Crosstrainer von Norma Schnelltest

Wenn es draußen kalt wird, kommt Bewegung schnell zu kurz. Wer fit bleiben will, kann sich Bewegung zuhause verschaffen. Das passende Gerät dazu gabs bei Norma. Ein Crosstrainer für nur 119 Euro soll für Bewegung und Fitness sorgen. Der Schnelltest klärt, ob und wie er funktioniert.

[Update 07.11.2007] Inzwischen liegen auch die Ergebnisse aus dem Chemielabor vor. Details dazu im letzten Absatz.

Anstrengung schon vor dem Training

Schon beim Transport des Norma-Crosstrainers nach Hause geraten Käufer schnell ins Schwitzen: Der Karton mit dem Crosstrainer wiegt 36 Kilogramm. Die Montage erfordert weitere Anstrengung. Alleine ist sie kaum zu schaffen. Die Teile passen schlecht zusammen. Die Pedalträger lassen sich nur mit reichlich Krafteinsatz in die richtige Position drücken und festschrauben. Auch das Einhängen des Bowdenzuges ist hakelig. Außerdem erfordert die Montage viel Konzentration: An verschiedenen Stellen lauern scharfe Ecken und Kanten. Wer im falschen Augenblick abrutscht oder unbedacht zupackt, kann sich leicht verletzen.

Finger in Gefahr

Auch beim Training selbst ist Vorsicht angebracht. Vor allem die Füße von Zuschauern sind in Gefahr. Wenn Sie zu nah ans Gerät treten, kann das Pedal ihren Fuß einklemmen. Vor allem Kinder sollten unbedingt genügend Sicherheitsabstand einhalten. Zwischen Pedalen, Kurbeln und Gehäuse sind die Abstände so gering, dass bei Montage, Einstellung oder Transport schmerzhafte Quetschungen der Finger drohen. Nicht gefährlich, aber lästig: Das Gerät kann sich durch die Bewegungen beim Training Stück für Stück verschieben.

Bewegung in engen Bahnen

Beim Training zwingt der Cross-Trainer aus dem Norma-Angebot zu kleinen Schritten. Die Kurbel haben einen Durchmesser von nur 29 Zentimeter und die Pedalträger sind 75 Zentimeter kurz. Eine flache Ellipsenbewegung ähnlich des Bewegungsablaufs beim Gehen ist damit nicht möglich. Das Training gerät eher zu einer Art Fahrradfahren im Stehen. Hinzu kommt: Von der Mitte des einen bis zum anderen Pedal sind 36 Zentimeter Abstand. Das ist reichlich.

Mehr Anzeige als Training

Haarsträubend einfach macht sich das Gerät die Anzeige des Trainingserfolgs. Immer nach 50 Schritten sind nach Darstellung der Instrumente am Crosstrainer drei Kilokalorien verbraucht - unabhängig von der Einstellung. Das ist absurd. Selbst bei Training in Stufe 8 und mit maximaler Schrittlänge sind die drei Kilokalorien pro 50 Schritte ziemlich optimistisch. Ganz ähnlich die Entfernungsanzeige: 50 Schritte sind nach den Maßstäben der Geräteelektronik 150 Meter. Ebenfalls merkwürdig: Bei Berühren der Handpulsmesser zeigt die Geräteelektronik sofort einen Puls von 72 an. Erst und nur wenn die Sensoren ein verwertbares Signal liefern, zeigt das Display die tatsächliche Pulsfrequenz an. Bei den vier test-Trainierern klappte das halbwegs. Bei vielen Menschen jedoch funktioniert die Handpulsmessung prinzipbedingt nicht.

Trainer außer Form

Der Trainer selbst gerät im Betrieb schnell außer Form. In der höchsten Stufe 8 führt jeder Schritt zu deutlichen Verwindungen. Die Folge: Der Trainer läuft nicht rund und zwingt zu ungleichmäßigen Bewegungsabläufen. Weitere Folge der Verwindungen: Schon nach dem ersten Training ist an einigen Stellen der Lack ab. Schlimmer noch: Kräftigen Sportlern hält der Trainer nicht lange stand, obwohl er laut Werbung für Menschen bis 150 Kilogramm geeignet ist. Im Härtetest halten die Trainingsarme nicht mal zwei Drittel der laut Norm nötigen Kraft aus. Sie verbiegen bereits bei einer Belastung von gut 60 Kilogramm. Laut Norm muss er eigentlich 100 Kilogramm aushalten.

Schadstoffe im Griff

Zu allem Überfluss meldet das Chemielabor Risiken: Die Griffe des Trainers enthalten fast fünf Prozent des Weichmachers DEHP. Die Chemikalie steht unter dem Verdacht fruchtschädigend und erbgutverändernd zu wirken. Außerdem wies das Labor 151 Milligramm Naphtalin je Kilogramm Griff-Material nach. Naphtalin gehört zu den Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Es steht unter dem Verdacht, Krebs zu erzeugen. Beide Chemikalien werden über die Haut aufgenommen, und Schweiß begünstigt die Aufnahme. Beide Schadstoffe sind ein vermeidbares Risiko und haben daher in den Griffen des Crosstrainers nichts verloren.

test-Kommentar: Kaum zu gebrauchen
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

Dieser Artikel ist hilfreich. 350 Nutzer finden das hilfreich.