Mund-Nasen-Schutz. Er ist 2020 in der ganzen Welt alltäglich geworden.

Mehr als 100 Millionen Menschen welt­weit haben sich infiziert, mehr als zwei Millionen sind an Covid-19 gestorben – und es hört nicht auf. Wie riskant sind Mutationen? Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf? Wie verbreitet ist Long-Covid? Welche Masken bringen welchen Schutz? Hilft es, vorbeugend Vitamin D einzunehmen? Wie geht es mit dem Impfen weiter? Hier beant­worten die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest die wichtigsten Fragen zum Coronavirus.

Corona – Informationen der Stiftung Warentest

Corona – Impfen. Im Special Corona – Impfen erfahren Sie Wichtiges über die zugelassenen Impf­stoffe sowie den Ablauf der Impfung.

Corona – Reisen. Im Special Corona – Reisen informieren wir Sie über Ihre Rechte rund um abge­sagte, abge­brochene und geplante Reisen.

Corona – Jobs. Alles zu Lohn­fortzahlung, Minijobs, Kinder­betreuung und Home­office im Special Corona und Job.

Corona – Recht & Förderung. Im Special Corona – Rechtsrat und finanzielle Hilfen lesen Sie, wo Familien und Selbst­ständige Hilfe erhalten und was mit laufenden Verträge geschieht.

Corona – Betrugs­maschen. Wie Kriminelle Geld aus der Corona-Krise schlagen lesen Sie im Special Corona-Betrügereien.

Corona – Tests. Lesen Sie unsere Tests FFP2-Masken, Luftreiniger und CO2-Messgeräte und CO2-Ampeln.

Aktuelle Behörden-Informationen

Gerüchte, Fake-News, Über­treibungen – zurzeit kursieren einige Falsch­informationen rund um die Corona-Krise im Internet. Unter den folgenden Links finden Sie seriöse Einschät­zungen wichtiger Behörden zum Coronavirus:

Bundesgesundheitsministerium (BMG)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Robert-Koch-Institut (RKI)

Auswärtiges Amt

Europäische Präventionsbehörde (ECDC)

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Wo ist das nächste Gesund­heits­amt?

Das zeigt die RKI-Schnellsuche.

Aktuelle Fall­zahlen

Welt­weit: Johns Hopkins University & Medicine, Coronavirus Resource Center

Europa: European Centre for Disease Prevention and Control

Deutsch­land und seine Bundes­länder: Robert-Koch-Institut

Aktuelle recht­liche Informationen, etwa zu den finanziellen Hilfen und den derzeit gültigen Regeln und Einschränkungen, finden sich auf der Corona-Website der Bundesregierung.

Coronavirus und Covid-19

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Was weiß man über das Virus Sars-CoV-2?

Das Virus Sars-CoV-2 verursacht die als „Covid-19“ bekannt­gewordene Krankheit (kurz für „Corona virus disease 2019“). Das neue Virus gehört zu den sogenannten Beta-Coronaviren. Zwei von ihnen haben in den vergangenen Jahren Epidemien von Atemwegs­erkrankungen ausgelöst: Sars (Severe acute respiratory syndrome) und Mers (Middle East respiratory syndrome).

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Was passiert bei Covid-19 im Körper?

Verschiedene Studien und Fall­berichte beschreiben, dass Covid-19 sich auf vielfältige Weise im Körper mani­festiert. Das liegt daran, dass das Virus außer der Lunge auch andere Organe befallen kann. Laut RKI hängt das unter anderem von der Dichte der ACE-2-Rezeptoren im jeweiligen Gewebe ab. Diese Rezeptoren ermöglichen dem Virus, in eine Zelle einzutreten. Ärzte haben bei einigen Patienten auch über­schießende Immun­reaktionen und Durch­blutungs­störungen beob­achtet.

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Welche Symptome verursacht das Coronavirus am häufigsten?

Die Krank­heits­verläufe von Covid-19 sind laut RKI unspezi­fisch, vielfältig und variieren stark – einige Erkrankte zeigen gar keine Symptome, andere bekommen etwa schwere Lungen­entzündungen, die mit Lungenversagen und Tod enden können.

Für Europa fasst das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) die häufigsten Symptome zusammen: Fieber, Husten, Hals­schmerzen. Mitunter kommt es auch zu Geruchs- und Geschmacks­störungen.

Zu den weiteren Symptomen zählen allgemeine Schwäche, Schmerzen, laufende Nase, Durch­fall, Kopf­schmerzen, Bauch­schmerzen, Haut­ausschläge, Lymph­knoten-Schwellung, Apathie, Atemnot, Lungen­entzündung.

Nicht selten leiden Covid-19-Patienten unter weiteren Infektionen durch andere Erreger. Zudem wurden in einigen Fällen Super­infektionen mit multiresistenten Bakterien fest­gestellt.

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Welche weiteren Symptome sind bekannt?

Hier eine Zusammenfassung, die sich auf das RKI stützt.

Lungen-Erkrankungen. Das Coronavirus verursacht sehr häufig Atemwegs­erkrankungen. Meist in der zweiten Woche kann sich eine Lungen­entzündung entwickeln, die unter Umständen eine Sauer­stoff­gabe oder sogar künst­liche Beatmung nötig macht.

Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen. Bei einem Teil der Covid-19-Patienten ließ sich nach­weisen, dass das Herz bei der Erkrankung beteiligt war – darunter waren auch Kinder und Patienten mit mildem Verlauf. Zunehmend berichten Forscher über Herz-Kreis­lauf-Komplikationen und -Folge­erkrankungen, die vor allem Covid-19-Patienten mit schwerem Verlauf betreffen. Dazu gehören etwa Schädigungen und Entzündungen des Herz­muskels, Herz­infarkt, Herz­insuffizienz, Herz­rhythmus­störungen, Lungen­embolien und Venen­thrombosen.

Neurologische Symptome und Erkrankungen. Neben Schwindel, Kopf­schmerzen und den oft beschriebenen Störungen des Geruchs- und Geschmacks­sinns sind schwere neurologische Erkrankungen in Zusammen­hang mit einer Infektion beschreiben. So liegen laut einer Literaturrecherche des RKI Einzel­fall­berichte über Beein­trächtigungen der Gehirn­funk­tion und Hirnhaut­entzündungen vor. Es gebe auch die These, dass das Virus das zentrale Nerven­system schädigen und so zum Lungenversagen beitragen könne. Es lägen darüber hinaus Fall­berichte von Patienten vor, bei denen eine Infektion durch das Coronavirus mit dem Guillain-Barré-Syndrom – einer akuten Lähmung des gesamten Körpers – in Zusammen­hang stehen könnten.

Magen-Darm-Probleme. Einige Infizierte leiden an Übel­keit, Appetitlosig­keit, Erbrechen, Darm­schmerzen und Durch­fällen.

Hautirritationen. Verschiedene Studien und Fall­berichte beschreiben laut RKI eine relativ große Band­breite an Symptomen der Haut, die aber eher selten auftreten können: juckende, masern­ähnliche Ausschläge, Papeln, Quaddeln, Rötungen, Bläschen, an Frostbeulen erinnernde Haut­ver­änderungen.

Nieren­erkrankungen. Studien beob­achteten bei Covid-19 Patienten im Kranken­haus akutes Nieren­versagen, besonders bei schwer erkrankten, zu beatmenden Covid-19-Patienten.

Hyper­inflammations-Syndrom. Bei einigen Patienten mit schwerem Covid-19 entzünden sich 8 bis 15 Tage nach Krank­heits­beginn mehrere Organe gleich­zeitig. Das kann zu einem Multi­organ-Versagen führen, das nicht selten zum Tod führt.

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Wie viel Prozent der Infizierten erleiden einen schweren Verlauf von Covid-19?

Wissenschaftler nehmen laut RKI an, dass die Krankheit bei etwa 81 Prozent der diagnostizierten Patienten milde verläuft, bei etwa 14 Prozent schwer und bei etwa 5 Prozent kritisch.

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Welche Symptome kommen bei Long-Covid oft vor?

Eine Studie mit Covid-19-Patientinen und -Patienten aus Wuhan weist darauf hin, dass Betroffene häufig noch Monate nach der Erkrankung an Spät­folgen – auch Long-Covid genannt – leiden. Für die Studie, die im Fachmagazin The Lancet erschien, haben Forschende 1 733 Patientinnen und Patienten von Januar bis Mai 2020 beob­achtet und im Sommer Nach­unter­suchungen durch­geführt. Die Teilnehmenden waren im Schnitt 57 Jahre alt und wurden im Kranken­haus behandelt.

Die Auswertung der Studie ergibt, dass insgesamt 76 Prozent der Genesenen noch ein halbes Jahr nach der Infektion mindestens eine Spät­folge aufwies:

Müdig­keit und Muskel­schwäche (63 Prozent).

Schlafstörungen (26 Prozent).

Depressionen und Angst­störungen (23 Prozent)

Darüber hinaus war bei gut jedem zweiten Teilnehmenden, der beatmet werden musste, der Sauer­stoff­fluss von der Lunge zum Blut­kreis­lauf vermindert. 29 Prozent dieser Patienten hatten Mühe, wenn sie sechs Minuten gehen sollten. Weiterhin fiel auf, dass bei 13 Prozent der Patientinnen und Patienten erst nach der Entlassung aus dem Kranken­haus Nieren­probleme auftraten.

