Mund­schutz. Er ist 2020 in der ganzen Welt üblich geworden.

Millionen haben sich infiziert, Hundert­tausende sind gestorben. Das Coronavirus hält die Welt in Atem und betrifft jeden. Was weiß man inzwischen über den Erreger? Was sind Warnzeichen einer Infektion? Wie kann man sich schützen? Gibt es bald ein wirk­sames Medikament gegen Covid-19? Wie lange müssen wir noch auf einen Impf­stoff warten? Die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest beant­worten die wichtigsten Fragen zum Coronavirus („Sars-CoV-2“).

Corona – Informationen der Stiftung Warentest

Corona – Reisen. Im Special Corona – Reisen informieren die Experten der Stiftung Warentest über Ihre Rechte rund um abge­sagte, abge­brochene und geplante Reisen.

Corona – Jobs. Alles zu Lohn­fortzahlung, Minijobs, Kinder­betreuung und Home Office im Special Corona und Job.

Corona – Recht & Förderung. Im Special Corona – Rechtsrat und finanzielle Hilfen lesen Sie, wo Familien und Selbst­ständige Hilfe erhalten und was mit laufenden Verträge geschieht.

Corona – Aktienmärkte. Informationen zur Lage auf den Aktienmärkten finden Sie im Special Corona-Krise und Aktienmärkte.

Corona – Betrugs­maschen. Wie Kriminelle Geld aus der Corona-Krise schlagen lesen Sie im Special Corona-Betrügereien.

Aktuelle Behörden-Informationen

Gerüchte, Fake-News, Über­treibungen – zurzeit kursieren einige Falsch­informationen rund um die Corona-Krise im Internet. Unter den folgenden Links finden Sie seriöse Einschät­zungen wichtiger Behörden zum Coronavirus.

Bundesgesundheitsministerium (BMG)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Robert-Koch-Institut (RKI)

Auswärtiges Amt

Europäische Präventionsbehörde (ECDC)

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Weitere wichtige Links

Wo ist das nächste Gesund­heits­amt? Das zeigt die RKI-Schnellsuche.

Aktuelle Fall­zahlen

Welt­weit: Johns Hopkins University & Medicine, Coronavirus Resource Center

Europa: European Centre for Disease Prevention and Control

Deutsch­land und seine Bundes­länder: Robert-Koch-Institut

Aktuelle recht­liche Informationen, etwa zu den finanziellen Hilfen und den derzeit gültigen Regeln und Einschränkungen, finden sich auf der Corona-Website der Bundesregierung.

Coronavirus – Anste­ckungs­gefahr

Coronavirus – Verbreitung

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Wie bedrohlich ist die Lage, welt­weit betrachtet?

Die Welt­gesund­heits­organisation WHO hat die Verbreitung des neuartigen Coronavirus als Pandemie einge­stuft. Inzwischen haben fast alle Länder der Erde Infektionen registriert. Einen Über­blick über die aktuellen Infektions­raten bieten eine interaktive Karte der Johns-Hopkins-Universität, die Informationen des Robert-Koch-Instituts zu Risikogebieten sowie die Seiten mit Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes.

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Wie steht es um die Verbreitung des Coronavirus in Deutsch­land?

In Deutsch­land gibt es laut RKI und Johns-Hopkins-Universität Infektionen im sechs­stel­ligen Bereich. Fachleute versuchen, möglichst viele Kontakt­personen von Infizierten zu ermitteln und auf eine etwaige Infektion zu testen. Oft werden Quarantäne-Maßnahmen ange­ordnet, etwa eine häusliche Quarantäne für leicht Erkrankte oder Verdachts­fälle. Auch Menschen, die aus Risiko­gebieten zurück­kehren, sind zu zweiwöchiger Quarantäne aufgefordert.

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Ist das Coronavirus ist Sommer weniger aktiv als im Winter?

Es ist laut RKI denk­bar, dass Sars-CoV-2 im Sommer weniger aktiv ist als im Winter. Wissenschaftlich geklärt sei das aber noch nicht. Generell verbreiten sich Erkältungs­viren – darunter auch die Gruppe der Corona-Viren – bei kühlen Temperaturen besser als bei Wärme und intensiver UV-Strahlung. Vor allem die Tatsache, dass Menschen im Sommer weniger Zeit in dicht gedrängten in Räumen verbringen, verringert die Chance auf Verbreitung.

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Warum sterben in einigen Ländern mehr Menschen als in anderen?

Virologen sagen, dass in Ländern wie Deutsch­land umfang­reich getestet wird. Dadurch werden mehr Infektionen bekannt, die auch milde verlaufen. Es gibt also eine hohe Anzahl von identifizierten Infizierten und eine – im Vergleich zu anderen Ländern – nicht so hohe Anzahl von Verstorbenen.

Wirt­schafts­wissenschaftler der Rhei­nischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn haben eine weitere These: Danach wohnen in Ländern wie Italien und Spanien oft mehrere Generationen einer Familie unter einem Dach, so dass jüngere, erwerbs­tätige Familien­mitglieder die älteren leicht infizieren können. In Deutsch­land und skandinavischen Ländern dagegen leben die Generationen einer Familie häufig räumlich stärker getrennt voneinander – das Anste­ckungs­risiko für ältere Menschen sinkt.

Die Bonner Forscher ergänzen, dass der generations­über­greifende Kontakt in Asien zwar auch ausgeprägt sei, dass die Bevölkerung dort aber insgesamt recht jung sei und zum Beispiel andere Begrüßungs­rituale habe. Das würde die Älteren dann schützen, die anfäl­lig für schwere Verläufe von Covid-19 sind.

Coronavirus und Covid-19-Erkrankung

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Was sind Coronaviren über­haupt?

Es gibt hunderte Typen von Coronaviren. Der Name leitet sich von dem lateinischen Wort „Corona“ für „Krone“ ab, weil die Viren auf ihrer Oberfläche kronen­artige Moleküle tragen. Sie können laut Robert-Koch-Institut sowohl Menschen als auch Tiere infizieren und verschiedene Krankheiten auslösen – im güns­tigen Fall nur eine Erkältung. Das neue Virus gehört zu den sogenannten Beta-Coronaviren. Zwei von ihnen haben in den vergangenen Jahren Epidemien von Atemwegs­erkrankungen ausgelöst: Sars (Severe acute respiratory syndrome) und Mers (Middle East respiratory syndrome).

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Was weiß man über das Virus Sars-CoV-2?

Das Virus Sars-CoV-2 verursacht die Krankheit als „Covid-19“ (für „Corona virus disease 2019“). Bekannt ist der Erreger, seit chinesische Behörden im Dezember 2019 die Welt­gesund­heits­organisation (WHO) informierten, dass in der zentralchinesischen Metro­pole Wuhan in der Provinz Hubei vermehrt Menschen an Lungen­entzündungen mit unklarer Ursache erkrankt seien. Kurz darauf identifizierten chinesische Wissenschaftler ein neuartiges Virus als Ursache. Es zählt zu den Coronaviren.

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Welche Symptome verursacht das Coronavirus am häufigsten?

Die Krank­heits­verläufe von Covid-19 sind laut RKI unspezi­fisch, vielfältig und variieren stark – einige Erkrankte zeigen gar keine Symptome, andere bekommen etwa schwere Lungen­entzündungen, die mit Lungenversagen und Tod enden können. Für Europa fasst das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) die häufigsten Symptome zusammen: Fieber, Husten, Hals­schmerzen. Mitunter kommt es auch zu Geruchs- und Geschmacks­störungen. Zu den weiteren Symptomen zählen allgemeine Schwäche, Schmerzen, laufende Nase, Durch­fall, Kopf­schmerzen, Bauch­schmerzen, Haut­ausschläge, Lymph­knoten-Schwellung, Apathie, Atemnot, Lungen­entzündung. Nicht selten leiden COVID-19-Patienten unter weiteren Infektionen durch andere Erreger. Zudem wurden in einigen Fällen Super­infektionen mit multiresistenten Bakterien fest­gestellt.

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Welche untypischen Symptome sind bekannt?

Verschiedene Studien und Fall­berichte beschreiben auch untypischen Symptome bei Covid-19-Patienten. Hier eine Zusammenfassung, die sich auf das RKI stützt.

Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen. Zunehmend berichten Forscher über Herz-Kreis­lauf-Komplikationen und -Folge­erkrankungen, die vor allem Covid-19-Patienten mit schwerem Verlauf betreffen. Dazu gehören etwa Schädigungen und Entzündungen des Herz­muskels, Herz­infarkt, Herz­insuffizienz, Herz­rhythmus­störungen, Lungen­embolien und Venen­thrombosen.

Neurologische Symptome und Erkrankungen. Neben den oft beschriebenen Störungen des Geruchs- und Geschmacks­sinns sind schwere neurologische Erkrankungen in Zusammen­hang mit einer Infektion beschreiben. So liegen laut einer Literaturrecherche des RKI Einzel­fall­berichte über Beein­trächtigungen der Gehirn­funk­tion und Hirnhaut­entzündungen vor. Es gebe auch die These, dass das Virus das zentrale Nerven­system schädigen und so zum Lungenversagen beitragen könne. Es lägen auch Fall­berichte von Patienten vor, bei denen eine Infektion durch das Coronavirus und das Guillain-Barré-Syndroms – eine akute Lähmung des gesamten Körpers – in Zusammen­hang stehen könnten.

Hautirritationen. Verschiedene Studien und Fall­berichte beschreiben laut RKI eine relativ große Band­breite an Symptomen der Haut, die aber eher selten auftreten können: juckende, masern­ähnliche Ausschläge, Papeln, Quaddeln, Rötungen, Bläschen, an Frostbeulen erinnernde Haut­ver­änderungen.

Nieren­erkrankungen: Studien beob­achteten bei Covid-19 Patienten im Kranken­haus akutes Nieren­versagen, besonders bei schwer erkrankten, zu beatmenden COVID-19-Patienten.

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Welche psychischen Folgen können auftreten?

Die Isolation in der Corona-Pandemie kann auf die Psyche schlagen. Einige Menschen sorgen sich, schwer zu erkranken, die Existenz zu verlieren, oder halten die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie nicht gut aus. Das kann sowohl bei Gesunden als auch psychisch Vorerkrankten Depressivität, Ängst­lich­keit, Schlafstörungen, Stress und Wut verursachen, so die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Zwischen­menschliche Begegnungen stabilisierten die Gesundheit. Der persönliche Kontakt, Mimik, Gestik und Berührung förderten Wohl­befinden und Gesundheit.

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Kann man gegen das Coronavirus immun werden?

Vieles deutet darauf hin. Experten gehen davon aus, dass genesene Patienten nur ein geringes Risiko haben, ein zweites Mal an COVID-19 zu erkranken – so fasst das RKI den aktuellen Forschungs­stand zusammen. Erste Studien hätten gezeigt, dass Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus spezi­fische Antikörper entwickelten, die das Virus in Labortests tatsäch­lich neutralisieren konnten. Unklar ist laut RKI noch, wie robust und wie dauer­haft dieser Immun­status ist und ob Unterschiede von Mensch zu Mensch zu bestehen. Bei anderen Coronavirus-Erkrankungen wie Sars und Mers habe sich angedeutet, dass Betroffene zumindest einen teil­weisen Schutz von bis zu drei Jahre hatten.

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Was sind Gemein­samkeiten zwischen Covid-19 und Grippe?

Beide Krankheiten werden durch Viren ausgelöst, die sich durch Tröpf­chen- oder Schmier­infektionen über­tragen. Typische Symptome sind Atemwegs­erkrankungen, die teils und sogar tödlich verlaufen können. Es gelten die gleichen Empfehlungen zur Vorbeugung: Hände waschen, in die Armbeuge niesen und husten, Taschentücher nur einmal benutzen. 

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Was sind Unterschiede zwischen Covid-19 und Grippe?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO führt einige der Unterschiede zwischen Grippe und Covid-19 aus: Die Inkubations­zeit von Grippe liegt danach im Durch­schnitt bei etwa 3 Tagen, die von Covid-19 bei 5 bis 6 Tagen. Influenza sei vor allem in den ersten 3 bis 5 Tagen nach Ausbruch der Krankheit anste­ckend, wohl auch schon vorher. Ab wann Coronavirus-Infizierte anste­ckend sind, sei noch unklar – möglicher­weise schon 24 bis 48 Stunden vor Einsetzen der Symptome.

Eine neue Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) vergleicht Krank­heits­verläufe von Covid-19-Patienten mit Lungen­entzündung aus China mit Patienten aus Deutsch­land, die während der Grippewellen von 2015 bis 2019 wegen Lungen­entzündung (Pneumonie) in Krankenhäusern behandelt wurden. Es zeigte sich, dass die Covid-19-Patienten in China im Durch­schnitt jünger waren, weniger Vorerkrankungen hatten und häufiger und länger beatmet werden mussten als Pneumonie-Patienten in Deutsch­land während der Grippewellen.

Auch die Sterberate scheint nach Einschät­zung der WHO bei Covic-19 höher zu sein. Ersten Studien zufolge liege sie bei etwa 3 bis 4 Prozent, wobei jeweils nur gemeldete Infektionen mit den bekannten Todes­fällen verrechnet wurden. Die Quote könnte allerdings nied­riger liegen, wenn auch die nicht bestätigten Fälle einbezogen würden. Bei Grippe liege die Sterberate regel­mäßig bei 0,1 Prozent. Das RKI sagt dazu: „Die Zahl der Todes­fälle kann bei den einzelnen Grippewellen stark schwanken, von mehreren hundert bis über 20.000.“

Corona-Infektionen bei Schwangeren und Kindern

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Was ist über Corona-Virus-Infektionen bei Schwangeren bekannt?

Es liegen laut RKI keine Daten vor, ob Schwangere wegen körperlicher und immunologischer Umstellungs­prozesse empfäng­licher für eine Infektion sind als nicht-schwangere Frauen. Im Fall einer Infektion jedoch scheinen Schwangere häufiger keine oder nur milde Symptome zu entwickeln.

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Gefährdet eine Schwangere mit Covid-19 das Ungeborene?

Dazu lassen sich laut RKI noch keine belast­baren Aussagen machen. Es gebe zu diesem Thema bisher nur wenige Daten, insbesondere kaum Lang­zeit­unter­suchungen. Generell steigere hohes Fieber im ersten Schwanger­schafts­drittel das Risiko für Komplikationen und Fehl­bildungen.

„Die Möglich­keit einer Über­tragung im Mutterleib kann, basierend auf den bisher vorliegenden wenigen Unter­suchungen und Fall­berichten aus China zu Immun­reaktionen bei Neugeborenen, nicht ausgeschlossen werden“, schreibt das RKI in seinem Online-Special zum Thema Corona.

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Sind Neugeborene häufig infiziert?

Die meisten neugeborenen Kinder von Müttern, die mit dem Coronavirus infiziert waren, zeigten nach der Geburt keine Krank­heits­zeichen. Das berichtet das RKI. Bislang seien nur Einzel­fälle von erkrankten Neugeborenen beschrieben. Das könne auf eine Infektion im Mutterleib zurück­gehen, aber auch auf eine Anste­ckung erst nach der Geburt. Ob das Virus in Muttermilch vorkommt, sei noch nicht umfang­reich untersucht worden. Eine Veröffent­lichung berichtet, das Virus-Erbgut in Muttermilch nachgewiesen wurde. Welche Rolle die Muttermilch bei einer Virus­über­tragung auf ein Neugeborenes gespielt hat, ist unklar.

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Was ist über COVID-19 bei Kindern bekannt?

