Crowdfunding So investieren Sie richtig – 22 Platt­formen im Check

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Crowdfunding - So investieren Sie richtig – 22 Platt­formen im Check
Die „Wegwerfkamera“ mit Panorama­klick von Panono wurde via Crowdfunding finanziert. © D. Davids

Ein Kameraball für Rundum-Fotos, ein Luxusresort an der Ostsee, ein von daten­hung­rigen Welt­konzernen unabhängiger Computer­server: All diese Projekte sind per Crowdfunding finanziert worden. Die Idee dahinter: Viele Anleger sollen mit kleinen Summen große Projekte stemmen – und bei Erfolg davon profitieren. Doch wie gut klappt die Schwarm­finanzierung? Wo können Anleger investieren? Was müssen sie dabei beachten? Wir haben uns 22 Crowdfunding-Platt­formen genauer angesehen.

Crowdfunding

  • Alle Testergebnisse für Platt­formen mit Schwer­punkt Immobilien­pro­jekte Anzeigen
  • Alle Testergebnisse für Platt­formen mit Schwer­punkt Start-ups und wei­tere Unternehmen Anzeigen
  • Alle Testergebnisse für Platt­formen mit Schwer­punkt erneuer­bare Ener­gien Anzeigen
Inhalt
Liste der 22 getesteten Produkte
Platt­formen mit Schwer­punkt Immobilien­pro­jekte
  • Bergfürst
  • Exporo
  • Home Rocket
  • iFunded
  • ReaCapital
  • Zinsbaustein
  • Zinsland
Platt­formen mit Schwer­punkt Start-ups und wei­tere Unternehmen
  • Aescuvest
  • Companisto
  • Conda
  • Deutsche Mikroinvest
  • Finnest
  • FunderNation
  • Green Rocket
  • Innovestment
  • Kapilendo
  • Seedmatch
Platt­formen mit Schwer­punkt erneuer­bare Ener­gien
  • Bettervest
  • Crowd4Climate
  • Econeers
  • Greenvesting
  • LeihDeinerUmweltGeld

Wie funk­tioniert Crowdfunding?

Mit kleinen Beträgen etwas Neues ermöglichen und dabei noch die Chance auf große Gewinne haben – davon träumen viele Anleger. Immobilien, erneuer­bare Energien, Start-ups mit inno­vativen Produkten: Die Band­breite an Projekten, die über Schwarm­finanzierung versuchen, an Geld zu kommen, ist vielfältig. Die Projekte stellen sich auf Internetplatt­formen vor, beschreiben ihre Ziele und sagen, wie viel Geld sie dafür benötigen. Während einer fest­gelegten Zeitspanne entscheiden Anleger, ob sie Geld zusagen. In der Regel verleihen sie es gegen Zinsen und akzeptieren, im Insolvenzfall erst nach­rangig bedient zu werden: Sie sind erst dann an der Reihe, wenn alle vorrangigen Gläubiger befriedigt worden sind – und dann noch Geld vorhanden ist. Man spricht daher von Nach­rangdarlehen.

Was passiert, wenn nicht genug Geld zusammen­kommt?

Wird die Zielsumme in der Funding­phase verfehlt, erhalten Anleger ihr einge­zahltes Geld zurück. Kommt genug Geld zusammen, bekommen die Unternehmen und Projekte die Mittel. Über die Platt­formen sollen sie Anleger weiterhin regel­mäßig über den Fortgang ihrer Geschäfte informieren. Manchmal geht so ein Projekt auch schief, wie das Beispiel Panono zeigt. Der Anbieter einer Kugel­panorama-Kamera musste im Mai 2017 Insolvenz anmelden.

Diese Fragen beant­wortet der Finanztest-Artikel

Was ist erlaubt?
Wir sagen, wie viel Geld Anleger beim Crowdfunding investieren dürfen und erklären weitere recht­liche Vorgaben.
Welche Möglich­keiten gibt es?
Wir beschreiben ausführ­lich die Platt­formen für die drei Segmente Immobilien, Start-ups und mittel­stän­dische Unternehmen sowie erneuer­bare Energien.
Wie groß sind die Gefahren?
Wir zeigen an Beispiel­rechnungen die Risiken und Chancen solcher Projekte auf.
Worauf muss ich achten?
Unsere Check­listen zeigen, auf was Anleger bei der Auswahl einzelner Projekte besonders achten sollten.

Schwarm­finanzierung: Kleiner Markt, großes Wachs­tum

Die Historie der Crowdfunding-Szene ist noch recht kurz, die Zahl ­abge­schlossener Projekte über­schaubar. In Deutsch­land legten die Schwarm­finanzierer 2011 los. Im Jahr 2016 liehen sich Anbieter nach Angaben des Internet-Informations­portals Crowdfunding.de knapp 64 Millionen Euro. Allein im ersten Halb­jahr 2017 waren es schon rund 73 Millionen Euro. Der Markt ist also noch klein, wächst aber stür­misch.