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Können auch nach einem milden Verlauf Spät­folgen auftreten?

Ja. Die WHO macht in einem Dossier auf Spät­folgen auch bei Erkrankten mit milden Verlauf aufmerk­sam. Danach können folgende Symptome noch Wochen nach der Erkrankung auftreten: Schäden am Herz­muskel und Herz­insuffizienz, einge­schränkte Lungenfunk­tion, Verlust des Geruchs- und Geschmacks­sinns, erhöhtes Risiko für Embolien, Herz­infarkt und Schlag­anfall, kognitive Beein­trächtigungen wie verschlechterte Konzentrations- und Merk­fähig­keiten, Muskel­schmerzen und Fatigue (anhaltende Müdig­keit und Antriebs­losig­keit) – darüber hinaus können mentale Probleme chro­nisch werden, etwa Angst­zustände, Depressionen, Schlafstörungen und post­traumatischer Stress.

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Kann man gegen das Coronavirus immun werden?

Laut RKI sind bei Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, in der Regel etwa zwei Wochen nach Symptom­beginn bestimmte Antikörper gegen das Virus nach­weisbar. Sie könnten für Immunität sorgen. Jedoch könne insbesondere bei Menschen mit milder oder symptomfreier Infektion das Maß an neutralisierenden Antikörpern wie auch der Gesamt-Immun­globuline-Antikörper abnehmen.

Bislang sind laut RKI nur wenige Fälle von Reinfektionen beschrieben worden. Da Wieder­anste­ckungen aber nach Infektionen mit anderen Coronaviren vorkämen, seien sie auch für Sars-CoV-2 denk­bar.

Bei anderen Coronavirus-Erkrankungen wie Sars und Mers hat sich laut RKI angedeutet, dass Infizierte einen teil­weisen Schutz von bis zu drei Jahre hatten.

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Wie steht es um Mutationen des Coronavirus?

Drei Mutationen des Coronavirus bereiten der Welt große Sorge. Sie sind auch in Deutsch­land nachgewiesen worden. Das RKI bezeichnet die Dynamik der Ausbreitung als „besorgnis­erregend“. Diese Virus­varianten sowie künftige Varianten könnten den Schweregrad von Covid-19 und auch die Über­trags­wahr­scheinlich­keit im Vergleich zur bisherigen Variante verändern. Es bestehe das Risiko, dass die Wirk­samkeit der aktuell verwendeten Impf­stoffe abnehme. In wissenschaftliche Studien sollen diese Risiken nun untersucht werden. Unklar ist auch noch, wie sich die neuen Varianten auf die Situation in Deutsch­land auswirken.

Britische Variante. In Groß­britannien kursiert seit September die Virus­variante B.1.1.7, die auch in Deutsch­land verstärkt nachgewiesen wird. Laut RKI ist diese Variante leichter von Mensch zu Mensch über­trag­bar. Sie könnte auch zu schwereren Verläufen führen als die ursprüng­liche Variante. Erste Labor­unter­suchungen deuteten darauf hin, dass die zugelassenen mRNA-Impf­stoffe gegen die Variante wirk­sam seien. Allerdings sind jetzt in Groß­britannien außerdem noch B.1.1.7-Varianten aufgefallen, die eine zusätzliche Genver­änderung aufweisen – ähnlich wie bei den Varianten aus Südafrika und dem Amazonas­gebiet (siehe unten). Diese Veränderung könnte das Virus unempfindlich gegen­über Antikörpern machen, die Genesene und Geimpfte gebildet haben. Experten vermuten, dass die derzeit verfügbaren Impf­stoffe schlechter gegen diese neue Variante wirken könnten. Noch gilt sie laut RKI als selten.

Südafrikanische Variante. Im Dezember 2020 berichteten Gesund­heits­behörden erst­mals über das Auftreten der Variante B.1.351, die anfangs vor allem in Südafrika kursierte. Auch diese Variante könnte anste­ckender sein als die Ursprungs­variante. Erste Labor­unter­suchungen deuten laut RKI aber darauf hin, dass die Wirk­samkeit der zugelassenen mRNA-Impf­stoffe offen­bar nicht wesentlich beein­trächtigt wird. Auch wenn die Variante unempfindlicher gegen Antikörper im Körper von Genesenen und Geimpften sein könnte, bestehe die Immun­antwort doch aus mehreren Komponenten.

Brasilia­nische Variante. Im brasilia­nischen Bundes­staat Amazonas zirkuliert die Virus­variante P.1, die von der Virus­linie B.1.128P.1 abstammt. Diese Variante ähnelt laut RKI der südafrikanischen. Wissenschaftler halten auch bei P.1 eine höhere Über­trag­barkeit für denk­bar und diskutieren, ob die Wirk­samkeit von Antikörpern bei Genesenen und Geimpften möglicher­weise reduziert sein könnte.

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Ist das Coronavirus im Winter aktiver im Sommer?

Wissenschaftlich geklärt ist noch nicht, inwiefern das Klima bei der Viren­verbreitung eine Rolle spielt. Generell verbreiten sich Erkältungs­viren – darunter auch die Gruppe der Coronaviren – bei kühlen Temperaturen besser als bei Wärme und intensiver UV-Strahlung. Vor allem die Tatsache, dass Menschen im Herbst und Winter mehr Zeit in Innenräumen mit anderen Menschen verbringen, erhöht die Chance auf Verbreitung.

Corona-Infektionen bei Schwangeren und Kindern

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Was ist über Coronavirus-Infektionen bei Schwangeren bekannt?

Es liegen laut RKI keine Daten vor, ob Schwangere wegen körperlicher und immunologischer Umstellungs­prozesse empfäng­licher für eine Infektion sind als nicht-schwangere Frauen. Im Fall einer Infektion jedoch scheinen Schwangere häufiger keine Symptome zu entwickeln.

Doch falls die Frauen tatsäch­lich Symptome zeigen, dann deuten laut RKI zwei Studien mit eher wenigen Fällen an, dass Schwangere durch­aus ein erhöhtes Risiko für einen schweren schweren Verlauf haben könnten.

Das relative Risiko für schwerere Krank­heits­verläufe für gesunde Frauen im gebär­fähigen Alter ist laut RKI aber grund­sätzlich gering. Erste Auswertungen des Cronos-Registers von der Deutschen Gesell­schaft für Perinatale Medizin hätten gezeigt, dass Schwangere mit Covid-19 einen über­wiegend güns­tigen Krank­heits­verlauf gehabt hätten.

Das RKI weist darauf hin, dass Covid-19 und auch die Schwangerschaft an sich die Blut­gerinnung verstärken können. Ärzte sollten bei schwangeren Frauen sorgfältig prüfen, ob eine Prophylaxe gegen Thrombosen sinn­voll sein könnte.

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Ist das Ungeborene einer infizierten Schwangeren gefährdet?

Noch lassen sich laut RKI keine verläss­lichen Aussagen machen, inwiefern sich eine Infektion der Mutter auf das ungeborene Kind auswirkt. Es lägen zu wenige Daten über infizierte Schwangere vor. „Grund­sätzlich kann hohes Fieber während des ersten Trimenons [Drittels] der Schwangerschaft das Risiko von Komplikationen und Fehl­bildungen erhöhen“, so das RKI.

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Kommt es häufiger zu Früh­geburten, wenn Schwangere Covid-19 haben?

Laut RKI wurde noch nicht beob­achtet, dass es bei Schwangeren mit Covid-19 häufiger zu Früh­geburten kommt. Die Behörde verweist auf eine große wissenschaftliche Über­sichts­studie („Review“), die einen möglichen Zusammen­hang untersucht hatte.

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Können sich Neugeborene bei ihren Müttern anste­cken?

Die meisten neugeborenen Kinder von Müttern, die mit dem Coronavirus infiziert waren, zeigten nach der Geburt keine Krank­heits­zeichen. Das berichtet das RKI. Bislang seien nur Einzel­fälle von erkrankten Neugeborenen beschrieben. Das könne auf eine Infektion im Mutterleib zurück­gehen, aber auch auf eine Anste­ckung erst nach der Geburt. Ob das Virus in Muttermilch vorkomme und über diese über­tragen werden könne, sei noch nicht umfang­reich erforscht. Eine Veröffent­lichung berichtet, das Virus-Erbgut in Muttermilch nachgewiesen wurde.

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Wie empfäng­lich sind Kinder und Jugend­liche für eine Infektion?

Wenn man allein die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen betrachtet, erkranken Kinder seltener als Erwachsene. Allerdings ist bekannt, dass bei Kindern eine Infektion häufig gar nicht auffällt – sie zeigen meist gar keine oder nur milde Symptome. Studien, bei denen das Blut von Kindern auf mögliche Antikörper gegen das Coronavirus untersucht wurde, ergeben laut RKI bisher kein einheitliches Bild über das wirk­liche Infektions­geschehen in dieser Alters­gruppe. Da die Studien meist während des ersten Lock­downs durch­geführt wurden, sei ihre Aussagekraft nur begrenzt.

Tendenziell zeigten sich Kinder­garten­kinder in einigen Studien weniger empfäng­lich für eine Anste­ckung als Schul­kinder. Wieder andere Studien kommen allerdings zu dem Schluss, dass Kinder genauso viele Menschen anste­cken können wie Erwachsene und dass sie bei einer Infektion auch vergleich­bar viele Viren im Nasen-Rachen-Raum haben.