Die meisten Studien aus unterschiedlichen Ländern beschreiben, dass Kinder seltener mit dem neuen Coronavirus infiziert werden als Erwachsene. Allerdings wurden die Daten meist während des Lock­downs erfasst, als Kinder und Jugend­liche nicht in Kitas und Schulen gingen und somit wenig Anste­ckungs­gelegenheiten hatten. Kinder zeigen bei Infektionen häufiger als Erwachsene keine oder nur milde Symptome. Das bedeutet aber nicht, dass Kinder weniger empfäng­lich für eine Infektion wären. Laut einer Studie des Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité zur Viruslast, also der Konzentration von Viren, bestehen womöglich keine wesentlichen Unterschiede bei Kindern und Erwachsenen.

Wissenschaftler der Uni-Kliniken in Freiburg, Heidel­berg, Tübingen und Ulm haben im Auftrag des Landes Baden-Württem­berg in einer Studie mit 5 000 Teilnehmern untersucht, ob Kinder das Infektions­geschehen unerkannt antreiben können. Das Fazit der Autoren aus den Ergeb­nissen, die noch vorläufig sind: „Insgesamt scheinen Kinder demnach nicht nur seltener an Covid-19 zu erkranken, was schon länger bekannt ist, sondern auch seltener durch das Sars-CoV-2-Virus infiziert zu werden“.

Am Test nahmen nur Eltern-Kind-Paare teil – also je ein Eltern­teil und ein Kind im Alter von ein bis zehn Jahren, die im selben Haushalt leben und zuvor nicht an Covid-19 erkrankt oder positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Während des Studien­verlaufs wurde nur ein Eltern-Kind-Paar positiv auf das Corona-Virus getestet. Bei 45 Erwachsenen und 19 Kindern fanden sich Antikörper gegen Sars-CoV-2 im Blut. Die getesteten Kinder waren also seltener infiziert als Erwachsene, schluss­folgern die Autoren. Aus den Ergeb­nissen lässt sich nicht erkennen, wer sich in einer Familie zuerst angesteckt hatte und ob Wohn­situation und Beruf der Eltern eine Rolle spielten. Das Land Baden-Württem­berg stützt sich eigenen Aussagen nach auf diese Ergeb­nisse, um die Öffnung von Kitas und Grund­schulen zu verantworten.

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Was weiß man über schwere Verläufe bei Kindern?

Schwere Verläufe bei Kindern sind laut RKI selten und betreffen insbesondere Säuglinge und Klein­kinder. In Deutsch­land etwa litten 26 Prozent der Kinder, die wegen Covid-19 im Kranken­haus behandelt wurden, und 50 Prozent der Kinder in intensivmedizi­nischer Behand­lung unter Vorerkrankungen.

Sehr selten entwickeln Kinder und Jugend­liche eine schwere, aber behandel­bare Entzündungs­reaktion: Sie heißt multi­systemisches inflammatorisches Syndrom. Eine Fall­serie wurde unter anderem in Italien beschrieben. Typische Symptome sind etwa hohes Fieber, Haut­ausschlag, entzündete Bindehäute, Magen-Darm-Probleme. Das Krank­heits­bild ähnelt teil­weise dem Kawasaki-Syndrom, das in Zusammen­hang mit anderen Virus­infektionen beob­achtetet wurde.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzt das Risiko für Kinder, am multi­systemischen inflammatorischen Syndrom zu erkranken, als gering ein. Die WHO erklärt zudem, dass Todes­fälle bei Kindern sehr selten seien.

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Inwiefern tragen Kinder und Jugend­liche zur Verbreitung des Coronavirus bei?

Dazu liegen nur wenige Daten vor. Die meisten Studien zeigen zurzeit noch, dass Kinder durch Erwachsene infiziert wurden. Allerdings wurden die Daten über­wiegend erfasst, als Kitas und Schulen geschlossen oder nur einge­schränkt geöffnet waren. Das RKI hält es für plausibel, dass Kinder und Jugend­liche das Virus in relevantem Maße über­tragen können, weil sie engen Kontakt unter­einander haben und bei einem symptomlosen Verlauf nicht zuhause bleiben.

Corona-Risiko­gruppen

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Wie alt sind die Erkrankten im Durch­schnitt?

In Deutsch­land liegt das durch­schnitt­liche Erkrankungs­alter bei 50 Jahren. 2 Prozent der registrierten Fälle waren jünger als 10 Jahre, 4,4 Prozent zwischen 10 und 19 Jahre alt, 43 Prozent zwischen 20 und 49 Jahren alt, 31 Prozent zwischen 50 und 69 Jahren alt, 16 Prozent zwischen 70 und 89 Jahren alt und 2,9 Prozent älter als 90 Jahre.

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Erkranken Männer häufiger als Frauen?

In Deutsch­land nicht. 48 Prozent der registrierten Fälle sind Männer. Laut Bundes­gesund­heits­ministerium gibt es jedoch Hinweise darauf, dass Männer häufiger einen schweren Krank­heits­verlauf erleiden als Frauen. Die Ursachen seien noch nicht ausreichend erforscht. Experten vermuten, dass soziale Normen und unterschiedliche Lebens­weisen eine Rolle spielen dürften.

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Wer gehört zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf?

Folgende Personen­gruppen haben laut RKI, basierend auf der aktuellen Studien­lage, ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krank­heits­verlauf:

- Ältere Menschen – ab 50 bis 60 Jahren steigt das Risiko für schweren Verlauf stetig

- Raucher

- stark adipöse Menschen

-Personen mit bestimmten Vorerkrankungen: Dazu gehören Erkrankungen des Herz-Kreis­lauf-Systems wie koronare Herz­erkrankungen und Blut­hoch­druck, chro­nische Lungen­erkrankungen wie COPD, chro­nische Leber­erkrankungen, Diabetes mellitus und Krebs

- Menschen mit geschwächtem Immun­system, etwa durch eine Erkrankung oder durch die regel­mäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immun­abwehr beein­flussen und herab­setzen können wie Kortison.

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Gehören Asth­matiker zur Risikogruppe?

„Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Patienten mit Asthma ein höheres Risiko für schwere Covid-19-Verläufe habe“, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie in einer Stellung­nahme. Es gebe sogar die Hypothese, das dieses Risiko bei Asthma-Patienten nied­riger liegen könnte. Der Grund: Der ACE-2-Rezeptor im Körper, der für die Aufnahme des Coronavirus verantwort­lich ist, könnte bei ihnen sogar weniger ausgeprägt wirken.

Es liegen auch keine Hinweise vor, wonach eine Therapie mit inhalativen Steroiden bei Asthma das Risiko schwerer Covid-19-Verläufe steigert. Asth­matiker sollten auf keinen Fall auf ihre inhalativen Medikamente mit Kortison verzichten oder die Dosis eigenmächtig ändern. Unsere Daten­bank Medikamente im Test informiert zum Themen­bereich Asthma über Unterschiede von kortisonhaltigen Medikamenten zum Inhalieren und solchen zum Einnehmen.

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Erhöht Heuschnupfen das Corona-Infektions­risiko?

Nein, sagt die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. „Personen mit einem Heuschnupfen haben keine verminderte immunologische Abwehr“. Die Abwehr gegen Bakterien und Viren verlaufe bei ihnen normal. Pollen­allergiker sollten auch in Corona-Zeiten die gleichen Medikamenten zur Behand­lung des Heuschnupfens nutzen wie bisher.

Wer gerade eine spezi­fische Immun­therapie – auch Hyposensibilisierung genannt – mit Spritzen, Tabletten oder Tropfen erhalte, solle diese weiterführen. Die besten Mittel gegen Heuschnupfen finden Sie in unserer Daten­bank Medikamente im Test.

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Kann meine Blutgruppe das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhen?

Das ist wissenschaftlich noch unklar, aber es liegen erste Hinweise darauf vor: Menschen mit der Blutgruppe A könnten ein um etwa 50 Prozent höheres Risiko für einen schweren Covid-19 Verlauf haben als Menschen mit anderen Blut­gruppen; Menschen mit Typ-0-Blut sind womöglich um fast 50 Prozent besser vor einer ernsten Covid-19-Erkrankung geschützt. Das erklären Forscher des Universitäts­klinikums Schleswig-Holstein, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Universität Oslo in einer Preprint-Studie.

Preprints sind noch nicht von anderen Forschern begut­achtet worden. Die Forscher berichten, im Erbmaterial von 1 610 schwer erkrankten Covid-19-Patienten aus Italien und Spanien Genvarianten gefunden zu haben, die den Verlauf von Covid-19 deutlich beein­flussen könnten. Eine Variante betreffe das Gen für die Blut­gruppen­eigenschaft. Die Forscher verglichen die Ergeb­nisse dieser Patienten, die alle im Kranken­haus Sauer­stoff erhielten oder maschinell beatmet wurden, mit dem Erbgut von gut 2 200 gesunden Italienern und Spaniern. Welche Mecha­nismen hinter den häufigeren schweren Verläufen bei Patienten mit Blutgruppe A liegen könnten – etwa in Bezug auf Immun­reaktion und Gerinnungs­faktoren – müsse noch näher untersucht werden. Die Unter­suchung bestätigt laut Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zwei frühere Studien, die bei Covid-19-Patienten bereits einen möglichen Zusammen­hang zwischen der Blut­gruppen­eigenschaft und Erkrankung beschrieben hatten.

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Liegen gesicherte Erkennt­nisse darüber vor, dass bestimmte Mittel gegen Blut­hoch­druck das Risiko für Covid-19 erhöhen?

Nein. Neuere wissenschaftliche Artikel haben mögliche Zusammenhänge zwischen der Einnahme von bestimmten Blut­druck­senkern und der Erkrankung an Covid-19 thematisiert. Im Fokus standen ACE-Hemmer und Angiotension-II-Rezeptor­blocker (ARB).

Das Bundes­institut für Arznei­mittel und Medizin­produkte (BfArM) sagt dazu: „Diese Zusammenhänge sind theoretischer Natur, wobei einige auf ein Komplikations­risiko und andere auf eine schützende Wirkung dieser Medikamente hinweisen.“ Derzeit gebe es keine wissenschaftlichen Beweise, die beide Behauptungen stützen. Sollten sich neue Erkennt­nisse ergeben, werde die Öffent­lich­keit informiert.

Wichtig: Patientinnen und Patienten sollen die Arznei­mittel nicht eigenmächtig absetzen und sich bei Fragen an ihre Ärztin oder ihren Arzt wenden. Mehr Infos darüber, welche Blut­druck­senker sich für wen eignen sowie Tipps, wie sich der Blut­druck womöglich auch ohne Medikamente senken lässt, finden Sie in unserer Bewertung von Medikamenten gegen Bluthochdruck. Im Test von Blutdruckmessgeräten finden Sie die besten Geräte zum Blut­druck­messen.

Covid-19 – schwere Verläufe

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Wie viel Prozent der Infizierten kommen in Deutsch­land ins Kranken­haus?

Unter Berufung auf Daten des deutschen Melde­systems erklärt das RKI, dass in Deutsch­land etwa 20 Prozent der in Deutsch­land gemeldeten Fälle ins Kranken­haus gekommen seien. Dort seien aber nicht nur Menschen mit schwerem Verlauf aufgenommen worden, sondern auch Menschen mit Vorerkrankungen, besonderen Risiken oder zur Isolation.

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Wie lange liegen Covid-Patienten im Kranken­haus?

Laut einer Veröffent­lichung, die eine chinesische Fall­serie analysiert, lagen Covid-19-Patienten im Mittel 10 Tage im Kranken­haus. Der Bericht der „WHO-China Joint Mission on Coronavirus Disease 2019“ berichtet davon, dass milde Fälle sich im Mittel zwei Wochen im Kranken­haus aufhielten und schwere Fälle drei bis sechs Wochen.

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In welcher Alters­gruppe gibt es die meisten Todes­fälle?

86 Prozent der Menschen, die in Deutsch­land an Covid-19 gestorben sind, waren laut RKI 70 Jahre alt oder älter. Im Mittel waren die Verstorbenen 82 Jahre alt.

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Wie viel Prozent der Infizierten sterben statistisch gesehen?

Die Europäische Gesund­heits­behörde ECDC schätzt, dass von den bekannten Infizierten in Europa etwa 10,5 Prozent gestorben sind. In Deutsch­land liegt der Fall-Verstorbenen-Anteil laut RKI aktuell bei 4,7 Prozent. Eine Studie aus China schätzte ihn bei einer Patientengruppe von 1099 Personen auf 8,1 Prozent bei schweren Erkrankungen und 0,1 Prozent bei leichten Erkrankungen. Wie hoch die Sterb­lich­keit wirk­lich ist, lässt sich nicht genau beschreiben – möglicher­weise sind 4,5 bis 11,1 mal mehr Menschen erkrankt als registriert. Dann läge die Quote deutlich nied­riger.

Verdacht auf Infektion – Anlauf­stellen und Möglich­keiten von Tests

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Was soll ich tun, wenn bei mir Covid-Symptome auftreten?

Wer nur leichte Symptome verspürt, sollte sich freiwil­lig isolieren und seinen Arzt oder die Nummer des Kassen­ärzt­lichen Notdienstes 116117 anrufen. Bei Kindern, die Atemwegs­erkrankungen haben, ist ein Anruf beim Kinder­arzt angebracht. Die Mitarbeiter der Hotline informieren über Anlauf­stellen in Wohn­ortnähe. Wenn der Betroffene – zum Beispiel am Wochen­ende – niemanden erreicht, sollte er es mehr­mals unter der 116117 versuchen. In Notfällen, zum Beispiel bei Atemnot: den Notruf 112 oder eine Rettungs­stelle anrufen.

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Wer wird getestet?

Das RKI empfiehlt inzwischen, Personen in folgenden Fällen auf Covid-19 zu testen:

- bei Symptomen einer akuten Atemwegs­erkrankung – unabhängig von Risiko­faktoren.

- bei Verlust des Geruchs- und Geschmacks­sinns – unabhängig von den Risiko­faktoren.

- bei Kontakt zu labor­bestätigtem Covid-19-Patienten inner­halb der vergangenen zwei Wochen und gleich­zeitigem Vorkommen von Symptomen, die mit COVID-19 vereinbar sind.

- bei klinischen oder radio­logischen Hinweisen auf eine virale Lungen­entzündung und wenn der Patient zusätzlich in einem Umfeld wie einer Pfle­geeinrichtung lebt, in der Lungen­entzündungen gehäuft auftreten.

Das RKI hat ein Fluss­schema erstellt, das Ärztinnen und Ärzten Hilfe­stel­lungen für die Verdachts­abklärung, für Schutz­maßnahmen und zur Diagnostik gibt.

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Ist ein Test bei Personen ohne jedes Krank­heits­zeichen sinn­voll?

Eine Labor­diagnostik sollte in der Regel nur bei Krank­heits­zeichen durch­geführt werden, rät das RKI. Wenn man gesund sei, sich aber noch in der bis zu 14-tägigen Inkubations­zeit befinde, sage ein negativer Test auf das Coronavirus nichts darüber aus, ob man doch noch krank werden könne. Für Ausnahmen siehe Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2.

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Welche Tests gibt es, um das Coronavirus nach­zuweisen?

Eine Infektion mit dem Coronavirus lässt sich mit verschiedenen Methoden nach­weisen. Hier die wichtigsten:

Poly­merase-Chain-Reaction (PCR)-Test: Dieser Test gilt als am zuver­lässigsten. Dabei weisen Labore das Erbgut des Virus über hoch-sensitive, molekulare Test­systeme nach. Die reine Test­zeit beträgt laut RKI etwa 4 bis 5 Stunden. Doch von der Probenent­nahme bis zur Ergeb­nismitteilung können ein bis zwei Tage verstreichen, falls große Mengen an Proben vorliegen, auch mehr. Wenn die Infektion noch nicht lange zurück­liegt, gelten Abstriche aus den oberen Atemwegen – also aus Rachen oder Nase – als besonders geeignet für den Test. In späteren Phasen der Infektion können auch Sekrete aus den unteren Atemwegen untersucht werden. Der Nach­weis des Coronavirus ist auch im Stuhl und seltener im Blut möglich. Noch ist aber nicht geklärt, wie aussagekräftig diese Befunde sind.

