DSL Flatrate Meldung

„Flatrate ade“. DSL-Verträge der Telekom, die seit dem 2. Mai 2013 abge­schlossen wurden, beinhalten nur noch ein sogenanntes Inklusivvolumen. Das wird nach Firmen­angabe zwar erst ab 2016 Wirk­lich­keit mit der Folge, dass Nutzer bei Über­schreitung lang­samer surfen. Doch schon jetzt hagelt es Protest. Die Telekom miss­brauche ihre markt­beherr­schende Stellung. Nun rudert sie zurück. Es bleibt zwar bei einer Drosselung. Doch die soll moderater ausfallen.

Volumen­grenzen unver­ändert

Kunden werden je nach Tarifmodell unterschiedlich früh ausgebremst. Beispiels­weise stockt bei einem Vertrag mit 16 Mbit/s der Daten­strom nach Über­schreiten von 75 GB monatlich. Schnel­lere Anschlüsse haben mehr Inklusivvolumen. An diesen Grenzen ändert sich vor­erst nichts. Über die Details hatte test.de im April berichtet Internetanschluss: Telekom drosselt DSL.

Netz­neutralität noch immer in Gefahr

Nun will die Telekom die Drosselung nach Erreichen der Volumen­grenze aber etwas abmildern. Statt wirk­lich dürftiger 384 Kbit/s sollen die Daten dann mit etwas flotteren 2 Mbit/s fliessen. Damit reagiert die Telekom wahr­scheinlich auf die massenhafte Kritik von Internetnutzern. Deren gewichtigstes Argument: Die Telekom-Pläne laufen auf eine Ungleichbe­hand­lung von Anbietern und Diensten hinaus. Bisher galt Netz­neutralität – alle und alles sind vor dem Internet gleich. Mit dem neuen Tarifmodell bevor­teilt die Telekom allerdings eigene Angebote wie das Internet­fernsehen Entertain. Deren Nutzung soll das „Volumen­guthaben“ der Nutzer nicht belasten – während die Nutzung anderer Dienste das Volumen aufbraucht. Mit den Plänen eines etwas höheren Drosseltempo setzt die Telekom der Kritik also nichts entgegen. Und: Auch mit den in Aussicht gestellten 2 Mbit/s lassen sich Filme nicht sinn­voll aus Online­video­theken streamen, erst recht nicht in HD-Qualität. Die Unter­suchungen der Stiftung Warentest zeigen: Sinn­voll wären eher 6 Mbit/s.

Flatrate wird Bezahl-Option

Die Telekom hält Volumina und Tempi nicht für in Stein gemeißelt. Einer Pressemeldung des Unter­nehmens vom 12. Juni zufolge wird es eine echte Flatrate gegen Aufpreis geben. Auch sind Tarife für bestimmte Ziel­gruppen wie Familien in der Diskussion. Alle seit dem 2. Mai 2013 abge­schlossenen DSL-Verträge beinhalten derweil aber noch Inklusivvolumen statt unlimitierter Flatrate. Die Tempodrossel wirkt aber erst ab 2016. Bis dahin behält sich die Telekom Änderungen am Drossel-Tempo und an den Inklusivvolumina vor.

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