Das digitale Antennenfernsehen funktioniert, wie der Name schon sagt, immer nur mit einer Antenne. Aber die vielgelobten Zimmerantennen sind lediglich ein Notbehelf.

Um das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T (Digital Video Broadcasting terrestrial) zu empfangen, ist praktisch der gleiche Aufwand zu betreiben wie seinerzeit für das herkömmliche analoge Fernsehen auch. Wie damals ist eine Innenantenne – allenthalben empfohlen für einen optimalen DVB-T-Empfang – lediglich ein Notbehelf für Standorte in Sendernähe. Wer eine stabile Empfangssicherheit haben will, braucht auch heute wieder eine Außen-, wenn nicht gar eine Dachantenne (zu den Empfangsgebieten siehe PDF oder DVB-T-Empfangsgebiete).

Antenne wie beim Analogfernsehen

Der größte Unterschied zwischen analogem und digitalem Antennenfernsehen ist das Verhalten bei schlechtem Empfang: Während er sich beim Analogfernsehen durch Rauschen und Geisterbilder bemerkbar macht, merkt man bei DVB-T nicht, wenn der Empfang kurz vor dem Zusammenbruch steht.

Hier zeigt sich deutlich der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Antenne: Während die eine auch mit einem schwachen Signal noch zurechtkommt, löst sich bei der anderen das Fernsehbild in Klötzchen auf, friert ein, und der Ton bleibt weg.

Bevor Sie aber losdüsen und sich eine Antenne kaufen: DVB-T und analoges Fernsehen verwenden weitestgehend dieselben Frequenzbereiche. Für die Antenne macht es keinen Unterschied, ob darüber Digital- oder Analogsignale übertragen werden. Deshalb sind für beide auch die gleichen Antennen verwendbar.

Tipp: Wenn also noch eine alte Dachantenne für Analogfernsehen vorhanden ist, nehmen Sie besser diese wieder in Betrieb, bevor Sie sich mit einer Zimmer- oder kleinen Außenantennen behelfen.

Billigste Antenne, bester Empfang

Dass auch solche Antennen prächtig fürs neue Fernsehen funktionieren, zeigt die Technisat Digitenne TT1. Sie bietet den besten Empfang. Das ist erstaunlich, denn sie kostet 16 Euro und ist damit die billigste Antenne im Test. Die Empfangseigenschaften dieser Innenantenne sind „sehr gut“, während die teuerste, die Außenantenne Axing TAA 3-00 für 104 Euro, da nur „befriedigend“ abschneidet.

Die Technisat scheint ein altbewährtes Modell aus der Analogzeit zu sein. Ein Indiz dafür ist die fehlende Spannungsversorgung vom Receiver über das Antennenkabel. Anders als früher können heute fast alle (DVB-T-)Empfänger die Betriebsspannung für die Antenne liefern. Nur kann die Technisat damit nichts anfangen, denn sie bekommt ihren Strom ausschließlich über ein eigenes Netzteil.

Das Gleiche gilt für die Philips-Innenantenne. Auch dieses Modell stammt wohl aus der Analogzeit. Sie ist aber längst nicht so gut wie die Technisat. Wenigstens erreichte sie aber im Praxistest, bei dem eine konkrete Empfangssituation nachvollzogen wird, eine „gute“ Note.

Tipp: Wer eine Antenne für DVB-T braucht und in der Rumpelkammer oder für kleines Geld beim Trödler eine alte Zimmerantenne findet, sollte die erst einmal ausprobieren. Möglicherweise leistet sie fürs Digitalfernsehen noch gute Dienste.

Außenantennen im Vorteil

Eine Zimmerantenne – egal ob gut oder schlecht – muss sich mit schwierigen Empfangsbedingungen plagen. Sie hat schlechte Voraussetzungen für einen guten Empfang, weil sie ein Signal auffangen und verstärken soll, das von Wänden und Fenstern gedämpft und im Raum mehrfach reflektiert wird. So addieren und subtrahieren sich die elektromagnetischen Felder, letztlich auch abhängig vom empfangenen Kanal. Das entscheidet von Programm zu Programm über Empfang oder Nichtempfang, selbst wenn jemand nur durch das Zimmer geht.

Tipp: Wenn sich der Sendemast ganz in der Nähe befindet und der Empfang trotz hohem Pegel schlecht ist, kann es aber auch sein, dass der Antennenverstärker übersteuert wird. Verbessert sich der Empfang deutlich, wenn die Spannungsversorgung im DVB-T-Empfänger abgeklemmt oder das Netzteil aus der Steckdose gezogen wird, war der Verstärker überfordert. Dann genügt auch eine Stabantenne ohne Verstärker zum Empfang. Mit ungünstigen Bedingungen beim Empfang kommt auch die Kathrein-Zimmerantenne BZD 30 „gut“ zurecht. Wie sie verfehlte auch ihr Schwestermodell, die Außenantenne Kathrein BZD 40, in den Empfangseigenschaften nur recht knapp die Note „sehr gut“. Die Außenantenne ist so konstruiert, dass sie zwar nicht das Optimum an Empfangsleistung herausholt, dafür aber wesentlich weniger empfindlich auf wechselnde Empfangsbedingungen reagiert als alle anderen Testmodelle. Das kommt wiederum der Empfangsleistung insgesamt zugute.

Alle anderen Außenantennen sollen und müssen auf die Wellenebene des Senders horizontal oder vertikal ausgerichtet werden. Das ist einfacher als es sich liest, denn meist gibt es auf dem Balkon auch direkte oder reflektierte Wellen, jedoch längst nicht in solch einem Funkwellensalat wie im Wohnzimmer.

Tipp: Bei Außenantennen hilft es meist, sie um 90 Grad zu drehen, um zwischen keinem Empfang und Empfang zu wechseln.

Bei den meisten Antennen fällt auf, dass sie im VHF-Frequenzbereich schlechtere Messwerte erreichten als bei UHF. Das liegt daran, dass die Antennen für VHF wesentlich größer sein müssten, als sie es tatsächlich sind. Im Praxistest kristallisierte sich aber heraus: Mit Ausnahme der Innenantennen One for all, Skymaster und Triax boten alle auch bei VHF einen brauchbaren Empfang. Außerdem wird VHF nur noch wenig genutzt.

Zu guter Letzt haben wir die Außenantennen einem Korrosionstest in der Klimakammer unterzogen. Bis auf ein paar angerostete Schrauben überstanden alle den Salznebel gut. So steht dem DVB-T-Empfang auch auf Dauer bei Wind und Wetter nichts im Wege.

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