Antigen-Test: Dieser Test soll inner­halb von wenigen Minuten eine akute Infektion mit dem Coronavirus identifizieren. Das Probenmaterial ist ein Rachen­abstrich. Allerdings weisen die bislang vorliegenden Test­verfahren laut RKI eine Infektion lange nicht so zuver­lässig nach wie ein PCR-Test.

Virus­anzucht: In der Forschung spielt die Virus­anzucht von Patienten­proben in Zell­kultur­systemen eine große Rolle. Sie können helfen, die Infektiosität eines Patienten einzuschätzen. Die Virus­anzucht setzt jedoch Fach­kunde und dafür speziell ausgestattete Labore voraus.

Antikörper-Test: Einen Test auf spezi­fische Antikörper gegen das Coronavirus im Blut/Serum hält das RKI aus epidemiologischer Sicht für sinn­voll, weil sich damit zusätzliche Erkennt­nisse über die tatsäch­liche Verbreitung des Virus in der Bevölkerung gewinnen lassen. Zwischen den ersten Symptomen und der Nach­weisbar­keit spezi­fischer Antikörper vergehen etwa ein bis zwei Wochen. Die Antikörper können sowohl während der Erkrankung, nach Abklingen der Symptome als auch nach dem Verschwinden Virus aus dem Körper nachgewiesen werden.

Bild­gebende Diagnostik: Zur Ergän­zung der molekularen Diagnostik sollte bei schweren Krank­heits­verläufen auch eine radio­logische/bild­gebende Diagnostik der Atemwege erfolgen. Das kann aber stets nur in Kombination mit einem Nach­weistest erfolgen.

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Gibt es schon einen Corona-Schnell­test für zu Hause?

Ein zuver­lässiger Schnell­test für zu Hause, der eine Infektion mit dem Coronavirus – nach Vorbild eines Schwanger­schafts­tests – nach­weisen kann, existiert noch nicht. Zurzeit müssen Tests noch relativ aufwendig in Laboren analysiert werden (siehe oben).

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Können Antikör­pertests, die online angeboten werden, auch Privatleuten nutzen?

Mitt­lerweile lassen sich Schnell­tests online bestellen, die Antikörper gegen Sars-CoV-2 im Blut nach­weisen sollen. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker warnt, dass diese Tests nur bedingt eine Infektion anzeigen können. Patienten könnten trotz negativer Test­ergeb­nisse infektiös sei, nachgewiesene Antikörper sich auch auf andere Coronaviren beziehen. Antikör­pertests, die online breit angeboten werden, können zudem von den Anbietern selbst zertifiziert werden. Im Wissen­schafts- und Labor­betrieb sieht es anders aus: Einige Labore arbeiten bereits mit Antikör­pertests. Aber selbst diese gelten noch nicht als genau und empfindlich genug, um eine Immunität fest­zustellen. Aktuell befinden sich Tests auf SARS-CoV-2-spezi­fische Antikörper im Blut beziehungs­weise im Serum laut RKI noch in der Zulassungs­phase. Sie könnten für epidemiologische Fragestel­lungen sinn­voll sein. Zudem warnen WHO und Verbraucherzentralen vor gefälschten medizi­nischen Tests.

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Wie funk­tioniert der Meldeweg bei einer Infektion mit dem Coronavirus?

Wenn ein Arzt oder eine Ärztin bei jemanden den Verdacht auf Covid-19 diagnostiziert, muss dies dem Gesund­heits­amt gemäß Infektions­schutz­gesetz (IfSG) gemeldet werden. Auch ein Labor, das das Coronavirus bei jemanden nach­weist, muss den Fall beim Gesund­heits­amt melden. Die Meldungen müssen dem Gesund­heits­amt spätestens inner­halb von 24 Stunden vorliegen – mit Name, Adresse und Kontakt­daten des Betroffenen. So kann das Gesund­heits­amt die betroffene Person kontaktieren und die notwendigen Maßnahmen einleiten, zum Beispiel Isolierung, Ermitt­lung von Kontakt­personen.

Die Gesund­heits­ämter über­mitteln den zuständigen Landes­behörden dann die nachgewiesenen Covid-19-Fälle – allerdings ohne Namen, Wohn­ort und Kontakt­daten der Betroffenen. Der Fall geht so dann inner­halb von 24 Stunden weiter an das RKI.

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Was muss man beachten, wenn eine Behörde für mich Quarantäne ange­ordnet hat?

Wenn Sie zu den Menschen zählen, die mit dem Coronavirus infiziert sind oder anste­ckungs­verdächtig sind, ordnet die zuständige Behörde – in der Regel das Gesund­heits­amt – Quarantänemaß­nahmen an. Die Behörde legt die Länge der Maßnahme fest. Sie endet nicht auto­matisch, sondern erst, wenn sie durch die zuständige Behörde wieder aufgehoben wurde. Wer die Quarantäne nicht einhält, muss mit Strafen rechnen.

Das RKI hat ein Merk­blatt mit Tipps und Hilfs­angeboten für Menschen in Quarantäne heraus­gebracht. Darin steht etwa, wie Betroffene mit einem Arzt in Kontakt treten und Unterstüt­zung beim Einkaufen finden können und was der seelischen Gesundheit hilft.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät in einem Flyer zur häuslichen Quarantäne, sich eine Tages­struktur zu schaffen und mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Wer nieder­geschlagen ist und sich allein fühlt, kann auch die Telefonseelsorge anrufen unter 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0222 oder 116 123. Generell sollten Menschen auch in Quarantäne die Hygiene­regeln beim Hände­waschen, Husten und Niesen einhalten.

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Wie verhalte ich mich, wenn ich Kontakt zu einem Infizierten hatte?

Wenn Sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten, wenden Sie sich sofort und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesund­heits­amt. Nach einer individuellen Befragung können ihnen die Mitarbeiter Ihren Kontakt­grad zur infizierten Person einstufen und Maßnahmen empfehlen und über die weiteren erforderlichen Schritte entscheiden. Wenn Sie als „Kontaktperson der Kategorie I“ einge­stuft wird, weil Sie etwa mindestens 15 Minuten mit einer Person in einem Raum gesprochen haben oder mit dessen Körperflüssig­keiten oder -sekreten in Berührung gekommen sind, sind besonders strikte Quarantäne-Maßnahmen erforderlich. „Kontaktperson der Kategorie II“ bedeutet, dass Sie weniger als 15 Minuten Face-to-Face-Kontakt mit einer infizierten Person hatten und auch mit keinen Körperflüssig­keiten in Kontakt gekommen sind. In solchen Fällen leitet das Gesund­heits­amt normaler­weise keine gesonderten Maßnahmen ein, sollte ein besonderes Risiko vorliegen, aber schon. Zu den „Kontaktpersonen der Kategorie III“ gehört medizi­nisches Personal, das entweder Kontakt von weniger als 2 Meter zu einem Infizierten hatte und Schutz­kleidung trägt, oder mehr als 2 Meter Abstand hat – aber keine Schutz­kleidung trägt.

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Wie führe ich ein Quarantäne-Tage­buch?

Wenn Sie nach Kontakt mit einer infizierten Person in Quarantäne müssen, fordert die zuständige Gesund­heits­behörde Sie auf, ein Quarantäne-Tage­buch zu führen. Dort sollen mögliche Symptome, die zweimal tägliche gemessene Körpertemperatur, Aktivitäten und Kontakte zu weiteren Personen im Haushalt vermerkt werden. Das Gesund­heits­amt soll laut Bundes­gesund­heits­ministerium täglich mit den Menschen in Quarantäne kommunizieren und sich nach dem Gesund­heits­zustand erkundigen.

Coronavirus – Anste­ckungs­gefahr

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Wie anste­ckend ist das Coronavirus?

Sehr. Ein Infizierter steckt nach Schät­zung der WHO durch­schnitt­lich etwa 2 bis 2,5 andere Menschen an, einige Wissenschaftler gehen auch von 2 bis 3 Menschen aus. Haupt­über­tragungs­wege scheinen Tröpf­chen beim Husten und Niesen sowie Aerosole zu sein, die Menschen etwa beim Sprechen mit dem Atem verströmen. Das RKI verweist auf Studien, wonach die Aerosole in Abhängig­keit von der Laut­stärke sowie beim Singen freigesetzt und vor allem in schlecht belüfteten Räumen über Klima­anlagen verteilt werden könnten. In experimentell erzeugten Aerosolen, die mit Viren angereichert waren, ließen sich vermehrungs­fähige Viren bis zu drei Stunden nach­weisen. Kontakt-Über­tragungen, etwa über Klinken oder Gegen­stände, spielen laut RKI vermutlich eine geringere Rolle.

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Wie viel Zeit liegt zwischen Anste­ckung und Erkrankung?

Die Zeit von der Anste­ckung bis zum Erkrankungs­beginn – Inkubations­zeit genannt – liegt laut RKI im Mittel bei 5 bis 6 Tagen. Die Spann­weite dabei betrage 1 bis 14 Tage.

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Wie lange sind Infizierte infektiös?

Laut Robert-Koch-Institut kann man aufgrund der Daten­lage davon ausgehen, dass Infizierte das Virus in relevantem Maße bereits zwei Tage vor den ersten Symptomen weitergeben. Am Tag vor dem Symptom­beginn ist die Infektiosität am höchsten. Verschiedene Studien ermittelten, wie lange Infizierte nach Symptom­beginn das Virus über­tragen können. Der Durch­schnitt liegt demnach bei fünf bis sieben Tagen, wobei die Infektiosität mit der Zeit abzu­nehmen scheint. Die Zeiträume, die in den verschiedenen Studien genannt wurden, variierten teils erheblich. Sie könnten bei Infizierten ohne Symptome sowie bei Kindern kürzer sein, bei schwer Erkrankten länger.

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Wie viel Prozent der Infizierten geben das Virus vor den ersten Symptomen weiter oder ganz ohne selbst zu erkranken?

Über­tragung durch Infizierte, die noch keine Symptome verspüren oder gar keine ausbilden, scheinen laut RKI „eine ganz wesentliche Rolle für die Ausbreitung zu spielen.“ Das zeigten verschiedene Studien: Als nach dem Corona-Ausbruch in der italienischen Gemeinde Vo´ der Groß­teil der Bevölkerung auf das Virus getestet wurde, erhielten 43 Prozent der Test­personen einen positiven Befund – ohne dass sich bei ihnen Symptome gezeigt hätten. Eine Studie über Infizierte im Kreis Heins­berg berichtet, dass nach dem Ausbruchs­ereignis in Folge einer Faschings­ver­anstaltung 22 Prozent aller Infizierten keine Krank­heits­zeichen entwickelten. Bestimmte Gruppen bilden ersten Studien­ergeb­nissen zufolge nach Infektionen besonders selten Krank­heits­symptome aus: bis zu 88 Prozent der Schwangeren und bis zu 28 Prozent der Kinder. Dabei scheint sich die Viruslast bei Infizierten mit und ohne Symptome nicht wesentlich zu unterscheiden. Das heißt: Sie können das Virus in vergleich­barem Maße weiter geben wie Menschen mit Symptomen.

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Kann das Coronavirus auch über den Stuhlgang über­tragen werden?

Das ist noch nicht geklärt. Bei Covid-19-Patienten wurde vereinzelt Virus im Stuhl identifiziert. Für eine Anste­ckung müssten Viren jedoch vermehrungs­fähig sein, was Studien bisher erst selten zeigten.

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Kann man sich über Gegen­stände mit dem Coronavirus infizieren?

Über­tragung könnten durch Schmier­infektionen erfolgen, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Das kann passieren, wenn jemand einen infizierten Gegen­stand oder eine Oberfläche mit der Hand berührt und diese dann in Kontakt mit Schleimhäuten – etwa von Nase, Mund und Auge – kommt. Über die Schleimhäute kann das Virus dann in den Körper dringen. Das BfR verweist aber darauf, dass es derzeit keine belast­baren Belege für Anste­ckungen über Oberflächen gäbe

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Wie lange kann das Coronavirus auf Oberflächen über­leben?

Die Stabilität von Coronaviren in der Umwelt hängt laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) von vielen Faktoren wie Temperatur, Luft­feuchtig­keit, Beschaffenheit der Oberfläche, Licht, Virus­stamm und Virusmenge ab. Im Allgemeinen seien Coronaviren, die über den Menschen auf trockene Oberflächen gelangten, nicht besonders stabil. Für das neuartige Coronavirus zeigen erste Unter­suchungen in einem Labor einer amerikanischen Arbeitsgruppe, dass es auf verschiedenen Oberflächen verschieden lang vermehrungs­fähig blieb: auf Kunststoff bis zu 72 Stunden, auf Edelstahl bis zu 48 Stunden, auf Karton bis zu 24 Stunden und auf Kupfer bis zu 4 Stunden. In früheren Studien zu einem anderem Coronavirus, dem Sars-CoV-1, blieben die Viren auf Papier, Baumwoll­gewebe oder Einwegschutz­kitteln bis zu 24 Stunden infektiös – bei hoher Viruslast gar bis zu zwei Tage.

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Reisen die Viren in Cars­haring-Autos, Bussen und Bahnen mit?

Das Lenk­rad im Cars­haring-Wagen oder Haltegriffe in Bus und Bahn – auch das sind Oberflächen, auf denen sich die Viren einige Zeit halten können (siehe vorherige Frage). Sicher ist: Wo viele Menschen direkt oder indirekt in Kontakt kommen, gilt besonders: Abstand halten, Nies- und Händehygiene wahren, nicht ins Gesicht fassen. Fürs Cars­haring empfiehlt es sich zusätzlich, vor der Fahrt gut durch­zulüften.

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Setzt Spülen mit der Hand oder im Geschirr­spüler das Virus auf Geschirr schachmatt?

Coronaviren, deren Erbgut von einer Fett­schicht umhüllt ist, reagieren laut BfR empfindlich auf fett­lösende Substanzen wie Alkohole und Tenside in Seifen und Geschirr­spül­mitteln. Auch wenn für Sars-CoV-2 noch keine spezi­fischen Daten vorliegen, sei es wahr­scheinlich, dass die fett­lösenden Substanzen die Virus­oberfläche beschädigten und das Virus inaktivierten. Das BfR verweist auf eine Studie mit dem verwandten Sars-CoV-1-Coronavirus, in der dieses durch eine fünf­minütige Behand­lung mit handels­üblichem Spül­mittel voll­ständig inaktiv wurde. Höhere Temperaturen und noch längerer Kontakt mit den fett­löslichen Substanzen bieten noch mehr Sicherheit, das Virus auszuschalten – zum Beispiel beim Reinigen von Trinkgefäßen im Geschirr­spüler bei mindestens 60 Grad Celsius. Wer mit der Hand spült, sollte möglichst heißes Wasser nutzen – mindestens 45 Grad Celsius und maximal 50 Grad Celsius, um die Haut der Hände nicht zu strapazieren.

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Können Coronaviren durch Tassen und Gläser in der Gastronomie oder Pfle­geeinrichtungen über­tragen werden?

Das BfR hat davon eigenen Angaben zufolge keine Kennt­nis. Theoretisch könnte eine infizierte Person ein Glas über die Berührung mit der Hand oder über Speichel mit dem Virus belasten. Wenn eine weitere Person aus diesem Glas tränke, wäre eine Über­tragung möglich – voraus­gesetzt, das Glas würde zwischen­durch nicht ausreichend gereinigt (Siehe Frage oben).

