Wie stehts um die Sicherheit von Cabrios? Bieten alle Geländewagen guten Aufprallschutz? Diese Fragen klärt der neue Crashtest – mit überraschendem Ergebnis.

Cabriofahrer genießen es, sich den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. Doch weil die schützende Hülle der Karosserie oben offen ist, stellen sie sich die Frage nach der Sicherheit: Bietet ein Roadster beim Unfall ausreichenden Schutz für beide Insassen? Derartige Zweifel sind Besitzern von Geländewagen dagegen meist fremd. Die kantigen Karosserien vermitteln den über dem übrigen Verkehr thronenden Passagieren das Gefühl, im Falle einer Karambolage auf der sicheren Seite zu sein.

Zehn Modelle im Test

Euro NCAP, das Europäische Neuwagen-Bewertungsprogramm, dem neben Verkehrsministerien auch Autoclubs und Verbraucherorganisationen – darunter die Stiftung Warentest – angehören, hat in der aktuellen Testrunde einige Modelle aus beiden Produktgruppen, dazu noch je zwei Klein- und Mittelklassewagen umfangreichen Crashversuchen unterzogen und die Ergebnisse in einer Punkteskala bewertet.

Roadster

Überraschend gut schlug sich der Mazda MX 5. Obwohl er bereits Ende der 80er Jahre auf den Markt kam, erreichte er im Test eine Vier-Sterne-Wertung und ist damit kaum schlechter als der deutlich jüngere Mercedes SLK. Dass dieser ein festes Blechdach und der Mazda nur ein Faltverdeck trägt, wirkte sich im Crashtest nicht aus. Denn konsequenterweise wurde der Frontalaufprall offen durchgeführt, der Seitenaufprall jedoch in geschlossenem Zustand, um mögliche Verletzungen des Fahrerkopfes durch die Dachkonstruktion beobachten zu können.

Kleinwagen

Gegenüber dem im Jahr 2000 getesteten Vorgänger hat sich der VW Polo vor allem beim Seitenaufprall verbessert. Mit 28 Punkten erreichte er eine solide Vier-Sterne-Wertung. Die Spitzenposition mit 29 Sternen hält in dieser Gruppe aber weiterhin der Toyota Yaris.

Deutlich dahinter zurück bleibt der neue Mini Cooper, der mit 25 Punkten die Vier-Sterne-Wertung nur haarscharf erreichte. Zusätzlichen Schutz bieten Kopfairbags, die beim Mini und auch beim Polo dazugekauft werden können.

Geländewagen

Der neue Range Rover setzt mit 30 Punkten die Standards in der Gruppe der komfortablen Allradautos. Voll im grünen Bereich: der Seitenaufprall einschließlich Pfahltest. Vier Sterne und gute 26 Punkte erreichte der Honda CR-V. Das Herausragende an ihm ist jedoch der mit Abstand beste Fußgängerschutz aller jetzt getesteten Autos.

Fahrer und Beifahrer des Jeep Cherokee sind bei Unfällen einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt. Als wenig zweckmäßig erwies sich ein (zu) hartes Kniepolster, das bei angeschnallten Passagieren zu einem erhöhten Verletzungsrisiko im Kniebereich führen kann.

Ebenfalls drei Sterne, aber nur 21 Punkte schaffte der nicht mehr taufrische Opel Frontera mit dem schlechtesten Ergebnis im Frontalaufprall.

Mittelklassewagen

Die sichersten Familienautos sind Renault Laguna und Mercedes C-Klasse, die bislang einzigen Autos mit einer Fünf-Sterne-Wertung im Euro-NCAP-Crashtest. Auch die beiden jetzt geprüften Modelle, der neue Opel Vectra und der Peugeot 607, ändern daran nichts, obwohl beide den Pfahltest – die Zusatzprüfung für Autos mit Kopf­airbags – bestanden haben und dafür je zwei Extrapunkte kassierten.

Kindersicherheit

Nicht nur der Unfallschutz von Fahrer und Beifahrer, sondern auch der von Kindern wird im NCAP-Crashtest bewertet. Die Inspektoren notieren deshalb, ob die Autos mit Airbagwarnungen, Belegungserkennungen oder speziellen Befestigungen für Kindersitze, zum Beispiel Isofix, ausgerüstet sind. Im Test wurden vom Fahrzeughersteller empfohlene Kindersitze mit 18-Monate-Dummys und Drei-Jahre-Dummys verwendet.

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