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Was weiß man über schwere Verläufe bei Kindern?

Nur sehr wenige Kinder, die an Covid-19 erkranken, benötigen eine intensivmedizi­nische Versorgung. Aber auch bei ganz Kleinen, also Säuglingen und Klein­kindern, sind schwere Verläufe beschrieben. Das Risiko steigt bei Vorerkrankungen, insbesondere von Lunge und Herz. Auch bei Säuglingen und Klein­kindern sind schwere Verläufe beschrieben.

Sehr selten entwickeln Kinder und Jugend­liche eine schwere, aber behandel­bare Entzündungs­reaktion: Sie heißt multi­systemisches inflammatorisches Syndrom. Eine Fall­serie wurde unter anderem in Italien beschrieben. Typische Symptome sind etwa hohes Fieber, Haut­ausschlag, entzündete Bindehäute, Magen-Darm-Probleme. Das Krank­heits­bild ähnelt teil­weise dem Kawasaki-Syndrom, das in Zusammen­hang mit anderen Virus­infektionen beob­achtetet wurde.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzt das Risiko für Kinder, am multi­systemischen inflammatorischen Syndrom zu erkranken, als gering ein. Todes­fälle seien sehr selten. Die WHO erklärt zudem, dass Todes­fälle bei Kindern sehr selten seien.

Corona-Risiko­gruppen

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Wer gehört zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf?

Folgende Personen­gruppen haben laut RKI, basierend auf der aktuellen Studien­lage, ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krank­heits­verlauf:

- Ältere Menschen: Ab 50 bis 60 Jahren steigt das Risiko für einen schweren Verlauf stetig

- Raucher

- adipöse Menschen (Body-Mass-Index: ab 30) und stark adipöse Menschen (Body-Mass-Index: ab 35)

- Menschen mit Down-Syndrom

- Personen mit bestimmten Vorerkrankungen: Dazu gehören Erkrankungen des Herz-Kreis­lauf-Systems wie koronare Herz­erkrankungen und Blut­hoch­druck, chro­nische Lungen­erkrankungen wie COPD, chro­nische Leber­erkrankungen, Diabetes mellitus und Krebs

- Menschen mit geschwächtem Immun­system, etwa durch eine Erkrankung oder durch die regel­mäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immun­abwehr beein­flussen und herab­setzen können wie Kortison.

- Männer.

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Gehören Asth­matiker zur Risikogruppe?

Lungen­ärzte geben weit­gehend Entwarnung für Asth­matiker. In bisherigen Studien habe sich Asthma nicht als eigen­ständiger Risiko­faktor für einen schweren Covid-19-Verlauf erwiesen, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Allerdings könnte die Behand­lung mit Cortison Einfluss nehmen. So gebe es Hinweise darauf, dass eine Therapie mit hoch dosiertem Cortison das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhen könne.

Die Deutsche Gesell­schaft für Pneumologie empfiehlt behandelnden Ärzte, bei Patienten mit schwerem Asthma über eine Umstellung der Behand­lung von hoch dosiertem Cortison auf Biologika nach­zudenken. Nied­rig- oder mittel­hoch dosierte Cortison-Sprays, wie sie die meisten Menschen mit Asthma einnehmen, sind nach Einschät­zung des Lungen­informations­dienstes dagegen unbe­denk­lich.

Asth­matiker sollten auf keinen Fall eigenmächtig auf ihre inhalativen Medikamente mit Cortison verzichten oder die Dosis selbst ändern. Unsere Daten­bank Medikamente im Test informiert zum Themen­bereich Asthma über Unterschiede von cortisonhaltigen Medikamenten zum Inhalieren und solchen zum Einnehmen.

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Beein­flusst meine Blutgruppe das Risiko für einen schweren Verlauf?

Mehrere Studien deuten laut RKI darauf hin, dass die Blut­gruppen A, B und 0 das individuelle Infektions­risiko beein­flussen könnten. Dies betreffe sowohl die Wahr­scheinlich­keit, sich zu infizieren, als auch die Schwere der Symptome. Allerdings lägen noch keine einheitlichen Ergeb­nisse vor, die Fach­welt diskutiere die Studien noch.

Unter anderem hatten Forscher des Universitäts­klinikums Schleswig-Holstein, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Universität Oslo in einer großen genetischen Studie einen Zusammen­hang zwischen Blutgruppe und Krank­heits­verläufen von Covid-19-Patienten fest­gestellt. Danach könnten Menschen mit der Blutgruppe A ein um 50 Prozent höheres Risiko für einen schweren Covid-19 Verlauf haben als Menschen mit anderen Blut­gruppen; Menschen mit Typ-0-Blut sind womöglich um fast 50 Prozent besser vor einer ernsten Covid-19-Erkrankung geschützt.

Welche Mecha­nismen hinter den häufigeren schweren Verläufen bei Patienten mit Blutgruppe A liegen könnten – etwa in Bezug auf Immun­reaktion und Gerinnungs­faktoren – müsse noch näher untersucht werden. Die Unter­suchung bestätigt laut Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zwei frühere Studien mit ähnlichem Ergebnis.

Allerdings erwähnt das RKI auch Unter­suchungen aus den USA, die keinen Zusammen­hang zwischen Blutgruppe und Covid-19-Verlauf herstellen konnten. Auch nach einer Studie aus der Türkei beein­flusst die Blutgruppe A nicht das Risiko für einen schweren Verlauf, könnte aber die Wahr­scheinlich­keit einer Infektion erhöhen.

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Liegen gesicherte Erkennt­nisse darüber vor, dass bestimmte Mittel gegen Blut­hoch­druck das Risiko für Covid-19 erhöhen?

Nein. Neuere wissenschaftliche Artikel haben mögliche Zusammenhänge zwischen der Einnahme von bestimmten Blut­druck­senkern und der Erkrankung an Covid-19 thematisiert. Im Fokus standen ACE-Hemmer und Angiotension-II-Rezeptor­blocker (ARB).

Das Bundes­institut für Arznei­mittel und Medizin­produkte (BfArM) sagt dazu: „Diese Zusammenhänge sind theoretischer Natur, wobei einige auf ein Komplikations­risiko und andere auf eine schützende Wirkung dieser Medikamente hinweisen.“ Derzeit gebe es keine wissenschaftlichen Beweise, die beide Behauptungen stützen. Sollten sich neue Erkennt­nisse ergeben, werde die Öffent­lich­keit informiert.

Wichtig: Patientinnen und Patienten sollen die Arznei­mittel nicht eigenmächtig absetzen und sich bei Fragen an ihre Ärztin oder ihren Arzt wenden. Mehr Infos über Blut­druck­senker bietet unser Test von Medikamenten gegen Bluthochdruck. Im Test von Blutdruckmessgeräten finden Sie die besten Geräte zum Blut­druck­messen.

Unterschiede zwischen Covid-19 und Grippe

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Gibt es Unterschiede bei der Anste­ckung?

Ja. Die Weltgesundheitsorganisation WHO führt einige der Unterschiede zwischen Grippe und Covid-19 aus: Die Inkubations­zeit von Grippe liegt danach im Durch­schnitt bei etwa 3 Tagen, die von Covid-19 bei 5 bis 6 Tagen. Influenza sei vor allem in den ersten 3 bis 5 Tagen nach Ausbruch der Krankheit anste­ckend, wohl auch schon vorher. Coronavirus-Infizierte sind schon vor Ausbruch der Krankheit infektiös, als besonders kritisch gelten die 24 bis 48 Stunden vor Einsetzen der ersten Symptome.

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Sterben mehr Patienten an Covid-19 als an Grippe?

Ja. Laut RKI ist der Anteil beatmungs­pflichtiger und verstorbener Patienten bei Covid-19 in Krankenhäusern hier­zulande während der ersten Welle deutlich höher gewesen als üblicher­weise bei Grippe-Patienten.

Das RKI stützt sich bei dieser Aussage auf eine eigene Studie. Dafür wurden die Daten von 1 426 Covid-19-Patienten erfasst, die zwischen Anfang März und Anfang Mai 2020 wegen schwerer Atemwegs­erkrankungen in einem Kranken­haus in Deutsch­land behandelt werden mussten. Diese Daten wurden mit den Krank­heits­verläufen von 69 573 Grippepatienten aus den Jahren von 2015 bis 2019 verglichen, die unter ähnlich gravierenden Atem­problemen litten und stationär aufgenommen worden waren.

Der Vergleich offen­bart, dass in der Gruppe der Covid-19-Patienten 22 Prozent beatmet werden mussten und 21 Prozent verstarben. Dagegen wurden in der Gruppe der Grippekranken nur 14 Prozent der Patienten beatmet und 12 Prozent starben. Die Patienten aus beiden Gruppen waren ähnlich alt: im Mittel 81 Jahre.

Coronavirus – Anste­ckungen von Mensch zu Mensch

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Wie wird das Coronavirus über­tragen?

Die Über­tragung des Coronavirus erfolgt nach aktuellem Wissen­stand über­wiegend über Tröpf­chen oder Aerosole, die beim Sprechen, Husten und Niesen, aber auch beim Singen und bei sport­licher Aktivität von einem Menschen auf den anderen über­tragen werden.

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Wie lange bleiben Viren in Aerosolen vermehrungs­fähig?