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Soll man Desinfektions­mittel zur Oberflächen­reinigung nutzen?

Das kommt darauf an. Zum Reinigen von Oberflächen zuhause oder im Alltag reichen nach aktueller Einschät­zung die üblichen Haus­halts­reinigungs­mittel, weil die enthaltenden wach­aktiven Substanzen die fett­haltige Außenhülle des Coronavirus angreifen und es vermutlich inaktivieren können. Wenn aber kein Wasser in greif­barer Nähe ist, dann sind Desinfektions­mittel angebracht. Auf ihnen sollten aber die Hinweise „begrenzt viruzid“, „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“ stehen.

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Können Coronaviren auf Textilien über­leben?

Es ist noch unklar, wie lange die neuartigen Coronaviren auf Textilien oder in der Wasch­maschine über­leben, teilt das BfR mit. Weil das Erbgut von Coronaviren von einer Fett­schicht umhüllt sei, reagierten sie generell empfindlich auf fett­lösende Substanzen wie Tenside. Diese sind als Fett­löser in Wasch­mitteln enthalten. Das BfR rät Privathaushalten, die Wäsche wie gewohnt waschen. Wenn jemand ein Haus­halts­mitglied erkrankt sei, dann sollten dessen Textilien wie Kleidung, Bett­wäsche, Unter­wäsche, Hand­tücher und Wasch­lappen sicher­heits­halber bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad Celsius in einer Wasch­maschine mit Voll­wasch­mittel gewaschen und gründlich getrocknet werden.

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Können Viren ins Essen geraten?

Das hängt davon ab: Sollte ein infizierter Koch versehentlich beim Kochen ins heiße Essen husten, dann würde Hitze die hitze­empfindlichen Viren abtöten. Bei kalten Gerichten wie Obst, einem Brötchen oder einer Scheibe Wurst wäre das nicht der Fall, bei Berührung könnte es zu Schmier­infektionen kommen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung sind derzeit keine Fälle bekannt, bei denen sich jemand durch den bloßen Verzehr kontaminierter Lebens­mittel wie Back­waren Obst, Gemüse, Fleisch oder Fleisch­waren mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätte. Wichtig für alle, die Speisen zubereiten: die Hygiene­regeln einhalten.

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Kann man sich über kontaminierte Tiefkühl­kost mit dem Coronavirus infizieren?

Bisher gibt es keine Hinweise dazu, so das BfR. Bekannt ist, dass andere Coronaviren – Sars-CoV-1 und Mers – kälteun­empfindlich sind. Sie können im gefrorenen Zustand bei minus 20 Grad Celsius bis zu 2 Jahre infektiös bleiben. Sicher­heits­halber sollten Verbraucher Tiefkühl­kost durch­erhitzen – mindestens zwei Minuten lang bei mindestens 70 Grad Celsius.

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Können Coronaviren über Milch von Kühen, die verunreinigtes Futter gefressen haben, über­tragen werden?

Eine Über­tragung der Viren durch Milch ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung nach derzeitigem Wissens­stand unwahr­scheinlich. Entsprechende Infektionen seien bislang nicht bekannt. Es lägen keine Hinweise vor, dass Futtermittel ein Vehikel für Coronaviren seien.

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Können Nutztiere das Coronavirus auf den Menschen über­tragen?

Laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI) liegen bislang keine Hinweise vor, dass sich Nutztiere wie Schweine und Hühner über­haupt mit dem neuartigen Coronavirus infizieren können. Das FLI erklärt, mit Unter­suchungen zur Empfäng­lich­keit von Tieren gegen­über dem Coronavirus begonnen zu haben. Erste Zwischener­gebnisse zeigten, dass sich weder Schweine noch Hühner infizieren ließen.

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Können Haustiere das Corona-Virus auf den Menschen über­tragen?

Bislang liegen laut Friedrich-Löffler-Institut keine Hinweise vor, wonach Hunde und Katzen eine Rolle bei der Verbreitung des Virus spielen. Die Über­tragung von Mensch zu Mensch sei bei der Pandemie ausschlag­gebend.

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Können sich Haustiere bei infizierten Menschen anste­cken?

Das schließt das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) je nach Tier­art nicht komplett aus. Allerdings bedeute eine mögliche Infektion von Haustieren nicht auto­matisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann und von ihnen auch wieder ausgeschieden wird. Infizierte Personen sollte beim Kontakt zu ihren Haustieren besonders auf Hygiene achten, engen Kontakt möglichst vermeiden, die Tiere nicht anhusten oder anniesen und sich von den Tieren nicht durchs Gesicht lecken lassen.

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Können sich Hunde bei infizierten Menschen anste­cken?

Für Hunde liegen laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI) keine wissenschaftlich belast­baren Hinweise auf eine Infektion durch den Menschen vor – auch wenn bei zwei Hunden in Hong Kong genetisches Material des Erregers nachgewiesen worden sei. In einem Fall sei auch infektiöses Virus nachgewiesen worden. Eine erste tier­experimentelle Studie aus China und die beiden Einzel­fälle aus Hong Kong weisen laut FLI auf eine geringe Empfäng­lich­keit von Hunden für SARS-CoV-2 hin.

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Können sich Katzen bei infizierten Menschen anste­cken?

Ja, dafür gibt es laut Friedrich-Löffler-Institut inzwischen verschiedene Nach­weise. Aus verschiedenen Ländern wurden virus­positive Katzen, welche zum Teil Krank­heits­symptome zeigten, gemeldet. Die Katzen hielten sich in Haushalten mit an Covid-19 erkrankten Personen auf und wurden wahr­scheinlich von diesen Personen angesteckt. Der Bronx Zoo in New York etwa berichtete über den Nach­weis des Coronavirus bei allen acht Tigern und Löwen. Dabei habe nur ein Tiger­weibchen deutliche Krank­heits­symptome gezeigt. Alle Groß­katzen hätten sich von der Infektion erholt, hieß es. Wahr­scheinlich haben sich die Tiere bei ihren Tier­pflegern angesteckt. Da Tiger und Löwen zu den Groß­katzen gehören, ist dieser Bericht nicht sehr über­raschend.

Und chinesische Forscher fanden im Blut von 11 von 140 Katzen aus Wuhan Antikörper gegen das Coronavirus. In experimentellen Studie aus China ließen sich Katzen sowie marder­artige Frett­chen mit SARS-CoV-2 infizieren. Diese Tiere konnten das Virus unter besonderen Versuchs­bedingungen an Artgenossen weitergeben. Beides hat das FLI eigenen Angaben zufolge ebenfalls für Frett­chen nachgewiesen. Außerdem meldeten berichteten nieder­ländische Behörden über Infektionen von Nerzen aus Nerzfarmen. Infiziertes Person gilt in diesem Fall als Über­träger. Nerze sind mit Frett­chen verwandt. Das FLI betont: „Diese Studien und gemeldeten Fälle erlauben allerdings keine Rück­schlüsse darauf, ob Katzen und Frett­chen Virusmengen ausscheiden, die für eine Infektion des Menschen ausreichen.“ Ob solche Infektionen tatsäch­lich statt­finden können, müsse weiter untersucht werden.

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Was hat es mit der geplanten Melde­pflicht für Haustiere auf sich, die mit dem Coronavirus infiziert sind?

Das Bundes­ministerium für Ernährung und Land­wirt­schaft plant eine Verordnung, nach der Corona-Infektionen bei zu Hause gehaltenen Tieren melde­pflichtig werden sollen. Es soll aber keine Pflicht bestehen, diese Tiere testen zu lassen. Ein Test sei nur unter bestimmten Bedingungen sinn­voll – zum Beispiel wenn eine Katze in einem Haushalt mit infizierten Menschen lebe und typische Symptome zeige. Wer ein erkranktes Tier hat, soll direkt mit seinem Tier­arzt, der Veterinärbehörde oder dem Gesund­heits­amt vor Ort Kontakt aufnehmen. Dort erfahren die Tierhalter, ob und wo ein Tier getestet werden kann.

Positiv getestete Tiere sollten mindestens 14 Tage isoliert werden und keinen engen Kontakt zu Menschen und anderen Tieren mehr haben. Die zuständigen Behörden vor Ort sollen positive Test­ergeb­nisse an das Bundes­land­wirt­schafts­ministerium melden. Das Ministerium will eigenen Angaben zufolge die Melde­pflicht einführen, um mehr Klarheit über das Vorkommen und die Ausbreitung von Corona-Infektionen bei Haustieren zu erhalten.

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Kann ich mich beim Schwimmen anste­cken?

„Generell ist eine direkte Über­tragung von Sars-CoV-2 über Schwimm- und Bade­wasser höchst unwahr­scheinlich“, erklärt das Umweltbundesamt (Uba). Die Behörde verweist auf eine Einschät­zung der WHO, wonach keine Hinweise für eine Über­tragung über den Wasserweg vorlägen, und beschreibt die Situation für verschiedene Badegewässer:

  • Frei- und Hallenbäder: Das Wasser wird dort ständig aufbereitet. Filtration und Desinfektion sind laut Uba wirk­same Verfahren, um einge­tragene Bakterien und Viren zu inaktivieren. Coronaviren seien als behüllte Viren leichter durch Desinfektions­verfahren zu inaktivieren als unbe­hüllte Viren wie Noro- und Adenoviren.
  • Bäder mit biologischer Aufbereitung: In diesen Bädern wird das Wasser nicht mit Desinfektions­mitteln desinfiziert, sondern durch natürliche Verfahren und Pflanzen. Laut Uba geht vom Wasser dieser Bäder generell ein gewisses Infektions­risiko mit Mikro­organismen aus.
  • Meere, Seen, Flüsse: In größeren Naturgewässern könnten infizierte Menschen das Coronavirus zwar einbringen, aber eine Anste­ckung gilt wegen der Verdünnung im Wasser äußerst gering: „Steigende Wasser­temperaturen und erhöhte Sonnen­einstrahlung im Sommer werden zu einer noch stärkeren Inaktivierung möglicher­weise in das Wasser einge­tragener Viren führen“, so das Uba.
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Kann ich mich beim Joggen anste­cken, wenn vor mir ein Infizierter läuft und stark ausatmet?

Das ist unklar. Zuletzt veröffent­lichte ein belgisch-nieder­ländisches Forscher­team der Universitäten Eindhoven und Leuven einen Aufsatz zu einer animations­basierten Untersuchung, wonach Jogger eine Atemwolke mit möglicher­weise anste­ckenden Tröpf­chen hinter sich zurück­lassen. Wenn dann etwa kein Wind herr­sche und Menschen direkt in den Wind­schatten des infizierten Läufers gerieten, könnten sie sich anste­cken – trotz einer Distanz von 1,5 Metern.

Bei dem Aufsatz handelt es sich um einen sogenannten Preprint, der noch nicht von anderen Wissenschaft­lern begut­achtet wurde. Die Autoren sind keine Virologen, sondern Ingenieure. Sie haben ihre Erkennt­nisse durch Laborsimulationen gewonnen. Kritiker der Studie vermissen unter anderem Daten zum Einfluss des Windes, ob die Luft die Tröpf­chen­konzentration verdünne und ob man sich wirk­lich auf diese Weise infizieren könne.

Schwimm­bäder müssen vor der Öffnung Hygienepläne aufstellen. Diese legen etwa fest, wie viele Bade­gäste höchs­tens einge­lassen werden, dass nur jede zweite Dusche in Betrieb ist oder dass das Personal Oberflächen und Türklinken regel­mäßig desinfiziert.

Tipp: Beachten Sie an Bade­stellen die Abstands­regeln, also im Wasser, auf der Liegewiese, am Strand, an der Schlange vor Rutschen, Kiosken und dem Sanitär­bereich. Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie sich krank fühlen oder Kontakt zu Infizierten hatten.

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Wie kann ich mich bei der Über­gabe eines Pakets durch den Paketboten vor einer Infektion schützen?

Das Bundesministerium für Gesundheit stuft die Über­tragung des Coronavirus durch Pakete als sehr unwahr­scheinlich ein und rät, nach dem Auspacken die Hände zu waschen. Eine Desinfektion des Pakets ist nicht nötig. Praktisch alle Paket­dienste haben ihre Sicher­heits­vorkehrungen angepasst, um Mitarbeiter und Kunden vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen: Die Zusteller übergeben das Paket nicht mehr direkt, sondern stellen es in einem Sicher­heits­abstand vor dem Empfänger auf den Boden. Wenn der Zusteller sich entfernt, hebt der Kunde das Paket auf – so bleibt immer der Mindest­abstand von 1,50 Metern gewahrt.

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Muss ich bei der Paket­über­gabe noch einen Scanner oder Eingabestift berühren?

Nicht mehr. Jetzt unterzeichnet der Zusteller selbst auf dem Eingabegerät, dass er das Paket abge­liefert hat. Der Kunde braucht das Gerät nicht mehr zu berühren. Bis vor Kurzem noch haben Kunden den Empfang mit einem Stift auf einem Erfassungs­gerät quittiert – dabei konnte es zum Haut­kontakt mit dem Zusteller kommen. In jedem Fall hat der Kunde den Stift berührt, dadurch bestand zumindest in der Theorie das Risiko einer Infektion.

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Kann ich den Kontakt mit dem Zusteller auch ganz vermeiden?

Ja, denn die meisten Paket­dienste bieten an, das Paket an einem vereinbarten Ort zur Abholung zu hinterlegen – das kann die Garage sein, die Terrasse oder die Haus- oder Wohnungs­tür. Es ist auch weiterhin möglich, das Paket in einen Paket­shop oder eine Pack­station schi­cken zu lassen, aber hier gibt es eine Veränderung: Manche Geschäfte, die auch als Abhol­stelle dienen, sind jetzt geschlossen.

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Können Luft­reiniger das Coronavirus aus der Luft heraus­filtern?

Geräte zur Luft­reinigung loben teils aus, bestimmte Viren aus der Raum­luft zu reinigen. Auch wenn einzelne Studien eine Minderung der Infektions­rate mit ausgewählten Viren unter Laborbedingungen berichten, ist eine pauschale Aussage zur Wirk­samkeit von Luft­reinigern gegen­über allen möglichen Viren einschließ­lich des Coronavirus Sars-CoV-2 schwierig. Fakt ist, dass die effektive Abscheidung von Viren durch Luft­reinigungs­geräte unter anderem von der Größe des Virus­partikels abhängt. Und auch davon, wie lange die Viren in der Luft schweben, bevor sie sich auf Oberflächen in der Wohnung absetzen.

Auch wenn der Virus­partikel Sars-CoV-2 in einem Größen­bereich liegen mag, der durch Luft­reinigungs­geräte abge­schieden werden könnte, ist dafür eine effektive Verteilung des Virus­partikels in der Raum­luft über einen gewissen Zeitraum erforderlich. Sehr wahr­scheinlich läuft die Anste­ckung mit Sars-CoV-2 vor allem über engen Kontakt und Tröpf­chen­infektionen, etwa über Husten, Niesen und Auswurf. Virus­partikel in größeren Tröpf­chen beim Husten, die sich schnell absetzen, zum Beispiel auf dem Boden, können demnach nicht mit einem Luft­reiniger abge­schieden werden.

Zur Vermeidung einer Infektion sollten Menschen vor allem die empfohlenen Hygienemaß­nahmen einhalten, um eine Anste­ckung mit Sars-CoV-2 oder anderen Viren zu vermeiden. Wer sich darüber hinaus für Luft­reiniger interes­siert, findet in unserem Test von sieben Luftreinigern gute Produkte und viele Infos.

