Im Urlaub. Aus der Ferne aufs Heimnetz zugreifen – das geht mit der VPN-Funk­tion. Fürs Telefonieren. Einige Router im Test unterstützen bis zu sechs Schnurlostelefone. WLan für Gäste. Ein separates Gast­netz schützt die Daten der Gast­geber. Auf der Couch. Zugriff auf alle Daten im ganzen Haus – dank Medien­serverfunk­tion.

Viele Nutzer verwenden ihren Router fast nur zum Surfen im Internet. Dabei können die Geräte viel mehr, wie unser Test von zwölf Modellen zeigt.

Ein verlängertes Wochen­ende in Venedig – und dann das: Die Liste mit Geheimtipps von Freunden liegt auf der Fest­platte zu Hause. Sie auszudrucken wurde im Reisestress vergessen.

Ein Problem, das sich mithilfe eines virtuellen privaten Netz­werks (VPN) lösen lässt. Mit dieser Router­funk­tion kann der Nutzer aus der Ferne übers Internet auf seinen heimischen Router zugreifen und die Liste von einer verbundenen Fest­platte herunter­laden. Ein VPN baut eine sichere Verbindung zum Heimnetz auf, einen „Tunnel“, in den niemand eindringen kann. So lassen sich Daten von Speichergeräten abrufen, die an den Router ange­schlossen sind.

Sieben der zwölf Modelle im Test bieten diese Funk­tion – und sie haben noch mehr drauf. Im Alltag werden die Tausend­sassas aber oft mit Stan­dard­aufgaben unter­fordert. Also raus aus der Routine!

Fritz fischt frische Testsiege

Wie im Vortest (siehe PDF, test 8/2014) sind die AVM-Geräte klare Sieger. Sie liegen in den Urteilen Sicherheit, Hand­habung und Vielseitig­keit vor der Konkurrenz. Insgesamt haben wir zehn Router für DSL-Kunden und zwei für Kabelnutzer geprüft. Sie schneiden gut und befriedigend ab. Kabel­verbindungen wiesen im Test aber einen Nachteil auf: Per Kabel konnten wir Daten nur mit rund 12 Megabit pro Sekunde hoch­laden. DSL schaffte mehr als das Dreifache (Test Triple-Play-Tarife, test 4/2017).

Mit ihrem täglich Brot – eine Internet­verbindung herzu­stellen und Daten­verkehr per WLan zu ermöglichen – hatte kein Gerät Probleme. Bei der Home­box von O2 und Vodafones Easybox konnten wir jedoch die Internet­geschwindig­keit nicht bewerten, da die Anbieter unseren anonymen Probanden nur relativ lang­same Anschlüsse bereit­stellten. Es gab aber keine Indizien, dass die zwei Router mit höheren Geschwindig­keiten Probleme gehabt hätten.

Alle Wege führen zum Router. Moderne Router haben zahlreiche Anschlüsse. Die Grafik zeigt, wozu die einzelnen Buchsen dienen.

Vom Router­zwang zur Routerfreiheit

Viele Kunden bekommen einen Router von ihrem Internetanbieter gestellt. Wir haben vier solcher „Providergeräte“ getestet. Gut schneidet nur der 1&1 Home­server Speed ab – er ist baugleich mit der im Handel erhältlichen Fritz!Box 7560. Die Home­box 2 von O2 und die beiden Vodafone-Modelle landen auf den hinteren Tabellenplätzen. Zum Surfen im Netz reichen sie zwar, wer aber ein Multitalent statt nur ein Brot-und-Butter-Gerät sucht, für den lohnt sich der Kauf eines eigenen Routers.

Diese Entscheidung steht seit August 2016 endlich allen offen. Bis dahin galt bei einigen Internetanbietern „Router­zwang“: Kunden mussten das bereit­gestellte Gerät nutzen. Nun herrscht Freiheit. Der Kunde sucht sich ein Modell aus, der Provider muss ihm dann alle für den Internet­zugang nötigen Anschluss­daten nennen.

Medien­server: Fotos im ganzen Haus

Nach dem Venedig-Trip wollen Verwandte und Freunde die Fotos vom Markusdom und der Rialtobrücke sehen. Dafür legt der Urlauber die Fotos zunächst auf dem internen Speicher des Routers oder auf einem verbundenen Speichergerät ab. Der Router stellt die Bilder – oder auch Videos, Musik- und Text­dateien – im gesamten Heimnetz zur Verfügung. So kann der Gast­geber mit jedem Laptop, Tablet oder Smartphone von der Couch aus per WLan darauf zugreifen. Einzig die Vodafone Easybox beherrscht die Medien­serverfunk­tion nicht.

Herein­spaziert: WLan für Gäste

Während der „Diashow“ sollen die Besucher das WLan nutzen können, etwa um ihre Mails abzu­rufen. Dafür bietet sich der Gast­zugang an. Über diese Funk­tion baut der Router ein separates Netz auf, mit dem die Besucher zwar ins Internet kommen, aber keinen Zugriff auf die privaten Daten der Gast­geber im Heimnetz haben. Genau wie bei den VPN- und Medien­server-Funk­tionen muss der Router-Besitzer das Gast­netz erst über das Gerätemenü einrichten und akti­vieren. Bei der O2 Home­box und dem Vodafone-Kabelrouter fehlt diese Funk­tion. Der Telekom Speedport W 922V akzeptiert nur Telekom-Kunden als Gäste.

Telefonie: Neuer Router für Altkunden

Waren bisher Internet und Heimnetz die wichtigsten Router­funk­tionen, wird heute Telefonie immer wichtiger. Grund ist die Umstellung von analoger und ISDN-Telefonie auf Internettelefonie (VoIP: Voice over IP). Für Analog-Kunden ohne Router ändert sich nichts. Analog- und ISDN-Nutzer, deren alter Router kein VoIP unterstützt oder keine passenden Telefon­anschlüsse hat, brauchen einen neuen. ISDN-Nutzer, die bisher ohne Router auskamen, benötigen ebenfalls ein geeignetes Gerät – im aktuellen Test sind das die Fritz!Boxen 7580 und 6490 sowie der Telekom Speedport W 922V. Analog-Kunden können jedes der zwölf geprüften Modelle verwenden.

Zehn Geräte dienen auch als Basis für schnurlose Digitaltelefone – im Fachjargon Dect-Telefone. Nur die zwei Vodafone-Modelle verstehen sich ausschließ­lich mit Schnurlostelefonen, die über eine separate Basis­station verfügen.

Sieben Router bieten eine Anruf­beant­worter­funk­tion. Praktisch, falls jemand zu Hause anruft, während der Nutzer durch die Wellen vor Venedig gleitet und der Gondoliere „O sole mio“ schmettert.

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