In einer Studie mit experimentell hergestellten, mit Sars-CoV-2-Viren angereicherten Aerosolen waren vermehrungs­fähige Viren nach drei Stunden noch im Aerosol nach­weisbar. Darüber berichtet das RKI.

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Wie anste­ckend ist das Coronavirus?

Sehr. Ohne Gegen­maßnahmen würde jemand, der mit klassischen Coronavirus infiziert ist, laut RKI (gerundet) zwei bis drei Menschen anste­cken. Bei Mutationen, vor allem bei B.1.1.7 gehen Wissenschaftler von einer höheren Infektiosität aus.

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Wie viel Zeit liegt zwischen Anste­ckung und Erkrankung?

Die Zeit von der Anste­ckung bis zum Erkrankungs­beginn – Inkubations­zeit genannt – liegt laut RKI im Mittel bei 5 bis 6 Tagen. Die Spann­weite dabei betrage 1 bis 14 Tage.

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Wie lange sind Infizierte anste­ckend?

Das Robert-Koch-Institut geht aufgrund der Daten­lage davon aus, dass Infizierte das Virus in relevantem Maße zwei Tage vor den ersten Symptomen weitergeben. Modellierungen wiesen darauf hin, dass 9 Prozent der Über­tragungen mehr als drei Tage vor Symptom­beginn erfolgten. Am Tag vor dem Symptom­beginn sei die Infektiosität am höchsten.

Verschiedene Studien ermittelten, wie lange Infizierte nach Symptom­beginn das Virus über­tragen können. Der Durch­schnitt liegt demnach bei fünf bis sieben Tagen, wobei die Infektiosität nach und nach abzu­nehmen scheint. Die Zeiträume der Infektiosität variieren teils erheblich. Sie könnten bei symptomfreien Infizierten und Kindern kürzer sein, bei schwer Erkrankten länger.

Anste­ckung über Kontakt mit Dingen und Lebens­mitteln

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Kann man sich über Gegen­stände mit dem Coronavirus infizieren?

Über­tragungen könnten durch Schmier­infektionen erfolgen, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Das kann passieren, wenn jemand einen infizierten Gegen­stand oder eine Oberfläche mit der Hand berührt und diese dann in Kontakt mit Schleimhäuten – etwa von Nase, Mund und Auge – kommt. Über die Schleimhäute kann das Virus dann in den Körper dringen. Das BfR verweist aber darauf, dass es derzeit keine belast­baren Belege für Anste­ckungen über Oberflächen gäbe

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Wie lange kann das Coronavirus auf Oberflächen über­leben?

Die Stabilität von Coronaviren in der Umwelt hängt laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) von vielen Faktoren ab, dazu gehören Temperatur, Luft­feuchtig­keit, Beschaffenheit der Oberfläche, Licht, Virus­stamm und Virusmenge. Im Allgemeinen seien Coronaviren, die über den Menschen auf trockene Oberflächen gelangten, nicht besonders stabil.

Unter­suchungen in einem Labor einer amerikanischen Arbeitsgruppe zeigten, dass das Coronavirus (Sars-CoV-2) auf verschiedenen Oberflächen unterschiedlich lang vermehrungs­fähig blieb: auf Kunststoff bis zu 72 Stunden, auf Edelstahl bis zu 48 Stunden, auf Karton bis zu 24 Stunden und auf Kupfer bis zu 4 Stunden. In früheren Studien zu einem anderem Coronavirus, dem Sars-CoV-1, blieben die Viren auf Papier, Baumwoll­gewebe oder Einwegschutz­kitteln bis zu 24 Stunden infektiös – bei hoher Viruslast gar bis zu zwei Tage.

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Reisen die Viren in Cars­haring-Autos, Bussen und Bahnen mit?

Das Lenk­rad im Carsharing-Wagen oder Haltegriffe in Bus und Bahn – auch das sind Oberflächen, auf denen sich die Viren einige Zeit halten können (siehe vorherige Frage). Sicher ist: Wo viele Menschen direkt oder indirekt in Kontakt kommen, gilt besonders: Abstand halten, Nies- und Händehygiene wahren, nicht ins Gesicht fassen. Fürs Cars­haring empfiehlt es sich zusätzlich, vor der Fahrt gut durch­zulüften.

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Können Viren ins Essen geraten?

Das hängt davon ab: Sollte ein infizierter Koch versehentlich beim Kochen ins heiße Essen husten, würde die Hitze die hitze­empfindlichen Viren abtöten. Bei kalten Gerichten wie Obst, einem Brötchen oder einer Scheibe Käse wäre das nicht der Fall – bei Berührung könnte es zu Schmier­infektionen kommen.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung sind derzeit keine Fälle bekannt, in denen sich jemand durch den bloßen Verzehr kontaminierter Lebens­mittel wie Back­waren Obst, Gemüse mit dem Coronavirus infiziert hätte. Wer Speisen zubereitet, sollte dennoch die Hygiene­regeln einhalten.

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Bleiben Coronaviren in Tiefkühl­kost anste­ckend?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) verweist auf eine Studie, die zeigt, dass Sars-CoV-2-Viren auf gefrorenem Fleisch nach drei Wochen nur wenig von ihrer Infektiosität einge­büßt haben. Zuvor war bereits bekannt, dass auch die Coronaviren Sars und Mers kälteun­empfindlich sind und bei minus 20 Grad Celsius bis zu 2 Jahre im gefrorenen Status infektiös bleiben können.

Sicher­heits­halber sollten Verbraucher Tiefkühl­kost durch­erhitzen – mindestens zwei Minuten lang bei mindestens 70 Grad Celsius. Bisher gibt es laut BfR keine Hinweise, dass sich Menschen über den Kontakt mit tiefgekühlten Lebens­mitteln mit dem Coronavirus infiziert haben.

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Können Coronaviren über Tassen und Gläser in der Gastronomie oder Pfle­geeinrichtungen über­tragen werden?

Das BfR hat davon eigenen Angaben zufolge keine Kennt­nis. Theoretisch könnte eine infizierte Person ein Glas über die Berührung mit der Hand oder über Speichel mit dem Virus belasten. Wenn eine weitere Person aus diesem Glas tränke, wäre eine Über­tragung möglich – voraus­gesetzt, das Glas würde zwischen­durch nicht ausreichend gereinigt (siehe weiter unten, Frage zum Thema Spülen).

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Können Coronaviren das Leitungs­wasser belasten?

Das ist nach derzeitigem Kennt­nisstand höchst unwahr­scheinlich, vermeldet das Umweltbundesamt. Leitungs­wasser, das unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und verteilt werde, sei sehr gut gegen alle Viren, einschließ­lich Coronaviren, geschützt.

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Sind Coronaviren im Stuhl infektiös?

Das ist noch nicht geklärt. Bei Covid-19-Patienten wurde vereinzelt Virus im Stuhl identifiziert. Für eine Anste­ckung müssten Viren jedoch vermehrungs­fähig sein, was Studien bisher erst selten zeigten.

Anste­ckungs­risiken in besonderen Situationen

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Kann ich mich beim Schwimmen anste­cken?

„Generell ist eine direkte Über­tragung von Sars-CoV-2 über Schwimm- und Bade­wasser höchst unwahr­scheinlich“, erklärt das Umweltbundesamt (Uba). Die Behörde verweist auf eine Einschät­zung der WHO, wonach keine Hinweise für eine Über­tragung über den Wasserweg vorlägen, und beschreibt die Situation für verschiedene Badegewässer:

Frei- und Hallenbäder: Das Wasser wird dort ständig aufbereitet. Filtration und Desinfektion sind laut Uba wirk­same Verfahren, um einge­tragene Bakterien und Viren zu inaktivieren. Coronaviren seien als behüllte Viren leichter durch Desinfektions­verfahren zu inaktivieren als unbe­hüllte Viren wie Noro- und Adenoviren. Schwimm­bäder müssen Hygienepläne aufstellen. Diese legen etwa fest, wie viele Bade­gäste höchs­tens einge­lassen werden, dass nur jede zweite Dusche in Betrieb ist oder dass das Personal Oberflächen und Tür­klinken regel­mäßig desinfiziert.

Bäder mit biologischer Aufbereitung: In diesen Bädern wird das Wasser nicht mit Desinfektions­mitteln desinfiziert, sondern durch natürliche Verfahren und Pflanzen. Laut Uba geht vom Wasser dieser Bäder generell ein gewisses Infektions­risiko mit Mikro­organismen aus.

Meere, Seen, Flüsse: In größeren Naturgewässern könnten infizierte Menschen das Coronavirus zwar einbringen, aber eine Anste­ckungs­gefahr gilt wegen der Verdünnung im Wasser als äußerst gering. Steigende Wasser­temperaturen und erhöhte Sonnen­einstrahlung im Sommer dürften zudem laut Uba dazu führen, dass etwaige Viren noch schneller unschädlich werden.

Tipp: Beachten Sie an Bade­stellen die Abstands­regeln – also im Wasser, auf der Liegewiese, am Strand, an der Schlange vor Rutschen, Kiosken und dem Sanitär­bereich. Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie sich krank fühlen oder Kontakt zu Infizierten hatten.

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Was ist, wenn vor mir ein infizierter Jogger läuft und stark ausatmet?