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Können Klimageräte Coronaviren in der ganzen Wohnung verteilen?

Die bisherigen Studien gehen davon aus, dass Corona-Viren über Tröpf­chen über­tragen werden. Zum Über­leben des neuen SARS-Coronavirus-2 in der Luft gibt es bisher keine gesicherten Erkennt­nisse. Generell kann eine Verbreitung von Coronaviren über Lüftungs­anlagen nicht ausgeschlossen werden, da verwandte Coronaviren je nach Umwelt­bedingungen einige Stunden in der Luft über­leben können. Auch bei dem Ausbruch des SARS Erregers 2002/2003 wurde in einigen Fällen aufgrund von Modellierungen vermutet, dass er über Lüftungs­einrichtungen über­tragen wurde.

Laut Umwelt­bundes­amt kann das Infektions­risiko beim Betrieb von Raumklimageräten über die Regulierung der Raum­luft­feuchte beein­flusst werden. Bei einer Raum­luft­feuchte zwischen 40 und 60 Prozent relative Feuchte über­leben Viren nicht lange. Da Raumklimageräte über­wiegend im Sommer genutzt werden, sollte also die Raum­luft auf den angegebenen Ziel­wert entfeuchtet werden. In der Regel wird das Schlaf­zimmer gekühlt, um auch im Sommer ausreichend Schlaf zu finden. Zusätzliche Sicherheit entsteht, wenn eine Person mit Symptomen wie Niesen oder Husten auf Hygiene achtet, den Raum nicht betritt, solange das Gerät in Betrieb ist und die Tür zu diesem Raum geschlossen bleibt.

Bei zentralen Klima­anlagen ist die regel­mäßige Wartung und Kontrolle der Anlagen wichtig. Per se sind solche Anlagen laut Umwelt­bundes­amt keine „Keim- oder Viren­schleudern“. In einer Wohnung, in der sich eine infizierte Person aufhält, ist der beste Schutz vor weiteren Infektionen ohnehin, die empfohlenen Hygienemaß­nahmen einzuhalten.

Auch dezentrale, private Klima­anlagen sollten nach Einschät­zung des Umwelt­bundes­amtes bei sachgerechter Funk­tions­weise die Viren nicht weiter im Raum verbreiten. Splitgeräte saugen die Luft im Zimmer an – kühlen sie ab und blasen sie wieder ins Zimmer zurück. Mono­blöcke führen die Zimmerluft nach draußen ab. Durch den Fens­terschlitz strömt dauer­haft Außen­luft ins Zimmer zurück. Im Test von Klimageräten erfahren Sie mehr über Splitgeräte und Mono­block­geräte.

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Falls ich mich bei einer anderen Person oder im Kranken­haus anstecke: Kann ich Schaden­ersatz verlangen?

Das kommt darauf an, ob die Person wusste, dass sie sich bereits infiziert hat. Die Situation ist vergleich­bar mit Anste­ckungen durch Aids, für die der Bundes­gerichts­hof eine detaillierte Recht­sprechung entwickelt hat. Demnach haftet die fremde Person, wenn sie von ihrer Erkrankung oder zumindest von der erheblichen Gefähr­dung wusste und trotzdem Kontakt zu anderen hatte (Bundes­gerichts­hof, Az. 1 StR 262/88). Wer infiziert ist, muss also die Menschen in seiner sozialen Umge­bung, mit denen er Umgang hat, auf die eigene Infektion und die damit verbundene Anste­ckungs­gefahr hinweisen.

Wer wegen einer anderen Erkrankung im Kranken­haus liegt und sich dort mit Corona ansteckt, kann eventuell den Kranken­hausträger haft­bar machen. Infiziert sich ein Patient in der Klinik, muss im Streitfall das Kranken­haus darlegen, dass es die einschlägigen Hygiene­vorschriften einge­halten hat. Den Träger trifft eine so genannte sekundäre Darlegungs- und Beweislast, dass die Hygiene­stan­dards einge­halten wurden (Bundes­gerichts­hof, Az. VI ZR 634/15).

Für Patienten reicht es, wenn sie nach­voll­zieh­bare Gründe anführen für die Vermutung, sich im Kranken­haus angesteckt zu haben. Da gelten ausdrück­lich maßvolle Anforderungen. Von Durch­schnitts­bürgern kann keine genaue Kennt­nis der medizi­nischen Vorgänge erwartet werden. Sie kennen die Behand­lungs­wege nicht, haben nicht das nötige medizi­nische Fachwissen und müssen sich dieses Fachwissen auch nicht aneignen. 

„Für Betroffene, die davon ausgehen, dass sie sich im Kranken­haus mit Corona angesteckt haben, ergibt es durch­aus Sinn, Schadens­ersatz geltend zu machen“, meint der Fach­anwalt für Medizinrecht, Dr. Alexander Lang aus Würzburg: „Voraus­setzung für eine Haftung des Kranken­hauses ist immer auch ein Verschulden, das heißt Vorsatz oder Fahr­lässig­keit.“ Das heißt aber auch: Sollten wegen allzu vieler Corona-Fälle die Umstände so schlimm werden, dass eine sorgfältige Behand­lung nicht mehr möglich ist, könnte ein Verschulden entfallen. Das müsste dann allerdings das Kranken­haus nach­weisen.

Corona – Schutz­maßnahmen (Hygiene, Masken)

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Welche Hygienemaß­nahmen schützen vor einer Corona-Anste­ckung?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, die AHA-Formel einzuhalten. AHA steht für Abstand – Hygiene – Alltags­maske:

Abstand halten. Achten Sie auf einen Mindest­abstand von mindestens 1,5 Meter zu anderen.

Hygiene beachten. Befolgen Sie die Hygiene­regeln: die Hände regel­mäßig gründlich mit Seife für 20 bis 30 Sekunden waschen, immer in die Armbeuge niesen und husten. Sobald man zuhause, bei der Arbeit oder in anderen Räumen ange­kommen ist, erst einmal die Hände gründlich waschen.

Alltags­masken. Tragen Sie eine Alltags­maske bzw. Mund-Nasen-Bedeckung dort, wo es vorgeschrieben ist (mehr Infos dazu, siehe weiter unten).

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Was sollte ich zuhause und gegen­über Angehörigen bedenken?

Zuhause bleiben. Bleiben Sie, so oft es geht, zu Hause.

Risiko­gruppen wenig begegnen. Beschränken Sie den direkten Kontakt mit älteren oder chro­nisch kranken Menschen, um diese zu schützen. Alternativen können etwa Anrufe, E-Mail-Kontakte, Video­gespräche sein.

Lüften. Lüften Sie alle Zimmer regel­mäßig.

Sich stärken. Sport treiben, Spazieren gehen, möglichst wenig Alkohol trinken, gesund essen, genug schlafen.

Erkrankte auf Abstand halten. Wenn eine Person in Ihrem Haushalt erkrankt ist, sollte sie sich möglichst in einem eigenen Raum aufhalten, die Mahl­zeiten allein einnehmen und genügend Abstand zu den übrigen im Haushalt lebenden Personen wahren.

Arzt­besuche nicht aufschieben. Schieben Sie notwendige Arzt­besuche auch bei anderen Erkrankungen als Covid-19 nicht auf.

Besuch im Kranken­haus und Pfle­geheim. Wenn Sie Angehörige im Kranken­haus, in einer Behinderten­einrichtung, einem Alten- oder Pfle­geheim besuchen möchten, müssen Sie die dort geltenden Besuchs­regelungen beachten. Erkundigen Sie sich vor Ihrem Besuch am besten direkt bei der jeweiligen Einrichtung über die genauen Bestimmungen.

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Wie schütze ich mich draußen?

Nicht die Hand geben. Verzichten Sie auf Händeschütteln und Umarmungen.

Nur mit wenigen Leuten treffen. Bei Treffen mit anderen außer­halb Ihrer Wohnung – etwa beim Spazieren­gehen, Sport, auf dem Spiel­platz – gelten in den Bundes­ländern unterschiedliche Vorgaben für die maximale Personenzahl. Informieren Sie sich hierzu auf den Seiten der jeweiligen Landes­regierungen. Es wird empfohlen, auch hier die Abstands­regeln einzuhalten.

Nicht groß feiern. Organisieren oder besuchen Sie keine größeren privaten Treffen mit Leuten aus mehreren Haushalten – zum Beispiel Geburts­tags­feiern, Spiel­ver­abredungen für Kinder oder Film­abende.

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Wie verhalte ich mich im Job?

Home­office vorziehen. Arbeiten Sie – in Abstimmung mit dem Arbeit­geber – wenn möglich von zu Hause aus. Treffen Sie Absprachen möglichst per E-Mail, Video­konferenz oder Telefon.

Bei Symptomen daheim bleiben. Bleiben Sie zuhause, wenn Sie bei sich Krank­heits­anzeichen wahr­nehmen.

Dringende Face-to-Face Termine kurz halten. Zwingend erforderliche Treffen sollten möglichst kurz, mit Abstand und mit wenigen Personen in einem gut belüfteten Raum abge­halten werden.

Kleine Teams einrichten. Arbeiten Sie, wenn Sie am Arbeits­platz präsent sind, möglichst einzeln oder in kleinen festen Teams.

Büromaterial nicht teilen. Teilen Sie Arbeits­plätze oder Arbeits­mittel wie Tastaturen und Werk­zeuge möglichst nicht mit anderen. Ist dies nicht möglich, reinigen Sie Arbeits­platz und -geräte bei Dienst­antritt und -ende gründlich. Dafür reichen handels­übliche Haus­halts­reiniger – außer Sie arbeiten im Gesund­heits­wesen oder der häuslichen Pflege. Wenn der Arbeits­platz allerdings von einer erkrankten Person genutzt wurde, sollten Sie ihn mit Desinfektions­mitteln desinfizieren.

Allein essen. Nehmen Sie Ihre Mahl­zeiten im Büro möglichst allein ein. Wenn Sie Pausenräume oder die Kantine nutzen, halten Sie ausreichenden Abstand zu Kolleginnen und Kollegen.

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Wie verhalte ich mich in öffent­lichen Verkehrs­mitteln?

Abstand halten. Achten Sie auf den Mindest­abstand, nutzen Sie möglichst eine Tür mit wenig Andrang, setzen Sie sich soweit wie möglich von den anderen Fahr­gästen hin.

Stoß­zeiten meiden. Nutzen Sie öffent­liche Verkehrs­mittel am besten, wenn nicht so viel los ist.

Mund-Nasen-Schutz tragen. In allen Bundes­ländern sind Sie verpflichtet, im öffent­lichen Nahverkehr eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Radfahren, Laufen, Auto­fahren. Nutzen Sie Alternativen zu öffent­lichen Verkehrs­mitteln: Fahren Sie Rad, gehen Sie zu Fuß. Auch das eigene Auto ist eine Option. Bilden Sie aber keine Fahr­gemeinschaften mit Leuten aus anderen Haushalten.

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Gibt es eine Masken­pflicht?

Seit Ende April 2020 gilt bundes­weit die Pflicht, in bestimmten Situationen in der Öffent­lich­keit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. In ganz Deutsch­land müssen sich die Menschen im öffent­lichen Nahverkehr Mund und Nase bedecken – dafür reichen sogenannte Behelfs­masken wie selbst genähte Stoff­masken, Tücher oder Schals. Anforderungen an Mach­art und Material existieren nicht. In etlichen Bundes­ländern ist diese Schutz­maßnahme auch beim Einkaufen vorgeschrieben. Je nach Bundes­land, Land­kreis oder Kommune gelten noch weitere Rege­lungen.

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Ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sinn­voll?

Ja – zumindest für bestimmte Situationen im öffent­lichen Raum. Nach Einschät­zung des RKI kann eine Mund-Nasen-Bedeckung „ein zusätzlicher Baustein“ sein, um die Ausbreitungs­geschwindig­keit von COVID-19 zu verringern und Risiko­gruppen zu schützen. Die Bedeckung – auch Community- oder Do-it-yourself-Maske genannt – könne infektiöse Tröpf­chen abfangen, die Menschen etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstoßen. Außerdem verlang­samen Textilien vorm Mund grund­legend den Atem­strom, so dass Tröpf­chen nicht so weit kommen. Das gelte insbesondere für Situationen, in denen mehrere Menschen in geschlossenen Räumen zusammentreffen und der Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen nicht einge­halten werden könne. Das sei zum Beispiel in Geschäften, öffent­lichen Verkehrs­mitteln, in Büroräumen der Fall. Das RKI betont: Ein Mund-Nasen­schutz schützt in erster Linie andere, aber nicht den Träger.

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Kann jeder einen Mund-Nasen-Schutz tragen?

Nein. Manche Menschen können ihn aus medizi­nischen oder anderen triftigen Gründen nicht tragen. Sie könnten sich mit Tüchern oder Schals behelfen, durch die das Atmen leichter fällt.

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Gibt es Qualitäts­vorgaben für Community-Masken?

Nein. Es handelt sich im weitesten Sinne um Masken, die nach allen möglichen Anleitungen aus handels­üblichen Stoffen genäht werden. Alternativ können Mund und Nase auch mit Schals und Tüchern bedeckt werden. Das alles genügt in der Regel nicht den Normen und gesetzlich vorgeschriebenen Nach­weis­verfahren für medizi­nische Gesichts­masken oder filtrierende Halb­masken.

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Was sollte man beim Tragen eines Mund-Nasen­schutzes beachten?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geben folgende Tipps.

Saubere Hände. Waschen Sie sich vor dem Anlegen und nach dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gründlich die Hände mit Seife.

Guter Sitz. Die Bedeckung sollte durch­gehend eng anliegen und Mund und Nase voll­ständig bedecken.

Atemtest. Testen Sie vor der ersten Verwendung, ob die Maske genügend Luft durch­lässt. Sie sollte das normale Atmen möglichst wenig behindern.

Stoff­art. Fest gewebte Stoffe sind besser geeignet als leicht gewebte.

Wechseln. Wenn der Atem die Maske durch­feuchtet, sollte sie gewechselt werden. Sonst könnten sich Keime ansiedeln.

Nicht berühren. Vermeiden Sie beim Tragen, die Mund-Nasen-Bedeckung anzu­fassen und zu verschieben. Sonst könnten Sie mit der Hand Viren auf die Maske bringen.

Abnehmen. Nehmen Sie den Schutz ab, indem Sie nur die seitlichen Laschen oder Schnüre berühren. Auf der Außenseite der Maske könnten sich Erreger von anderen Menschen befinden.

Nicht am Hals tragen. Hängen Sie die Maske nicht um den Hals oder ans Hand­gelenk, wenn Sie sie zwischen­durch abnehmen. Es könnten Viren von Jackenkragen, Ärmeln oder infizierten Händen auf die Maske übergehen.

Aufbewahren. Bewahren Sie die Maske etwa in einem sauberen, wasch­baren Beutel auf.

Waschen. Waschen Sie die Masken am besten direkt nach dem Tragen zusammen mit dem Aufbewahrungs­beutel bei mindestens 60 Grad Celsius mit einem Voll­wasch­mittel in der Wasch­maschine. Beachten Sie Wasch­empfehlungen. Alternativ können Sie die Maske auch 10 Minuten in einem Topf Wasser abkochen. Trocknen Sie die Maske voll­ständig. Laut Bundes­zentrale für gesundheitliche Aufklärung liegen noch keine Studie vor, ob das Reinigen durch Hitze von Back­öfen oder Mikrowellen sinn­voll ist.

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Darf ich die Hygiene­regeln lockerer sehen, wenn ich einen Mund-Nase-Schutz trage?