22 Crowdfunding-Platt­formen im Test

Finanztest hat bezüglich Konditionen, Auswahl­kriterien und Erfolgen alle Platt­formen befragt, die bis Früh­jahr 2017 inner­halb von rund 20 Monaten mindestens zwei Vermögens­informations­blätter für Projekte bei der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) einge­reicht haben. 22 Platt­formen nahmen an der Unter­suchung teil. Wir stellen die Crowdfunding-Segmente Immobilien, Start-ups und mittel­stän­dische Unternehmen sowie erneuer­bare Energien vor – und sagen, worauf Interes­senten bei der Auswahl ihres Finanzierungs­objekts achten müssen. Denn eines muss Anlegern klar sein: Die Platt­formen vermitteln nur zwischen Kapitalhung­rigen und Interes­senten. Sie beraten die potenziellen Geld­geber nicht bei der Frage, ob ein Projekt zu ihnen passt. Das müssen die Anleger selbst entscheiden – und das ist gar nicht so einfach, wie unser Test zeigt.

[Update 11.12.17] Innovestment pleite

Die Betreiberin der Crowdfunding-Platt­form Innovestment.de, die Innovestment GmbH aus Berlin, ist insolvent (Az. 36i IN 5083/17). Geschäfts­führerin Christin Friedrich teilte Mitte November 2017 mit, für die Nutzer ändere sich vor­erst nichts. Ihre über die Platt­form vermittelten Verträge blieben bestehen, Unternehmen könnten direkt mit Investoren kommunizieren. Das gilt auch, falls die Platt­form einge­stellt wird. Als einzige Platt­form verschaffte Innovestment Anlegern zumindest indirekte Mitspracherechte bei ihren Investments . Dafür gründete sie Zweck­gesell­schaften. Diese seien nicht betroffen, weil ihre Gesell­schafterin, die Innovestment Holding GmbH, nicht insolvent ist. Ein Insolvenz­grund: Das Modell ließ sich nicht ohne Weiteres fortführen, weil Platt­form und zu finanzierende Firmen seit einer Gesetzes­änderung im Sommer 2017 nicht verflochten sein dürfen. Innovestment gehört zu den 22 Crowdfunding-Platt­formen, die wir im September 2017 getestet haben.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.01.2022 um 15:24 Uhr
Neuauflage des Testberichtes

@Ch_ristian: Im nächsten Heft wird kein Test zu den Crowdfunding-Plattformen veröffentlicht. Weiter in die Zukunft hinein, darf ich keine Infos zu geplanten Veröffentlichungen nach außen tragen. Ob und wenn ja, welche Infos aus diesem test weiterhin aktuell sind, wissen auch wir erst, wenn wir die Plattformen erneut einer Untersuchung unterzogen worden sind.

Ch_ristian am 01.01.2022 um 13:45 Uhr
Neuauflage des Testberichtes

Der Artikel ist aus dem Jahr 2017. Ist es angedacht, diesen zu aktualisieren?
Oder sind alle Angaben, insbesondere bei den Testergebnissen, noch aktuell?

Markttransparenz am 12.04.2021 um 11:00 Uhr
Innovestment: Veralteter Hinweis

Der Hinweis, dass die Plattform Innovestment pleite sei, ist ja recht deutlich dargestellt, allerdings veraltet und damit irreführend. Der Presse ist zu entnehmen, dass die nach einer Neustrukturierung wieder am Markt sind, schon seit 2020 (Innovestment.eu).

Funix_crowdfunding777 am 17.02.2020 um 23:17 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Spam

gaunerundwahrheit am 11.07.2019 um 16:25 Uhr
Die Maro(n)de Sicherheit

Seit geraumer Zeit bietet das Unternehmen EXPORO immerwieder bei Projekten auch eine nachrangige Sicherheit an, bewirbt diese aber als tatsächliche Sicherheit für den Kunden. Augenwischerei, denn an erster Rangstelle im Grundbuich steht nahezu dnan immer eine das Projekt finanzierende Bank. Dies bedeutet im Falle eines Crahs des Unternehmens bekommen Anleger erst dann Geld, wenn die Bank alle Forderungen bedient bekommen hat. Ein jeder Leser/Anleger mag sich ausmalen, was dann die von EXPORO angebotene Sicherheit noch für einen Wert hat.
Ähnlich verhält es sich dann auch mit "persönlichen Bürgschaften" der Initiatoren. Was soll das? Marketing? Hierr muss mand och einmal genau wissen über welches Vermögen der Bürgschaftsgeber verfügt bzw- wie viele andere Bürgschaften er möglicherweise schon abgegeben hat. Wie will man dann bitte solch eine Bürgschaft von der Erfüllbarkeut her bewerten? Als Sicherheit sicherlich gar nicht.