Das ist unklar. Ein belgisch-nieder­ländisches Forscher­team der Universitäten Eindhoven und Leuven hat einen Aufsatz zu einer animations­basierten Untersuchung veröffent­licht, wonach Jogger eine Atemwolke mit möglicher­weise anste­ckenden Tröpf­chen hinter sich zurück­lassen. Wenn dann etwa kein Wind herr­sche und Menschen direkt in den Wind­schatten des infizierten Läufers gerieten, könnten sie sich anste­cken – trotz einer Distanz von 1,5 Metern.

Die Autoren sind keine Virologen, sondern Ingenieure. Sie haben ihre Erkennt­nisse durch Laborsimulationen gewonnen. Kritiker der Studie vermissen unter anderem Daten zum Einfluss des Windes auf die Tröpf­chen­konzentration.

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Wie oft sollen Sport­treibende Hallen und Studios lüften?

Wer Sport in Innenräumen treibt, muss für ausreichende Lüftung sorgen – mahnt die Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) am Umwelt­bundes­amt. Schon bei geringer körperlicher Belastung sei die Atemfrequenz gegen­über Ruhephasen deutlich erhöht. Die Menge an ausgeatmeten Partikeln steige mit zunehmender Aktivität weiter an. Deswegen sollte in Sport­hallen und -studios die verbrauchte Luft in jeder Stunde mindestens fünf­mal durch frische Luft ersetzt werden.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann Sport im Freien treiben. Mehr dazu in unserem Special Sport im Winter: Warum Training in der Kälte gut tut. Inwieweit tech­nische Geräte dabei helfen können, eine zu hohe Virenlast in der Raum­luft zu vermeiden, klären unsere Tests von Luftreinigern und CO2-Messgeräten (siehe auch weiter unten, Abschnitt „Innenräume richtig lüften“).

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Wie kann ich mich bei der Über­gabe eines Pakets durch den Paketboten vor einer Infektion schützen?

Das Bundesministerium für Gesundheit stuft die Über­tragung des Coronavirus durch Pakete als sehr unwahr­scheinlich ein und rät, nach dem Auspacken die Hände zu waschen. Eine Desinfektion des Pakets sei nicht nötig.

Praktisch alle Paket­dienste haben ihre Sicher­heits­vorkehrungen angepasst, um Mitarbeiter und Kunden vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen: Die Zusteller übergeben das Paket nicht mehr direkt, sondern stellen es in einem Sicher­heits­abstand vor dem Empfänger auf den Boden. Inzwischen unterzeichnen die Zusteller selbst auf dem Eingabegerät, dass sie das Paket abge­liefert haben.

Alternativen sind Paket­stationen und Pack­shops. Die meisten Paket­dienste bieten an, das Paket an einem vereinbarten Ort zur Abholung zu hinterlegen – etwa Garage, Terrasse oder Haus- beziehungs­weise Wohnungs­tür.

Richtig Abstand halten – draußen, zu Hause, in der Bahn, im Büro

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Welche Hygienemaß­nahmen schützen vor einer Corona-Anste­ckung?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, die AHA-Formel einzuhalten. AHA steht für Abstand – Hygiene – Alltags­maske:

Abstand halten. Achten Sie auf einen Mindest­abstand von mindestens 1,5 Meter zu anderen.

Hygiene beachten. Befolgen Sie die Hygiene­regeln: die Hände regel­mäßig gründlich mit Seife für 20 bis 30 Sekunden waschen, immer in die Armbeuge niesen und husten. Sobald man zu Hause, bei der Arbeit oder in anderen Räumen ange­kommen ist, erst einmal die Hände gründlich waschen.

Alltags­masken. Tragen Sie eine Alltags­maske oder Mund-Nasen-Bedeckung dort, wo es vorgeschrieben ist (mehr Infos dazu weiter unten).

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Was sollte ich zu Hause und gegen­über Angehörigen bedenken?

Zu Hause bleiben. Verlassen Sie Ihre Wohnung nur, wenn es nötig ist.

Risiko­gruppen wenig begegnen. Beschränken Sie den direkten Kontakt mit älteren oder chro­nisch kranken Menschen, um diese zu schützen. Alternativen können etwa Anrufe, E-Mail-Kontakte, Video­gespräche sein.

Lüften. Sorgen Sie in allen Zimmern regel­mäßig für frische Luft.

Auf sich achten. Sport treiben, Spazieren gehen, möglichst wenig Alkohol trinken, nicht rauchen, gesund essen, genug schlafen.

Erkrankte auf Abstand halten. Wenn eine Person in Ihrem Haushalt erkrankt ist, sollte diese sich möglichst in einem eigenen Raum aufhalten, die Mahl­zeiten allein einnehmen und genügend Abstand zu den übrigen im Haushalt lebenden Personen wahren.

Arzt­besuche nicht aufschieben. Schieben Sie notwendige Arzt­besuche nicht auf – das gilt auch für andere Erkrankungen als Covid-19.

Besuch im Kranken­haus und Pfle­geheim. Wenn Sie Angehörige im Kranken­haus, in einer Behinderten­einrichtung, einem Alten- oder Pfle­geheim besuchen möchten, müssen Sie die dort geltenden Besuchs­regelungen beachten. Erkundigen Sie sich vor Ihrem Besuch am besten direkt bei der jeweiligen Einrichtung über die genauen Bestimmungen.

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Wie schütze ich mich draußen?

Körperkontakt vermeiden. Verzichten Sie auf Händeschütteln und Umarmungen.

Abstand halten. Halten Sie beim Spazieren­gehen, Sport und auf dem Spiel­platz, den Mindest­abstand zu anderen Personen von 1,5 Metern ein.

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Wie verhalte ich mich im Job?

Im Home­office arbeiten. Arbeiten Sie – in Abstimmung mit dem Arbeit­geber – ruhig öfter noch von zu Hause aus. Absprachen lassen sich weiter gut per Telefon, E-Mail und Video­konferenz treffen. Die Stiftung Warentest hat Programme für Video-Chats geprüft.

Bei Symptomen daheim bleiben. Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie bei sich Krank­heits­anzeichen wahr­nehmen.

Bei Kontakt gut lüften. Wenn Sie sich mit Kollegen in einem geschlossenen Raum treffen, sollten Sie den Mindest­abstand wahren und ständig lüften.

Kleine Teams einrichten. Arbeiten Sie, wenn Sie am Arbeits­platz präsent sind, möglichst einzeln oder in kleinen festen Teams.

Büromaterial nicht teilen. Teilen Sie Arbeits­plätze oder Arbeits­mittel wie Tastaturen und Werk­zeuge möglichst nicht mit anderen. Ist dies nicht möglich, reinigen Sie Arbeits­platz und -geräte bei Dienst­antritt und -ende gründlich.

Allein essen. Nehmen Sie Ihre Mahl­zeiten im Büro allein ein. Wenn Sie Pausenräume nutzen, halten Sie ausreichenden Abstand zu Kolleginnen und Kollegen.

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Wie verhalte ich mich in öffent­lichen Verkehrs­mitteln?

Mund-Nasen-Schutz tragen. In allen Bundes­ländern sind Sie verpflichtet, im öffent­lichen Nahverkehr eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Abstand halten. Achten Sie auf den Mindest­abstand, nutzen Sie möglichst eine Tür mit wenig Andrang, setzen Sie sich soweit wie möglich von den anderen Fahr­gästen hin.

Stoß­zeiten meiden. Nutzen Sie öffent­liche Verkehrs­mittel am besten dann, wenn nicht so viel los ist.

Radfahren, Laufen, Auto­fahren. Nutzen Sie Alternativen zu öffent­lichen Verkehrs­mitteln: Fahren Sie Rad, gehen Sie zu Fuß. Auch das eigene Auto ist eine Option. Bilden Sie aber keine Fahr­gemeinschaften mit Leuten aus anderen Haushalten.

Die passende Maske finden

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Was ist der Unterschied zwischen medizi­nischen Masken und Alltags­masken?

Seit Anfang des Jahres 2021 ist das Tragen medizi­nischer Masken in Geschäften und im öffent­lichen Nahverkehr Pflicht. Zu den medizi­nischen Masken zählen sogenannte OP-Masken und filtrierende Halb­masken, auch FFP-Masken genannt. Diese Modelle müssen bestimmte Normen erfüllen. Die Stiftung Warentest hat im Februar 2021 insgesamt 10 FFP2-Masken getestet. Für Alltags­masken, die häufig Stoff­masken sind, gelten keine Normen und spezi­fische gesetzliche Anforderungen. Weitere Infos zu den unterschiedlichen Masken­typen erhalten Sie unter Corona-Masken: Die unterschiedlichen Typen im Vergleich.

Tipps fürs Desinfizieren, Spülen und Waschen

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Was ist bei Desinfektions­mitteln zu beachten?

Grund­sätzlich reicht es im Alltag, sich mit Seife gründlich die Hände zu waschen und Oberflächen mit gängigen Haus­halts­reinigern zu desinfizieren. In Ausnahme­fällen kann der gezielte Einsatz von Desinfektions­mitteln auch in Privathaushalten­angemessen sein, wenn dies ärzt­lich empfohlen wird. Wer zusätzlich Desinfektions­mittel für Flächen oder Hände benutzen will, sollte darauf achten, dass sie wirk­sam gegen Coronaviren sind. Erkenn­bar ist das laut RKI an der Auslobung „begrenzt viruzid“ (wirk­sam gegen behüllte Viren), „begrenzt viruzid Plus“ oder „viruzid“.

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Wie temperatur­beständig ist das Coronavirus eigentlich?