Auf keinen Fall. Das RKI betont, dass auch beim Tragen einer Maske ein Abstand von mindestens 1,5 Meter zu anderen Personen einge­halten werden müsse – ebenso die Husten- und Nies­regeln sowie eine gute Händehygiene.

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Wäre eine medizi­nische Maske im Alltag nicht sinn­voll?

Nein. Ein mehr­lagiger medizi­nischer Mund-Nasen-Schutz (MNS), auch OP-Maske genannt, sowie medizi­nische Atem­schutz­masken wie FFP-Masken müssen laut BfArM medizi­nischem und pflegerischem Personal vorbehalten bleiben. FFP-Masken haben einen anderen Effekt als ein normaler Mund-Nasen-Schutz: Durch das integrierte Ventil filtern sie nur die einge­atmete Luft und sind somit für den Selbst­schutz und nicht für den Fremd­schutz ausgelegt. Solche Masken sind für sehr wenige Anwendungs­felder in der Klinik vorgesehen und sollten nicht in der Bevölkerung getragen werden.

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Ist der Einsatz von Visieren anstatt einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffent­lichen Raum sinn­voll?

Laut RKI liegen keine Belege vor, dass Visiere gleich­wertig zu einem Mund-Nasen-Schutz sind. Visiere könnten in der Regel maximal die Tröpf­chen auffangen, die direkt auf die Scheibe treffen. Ein korrekt getragener Mund-Nasen-Schutz dagegen minimiere das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten. Das RKI nimmt bei dieser Einschät­zung Visiere aus, die Mitarbeiter in Einrichtungen des Gesund­heits­wesens als Bestand­teil einer mehr­teiligen Schutz­ausrüstung tragen.

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Ab welchem Alter müssen Kinder einen Mund-Nasen­schutz tragen?

In den meisten Bundes­ländern müssen Kinder ab dem sechsten Geburts­tag einen Mund-Nasen-Schutz tragen. „Unter zwei Jahren kann ein Kind kaum einen Gesichts­schutz tragen“, erklärt der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Die Experten warnen: Auf Spielplätzen – sofern frei zugäng­lich – berge der Mund-Nasen-Schutz die Gefahr, dass ein Kind daran hängen bleiben könnte.

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Ist es für Kinder gefähr­lich, eine Alltags­maske aus Stoff zu tragen?

Nein. In sozialen Netz­werken kursierten Spekulationen, wonach ein Mund-Nasen-Schutz für Kinder gefähr­lich sein könnte. Es hießt, dass sich schädliches Kohlen­dioxid unter den Alltags­masken sammeln und gerade bei Kindern zu Atemlähmungen führen könne. Dies ist nach Recherchen des Bundes­gesund­heits­ministeriums bei einem herkömm­lichen Mund-Nasen-Schutz aus Stoff nicht der Fall. Wenn durch den Stoff geatmet werden könne, würden keine Kohlen­dioxid-Moleküle zurück­gehalten. Potenziell gefähr­lich seien nur Bedeckungen, die den Gesichts­bereich fest abschließen und den Luft­austausch behindern, zum Beispiel zweck­entfremdete Schnorchelmasken oder andere Kunst­stoff­masken. Von den aktuellen Vorschriften zum Tragen von Alltags­masken sind Kinder vor dem Grund­schul­alter meist ausgenommen.

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Was ist bei Desinfektions­mitteln zu beachten?

Grund­sätzlich reicht es im Alltag, sich mit Seife gründlich die Hände zu waschen und Oberflächen mit gängigen Haus­halts­reinigern zu desinfizieren. Wer zusätzlich Desinfektions­mittel für Flächen oder Hände benutzen will, sollte darauf achten, dass sie wirk­sam gegen Coronaviren sind. Erkenn­bar ist das laut RKI an der Auslobung „begrenzt viruzid“ (wirk­sam gegen behüllte Viren), „begrenzt viruzid Plus“ oder „viruzid“.

Kommerzielle Desinfektions­mittel sind mit Beginn der Pandemie in Apotheken knapp geworden. Daher gibt es nun eine Ausnahme­genehmigung der Bundes­anstalt für Arbeits­schutz und Arbeits­medizin (BAuA), wonach das Apotheken­personal Produkte zur Hände­des­infektion herstellen kann, etwa für Kunden, Arzt­praxen, Pfle­geheime. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) rät davon ab, zu Hause Desinfektions­mittel in Eigen­produktionen herzu­stellen. Ob diese dann wirk­lich gegen Viren wirk­sam seien, sei ungewiss; bei vielen Ausgangs­stoffen handele es sich zudem um gefähr­liche Chemikalien.

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Soll ich mich gegen Pneumokokken impfen lassen?

Das kommt darauf an. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt bestimmten Personen­gruppen, sich in Corona-Zeiten gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Die Impfung schützt zwar nicht vor Covid-19, aber vor möglichen zusätzlichen Infektionen durch Pneumokokken-Bakterien, die den Krank­heits­verlauf erschweren. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass in Deutsch­land schon zu normalen Zeiten jähr­lich rund 5 000 Menschen an einer Pneumokokken-Infektion sterben

Aber: Aktuell informieren die Ständige Impfkommission (Stiko) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), dass die zwei Pneumokokken-Impf­stoffe nur einge­schränkt verfügbar seien. Die Nach­frage danach ist welt­weit gestiegen, Nach­schub lässt sich wegen der komplizierten Herstellungs­weise nicht so schnell nach produzieren. Die Impf­stoffe sollen jetzt laut Stiko vorrangig an besonders empfindliche Personen­gruppen ausgegeben werden:

an Babys und Klein­kinder bis zum Alter von 2 Jahren,

an Patienten mit Immun­schwäche oder chro­nischen Atemwegs­erkrankungen,

an Senioren ab 70 Jahren.

Die Impf­experten der Stiftung Warentest haben den Nutzen und die Risiken der Impfung bewertet. Im kostenlosen Test zur Pneumokokken-Impfung erfahren Sie die generelle Einschät­zung und welche Besonderheiten in Corona-Zeiten vorliegen. Darüber hinaus informieren die Experten über Unterschiede zwischen den zwei Impf­stoff­typen, welcher für wen sinn­voll ist, wie oft geimpft werden soll und wie lange die Immunität wahr­scheinlich anhält. Wenn Sie sich allgemein über Impfungen informieren wollen, empfehlen wir unsere Tests Impfungen für Erwachsene und Impfungen für Kinder

Kontakt mit Arzt, Therapeut, Krankenkasse und Co

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Wie kann ich mich in der Corona-Krise krank schreiben lassen?

Sie müssen inzwischen wieder wie vor der Corona-Krise zum Arzt gehen, um sich krank schreiben zu lassen. Die Ausnahme­regelung, dass sich Menschen bei leichter Atemwegs­erkrankungen krank schreiben lassen können, ist Ende Mai ausgelaufen.

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Ärzte können mehr Video­sprech­stunden anbieten. Was muss ich dazu wissen?

Patienten haben seit April mehr Möglich­keiten, mit ihrem Arzt per Video­chat zu sprechen, als früher. Die Voraus­setzung dafür ist natürlich, dass der Arzt diese Möglich­keit über­haupt anbietet. Die Kassen­ärzt­liche Bundes­ver­einigung und der GKV-Spitzen­verband haben sich darauf geeinigt, dass Ärzte die Video­sprech­stunde bis zum 30. Juni 2020 unbe­grenzt anbieten dürfen. Bislang war dies auf 20 Prozent der Behand­lungs­fälle beschränkt. Die neue Regelung soll dazu beitragen, dass Patienten derzeit wie empfohlen, nur in dringenden Notfällen die Praxen aufzusuchen. Ärzte müssen sich für die Videosprechstunde einen zertifizierten Video­dienst­anbieter aussuchen.

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Was ist mit meinen Sitzungen beim Psycho­therapeuten? Finden diese in der Praxis statt?

Teils, teils. Zunächst bis zum 30. September 2020 sind psycho­therapeutische Sprech­stunden auch per Video­sprech­stunde möglich. Das gilt auch für sogenannte probatorische Sitzungen, also die anfäng­lichen Sitzungen vor Beginn der eigentlichen Therapie. Diese Regelung schließt auch neuro­psychologische Therapien mit ein. Darauf haben sich die Kassen­ärzt­liche Vereinigung und der GKV-Spitzen­verband geeinigt. Zuvor war eine Video­sprech­stunde nur unter bestimmten Voraus­setzungen möglich.

Grund­sätzlich bleibt es bei der Psycho­therapeutischen Sprech­stunde weiterhin wichtig, dass Patienten persönlich in die Praxis kommen. Das ist vor allem für die Eingangs­diagnostik, Therapie­empfehlung und Aufklärung wichtig. Diese Sprech­stunden sollten aber auf ein Mindest­maß reduziert werden, um Infektions­risiken zu minimieren. In Einzel­fällen soll nun auch eine diagnostische Einschät­zung oder eine Einleitung der Psycho­therapie per Video­sprech­stunde möglich sein.

Wenn Krankenkassen die Leistungen für eine Gruppen­psychotherapie genehmigt haben, können Versicherte diese in eine Einzel­psychotherapie umwandeln, ohne dass dafür ein neuer Antrag bei der Kasse gestellt werden muss. Eine formlose Mitteilung an die Kasse reicht aus. Es gilt: Aus einer Sitzung mit 100 Minuten in der Gruppen­therapie wird je Patient eine Sitzung von 50 Minuten Einzel­therapie. Die Einzel­sitzungen können dann auch – bis zum 30. Juni 2020 – per Video­sprech­stunde erfolgen. Generelle Infos zum Thema finden Sie in unserm Test von Online-Psychotherapien

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Ich habe mit meinem Kind Vorsorgetermine beim Kinder­arzt. Hingehen oder den Termin lieber verschieben?

Der Verband der Kinder- und Jugend­ärzte rät, vor jedem Arzt­besuch telefo­nisch in der Praxis nach­zufragen. Vorsorgetermine in den ersten zwei Lebens­jahren und Impfungen von Klein­kindern sollten möglichst nicht verschoben werden. Bis zum 30. September 2020 müssen die Vorsorgeunter­suchungen U6, U7, U7a, U8 und U9 nicht mehr in begrenzten Zeit­fens­tern statt­finden, die Unter­suchungen können also auch später statt­finden. Zudem sollten Kinder möglichst nur noch mit einem Eltern­teil in die Praxis kommen – wenn möglich auch ohne Geschwister. Begleit­personen, die älter als 60 Jahre sind, oder chro­nisch Kranke sollten die Praxis möglichst nicht aufsuchen.

Wichtig: Rufen Sie vorher in der Praxis an, wenn Ihr Kind an akuten Beschwerden leidet.

Kinder­arzt­praxen können Rezepte, Über­weisungen oder Krank­schreibungen auch per Post schi­cken. Weitere Infos zum Thema Impfen finden Sie in unserem Test Impfungen für Kinder.

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Krankenkassen haben Filialen geschlossen. Wann öffnen sie wieder und wie komme ich in Kontakt?

Um eine Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und Kunden sowie Mitarbeiter zu schützen, haben viele Krankenkassen zunächst ihre Filialen geschlossen. Kassen wie die Barmer, AOK Bayern und die IKK Classic gehen aber wieder dazu über, ihre Geschäfts­stellen zu öffnen. Andere Kassen wie die AOK Baden-Württem­berg und BKK mobil Oil setzten weiter auf Online-und Telefon­service. Kassen wie die TK oder die AOK Rhein­land/Hamburg erlauben den persönlichen Kontakt in den Filialen nur in Ausnahme­fällen und oft nur nach telefo­nischer Anmeldung. Versicherte erreichen ihre Krankenkasse jeder­zeit per Telefon, Mail oder können ihre Anliegen oft über die Onlinefiliale mitteilen. Die Kassen informieren dazu auf ihren Internet­seiten.

Unser Krankenkassenvergleich informiert ebenfalls über Adressen und Telefon­nummern der Kassen und ob es eine Onlinefiliale gibt.

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Ich habe noch Vorsorge- und Kontroll­termine beim Arzt. Werde ich dort noch regulär behandelt?

Ja. Die Arzt­praxen haben normaler­weise weiter regulär geöffnet und behandeln ihre Patienten und Patientinnen weiter. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie alle Termine jetzt wahr­nehmen müssen, weil sie für Ihre Gesundheit wichtig sind, oder ob Sie diese auch aufschieben können. Wichtig: Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus sollten Sie das weitere Vorgehen telefo­nisch abklären. Vermeiden Sie dann unbe­dingt einen Besuch in der Praxis.

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Wie ist der aktuelle Stand beim Mammografie-Scree­ning?

Seit dem 4. Mai 2020 werden wieder Einladungen zum Mammografie-Scree­ning verschickt. Die Scree­ning-Einheiten können wieder ihren regulären Betrieb aufnehmen – unter der Voraus­setzung, dass die Infektions­schutz­regeln einge­halten werden. Kleine Einschränkung: Ob die einge­ladenen Frauen in der jeweiligen Region tatsäch­lich untersucht werden, hängt auch von lokalen Entscheidungen ab – beispiels­weise der örtlichen Gesund­heits­ämter.

Durch die Wieder­aufnahme können auch bislang ausgefallene Früh­erkennungs­unter­suchungen nachgeholt werden: Alle Frauen, die wegen der Aussetzung keine Einladung bekommen haben oder ihren bereits vereinbarten Termin nicht wahr­nehmen konnten, haben ihren Leistungs­anspruch behalten. Dies gilt insbesondere für Frauen, die bis zum Ende der Aussetzungs­frist das 70. Lebens­jahr voll­endet haben.

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Ich benötige vom Arzt ein neues Rezept für meine Tabletten oder für Heil­mittel. Geht das auch per Telefon?

Eine ausschließ­lich telefo­nische Beratung beim Arzt reicht normaler­weise nicht mehr, um Rezepte für Arznei­mittel und Verordnungen für Heil­mittel wie Ergo- und Physio­therapie auszustellen. Patienten müssen dafür wieder in die Praxis kommen. Damit endet eine Sonder­regelung aus der Corona-Krise mit dem 30. Juni 2020. Die Krankenkassen über­nehmen dann auch nicht mehr das Porto, wenn der Arzt Folge­rezepte und -verordnungen per Post zusendet. Das muss der Patient zahlen.

Was bleibt: Bei Hilfs­mitteln haben Versicherte weiterhin 28 Kalendertage Zeit, inner­halb derer sie die Hilfs­mittel­versorgung nach Ausstellung der Verordnung aufnehmen müssen. Zudem haben sie weiterhin zehn statt drei Arbeits­tage Zeit, bestimmte Verordnungen zur Genehmigung bei ihrer Krankenkasse vorzulegen. Dies gilt für: häusliche Kranken­pflege, Sozio­therapie, spezialisierte ambulante Palliativ­versorgung (SAPV).

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Was muss ich bei Verordnungen für die häusliche Kranken­pflege berück­sichtigen?

Folge­ver­ordnungen für die häusliche Kranken­pflege dürfen derzeit auch rück­wirkend ausgestellt werden und zwar für bis zu 14 Kalendertage – zuvor waren rück­wirkende Verordnungen grund­sätzlich nicht zulässig und Ausnahme­fälle besonders zu begründen. Diese Rege­lungen gelten zunächst bis zum 30. Juni 2020.

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Was ist mit genehmigten Terminen für Physio- oder Ergo­therapie? Lassen sich Heil­mittel, die ein Arzt verschrieben hat, aussetzen?

Die Kassen­verbände einigten sich zudem darauf, dass bei Verordnungen, die nach dem 18. Februar 2020 ausgestellt worden sind, die Behand­lung nicht mehr inner­halb von 14 Tagen (beziehungs­weise 28 Tagen bei Podologie und Ernährungs­therapien) beginnen muss. Die neuen Rege­lungen gelten für Verordnungen von Ärzten und Zahn­ärzten und zunächst bis zum 30. Juni 2020.

