Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat in zweiter Instanz bestätigt, dass die Deutsche Vermögensverwaltungs- AG (DVAG) in Frankfurt für einen Schaden haften muss, den eine Mitarbeiterin durch eine fehlerhafte Beratung verursacht hat (Az. 19 U 132/00).

Wie in Finanztest 10/2000 berichtet, hatte die Beraterin einer Anlegerin, die mit einer Erbschaft ihr Alter absichern wollte, die Anlage ihres Geldes in spekulative Thornton-Lux Tigerfonds empfohlen. Als die Frau merkte, dass es sich bei dem Fonds nicht um eine sichere Anlage handelte, verkaufte sie ihre Fondsanteile. Insgesamt entstand ihr dadurch ein Schaden von rund 20.000 Mark.

Der Finanzdienstleister DVAG muss allerdings nur die Hälfte des Schadens ersetzen, weil die Richter am OLG bei der Anlegerin ein Mitverschulden sahen. Sie habe "in erheblichem Maße gegen ihre Schadensminderungspflicht verstoßen", als sie die Fondsanteile zu einem Zeitpunkt verkaufte, als diese nahezu den Tiefstpunkt erreicht hatten.

Rechtsanwalt Jürgen Machunsky aus Göttingen, der die Anlegerin vertritt, hält diese Begründung für falsch. Im Nachhinein könne das Gericht leicht feststellen, dass der Verkauf der Anteile kurz vor dem Tiefpunkt der Asienkrise erfolgt sei. Seine Mandantin habe das jedoch nicht wissen können.

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