Das Virus weist eine hohe Temperatur­beständig­keit auf. Das RKI verweist auf Daten, die die Entwick­lung des Virus in unterschiedlich warmen Flüssig­keiten beschreiben. Danach verringere sich die Virenlast bei einer Temperatur von 56 Grad Celsius inner­halb von 5 bis 20 Minuten um mehr als eine Vierer­potenz. Bei 60 Grad Celsius würden die Viren in 15 bis 30 Minuten bis unter die Nach­weis­grenze deaktiviert, bei 65 Grad inner­halb von 10 Minuten und bei 70 Grad inner­halb von 5 Minuten. Ein kompletter Verlust der Infektiosität werde bei Temperaturen von 56 bis 65 Grad in 90 Minuten und bei 75 Grad in 30 bis 40 Minuten erreicht.

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Setzt Spülen mit der Hand oder im Geschirr­spüler das Virus auf Geschirr schachmatt?

Coronaviren, deren Erbgut von einer Fett­schicht umhüllt ist, reagieren laut BfR empfindlich auf fett­lösende Substanzen wie Alkohole und Tenside in Seifen und Geschirr­spül­mitteln. Auch wenn für Sars-CoV-2 noch keine spezi­fischen Daten vorliegen, sei es wahr­scheinlich, dass die fett­lösenden Substanzen die Virus­oberfläche beschädigten und das Virus inaktivierten. Das BfR verweist auf eine Studie mit dem verwandten Virus Sars-CoV-1, in der dieses durch eine fünf­minütige Behand­lung mit handels­üblichem Spül­mittel voll­ständig inaktiv wurde.

Höhere Temperaturen und noch längerer Kontakt mit den fett­löslichen Substanzen bieten noch mehr Sicherheit, das Virus auszuschalten – zum Beispiel beim Reinigen von Trinkgefäßen im Geschirr­spüler bei mindestens 60 Grad Celsius. Wer mit der Hand spült, sollte möglichst heißes Wasser nutzen – mindestens 45 Grad Celsius und maximal 50 Grad Celsius, um die Haut der Hände nicht zu strapazieren.

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Wie lassen sich Coronaviren aus Textilien entfernen?

Es ist noch unklar, wie lange Coronaviren auf Textilien oder in der Wasch­maschine über­leben, teilt das BfR mit. Weil das Erbgut von Coronaviren von einer Fett­schicht umhüllt sei, reagierten sie generell empfindlich auf fett­lösende Substanzen wie Tenside. Diese sind als Fett­löser in Wasch­mitteln enthalten.

Das BfR rät Privathaushalten, die Wäsche wie gewohnt zu waschen. Wenn ein Haus­halts­mitglied erkrankt sei, sollten dessen Kleidung, Bett­wäsche, Unter­wäsche, Hand­tücher und Wasch­lappen sicher­heits­halber bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad Celsius in einer Wasch­maschine mit Voll­wasch­mittel gewaschen und gründlich getrocknet werden.

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Hilft seifenfreie Wasch­lotion genauso gut gegen Coronaviren wie normale Seife?

Ja. Solche Wasch­lotionen, auch Syndets genannt, enthalten ebenfalls wasch­aktive Substanzen, allerdings sind diese synthetisch hergestellt – im Gegen­satz zu den Salzen aus natürlichen Ölen und Fetten in vielen Seifen. Wie Seife lösen die wasch­aktiven Substanzen die Fett­hülle der Coronaviren auf, so spülen Wasser plus Wasch­lotion die Viren leichter weg. Syndets eignen sich meist für empfindliche Haut.

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Ich habe vom vielen Hände­waschen trockene Hände. Wie pflege ich sie am besten?

Mit Hand­creme. Die Stiftung Warentest hat Ende 2018 Handcremes gegen trockene Haut geprüft. Darunter waren Produkte von Body Shop, Nivea und dm sowie einige Naturkosmetik­produkte. Viele pflegten gut, aber nur wenige zogen schnell ein. Wer Probleme mit trockenen Händen hat, sollte sie lieber mit milden Wasch­lotionen und Syndets waschen als mit herkömm­licher Seife und beim Putzen Haus­halts­hand­schuhe tragen.

Innenräume richtig lüften

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Durch­zug oder Stoß­lüften?

Wenn sich mehrere Leute aus unterschiedlichen Haushalten in einem Raum aufhalten, ist häufiges Lüften angesagt. Das Umwelt­bundes­amt hält das sogenannte Querlüften für optimal. Dafür wird zum Beispiel zwischen einem geöff­neten Fenster und einem weiteren offenen Fenster oder einer Tür Durch­zug hergestellt. Raum- und Frisch­luft tauschen sich dann schnell aus.

Alternativ geht auch Stoß­lüften: Dabei wird das Fenster für einige Minuten weit geöffnet. Im Winter reichen 5 Minuten Stoß­lüftung, weil die Temperatur­unterschiede zwischen drinnen und draußen den Luft­austausch beschleunigen. Im Sommer dauert das nicht selten 20 bis 30 Minuten. Als wenig wirk­sam gilt es, die Fenster nur teil­weise zu öffnen oder ununterbrochen auf Kipp zu stellen.

Schulen empfiehlt die Innenraum­luft­hygiene-Kommis­sion am Umwelt­bundes­amt (IRK) beispiels­weise, Klassenräume regel­mäßig alle 20 Minuten für etwa 3 bis 5 Minuten zu lüften – und in jeder Unterrichts­pause durch­gehend.

Tipp: Gutes Lüften allein kann Infektionen mit dem Coronavirus nicht verhindern. In Innenräumen, die von mehreren Personen genutzt werden, sind zusätzliche Maßnahmen wie das Tragen notwendig – Abstand halten und möglichst ein Mund-Nasen-Schutz.

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Wie viel bringt das Lüften über­haupt?

Laut der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zeigen Berechnungen, dass das Risiko einer Corona-Infektion durch regel­mäßiges Stoß­lüften etwa um die Hälfte sinkt. Zusätzliches Maskentragen könne das Risiko sogar um einen Faktor fünf bis zehn verringern.

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Muss ich sofort lüften, wenn jemand im Raum hustet oder niest?

Ja, sofort. Das empfiehlt die Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) am Umwelt­bundes­amt.

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Was bringen mobile Luft­reiniger?

Mobile Luft­reiniger stellen nach Einschät­zung der Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) am Umwelt­bundes­amt keinen Ersatz für konsequentes Lüften dar. Luft­reiniger mit HEPA-Filtern könnten aber unterstützend etwas bringen und zum Beispiel in Klassenräumen die Zahl an virushaltigen Partikeln senken.

Die Geräte sollten mit sogenannten hoch­abscheidenden Filtern der Filterklassen H 13 oder H 14 ausgerüstet sein. Nur sie gewähr­leisteten eine wirk­same Reduktion von Viren in der Luft. Feinfilter der Klassen F 7 bis F 9 reichten nicht aus.

Wer mobile Luft­reiniger aufstellt, sollte nach Empfehlung der IRK auf die Raumgegebenheiten achten. Der Luft­durch­satz müsse sich an die Raumgröße und die Personenzahl im Raum anpassen lassen.

Vorrichtungen zum Ansaugen und Abblasen der Luft sollten so ausgerichtet sein, dass diese nicht zusätzlich verwirbelt werde und die Viren sich erst recht im Raum verteilen könnten.

Die IRK lehnt es ab, Luft mit chemischen Wirk­stoffen wie Ozon zu behandeln. Ozon etwa sei selbst ein Reizgas für die Atem­luft und könne zudem mit anderen chemischen Stoffen in der Luft reagieren kann und unbe­kannte, eventuell giftige Folge­produkte bilden.

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Was sind die besten Luft­reiniger in Tests der Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest hat Anfang 2021 die drei besten Luft­reiniger aus dem Luft­reiniger-Test von 2020 nachgetestet (Coronavirus – so gut filtern die Testsieger Aerosole). Zum Zeit­punkt des ursprüng­lichen Tests spielte Corona noch keine Rolle.

Die neue Prüfung zeigt, dass bei den ausgewählten Geräten von Philips, Rowenta und Soehnle winzige Partikel in Virusgröße in den Fasern der Filter hängen bleiben. Mit neuen Filtern waren – umge­rechnet auf einen Raum mit 16 Quadrat­metern Grund­fläche, 2,5 Meter Höhe – nach 20 Minuten die meisten Aerosol­partikel mit 0,12 Mikro­meter Durch­messer weg. Doch die Geräte altern bei Bean­spruchung, die Reinigungs­leistung lässt nach – bei einem der geprüften Modelle sogar stark.

Allerdings sind die Filter der geprüften Luft­reiniger insgesamt zu klein, um die Luft eines 50 Quadrat­meter großen Klassen­zimmers mit knapp 30 Schülern zu reinigen.

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Was nutzen CO2-Ampeln?

CO2-Sensoren können keine Coronaviren erkennen – aber sie zeigen an, wann es Zeit zum Lüften ist. Die Stiftung Warentest hat in einem Test elf CO2-Mess­geräte untersucht, darunter sogenannte CO2-Ampeln und smarte Geräte, die mit App funk­tionieren. Sieben Geräte schneiden gut ab, drei sind mangelhaft (Test CO2-Ampeln und Messgeräte).

Corona – Impf­stoffe gegen Covid-19

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Was gibt es Neues rund um die Impfung gegen Covid-19?