Verordnete Heil­mittel­therapien können jetzt auch als Video­behand­lung von Therapeuten durch­geführt werden. Das gilt für alle Behand­lungen der Stimm-, Sprech- und Sprach­therapie, Schluckt­herapie, Ergo­therapie, Physio­therapie (Bewegungs- und Krankengymnastik), sowie der Ernährungs­therapie. Letztere ist auch als telefo­nische Beratung möglich. Voraus­setzung: Die Behand­lungen sind aus therapeutischer Sicht auch per Video­behand­lung sinn­voll. Versicherte müssen der telemedizi­nischen Behand­lung zustimmen.

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Kann mich meine Heb­amme jetzt noch zu Hause besuchen?

Ja, aber einiges geht auch online. Heb­ammen können Schwangere und Wöchne­rinnen bis zum 30. September 2020 per Video­telefonie betreuen. Darauf haben sich GKV-Spitzen­verband, Deutscher Hebammenverband, Bund freiberuflicher Heb­ammen und das Netz­werk der Geburts­häuser geeinigt. Möglich ist das Angebot etwa für Vor- oder Aufklärungs­gespräche. Diese Gespräche dürfen jetzt auch länger als 20 Minuten dauern, wenn die Schwangere etwa Hilfe bei Beschwerden braucht oder Probleme beim Stillen auftreten.

Heb­ammen können auch Geburts­vorbereitungs- und Rück­bildungs­kurse als Live-Kurse per Video anbieten. In diesen sollen die Teilnehme­rinnen – wie in einem normalen Kurs – Fragen stellen können. Voraus­setzung ist jeweils, dass den Versicherten keine Extra­kosten entstehen sowie in allen Fällen eine Echt­zeit­kommunikation.

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Ich bin chro­nisch krank und nehme an einem besonderen Behand­lungs­programm teil. Ich würde das derzeit lieber aussetzten. Geht das?

Chro­nisch Kranke können die Teil­nahme an DMP-Schu­lungen in diesem Jahr ausfallen lassen, ohne damit den endgültigen Abbruch zu riskieren. DMP (Disease Management Programme) sind spezielle, strukturierte Behand­lungs­programme für chro­nisch Kranke, etwa für Asth­matiker, Diabetiker oder Patienten mit chro­nischer Herz­insuffizienz. Deshalb sind auch die zugehörigen quartals­bezogenen Dokumentationen der behandelnden Ärzte für das erste bis dritte Quartal 2020 nicht erforderlich, wenn sich dadurch eine mögliche Anste­ckung der Patienten mit dem neuen Coronavirus vermeiden lässt und der Arzt gleich­zeitig nicht in der Lage ist, telemedizi­nische Kontakte wie eine Video­sprech­stunde anzu­bieten.

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Was gilt für jetzt für Präventions­kurse?

Die Krankenkassen, die an der Zentralen Prüf­stelle Prävention teilnehmen, bieten ihren Versicherten an, begonnene oder während der Zeit der Kontakt­begrenzung beginnende Präventions­kurse vorüber­gehend auszusetzen, wenn diese nicht wie vorgesehen durch­geführt werden können. Die Kurse müssen aber bis spätestens 31. Dezember 2020 nachgeholt werden (zum Vergleich Krankenkassen).

Wenn die Möglich­keit besteht, kann ein Präventions­kurs für einen begrenzten Zeitraum auch per Video- oder Onlinekurs (etwa Live-Stream) statt­finden. Das gilt auch für die weiteren Einheiten bereits begonnener Kurse und für geplante Kurse. Aus der Teil­nahme­bescheinigung für die Kurs­teilnehmer sollte hervorgehen, wie viele Kurseinheiten auf Grund der Corona-Pandemie online statt­gefunden haben oder ausgefallen sind.

Für die Kurs-Zuschüsse, die Versicherte von ihren Krankenkassen erhalten, gilt vorüber­gehend folgende Regelung: Beendet ein Versicherter seinen Präventions­kurs aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig und kann er diesen auch nicht fortführen, erhält er von seiner Krankenkasse mindestens eine Erstattung auf Basis der schon durch­geführten Kurseinheiten. Eine regel­mäßige Teil­nahme prüft die Kasse nicht. Bei der Zentralen Prüf­stelle Prävention nehmen fast alle gesetzlichen Krankenkassen mit ihren Präventions­angeboten teil.

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Was gilt für Heil-und Kostenpläne beim Zahn­arzt?

Heil- und Kostenpläne, die im Zeitraum vom 30. September 2019 bis zum 31. März 2020 genehmigt wurden, behalten ihre Gültig­keit bis einschließ­lich zum 30. September 2020. Für Versorgungen, die nicht bis zum 30. September 2020 durch­geführt werden können, muss ein neuer Heil- und Kostenplan erstellt werden. Darauf haben sich die Kassenzahn­ärzt­liche Bundes­ver­einigung (KZBV) und der GKV-Spitzen­verband geeinigt.

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Ich bin pflegebedürftig und habe einen Antrag zur Einstufung in einen Pfle­gegrad gestellt. Finden Begut­achtungen über­haupt statt?

Nein. Aufgrund der sich abzeichnenden Engpässe in der gesundheitlichen Versorgung wollen die Medizi­nischen Dienste der Kranken­versicherung (MDK beziehungs­weise MDS) zum einen medizi­nisches und pflegerisches Personal einsetzen, um bei der Bewältigung der Corona-Epidemie zu helfen. Und zum anderen wird jede Form der körperlichen Unter­suchung durch den MDK ausgesetzt, um vorerkrankte und pflegebedürftige Menschen vor Anste­ckung mit dem Coronavirus zu schützen.

Das hat zur Folge, dass aktuell keine persönlichen Begut­achtungen in Pfle­geheimen und zu Hause zur Fest­stellung der Pflegebedürftig­keit erfolgen. Statt­dessen beabsichtigen die Medizi­nischen Dienste, die Einstufung auf Basis der bereits vorliegenden Informationen – etwa medizi­nische Unterlagen oder Pfleg­etagebücher – und eines ergänzenden Telefon­interviews mit den Pflegebedürftigen beziehungs­weise ihren Bezugs­personen vorzunehmen. So soll sicher­gestellt werden, dass Antrag­steller auch in der Coronakrise zeit­nah Pflegebedürftige Leistungen abrufen können. Sollte die Entscheidung über einen Pfle­gegrad negativ ausfallen, können Antrag­steller weiterhin dagegen Wider­spruch einlegen. Mehr dazu in unserem Special Gesetzliche Pflege­versicherung.

Corona – Behand­lung

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Welche Behand­lungs­möglich­keiten gibt es?

Schwer erkrankte Patienten werden über­wiegend durch unterstützende Maßnahmen behandelt: Sie erhalten zum Beispiel Sauer­stoff oder bei Super­infektionen Antibiotika oder der Flüssig­keits­haushalt im Körper wird ausgeglichen. Eine spezi­fische Therapie gegen das Coronavirus steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Laut RKI werden zurzeit verschiedene Therapie­ansätze im Rahmen klinischer Studien geprüft – darunter experimentelle Wirk­stoffe wie Remdesivir, Camostat und bereits zugelassene Medikamente wie Lopinavir/Riton­avir, Favipiravir, Chloroquin/Hydrxy­chloroquin.

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Gibt es Medikamente gegen andere Krankheiten, die auch gegen Covid-19 helfen könnten?

Die Forschung nach geeigneten Mitteln läuft auf Hoch­touren: Die Welt­gesund­heits­organisation WHO testet in einer interna­tionalen Mega-Studie namens Solidarity ausgewählte Wirk­stoffe – sie sind etwa in Medikamenten gegen Malaria und Ebola enthalten oder stammen aus der HIV-Medizin. Weitere Wirk­stoffe sind in der Diskussion.

Die WHO hat eine Liste veröffent­licht, auf der alle potenziellen Therapeutika und die derzeit damit durch­geführten Studien aufgeführt sind. Auch die französische Gesund­heits­behörde Inserm hat angekündigt, im europäischen Projekt Discovery Therapien gegen das Coronavirus auszupro­bieren.

Mitte Juni hat die WHO den Wirk­stoff Dexa­methason als viel­versprechend für Patienten mit schwerem Covid-19-Verlauf beur­teilt. Anlass für den Optimismus geben die vorläufigen Ergeb­nisse der sogenannten Recovery-Studie, die von der Universität Oxford koor­diniert wird. Danach könnte der Wirk­stoff aus der Gruppe der Glucocorticoide etwa einem Drittel von mecha­nisch beat­meten Covid-19-Patienten das Leben retten und bei Patienten, die Sauer­stoff bekommen, etwa ein Fünftel. Dexa­methason wird schon seit Jahr­zehnten etwa bei schwerem akuten Asthma oder anaphylaktischem Schock einge­setzt.

Anfang April hatten australische Forscher erste Ergeb­nisse aus einem vorklinischen Experiment mit Iver­mectin vermeldet – einem Medikament gegen Parasiten. In einem Zell­modell habe das Mittel das Corona-Virus SARS-CoV-2 inner­halb von 48 Stunden so gut wie voll­ständig eliminiert, hieß es. Allerdings ist die Unter­suchung noch längst nicht abge­schlossen. Anwendungs­empfehlungen und zumindest im Ansatz belast­bare Äußerungen sind nur nach klinischen Studien möglich. Hintergrundinfos zum Medikament Iver­mectin gegen Krätze finden Sie in unserer Medikamenten­daten­bank Medikamente im Test.

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Ist ein Impf­stoff in Sicht?

Noch nicht. Aktuell steht kein Impf­stoff gegen Covid-19 zur Verfügung. Laut einer Über­sichts­arbeit befinden sich mit Stand April 2020 mehr als 100 Impf­stoff-Kandidaten in der Entwick­lung, die auf unterschiedlichen Platt­formen aufbauen (zum Beispiel DNA, RNA, Protein Subunit oder Vektor-Impf­stoffe). Für die Entwick­lung eines Impf­stoffs müssen das neuartige Virus sowie seine Wirkung aufs Immun­system genau identifiziert werden.

Die meisten Impf­stoff-Kandidaten befinden sich derzeit noch in der vorklinischen Entwick­lungs­phase, in der sie an Zellen und Tieren ausprobiert werden. Einige wenige werden schon in klinischen Studien an freiwil­ligen Personen getestet. Danach stehen Prüfungen mit deutlich mehr Test­personen an. Erst wenn ein Stoff in all diesen Phasen positiv abschneidet, kann das Zulassungs­verfahren erfolgen. In Deutsch­land läuft das alles über das Paul-Ehrlich-Institut. Nach erfolg­reicher Zulassung kann die Impf­stoff­produktion starten.

„Bei positivem Verlauf der Forschungs-, Zulassungs- und Herstellungs­aktivitäten ist zumeist mit 18 bis 24 Monaten zu rechnen, bevor genügend Impf­stoffe zur Verfügung stehen“, sagt Professor Gerd Glaeske. Der Gesund­heits­wissenschaftler und Pharmazeut ist einer der Arznei­mittel­experten, die für die Stiftung Warentest Medikamente beur­teilen. Auf keinen Fall dürfe die Sicherheit für Patienten unter dem Bedarfs­druck leiden.

Laut WHO waren Anfang Juni welt­weit elf klinische Studien an Menschen genehmigt, zwei davon laufen in Deutsch­land.

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Können Medikamente gegen Covid-19 beschleunigt zugelassen werden?

Ja. Die Zulassungs­verfahren für Medikamente und Impf­stoffe gegen das Coronavirus laufen aktuell beschleunigt ab. So können Pharma­hersteller die Ergeb­nisse für notwendige Studien zum Beispiel kapitel­weise einreichen, Behörden können sie schneller prüfen. Interna­tionale Koope­rationen sollen helfen, Erkennt­nisse zu bündeln.

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Welche Medikamente sind viel­versprechend?

Längst zugelassene Mittel, etwa gegen HIV, Malaria, Hepatitis C und Rheuma, könnten auch bei Covid-19 helfen. „Sie haben den Vorteil, dass bereits Wirk­samkeits- und Sicher­heits­erfahrung vorliegen, müssen aber als Medikamente gegen Covid-19 zusätzlich klinisch geprüft werden“, sagt der Arznei­mittel­experte der Stiftung Warentest, Professor Gerd Glaeske von der Uni Bremen.

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Wie steht es um die Behand­lung mit dem viel diskutierten Wirk­stoff Remdesivir?

Große Hoff­nung ruht auf dem antiviralen Wirk­stoff Remdesivir, der eigentlich gegen Ebola entwickelt wurde und auch Effekte gegen Sars und Mers zeigte – beide Krankheiten werden auch von Coronaviren ausgelöst. Studien zufolge kann Remdesivir bei einigen Covid-19-Patienten mit schwerem Verlauf die Genesung beschleunigen und Klinik­aufenthalte verkürzen. Der Wirk­stoff wird über Infusionen verabreicht. In den USA und Japan werden viele Covid-19-Patienten schon damit behandelt. In der EU ist Remdesivir zwar noch nicht zugelassen, aber seit Mai darf der Wirk­stoff auch dort unter bestimmten Voraus­setzungen außer­halb klinischer Studien einge­setzt werden. Der Humanarznei­mittel­ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA empfiehlt seit Ende Juni, dem Wirk­stoff Remdesivir im Präparat Veklury eine bedingte Zulassung zur Behand­lung von Covid-19 zu erteilen. Das Mittel solle bei Erwachsenen und Jugend­lichen ab zwölf Jahren einge­setzt werden können, wenn diese an einer Lungen­entzündung mit zusätzlichem Sauer­stoff­bedarf leiden. Eine bedingte Zulassung bedeutet, dass für ein Arznei­mittel zwar weniger Daten als sonst vorliegen, dass aber der Nutzen bei sofortiger Verfügbarkeit die Risiken über­wiegt.

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Im Internet kursieren Angebote für Medikamente und Nahrungs­ergän­zungs­mittel gegen Covid-19. Was ist davon zu halten?

Nichts. Die Europäische Medikamentenbehörde EMA warnt davor, Fake-Arznei­mittel von nicht auto­risierten Online-Shops und anderen unseriösen Anbietern zu kaufen. Sie werben damit, dass ihre Produkte Covid-19 vorbeugen oder gar heilen könnten.

Laut EMA sehen die Fake-Arznei­mittel oft aus wie zugelassene Präparate. Sie enthielten aber falsche, falsch dosierte, unwirk­same oder für Medikamente nicht zugelassene Substanzen. Die Inhalts­stoffe könnten der Gesundheit sogar schaden. Verbraucher sollten in stationären Apotheken oder registrierten Versand-Apotheken kaufen (mehr Infos im Test von Versandapotheken).

Ergänzend warnt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vor Nahrungs­ergän­zungs­mitteln, die sich als Mittel zur Covid-Vorbeugung anpreisen. Es gebe keine Nahrungs­ergän­zungs­mittel, die eine Infektion mit dem Virus verhindern könnten. Die kritisierten Nahrungs­ergän­zungs­mittel enthalten laut Verbraucherzentrale NRW zum Beispiel Grüntee – beziehungs­weise den Inhalts­stoff Epigallocatechinagallat – , Rhodiola (Rosenwurz), Cistus (Zistrosenkraut), Propolis, Kapuzinerkresse, Schwarze Johannis­beere, Kurkuma oder Zimt.

