DFV-DeutschlandPflege Schnelltest

Der Versicherer DFV – Deutsche Familienversicherung AG – wirbt für eine private Pflegezusatzversicherung. Der Tarif „DeutschlandPflege“ soll einzigartig sein und mehr Leistungen bei Demenz bieten als andere Versicherer. Finanztest-Experten haben sich das Angebot genauer angesehen.

Absicherung des Pflegefalls sinnvoll

Der Tarif „DeutschlandPflege“ richtet sich an Frauen und Männer, die für den Pflegefall vorsorgen wollen. Das Besondere: Neben der klassischen Einstufung in die Pflegestufen 1 bis 3 koppelt der Versicherer Leistungen auch an eine Bescheinigung über eine Demenzerkrankung. Rund 1,2 Millionen Menschen in Deutschland leben mit dieser Diagnose. Die umfassende finanzielle Absicherung des Pflegefalls ist sinnvoll.

DFV-Tarif im Vergleich teuer

Im Vergleich mit anderen Pflegetagegeld-Tarifen für 45-jährige Frauen aus einer aktuellen Finanztest Untersuchung (Themenpaket Pflege) ist die Deutschlandpflege teuer. Die DFV zahlt im Tarif Premium S-Variante an eine Frau, die mit 45 Jahren diesen Tarif abschließt, monatlich 300 Euro bei Einstufung in Pflegestufe 1, 600 Euro in Pflegestufe 2 oder 1 200 Euro in Pflegestufe 3. Im Tarif Premium M-Variante würde die Frau für 62,29 Euro Monatsbeitrag 450 Euro in Pflegestufe 1, 750 Euro in Pflegestufe 2 und 1 500 Euro in Pflegestufe 3 bekommen. Eine Unterscheidung zwischen ambulanter oder stationärer Pflege trifft die DFV nicht. Zum Vergleich: Der Versicherer DKV, einer der Testsieger aus der Finanztest-Untersuchung, zahlt im Tarif PET für rund 56 Euro Versicherungsbeitrag schon 619 Euro bei ambulanter und 2 644 Euro bei stationärer Pflege in Pflegestufe 1. Die Allianz zahlt im Tarif PZTBest ambulant 485 Euro und stationär 1745 Euro bei rund 55 Euro monatlichem Beitrag. Bei der DFV steht die Kundin mit 300 Euro in der S-Variante und mit 450 Euro in der M-Variante in Pflegestufe 1 im Vergleich also finanziell schlechter da - sofern sie nicht an Demenz erkrankt ist.

Pflegebedürftig und dement

Liegt neben der Einstufung in die Pflegestufen 1-3 ein Pflegegutachten über Demenz vor, die ursächlich dafür ist, dass die Kundin den Alltag nicht mehr bewerkstelligen kann, erhält sie doppelt so viel Geld pro Monat von der DFV: 600 Euro in der S-Variante, 900 Euro in der M-Variante bei Pflegestufe 1. So viel zahlen allerdings andere Versicherer auch ohne eine zusätzliche Demenz der Kundin. Für rund 55 Euro Monatsbeitrag erhält sie bei zehn von 30 Angeboten aus dem Test (siehe oben) in Pflegestufe 1 bei ambulanter Pflege schon zwischen 600 und 995 Euro.

Geld auch bei Betreuungsbedarf

Der Versicherer DFV gehört zu den wenigen, die Geld zahlen, wenn Leistung von der Pflegekasse unterhalb der Pflegestufen 1-3 fließt. Manche erhalten bereits Geld von der Pflegekasse, wenn ein Gutachter der Krankenversicherungen, MDK oder Medicproof, einen Hilfebedarf von weniger als 45 Minuten Grundpflege täglich feststellt. Zum Beispiel gehören dazu Pflegebedürftige, die hauptsächlich beaufsichtigt und betreut werden müssen, aber im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung momentan nicht in dem Umfang Hilfe benötigen, dass es für eine Pflegestufe ausreicht. Die Kasse zahlt dann pro Monat 100 Euro Grundbetrag oder 200 Euro erhöhten Betrag, je nachdem, ob nach den Begutachtungsrichtlinien zwei oder drei Kriterien zur Feststellung eines erheblichen Betreuungsbedarfs erfüllt sind.

Wirrwarr um Pflegestufe 0

Umgangssprachlich wird in solchen Fällen von „Pflegestufe 0“ gesprochen. Auch der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen verwendet diesen Begriff, ebenso private Pflegeversicherer und Finanztest - obwohl er gesetzlich nicht festgeschrieben ist. Die DFV geht anders damit um. Bei ihr liegt Pflegestufe 0 vor, wenn drei Kriterien zur Feststellung eines erheblichen Betreuungsbedarfs erfüllt sind. Bei zwei Kriterien liegt eine so genannte „Grundsicherung“ vor. Dann verdoppelt die DFV die Leistung aus der Pflegekasse. Sie zahlt 100 Euro dazu.

Andere Versicherer zahlen mehr

Pflegeversicherer wie die Allianz, Axa und R+V zahlen bei einer Einstufung in die Pflegestufe 0 unabhängig davon, ob der MDK zwei oder drei Kriterien feststellt. Bei der Allianz und R+V erhält die Frau im oben genannten Modellfall in den getesteten Tarifen 540 Euro.

100 Euro dazu

Nur bei drei Kriterien bekommt die Modellkundin bei der DFV im Tarif Premium S-Variante 450 Euro und in der M-Variante 600 Euro monatlich dazu. Mehr als die Hälfte der Antragsteller, die in der zweiten Jahreshälfte 2008 unterhalb der Pflegestufe 1 lagen, erfüllten aber „nur“ zwei Kriterien. Sie würden also von der DFV 100 Euro monatlich erhalten.

Keine Versicherungsbeiträge zahlen

Bei der DFV zahlen Kunden im Versicherungsfall keine Beiträge mehr. Dies gilt auch, wenn die versicherte Person in die Grundsicherung im Sinne der DFV-Bedingungen oder Pflegestufe 0 eingestuft ist. Auch bei Arbeitslosigkeit oder -unfähigkeit können Kunden einen Antrag auf Beitragsbefreiung bis zu 12 Monate stellen. Hingegen verlangen die meisten Pflegeversicherer eine durchgängige Beitragszahlung.

Extras dazubuchen

Kunden können bei erstmaliger Pflegebedürftigkeit auch eine Sonderzahlung vom Versicherer DFV erhalten. Die 45-jährige Modellkundin, die eine Premium S-Variante abgeschlossen hat, erhält zum Beispiel einmalig 1 000 Euro. Das kann im Notfall helfen, muss aber auch vorher bezahlt werden. Will die Kundin einen Notgroschen von 10 000 Euro erhalten, müsste sie dafür monatlich 57,05 Euro zahlen. „Dies ist ein einzigartiger Vorteil“, schreibt die DFV auf ihrer Internetseite. Finanztest hat jedoch festgestellt, dass immerhin acht von 30 getesteten privaten Pflegezusatzversicherungen Sonderzahlungen in anteiliger Höhe des vereinbarten Pflegetagegeldes beinhalten.

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