Seit Ende 2020 werden in Deutsch­land Menschen gegen Covid-19 geimpft. In unserem FAQ zum Impfstoff erfahren Sie alles Wichtige zu den zugelassenen Impf­stoffen, zu möglichen Neben­wirkungen und wer sich wann impfen lassen kann.

Welche anderen Impfungen sinn­voll sind

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Soll ich mich gegen Pneumokokken impfen lassen?

Das kommt darauf an. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt bestimmten Personen­gruppen, sich in Corona-Zeiten gegen Pneumokokken impfen zu lassen: Personen mit Immun­schwäche, Menschen mit chro­nischen Erkrankungen des Herzens oder der Atmungs­organe, Senioren ab 70 Jahre, Babys und Klein­kinder bis zwei Jahre.

Die Impfung schützt zwar nicht vor Covid-19, aber vor möglichen zusätzlichen Infektionen durch Pneumokokken-Bakterien, die den Krank­heits­verlauf erschweren. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass in Deutsch­land schon zu normalen Zeiten jähr­lich rund 5 000 Menschen an einer Pneumokokken-Infektion sterben.

Die Impf­experten der Stiftung Warentest haben den Nutzen und die Risiken der Impfung bewertet. Unser kostenloser Test zur Pneumokokken-Impfung informiert über die generelle Einschät­zung und coronabe­dingte Besonderheiten. Wenn Sie sich allgemein über Impfungen informieren wollen, empfehlen wir unsere Tests Impfungen für Erwachsene und Impfungen für Kinder

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Für wen ist die Grippeimpfung sinn­voll?

Die Impf­experten der Stiftung Warentest raten gefähr­deten Personen­gruppen dazu, etwa chro­nisch Kranken mit Atemwegs­erkrankungen wie COPD, mit Blut­hoch­druck, Diabetes, Herz­leiden sowie Immun­geschwächten. Anders als die Ständige Impf­kommis­sion empfehlen unsere Experten die Grippeimpfung aber nicht generell für über 60-jährige Menschen, die gesund sind. Mehr über unsere Einschät­zung zur Grippeimpfung in unserem Grippe-Special.

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Sollen Kinder weiter nach dem empfohlenen Impf­plan ihre Impfungen bekommen?

Ja. Laut Robert-Koch-Institut sollten Eltern ihre Babys wie vorgesehen und mit hoher Priorität grund­immunisieren lassen. Das umfasst die Sechs­fach-Impfung gegen Tetanus, Polio, Diph­therie, Hepatitis B, Keuchhusten und Haemophilus influenzae Typ b (Hib), die Impfung gegen Pneumokokken und die Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und eventuell gegen Wind­pocken. Wenn weitere allgemein empfohlene Impfungen anstehen, sollen diese ebenfalls gegeben werden.

Tipp: Impfungen und Vorsorgeunter­suchungen lassen sich um zwei Wochen verschieben, wenn das Kind Symptome einer Atemwegs­infektion zeigt. Die Begleit­person darf nicht an akuter Atemwegs­infektion oder Fieber leiden und sollte möglichst allein – auch ohne Geschwisterkind – mit dem Impf­ling zum Termin erscheinen. Alle unsere Impf­empfehlungen haben wir im Special Impfungen für Kinder zusammen­gestellt.

Kontakt mit Arzt, Therapeut, Krankenkasse und Co

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Muss ich persönlich zum Arzt gehen, wenn ich eine Krank­schreibung brauche?

Nicht unbe­dingt. Befristet bis 31. März 2021 können sich Patienten mit leichten Atemwegs­erkrankungen telefo­nisch von ihrem Arzt krank schreiben lassen, berichtet die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Solche Krank­schreibungen sind für bis zu 7 Kalender­tagen möglich und könnten einmalig telefo­nisch um weitere 7 Tage verlängert werden. Die Regelung gilt sowohl für Patienten, die dem Arzt bekannt als auch unbe­kannt sind. Dabei müsse sich der Arzt im Telefonat persönlich vom Krank­heits­zustand des Anrufenden über­zeugen.

Alternativ können Krank­schreibungen auch per Video­sprech­stunde erfolgen. Der Arzt kann dann eine erste Krank­schreibung für maximal sieben Kalendertage per Video ausstellen.

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Können sich Eltern erkrankter Kinder auch telefo­nisch die Bescheinigung für Krankengeld-Bezug bekommen?

Ja. Die Ausstellung einer ärzt­lichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes ist bis zum 31. März 2021 auch telefo­nisch möglich. Außerdem gibt es jetzt länger Kinder­krankengeld: Es sind 20 Tage pro Eltern­teil und Kind (unter 12 Jahre) im Jahr und 40 Tage für Allein­erziehende. Mehr dazu in unserer Meldung Kinderkrankengeld: Pandemie-frei für Eltern – das sind die Regeln.

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Ärzte können mehr Video­sprech­stunden anbieten. Was muss ich dazu wissen?

Patienten haben noch mindestens bis zum 31. März 2020 deutlich mehr Möglich­keiten, mit ihrem Arzt per Video­chat zu sprechen, als vor der Corona-Krise. Die Voraus­setzung dafür ist natürlich, dass der Arzt diese Möglich­keit über­haupt anbietet. Ärzte müssen sich für die Videosprechstunde einen zertifizierten Video­dienst­anbieter aussuchen.

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Was ist mit meinen Sitzungen beim Psycho­therapeuten? Finden diese in der Praxis statt?

Teils, teils. Bis zum 31. März 2020 sind psycho­therapeutische Sprech­stunden auch per Video­sprech­stunde möglich. Das gilt auch für sogenannte probatorische Sitzungen, also die anfäng­lichen Sitzungen vor Beginn der eigentlichen Therapie. Diese Regelung schließt auch neuro­psychologische Therapien mit ein. Darauf haben sich die Kassen­ärzt­liche Vereinigung und der GKV-Spitzen­verband geeinigt. Zuvor war eine Video­sprech­stunde nur unter bestimmten Voraus­setzungen möglich.

Grund­sätzlich bleibt es bei der Psycho­therapeutischen Sprech­stunde weiterhin wichtig, dass Patienten persönlich in die Praxis kommen. Das ist vor allem für die Eingangs­diagnostik, Therapie­empfehlung und Aufklärung wichtig. Diese Sprech­stunden sollten aber auf ein Mindest­maß reduziert werden, um Infektions­risiken zu minimieren. In Einzel­fällen soll nun auch eine diagnostische Einschät­zung oder eine Einleitung der Psycho­therapie per Video­sprech­stunde möglich sein.

Generelle Infos zum Thema finden Sie in unserm Test von Online-Psychotherapien

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Ich habe mit meinem Kind Vorsorgetermine beim Kinder­arzt. Hingehen oder den Termin lieber verschieben?

Der Verband der Kinder- und Jugend­ärzte rät, vor jedem Arzt­besuch telefo­nisch in der Praxis nach­zufragen. Vorsorgetermine in den ersten zwei Lebens­jahren und Impfungen von Klein­kindern sollten möglichst nicht verschoben werden. Bis auf Weiteres müssen die Vorsorgeunter­suchungen U6, U7, U7a, U8 und U9 nicht mehr in begrenzten Zeit­fens­tern statt­finden, die Unter­suchungen können also auch später statt­finden.

Zudem sollten Kinder möglichst nur noch mit einem Eltern­teil in die Praxis kommen – wenn möglich auch ohne Geschwister. Begleit­personen, die älter als 60 Jahre sind, oder chro­nisch Kranke sollten die Praxis möglichst nicht aufsuchen.

Wichtig: Rufen Sie vorher in der Praxis an, wenn Ihr Kind an akuten Beschwerden leidet.

Kinder­arzt­praxen können Rezepte, Über­weisungen oder Krank­schreibungen auch per Post schi­cken. Weitere Infos zum Thema Impfen finden Sie in unserem Special Impfungen für Kinder.

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Ich bin pflegebedürftig und habe einen Antrag zur Einstufung in einen Pfle­gegrad gestellt. Finden Begut­achtungen über­haupt statt?

Nein. Während der Corona-Epidemie besuchen die Mitarbeiter der Medizi­nischen Dienste der Kranken­versicherung (MDK beziehungs­weise MDS) keine Menschen mehr zu Hause oder in einer Pfle­geeinrichtung, um einen möglichen Pfle­gegrad fest­zustellen.

Statt­dessen führen die Gutachtenden mit den Betroffenen, ihren Angehörigen oder dem Pflege­personal Telefon­gespräche. Dabei soll fest­gestellt werden, wie selbst­ständig die potenziell pflegebedürftige Person ihren Alltag noch bewältigen kann und ob sie Unterstüt­zung benötigt. Mehr dazu in unserem Special Pflege­versicherung. Mehr dazu in unserem Special Pflegeversicherung.

Corona – Behand­lungs­möglich­keiten

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Welche Behand­lungs­möglich­keiten gibt es?

Schwer erkrankte Patienten werden über­wiegend durch unterstützende Maßnahmen behandelt: Sie erhalten zum Beispiel Sauer­stoff oder bei Super­infektionen Antibiotika oder der Flüssig­keits­haushalt im Körper wird ausgeglichen. Eine spezi­fische Therapie gegen das Coronavirus steht derzeit noch nicht zur Verfügung.

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Gibt es Medikamente gegen andere Krankheiten, die auch gegen Covid-19 helfen könnten?