Die Verbraucherzentrale warnt auch davor, das gefähr­liche Miracle Mineral Supplement (MMS), auch Chlor­dioxidlösung (CDL) genannt, einzunehmen. Es handelt sich dabei um ein Desinfektions­mittel, das zum Bleichen von Textilien dient. Abge­sehen davon nütze es – anders als kolportiert – auch nicht gegen SARS-CoV-2 ebensowenig wie Arsen in homöo­pathischen Dosen.

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Das Schmerz- und Fieber­mittel Ibuprofen steht unter Verdacht, Covid-19-Verläufe zu verschlimmern. Was ist dran?

Es kursieren verschiedene Meldungen, wonach Ibuprofen einen Covid19-Verlauf verschlimmern könnte. Das Thema haben etwa soziale Netz­werke, der französische Gesund­heits­minister und ein einzelner WHO-Sprecher gegen­über der Deutschen Presseagentur dpa aufgegriffen. Die Europäische Arzneimittelagentur Ema stellte inzwischen klar: „Es besteht kein wissenschaftlich erwiesener Zusammen­hang zwischen der Einnahme von Ibuprofen und einem schwereren Verlauf einer Corona-Erkrankung.“

Anlass der ganzen Diskussion ist ein Leser­brief vom 11. März 2020 im Fachmagazin The Lancet. Dieser fasst erste Beob­achtungen von Patienten zusammen, die schwer an Covid-19 erkrankt oder daran verstorben waren. Danach litten einige von ihnen an schweren Vorerkrankungen wie etwa Herz­erkrankungen, Blut­hoch­druck oder Diabetes. Die Autoren schließen aus ihren Beob­achtungen und Ergeb­nissen aus der Grund­lagen­forschung, dass bestimmte Medikamente eine Infektion mit Coronaviren befördern könnten. Dazu gehört auch Ibuprofen.

Fazit: Der Artikel aus The Lancet formuliert lediglich Hypothesen, die auf Labor­unter­suchungen und Beob­achtungen einiger weniger Patienten basieren. Es ist noch unklar, ob das Ganze tatsäch­lich eine klinische Bedeutung hat. Wer an Fieber – einem typischen Symptom von Covid-19 – leidet, sollte es ohnehin nicht gleich senken. Fieber unterstützt das körper­eigene Immun­system, Viren abzu­wehren. Wer sehr hohes Fieber senken möchte und sicher­heits­halber eine Alternative zu Ibuprofen sucht, kann auch Paracetamol nehmen – sofern dieser Wirk­stoff für ihn geeignet ist. Paracetamol ist etwa nicht geeignet für Menschen mit Leber­krankheiten und muss genau dosiert werden. Mehr Infos über Nutzen und Risiken von Paracetamol finden Sie in der Datenbank Medikamente im Test.

Generell auf Ibuprofen verzichten sollten Patienten, die aufgrund ihres hohen Blut­drucks neben den blut­druck­senkenden ACE-Hemmern oder Sartane noch Diuretika einnehmen. Die Kombination der drei Wirk­stoffe kann die Nieren stark schädigen. Ibuprofen ist auch nicht gut für alle, die an Magen- oder Zwölffingerdarm­geschwüren oder Nieren­einschränkungen leiden oder allergisch auf andere nicht­steroiale Antirheumatika (NSAR) reagieren. Patienten sollten keinesfalls Medikamente auf eigene Faust absetzen, die ein Arzt verordnet hat – und bei Sorgen mit ihm sprechen.

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Ich bin jetzt viel drinnen. Soll ich Präparate einnehmen, um mich mit Vitamin D zu versorgen?

Auch wenn Sie mehr Zeit als sonst drinnen verbringen: Die meisten Menschen in Deutsch­land brauchen auch in der Corona-Krise nach Einschät­zung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) kein Extra-Vitamin D. Sie sollten sich aber mindestens 15 bis 20 Minuten in der Sonne aufhalten, zum Beispiel bei einem kleinen Spaziergang. Von März bis Oktober reiche die Stärke der Sonnen­strahlen hier­zulande aus, damit der Körper genug knochen­stärkendes Vitamin D über die Haut bilde.

Allerdings gäben frühere epidemiologische Studien Hinweise auf einen möglichen Zusammen­hang zwischen dem Vitamin-D-Status und dem Auftreten von akuten Atemwegs­infekten. Insbesondere bei einem Vitamin-D-Mangel, könnten nied­rig dosierte Vitamin-D-Präparaten (7,5 bis 100 µg/Tag oder 35–500 µg/Woche) die Häufig­keit von akuten Atemwegs­infekten verringern. Für hohe Einmalgaben an Vitamin D könne aber kein Zusammen­hang beob­achtet werden, auch nicht bei der Behand­lung akuter Atemwegs­infekte. Mehr über den Nutzen von Vitamin D und wann Präparate wirk­lich angebracht sind, erfahren Sie im FAQ Vitamin D.

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Drohen Liefer­engpässe bei Medikamenten?

Viele Wirk­stoffe für in Deutsch­land zugelassene Arznei­mittel werden in China hergestellt. Insofern könnten, wenn in China coronavirus-bedingt Fabriken länger still­stehen, auch in Deutsch­land und Europa Arznei­mittel­engpässe auftreten. Bislang ist die Versorgung offen­bar gesichert, so die Einschät­zung des Bundes­instituts für Arznei­mittel und Medizin­produkte (BfArM).

„Aktuell liegen keine belast­baren Hinweise vor, die auf eine kurz­fristige Einschränkung der Arznei­mittel­versorgung aufgrund von Produktions­ausfällen in Regionen, die von der Ausbreitung des Coronavirus besonders betroffen sind, schließen lassen“, schreibt das BfArM auf seiner Webseite. Allerdings verweist die Behörde auf Hinweise von „einem über­durch­schnitt­lich hohem Abfluss an vermarkteten Arznei­mitteln“. Das deute auf eine nicht bedarfs­gerechte Bevor­ratungs­strategie einzelner Akteure hin. Das könne die Patienten­versorgung verschlechtern und lokal zu Liefer­engpässen führen. Auf der Home­page des BfArM können Verbraucher konkrete Medikamente finden, die derzeit knapp sind – dazu gehören auch einige Paracetamol-Präparate. Laut Bundes­gesund­heits­ministerium sollen etwa Apotheker, deren Kunden Paracetamol kaufen möchten, mit diesen mögliche Alternativen prüfen und den Wirk­stoff nur noch in kleinen Mengen zur Akutbe­hand­lung abgeben.

Um einer möglichen Ungleich­verteilung von Medikamenten entgegen­zuwirken, hat das BfArM nun eine Kontigentierung von Arznei­mitteln ange­ordnet. Danach dürfen Groß­händler und Pharmaunternehmen nicht mehr „über den normalen Bedarf hinaus“ liefern. Für öffent­liche Apotheken soll eine Mindest­bevor­ratung von einer Woche sicher gestellt werden. Für Kranken­haus­apotheken sowie kranken­haus­versorgende Apotheken gilt: „Bei Arznei­mitteln, die im Zusammen­hang mit der Corona-Pandemie angewendet werden, soll die Bevor­ratung den durch­schnitt­lichen Bedarf von acht Wochen nicht über­schreiten. Für alle anderen Arznei­mittel soll die Bevor­ratung den durch­schnitt­lichen Bedarf von vier Wochen nicht über­schreiten.“ Die Maßnahmen gelten laut BfArM bis zum Ende der Pandemie.

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Was mache ich, wenn meine preis­werten Medikamente nicht mehr vorhanden sind?

Seit dem 22. April gilt die vom Bundes­gesund­heits­ministerium initiierte Sars-CoV-2-Arznei­mittel­ver­ordnung. Apotheker dürfen jetzt auch ein anderes, wirk­stoff­gleiches Arznei­mittel abgeben, wenn das eigentlich verordnete Mittel nicht vorrätig ist. Ist kein wirk­stoff­gleiches Arznei­mittel in der Apotheke vorhanden und das verordnete Medikament nicht liefer­bar, darf ein anderes wirk­stoff­gleiches Arznei­mittel, das liefer­bar ist, abgeben werden. Nach Rück­sprache mit dem Arzt können Apotheker auch ein pharmakologisch-therapeutisch vergleich­bares Arznei­mittel ausgeben, wenn weder das eigentlich verordnete noch ein entsprechendes wirk­stoff­gleiches Arznei­mittel vorrätig oder liefer­bar ist. Dies gilt auch, wenn der verordnende Arzt den Austausch des Arznei­mittels auf dem Rezept ausgeschlossen hat. Ärzte müssen dafür kein neues Rezept ausstellen, der Apotheker muss dies aber auf dem Rezept dokumentieren.

Apotheker könne auch ohne Rück­sprache mit dem Arzt von der Packungs­größe, der Packungs­anzahl, der Entnahme von Teilmengen aus Fertigarznei­mittel­packungen und der Wirk­stärke von der ärzt­lichen Verordnung abweichen. Das ist aber nur zulässig, wenn dadurch die verordnete Gesamt­menge des Wirk­stoffs nicht über­schritten wird. Die Rege­lungen gelten, bis die derzeitige Ausnahme­situation aufgrund des neuen Coronavirus vom Bundes­tag aufgehoben wird – sonst bis spätestens zum 31. März 2021.

Tipps für den Alltag mit Corona

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Können Corona-Viren das Leitungs­wasser belasten?

Das ist nach derzeitigem Kennt­nisstand höchst unwahr­scheinlich, vermeldet das Umweltbundesamt. Leitungs­wasser, das unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und verteilt werde, sei sehr gut gegen alle Viren, einschließ­lich Coronaviren, geschützt.

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Ich möchte nicht hams­tern, aber einen sinn­vollen Vorrat an Lebens­mitteln, Hygiene­artikeln und Medikamenten anlegen. Worauf soll ich achten?

Dieser Rat gilt auch für „normale“ Zeiten: Das Bundesamt für Katastrophenschutz empfiehlt jedem Haushalt, einen Vorrat für Notfälle anzu­legen. Er sollte für etwa zehn Tage reichen und jedes Haus­halts­mitglied mit etwa 2 200 Kilokalorien pro Tag versorgen – Hygiene­artikel wie Toiletten­papier und Zahnpasta gehören dazu.

Gut geeignete Lebens­mittel sind Konserven, etwa Fisch, Obst und Gemüse. Trockene Produkte sollten auch ins private Lager, zum Beispiel Nudeln, Reis, Mehl, Zucker, Salz, Kekse und Knäckebrot sowie Erbsen, Linsen, Bohnen, Instant­brühe. Vorschläge für Produkte, die passenden Mengen und Kalorien­gehalte finden Sie in der Vorratstabelle des Bundes­ministeriums für Ernährung und Land­wirt­schaft (BMEL).

Die Vorräte sollten kühl, trocken und dunkel lagern. Neu gekaufte Vorräte sollten hinten ins Regal, so dass ältere Reserven noch vor Ablauf des Mindest­halt­barkeits­datums verzehrt werden können. Eigentlich empfiehlt das Bundes­amt für Katastrophen­schutz auch Getränke – 2 Liter pro Person und Tag.

In der Corona-Krise gilt die Trink­wasser­versorgung als nicht gefährdet. Das BMEL weist ausdrück­lich darauf hin, dass Lebens­mittel zurzeit immer nachgeliefert werden. Auf der Home­page heißt es: „Der Handel reagiert derzeit auf die verstärkte Nach­frage und stockt das Sortiment auf. Wenn es momentan in einigen Filialen vorüber­gehend zu leereren Regalen kommt, liegen dem noch nicht angepasste logistische Abläufe und explizit keine Versorgungs­probleme zugrunde.“

Auch Medikamente gehören zu einer guten Vorrats­haltung. Die Stiftung Warentest erklärt, welche Mittel und Verbands- und Hilfs­mittel in der Hausapotheke nicht fehlen sollten.

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Ich möchte möglichst wenig in Geschäfte gehen, um Lebens­mittel einzukaufen. Wie gut sind Online-Supermärkte?

Die Stiftung Warentest hat 2018 einen Test von Online-Supermärkten veröffent­licht. Darin erfahren Sie viel über Stärken und Schwächen der Angebote. Während der Corona-Krise erleben die Online-Shops einen Boom. Etliche Anbieter berichten auf ihrer Home­page, stark angefragt zu sein. Das könne etwa dazu führen, dass kurz­fristige Liefer-Slots ausgebucht seien oder das Sortiment nicht so groß wie gewohnt.

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Das Deutsche Rote Kreuz hat zum Blutspenden aufgerufen. Wo kann ich über­haupt spenden?

Das Deutsche Rote Kreuz bittet, Blut zu spenden. Die Versorgung mit Blutpräparaten sei während der Corona-Krise besonders angespannt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat auf der Seite blutspenden.de einen Filter einge­richtet, um Blutspende­dienste in der Nähe zu finden. Spenden können gesunde Menschen, die mindestens 18 Jahre alt sind und mehr als 50 Kilogramm wiegen. Nicht spenden dürfen Menschen, die Anzeichen eines Infekts haben oder eine erhöhte Körpertemperatur. Darüber hinaus empfiehlt das Paul-Ehrlich-Institut, Personen mit Kontakt zu einem Corona-Infizierten für vier Wochen und Personen nach einer Infektionen acht Wochen zurück­zustellen.

Allgemeine Infos zum Blutspenden finden Sie im Special der Stiftung Warentest Was Spender wissen sollten.

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Ich habe vom vielen Hände­waschen trockene Hände. Wie pflege ich sie am besten?

Mit Hand­creme. Die Stiftung Warentest hat Ende 2018 Handcremes gegen trockene Haut geprüft. Darunter waren Produkte von Body Shop, Nivea und dm sowie einige Naturkosmetik­produkte. Viele pflegten gut, aber nur wenige zogen schnell ein. Wer Probleme mit trockenen Händen hat, sollte sie lieber mit milden Wasch­lotionen und Syndets waschen als mit herkömm­licher Seife und beim Putzen Haus­halts­hand­schuhe tragen.

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Wie kann ich mich zu Hause fit halten?

Fußball­spielen, Basketball, der Besuch im Fitness-, Tanz- und Yoga-Studio – das alles ist zurzeit nicht möglich. Bewegung bleibt aber wichtig. Wer jeden Tag ein paar Übungen zu Hause macht, bleibt fit. Viele Vereine und Institutionen haben Anleitungen für Sport und Bewegung in der Corona-Krise veröffent­licht.

Der Deutsche Fußballbund DFB hat für Kinder, Jugend­liche und Erwachsene jeweils Übungen zusammen­gestellt.

Der Berliner Basketballverein Alba Berlin bietet für die Zeit der Kita- und Schul­schließungen täglich einen Online-Sport­unter­richt für Kinder und Jugend­liche an.

Für Erwachsene, auch ältere Semester, eignen sich zum Beispiel die Work­outs der Sportmedizin der TU München. Auch Tram­polin­springen kann eine Alternative sein.

Für Leute mit Garten: Im Test von Trampolinen für den Garten erfahren Sie, welche die besten Tram­poline sind und wie Kinder und Erwachse sicher springen. In einem Test von Fahrradtrainern aus dem Jahr 2014 können Sie nach­lesen, wie sich diese Geräte nutzen lassen. Hinweis: Die Stiftung Warentest hat nicht über­prüft, ob die seiner­zeit getesteten Geräte noch unver­ändert erhältlich sind.

Ganz wichtig: Es ist weiterhin erlaubt, zu zweit, mit der Familie oder anderen Haus­halts­mitgliedern spazieren zu gehen. Warum das gut für die Stimmung, die Figur und das Denk­fähig­keit ist, können Sie im Beitrag Flanieren im Park nach­lesen.

Dieses FAQ ist erst­mals am 28. Januar 2020 auf test.de erschienen. Es wird seitdem regel­mäßig aktualisiert.

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