Cover Hair Color Dichteres Haar aus der Puderdose

7
Cover Hair Color - Dichteres Haar aus der Puderdose
So wirkt „Cover Hair Color“. Links: Vorher. Rechts: Nachher. Weitere Beispiele finden Sie weiter unten im Testbe­richt. © Stiftung Warentest

Wen der Blick in den Spiegel unzufrieden macht, weil das Haar sich lichtet, dem will Cover Hair Color schnelle und unkomplizierte Abhilfe bieten: Das feine Microfaser-Puder soll schütteres Haar optisch wieder verdichten – jedenfalls bis zur nächsten Haar­wäsche. Die Stiftung Warentest hat das Produkt geprüft. Kann Cover Hair einen dichten, natürlich wirkenden Haarschopf erzeugen? Wie einfach lässt es sich auftragen? Und hält es auch Wind und Wetter stand?

Polyamid-Fasern für mehr Haarvolumen

Cover Hair Color - Dichteres Haar aus der Puderdose
Cover Hair Color, Preis: Die 14 Gramm-Dose kostet bei dm 9,95 Euro. © Stiftung Warentest

Es trifft vor allem Männer, aber auch viele Frauen kennen das Problem: Die Haare auf dem Kopf werden weniger, die helle Kopf­haut ist deutlich sicht­bar. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Vielfältig sind auch die Hilfs­mittel, die beispiels­weise Apotheken und Drogeriemärkte anbieten, um das Haar wieder voller und kräftiger zu machen – oder es wenigs­tens so aussehen zu lassen. Eine Lösung des Problems, wenn auch nur optisch und zeitlich vorüber­gehend, verspricht ein österrei­chischer Anbieter mit seinem Produkt Cover Hair: Das feine Puder besteht aus Polyamid-Microfasern und wird aus der Dose auf den Kopf gestreut. Dort soll es sich am noch vorhandenen Haar anlagern und es so bis zur nächsten Wäsche optisch verdichten. Die Wirk­weise erklärt der Anbieter so: „Da Ihr Haar immer leicht elektrostatisch aufgeladen ist, zieht es die Microfasern magnetisch an. Sofort haften die Fasern an Ihren Haaren.“

Tipp: Was Spezialshampoos und Arznei­mittel gegen Haar­ausfall leisten, hat die Stiftung Warentest auch getestet Was vor kahlen Stellen schützt. Getestet haben wir zudem natürlich auch Haartönungen Test Haartönungen.

Probanden und Experten sind zufrieden

Cover Hair Color - Dichteres Haar aus der Puderdose
Beispiel 2. Links: Vorher. Rechts: Nachher. © Stiftung Warentest

Funk­tioniert das tatsäch­lich und ist es so einfach, wie es klingt? Wir haben Cover Hair Color in den Farbtönen „Naturblond“ und „Mittel­braun“ bei dm einge­kauft. Über das Internet haben wir außerdem das dazu erhältliche „Fixing Spray“ zum Preis von 4,90 Euro bestellt. Die Produkte haben wir auf den Köpfen von insgesamt 20 Frauen und Männern mit entsprechenden Ausgangs­haar­farben getestet: Zunächst wurde dafür das Puder auf das Haar der Probanden aufgetragen und anschließend mit dem Spray fixiert. Die Probanden und zwei Friseu­rinnen beur­teilten das Ergebnis. Ihr Fazit: Die optische Verdichtung der Haare gelingt gut und wirkt natürlich, das Haar bekommt Volumen und Fülle.

Tipp: Der Anbieter gibt an, dass die Fixierung auch mit einem herkömm­lichen Haar­spray möglich sein soll. Das klingt nach­voll­zieh­bar – geprüft haben wir diese Variante aber nicht. Wer ein gewöhnliches Spray zum Stylen seiner Haare zu Hause hat, sollte es auf einen Versuch ankommen lassen.

Kein Verschmieren, aber leicht auswasch­bar

Cover Hair Color - Dichteres Haar aus der Puderdose
Beispiel 3. Links: Vorher. Rechts: Nachher. © Stiftung Warentest

Auch mit der Anwendung waren die Probanden und Experten zufrieden. Das Puder lässt sich gut und treff­sicher auf den Kopf streuen. Vier Probanden trieben anschließend Sport, sechs gaben an, dass sie geschwitzt hatten. Selbst in diesen Situationen hielt Cover Hair sicher im Haar. An der Wetter­beständig­keit hatten die Probanden ebenfalls nicht auszusetzen. Der Werbeaussage „verrinnt und verschmiert nicht“ stimmten fast alle zu. Zusätzlich haben wir die Kopf­kissenbezüge der Probanden kontrolliert: Dort hinterließ Cover Hair in den meisten Fällen keine oder nur wenige Spuren. Aus dem Haar lässt es sich problemlos auswaschen. Die Mehr­heit der Probanden würde Cover Hair kaufen – nur 2 von 20 verneinten dies.

Tipp: Das Streu­haar Cover Hair Color gibt es in vier Farbtönen von schwarz bis blond. Probieren Sie aus, welcher Farbton am besten zu Ihrer Haarfarbe passt.

Etwas Übung und kleine Tricks

Die eigentliche Ursachen des Haar­ausfalls bekämpft Cover Hair nicht. Unsere Probanden und Experten bestätigen aber mehr­heitlich, dass es eine gute Möglich­keit bietet, fehlendes Haarvolumen zurück­zuerlangen und kahle Stellen auf der Kopf­haut abzu­decken – wenigs­tens bis zur nächsten Wäsche. Fünf unserer Test­personen hatten nicht nur lichteres Haupt­haar, sondern wiesen bereits eine beginnende Glatze auf; auch sie waren mit Cover Hair zufrieden. Im Anwendungs­test zeigte sich aber, dass ein natürlich wirkendes Ergebnis ein wenig Geschick­lich­keit und Übung erfordert. Folgende Tipps sollten Nutzer von Cover Hair beherzigen:

Haare waschen. An frisch gewaschenem Haar haftet Cover Hair besser als an fettigen Haaren. Der Grund dafür: Nach der Wäsche ist das Haar stärker statisch aufgeladen und zieht die Microfasern besser an.

