf weist das Kürzel DVB-T hin. Es steht für Digital Video Broad­casting – Terrestrial, also digitales Antennen­fernsehen. Durch die 2003 begonnene Umstellung konnten viele Zuschauer jedoch kein Antennen­fernsehen mehr empfangen. Im Wesentlichen werden nur noch große Ballungs­räume versorgt, und auch in denen lässt der Empfang bisweilen zu wünschen übrig. RTL begründet seinen Rück­zug mit gesunkenen Zuschauerzahlen beim Empfang über DVB-T.

Funk­frequenzen sind begehrt

Dass sich RTL in den nächsten Monaten mit den Programmen RTL, RTL II und Super RTL komplett aus DVB-T zurück­zieht, hat vor­erst allerdings noch keine Signalwirkung. Im Gegen­teil: Die Mediengruppe ProSiebenSat.1 füllt mit den Programmen Sixx und Sat.1 Gold die Lücke. Die Akzeptanz des Antennen­fernsehens könnte auch steigen, wenn endlich der Über­gang zu HD-Fernsehen gelingt. Viele unserer europäischen Nach­barn wie Frank­reich verbreiten hoch­auflösende Bilder schon heute über die Antenne. Ewig wird das Antennen­fernsehen jedoch nicht fort­bestehen. Die fürs Fernsehen blockierten Funk­frequenzen sind begehrt. Beispiels­weise für den Daten­funk LTE bei Smartphones. Dem Fernseh­zuschauer stehen verschiedene Alternativen zur Verfügung. Besonders wer hochaufgelöste Bilder sehen will, sollte sich genau über­legen, ob er künftig über Satellit, Kabel oder Internet fernsehen möchte.

Alternative: Satellit

Die nahezu unüber­schaubare Programm­vielfalt spricht für das Satelliten­fernsehen. Fast alle Sender sind frei empfang­bar, nur Bezahlsender und die privaten HD-Kanäle werden verschlüsselt. Wer sie sehen will, braucht eine HD-Plus-Karte. Da die meisten aktuellen Fernseher einen Satellitenempfänger integriert haben, beschränkt sich die Investition ansonsten meist auf den Kauf einer Sat-Antenne nebst Kabel. Da keine laufenden Kosten anfallen, ist Satelliten­fernsehen unschlagbar günstig.

Knack­punkt: Sat-Schüssel

Mieter in Mehr­familien­häusern dürfen meist keine Antennen außen sicht­bar am Haus anbringen. Vielleicht kann die Mieter­gemeinschaft die Haus­verwaltung über­reden, eine Gemein­schafts-Sat-Anlage zu installieren. Fragen kostet nichts. Bei güns­tiger Ausrichtung holt oft jedoch schon eine kleine Flachantenne hinter der Fens­terscheibe das Bild heran. Hier ist München klar im Vorteil: Durch die südliche Lage sind die Sat-Signale dort stärker als beispiels­weise in Schleswig-Holstein, und eine kleine Antenne reicht. Denk­bar sind auch schräg liegend auf dem Balkon platzierte Antennen. Hierfür gibt es pfiffige Lösungen. Beispiels­weise schräg ange­schnittene dicke Plastikrohre, die wie eine nied­rige Säule auf dem Balkon stehen und nicht über die Brüstung hinaus­ragen.

Alternative: Kabel­anschluss

Das Fernseh­kabel bietet weniger Programme als der Satellit. Private Sender wie die der RTL- und ProSiebenSat1-Gruppe verschlüsseln ihre HD-Programme. Wer sich auf die frei empfang­baren analogen Programme beschränkt, schränkt sein Sehvergnügen ein. Immerhin sind die Öffent­lich Recht­lichen Sender auch im Kabel (und nicht nur per Satellit) unver­schlüsselt in HD-Auflösung zu sehen. Gegen einen monatlichen Aufpreis von ein paar Euro rücken Kabelnetz­betreiber eine Fernseh­empfangs­box oder Schlüssel­karte heraus, mit der auch die HD-Programme privater Sender laufen.

Knack­punkt: Zeit­versetztes Fernsehen

Mit einer Empfangs­box oder Schlüssel­karte sowie der Vertrags­umstellung auf HD-Fernsehen handelt sich der Kabel­kunde allerdings gravierende Nachteile beim zeit­versetzten Fernsehen (Pinkel­pause, Werbe­block über­springen) und bei Fernseh­aufzeichnungen ein. Die Film­studios schränken Aufzeichnungs­möglich­keiten ein, die Fernseh­anstalten wollen an Werbung verdienen und blockieren den schnellen Vorlauf nach zeit­versetztem Fernsehen.

Alternative: Internet­fernsehen (IPTV)

Ein paar Millionen Haushalte in Deutsch­land empfangen Fernsehen über einen Internet­anschluss der Deutschen Telekom (Entertain) oder Vodafone (Vodafone TV). Eine separate Empfangs­box liefert das Signal via HDMI zum Fernseher. Im Vergleich zum Kabel­anschluss ist die Programm­vielfalt größer, und es gibt keine Einschränkungen, was zeit­versetztes Fernsehen und Aufzeichnungen auf die in der Empfangs­box integrierte Fest­platte angeht.

Knack­punkt: Preis

IPTV ist der mit Abstand teuerste Empfangsweg fürs Fernsehen. Voraus­setzung ist ein schneller Internet­zugang (VDSL). Das treibt den Preis, lohnt sich aber für alle, die große Daten­mengen schnell durchs Internet jagen – und beispiels­weise Digitalfotos in der Cloud speichern.

Übrigens: Die Stiftung Warentest testet regel­mäßig Fernseher. Das Juli-Update der Daten­bank bringt Test­ergeb­nisse für 24 aktuelle Fernseher mit Bild­diagonalen von 80 bis 138 Zenti­metern. Darunter der Sony KDL-55W905 mit neuer Triluminos-Technik zur Licht­erzeugung und viele weitere Geräte mit guten Noten und zu teil­weise deutlich güns­tigeren Preisen. Der Produktfinder enthält alle Fernseher, die die Stiftung Warentest getestet hat: Test­ergeb­nisse, Preise, Fotos und Ausstattungs­details für insgesamt 564 Fernseher

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