Anlegerschützer hatten es schon befürchtet: Nach der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West (WBG) hat nun auch die DM Beteiligungen AG die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Amtsgericht Düsseldorf hat Rechtsanwalt Horst Piepenburg aus Düsseldorf zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Nach Schätzungen der Verbraucherzentrale Brandenburg sind 7 000 bis 8 000 Anleger betroffen. Sie haben in der Hoffnung auf hohe Zinsen und Gewinnbeteiligungen rund 70 Millionen Euro an das Unternehmen gezahlt. Wie viel von dem Geld verloren ist, lässt sich derzeit noch kaum abschätzen. Finanztest hatte bereits vor vier Jahren vor den DM-Anleihen gewarnt und auf Verlustrisiken hingewiesen.

8 000 Anleger betroffen

Spätestens seit der WBG-Insolvenz vor rund zwei Wochen war auch die DM Beteiligungs AG ins Gerede gekommen. Genau wie die WBG hatte das Unternehmen mit hohen Zinsen und Gewinnbeteiligungen Werbung für Anleihen gemacht. Das Geld der Anleger wollte das Unternehmen gewinnbringend in Immobilien investieren und damit das Geld für Zinsen und Rückzahlung der Anleihen erwirtschaften. . Die Anleihen mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren sollten mit bis zu sieben Prozent im Jahr verzinst werden. Seit Dezember 2005 blieben fällige Zins- und Rückzahlungen immer öfter aus.

Suche nach Vermögen

Wie viel von dem Anlegergeld noch vorhanden ist und welchen Wert das sonstige Vermögen des Unternehmens hat, ist weitgehend unklar. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Brandenburg ist die jüngste veröffentlichte Bilanz des Unternehmens die für 2003. Nach bisher unbestätigten Informationen soll Verbindlichkeiten von rund 67 Millionen Euro nur ein Vermögen von rund 3 Millionen Euro gegenüber stehen.

Hoffnung auf Staatsanwälte

Anlegerschützer haben inzwischen den Verdacht, dass sich hinter Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West und DM Beteiligungen AG ein groß angelegter Kapitalanlagebetrug verbirgt. Verschiedene Hinweise deuten darauf hin, dass Hintermann beider Unternehmen ein Kaufmann aus Nürnberg ist. Anlegeranwälte hoffen darauf, dass die Strafverfolgungsbehörden sich des Falls annehmen und das undurchsichtige Geschäftsgebaren gründlich durchleuchten. Konkursverwalter Horst Piepenburg will die Geschäfte zunächst fortführen und sich einen genauen Überblick verschaffen. Wie hoch der Schaden ist, hängt davon ab, welchen Wert die Unternehmensbeteiligungen und die Immobilien im Besitz der DM tatsächlich haben.

Post vom Insolvenzverwalter

Geschädigte Anleger werden bald Formulare vom Insolvenzverwalter bekommen. Mit den Formularen können sie ihre Forderungen anmelden. Hoffnungen auf hohe Rückzahlungen sollten sie sich jedoch nicht machen. Nur wenn am Ende des meist zwischen einem und fünf Jahre dauernden Insolvenzverfahrens noch Vermögen vorhanden ist, wird das anteilig an Anleger verteilt.

Finanztest-Warnliste Geldanlage

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