DVB-S-Box von Plus Schnelltest

Plus verkauft für 59 Euro eine kleine silberne DVB-S-Box. Name und Anschlüsse verraten ihren Zweck: Per Antennenkabel holt sich die Box digitale Radio- und TV-Signale von einer Satellitenschüssel und gibt sie per USB-Kabel an einen Computer weiter. Aus dem Rechner mit Monitor wird ein Fernseher. Gezappt wird mit einer kleinen Fernbedienung. Die Festplatte ersetzt die Videokassette. Portabel ist das kleine Ding auch noch. Wo eine Satellitenschüssel auf dem Dach und ein Rechner in der Wohnung ist, können sie Pluskunden einsetzen. Allerdings auch nur am Rechner. test.de hat sie im Schnelltest angeschaut.

Extern an den PC

Anfangs ist der Umgang mit DVB-S1-Box noch ganz einfach. Den Empfänger mit Rechner, Steckdose und Antennenanschluss zu verkabeln, dürfte keine Probleme bereiten. Zumal die richtige Vernetzung in der Anleitung abgebildet ist. Wichtig: Der Computer muss unter Windows 2000 oder XP laufen und eine USB 2.0-Schnittstelle haben. Das veraltete USB 1.1 reicht nicht. Auch die Installation der Software und der Treiber läuft nach dem üblichen Verfahren. Wer auf seinem Windows-Rechner noch kein DirectX9.0 hat, muss noch diese Komponente installieren. Bis hierher alles klar: Verkabelung steht und die Box ist aktiv.

Laien werden rätseln

Laien sind allerdings bei den weiteren Schritten möglicherweise überfordert. Jedenfalls hilft ihnen die Gebrauchsanleitung in Papierform nicht weiter. Dort wird zwar erklärt, wo Menüleiste, Kontrollelemente, Symbolleiste und Programmlisten zu finden sind. Aber es fehlt jeglicher Hinweis, wie das Programm die einzelnen Sender lädt. Wer noch nie einen Sat-Receiver programmiert hat, muss auf jeden Fall zur digitalen Gebrauchsanleitung greifen. Sie ist als PDF-Datei auf der CD gespeichert. Viel ausführlicher ist diese aber auch nicht. Das gilt allerdings für die meisten Gebrauchsanleitungen billiger Sat-Receiver. Erfahrene PC- und Sat-Receiver-Nutzer werden allerdings wissen, wie es weitergeht.

Favoriten schaffen Ordnung

Erster Schritt: Auswahl des Satelliten. Naheliegend für Deutsche ist die Auswahl der Astra-Satellitenfamilie (19,2 Grad Ost). Das Programm braucht weniger als fünf Minuten, um alle Verbundsatelliten zu scannen. Danach können Pluskunden die gefundenen Programme sofort im Programmfenster anschauen. Die einzelnen Programme sind am rechten Rand gemischt angeordnet: freie, verschlüsselte und Radioprogramme in beliebiger Reihenfolge. Das ist in dieser Form recht unübersichtlich. Etwas Ordnung ließe sich schaffen, wenn der Nutzer etwas die verschlüsselten Kanäle ausblenden könnte. Doch diese Funktion bietet die Software nicht. Richtig Ordnung kommt erst durch die Favoritenlisten zustande. Diese lassen sich über die rechte Maustaste ergänzen.

Gute Bild- und Tonwiedergabe

Die Bildwiedergabe ist gut. Es gibt bei längerem Schauen manchmal kleinere Aussetzer. Die Wiedergabe ist aber normalerweise recht flüssig. Auch die Tonwiedergabe ist völlig in Ordnung. Zu beachten ist allerdings, dass die Bild- und Tonqualität auch deutlich von der Rechnerausstattung und dem Monitor abhängt. So kann es zum Beispiel zum Einfrieren des Bildes kommen, wenn Nutzer andere Anwendungen starten. Ähnliche Probleme gibts beim schnellen Zappen. Dann bleibt der Bildschirm schwarz. Das passiert auch, wenn das Antennensignal zwischendurch mal ausgesetzt hat.

Eingeschränkte Timerprogrammierung

Wie bei den meisten DVB-S-Receivern für den PC zeichnet auch hier die Software Sendungen auf Knopfdruck auf. Die Daten brauchen allerdings viel Speicherplatz. Zehn Minuten Aufzeichnungsdauer im MPEG-Format benötigen zirka 230 bis 240 Megabyte Speicherplatz. Die Kapazität der Festplatte stößt möglicherweise schnell an ihre Grenzen. Aufzeichnung lassen sich auch über eine Timerliste programmieren. Vorsicht: Die Timerprogrammierung funktioniert nur solange der PC beim Start der Sendung eingeschaltet ist.

Ungewisses Drücken

Damit der Monitor auch wirklich aussieht wie ein Fernsehbild, lässt sich die Vollbildwiedergabe einstellen. Die rechte Leiste mit der Programmliste und weitere Menüleisten verschwinden dann. Spätestens jetzt brauchen Fernsehgucker die Fernbedienung, mit der sie etwa Programme wechseln und die Lautstärke ändern können. Die Fernbedienung hat nahezu Scheckkartenformat. Sie ist manchmal schwer zu unterscheiden, ob der Nutzer nicht Druckpunkt erwischt hat, die Entfernung zur Box zu weit ist oder die Lichtverhältnisse zu schlecht sind.

test-Kommentar: Hängt am Netz
Technische Daten und Austattung: Im Überblick

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