Spiegel nutzen. Beim Auftragen von Puder und Fixier­spray am besten mit dem Rücken zu einem großen Wand­spiegel stehen, vorne in einen kleineren Hand­spiegel schauen: So wird der eigene Hinterkopf gut sicht­bar und die Platzierung des Puders auf den kahlen Stellen gelingt präziser.

Mit Gefühl pudern. Das Puder nicht wie aus einem Salz­streuer auf den Kopf schütteln, sondern behut­sam auf den Kopf „tackern“. Das erhöht einer­seits die Treff­sicherheit. Zugleich gelangt das Produkt so eher in Kopf­haut- und Haarwur­zelnähe und lagert sich nicht an längerem Haar an. Beginnen Sie behut­sam mit wenig Puder, bei Bedarf nach und nach mehr auftragen. Gelangt zu viel Puder auf Haar und Kopf­haut, sieht das Ergebnis unnatürlich aus.

Mit Assistenz arbeiten. Vor allem bei den ersten Anwendungen lohnt es, sich Unterstüt­zung zu suchen: Eine zweite Person kann helfen, das richtige Auftragen zu üben und das Erscheinungs­bild von Haar und Kopf­haut genau kontrollieren.

Die echte Glatze. Von Vorteil ist es, wenn bei einer beginnenden Glatze auf der Kopf­haut wenigs­tens noch ein feiner Haarflaum besteht, an dem sich das Puder anlagern kann. Ganz ohne Haare, also bei einer voll­ständigen Glatze, wirkt das Ergebnis unnatürlich.

Bei Sonne braucht die Kopf­haut Extra-Schutz

Wer schütteres Haar oder eine Glatze hat, sollte an sonnigen Tagen auf einen zuver­lässigen Schutz vor UV-Strahlung achten. Cover Hair bietet ihn nicht. Alpecin hat ein Sonnen­schutz­produkt speziell für die Kopf­haut auf den Markt gebracht zum Test Alpecin Kopfhaut Sonnenschutz. Im Zweifels­fall gilt aber: Nutzen Sie herkömm­liche Sonnen­schutz­mittel auch für den Kopf zum Test Sonnenschutzmittel. Den besten Schutz allerdings bietet eine Kopf­bedeckung wie etwa eine Mütze oder ein Hut.

7

Mehr zum Thema

  • Haar­farben im Test Testsieger zum Selberfärben

    - Die besten Haar­farben im Test sorgen für mehr Frische und weniger Grau. Doch nicht alle Permanent­haar­farben zum Selberfärben schneiden gut ab.

  • Haar­entfernung Welche Methode sich für wen eignet

    - Rasierer, Epilierer, Wachs, Creme – Körperhaare lassen sich auf vielen Wegen entfernen. Die Stiftung Warentest stellt sie vor und gibt Tipps zur Haar­entfernung.

  • Klage gegen Krankenkasse Echthaar­perücke statt Kunst­haar

    - Gesetzliche Krankenkassen müssen oft für eine Perücke zahlen, wenn Versicherte krank­heits­bedingt die Haare verlieren. Ob Anspruch auf eine Echthaar­perücke besteht,...

7 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 20.04.2020 um 12:38 Uhr
Mikroplastik

@marcom: Hinweise zu Mikroplastik in Kosmetika und Tipps zur Vermeidung finden Sie unter https://www.test.de/Mikroplastik-Wie-gefaehrlich-sind-die-winzigen-Kunststoffteilchen-4817845-0/
(AK/SL)

marcom am 19.04.2020 um 10:52 Uhr
und noch schlimmer Inhalation von Mikroplastik

Außer nachhaltigen Problemen für die Umwelt durch die Mikroplastikverseuchung sehe ich im Artikel auch nicht ausreichend die Frage nach Mikroplastik in der Atem und Wohnungsluft aufgeworfen geschweige denn geklärt.

Profilbild Stiftung_Warentest am 19.04.2018 um 14:31 Uhr
schon länger auf dem Markt

@mmark321:
Tatsächlich sind Streuhaar-Produkte dieser Art schon länger auf dem Markt erhältlich. Es war also höchste Zeit, dass die Stiftung Warentest eines dieser Produkte genauer unter die Lupe nimmt. Unseres Wissens nach ist Cover Hair das (zur Zeit) einzige Produkt dieser Art, das breitflächig in Drogeriemärkten angeboten wird. (Kopp/Lo)

Profilbild Stiftung_Warentest am 19.04.2018 um 14:30 Uhr
verunreinigte Kopfkissen?

@123stiftwa:
Wir haben die Probanden gebeten, nach der Anwendung von Cover Hair und dem dazu erhältlichen Fixierspray weiße Kopfkissenbezüge zu verwenden. Die Kontrolle durch unsere Experten ergab, dass das Streuhaar in den meisten Fällen keine oder nur wenige Spuren auf den Bezügen hinterließ. Eine Badekappe wurde von keinem unserer Probanden vermisst.`(Kopp/Lo)

mmark321 am 13.04.2018 um 17:48 Uhr
Gibt es schon lange

Liebe Stiftung Warentest. Ich habe dieses Produkt (allerdings von einer anderen Firma) schon vor 15 Jahren gehabt. Wieso kommen sie jetzt erst mit einem Test?