Mittel mit mono­klonalen Antikörpern. Die Bundesregierung hat Ende Januar 2021 beschlossen Medikamente mit sogenannten mono­klonalen Antikörpern für bestimmte Covid-19-Erkrankte zu beschaffen. Die Mittel sollen ab Ende Februar für Patienten zur Verfügung stehen, die einer­seits milde bis moderate Symptome und anderer­seits Risiko­faktoren für einen schweren Verlauf aufweisen.

Die Präparate sind aber in der EU noch nicht zugelassen. Die Europäische Arznei­mittel­agentur Ema über­prüft gerade die Antikörper-Kombination Regn-CoV2 mit den Antikörpern Casirivimab und Imdevimab in einem beschleunigten Zulassungs­verfahren, einem sogenannten Rolling-Review.

Bei mono­klonalen Antikörpern handelt es sich laut Paul-Ehrlich-Institut (Pei) um Proteine, die an bestimmten Oberflächen­strukturen des Coronavirus anbinden. Sie sollen sich dort gegen das Oberflächen-Spike­protein richten, mit dem das Coronavirus in Körperzellen eindringt. Die Therapie mit mono­klonalen Antikörpern könne möglicher­weise helfen, die Virusmenge bei Patienten zu verringern.

Allerdings liegen laut Pei bisher nur begrenzt Informationen über Sicherheit und Wirk­samkeit der Anwendung zur Behand­lung von Covid-19 vor. Nach den Ergeb­nissen einer klinischen Prüfung wurden Patientinnen und Patienten nach einer Behand­lung seltener ins Kranken­haus einge­liefert oder hatten seltener eine Notaufnahme aufgesucht.

Remdesivir. Die Welt­gesund­heits­organisation WHO hat im Herbst seine Einschät­zung zum antiviralen Wirk­stoff Remdesivir aktualisiert und empfiehlt ihn seither nicht mehr, um Menschen mit schwerer Covid-19-Erkrankung zu behandeln. In der EU ist Remdesivir seit dem Sommer für bestimmte Covid-19-Patienten zugelassen. Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema hat angekündigt, die Studien­lage erneut zu prüfen.

Remdesivir wurde eigentlich gegen Ebola entwickelt und zeigte auch Effekte gegen Sars und Mers – beide Krankheiten werden auch von Coronaviren ausgelöst. Der Wirk­stoff ist in einem Medikament namens Veklury enthalten und darf nur unter erheblichen Auflagen einge­setzt werden, um Covid-19-Patienten zu behandeln. Diese müssen mindestens 12 Jahre alt sein, mindestens 40 Kilogramm wiegen und an einer Lungen­entzündung erkrankt sein, die eine zusätzliche Sauer­stoff­zufuhr erfordert.

Erste Studien hatten gezeigt, dass Remdesivir bei einigen Covid-19-Patienten mit schwerem Verlauf die Genesung beschleunigen und Klinik­aufenthalte verkürzen kann.

Dexa­methason. Mitte Juni 2020 hat die WHO den Wirk­stoff Dexa­methason als viel­versprechend für Patienten mit schwerem Covid-19-Verlauf beur­teilt. Anlass für den Optimismus geben die vorläufigen Ergeb­nisse der sogenannten Recovery-Studie, die von der Universität Oxford koor­diniert wird.

Danach könnte der Wirk­stoff aus der Gruppe der Glucocorticoide etwa einem Drittel von mecha­nisch beat­meten Covid-19-Patienten das Leben retten und bei Patienten, die Sauer­stoff bekommen, etwa ein Fünftel. Dexa­methason wird schon seit Jahr­zehnten etwa bei schwerem akuten Asthma oder anaphylaktischem Schock einge­setzt.

Iver­mectin. Anfang April 2020 hatten australische Forscher erste Ergeb­nisse aus einem vorklinischen Experiment mit Ivermectin vermeldet – einem Medikament gegen Parasiten. In einem Zell­modell habe das Mittel das Coronavirus Sars-CoV-2 inner­halb von 48 Stunden so gut wie voll­ständig eliminiert, hieß es.

Allerdings ist die Unter­suchung noch längst nicht abge­schlossen. Anwendungs­empfehlungen und zumindest im Ansatz belast­bare Äußerungen sind nur nach klinischen Studien möglich.

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Im Internet kursieren Angebote für Medikamente und Nahrungs­ergän­zungs­mittel. Was ist davon zu halten?

Nichts. Die Europäische Medikamentenbehörde EMA warnt davor, Fake-Arznei­mittel von nicht auto­risierten Online-Shops und anderen unseriösen Anbietern zu kaufen. Sie werben damit, dass ihre Produkte Covid-19 vorbeugen oder gar heilen könnten.

Laut EMA sehen die Fake-Arznei­mittel oft aus wie zugelassene Präparate. Sie enthielten aber falsche, falsch dosierte, unwirk­same oder für Medikamente nicht zugelassene Substanzen. Die Inhalts­stoffe könnten der Gesundheit sogar schaden. Verbraucher sollten in stationären Apotheken oder registrierten Versand-Apotheken kaufen (mehr Infos in unserem Test von Versandapotheken).

Ergänzend warnt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vor Nahrungs­ergän­zungs­mitteln, die als Mittel zur Vorbeugung gegen Covid-19 angepriesen werden. Es gebe keine Nahrungs­ergän­zungs­mittel, die eine Infektion mit dem Virus verhindern könnten. Die kritisierten Nahrungs­ergän­zungs­mittel enthalten laut Verbraucherzentrale NRW zum Beispiel Grüntee – beziehungs­weise den Inhalts­stoff Epigallocatechinagallat – Rhodiola (Rosenwurz), Cistus (Zistrosenkraut), Propolis, Kapuzinerkresse, Schwarze Johannis­beere, Kurkuma oder Zimt.

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Was ist mit kolloidalem Silber, das einige Anbieter gegen das Coronavirus empfehlen?

Vereinzelt empfehlen Anbieter von kolloidalem Silber – auch Silber­wasser genannt –, ihre Produkte zum Schutz vor dem Coronavirus zu schlu­cken.

Achtung: Solche Wirkungen sind nicht belegt. Bei kolloidalem Silber handelt es sich aus einem Mix von Silber­partikeln und Wasser, der etwa um die Jahr­hundert­wende als äußerlich angewendetes Desinfektions­mittel bekannt war. Die Einnahme von Silber­wasser kann in hohen Dosen sogar kritisch wirken: Erst kürzlich haben die Firmen Kolloiadles Silver und Ökonova Natur­kost ihre Flaschen zurück­gerufen. Nach Einnahme der Produkte könnten „gesund­heits­schädliche Wirkungen“ auftreten. Als häufigste Neben­wirkung nennen Behörden grau verfärbte Haut, Schleimhäute und Nägel.

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Das Schmerz- und Fieber­mittel Ibuprofen steht unter Verdacht, Covid-19-Verläufe zu verschlimmern. Was ist dran?

Zu Beginn der Pandemie kursierten verschiedene Meldungen, wonach Ibuprofen einen Covid-19-Verlauf verschlimmern könnte. Die Europäische Arzneimittelagentur Ema stellte damals klar: „Es besteht kein wissenschaftlich erwiesener Zusammen­hang zwischen der Einnahme von Ibuprofen und einem schwereren Verlauf einer Corona-Erkrankung.“

Anlass der ganzen Diskussion ist ein Leser­brief vom 11. März 2020 im Fachmagazin The Lancet. Dieser fasst erste Beob­achtungen von Patienten zusammen, die schwer an Covid-19 erkrankt oder daran verstorben waren. Danach litten einige von ihnen an schweren Vorerkrankungen wie etwa Herz­erkrankungen, Blut­hoch­druck oder Diabetes. Die Autoren schließen aus ihren Beob­achtungen und Ergeb­nissen aus der Grund­lagen­forschung, dass bestimmte Medikamente eine Infektion mit Coronaviren befördern könnten. Dazu gehört auch Ibuprofen.

Fazit: Der Artikel aus The Lancet formuliert lediglich Hypothesen, die auf Labor­unter­suchungen und Beob­achtungen einiger weniger Patienten basieren. Es war unklar, ob das Ganze tatsäch­lich eine klinische Bedeutung hat. Wer an Fieber – einem typischen Symptom von Covid-19 – leidet, sollte es ohnehin nicht gleich senken. Fieber unterstützt das körper­eigene Immun­system, Viren abzu­wehren. Wer sehr hohes Fieber senken möchte und sicher­heits­halber eine Alternative zu Ibuprofen sucht, kann auch Paracetamol nehmen – sofern dieser Wirk­stoff für ihn geeignet ist. Paracetamol ist etwa nicht geeignet für Menschen mit Leber­krankheiten und muss genau dosiert werden. Mehr Infos über Nutzen und Risiken von Paracetamol finden Sie in unserer Datenbank Medikamente im Test.

Generell auf Ibuprofen verzichten sollten Patienten, die aufgrund ihres hohen Blut­drucks neben blut­druck­senkenden ACE-Hemmern oder Sartanen auch noch Diuretika einnehmen. Die Kombination der drei Wirk­stoffe kann die Nieren stark schädigen. Ibuprofen ist auch nicht gut für alle, die an Magen- oder Zwölffingerdarm­geschwüren oder Nieren­einschränkungen leiden oder allergisch auf andere nicht­steroidale Antirheumatika (NSAR) reagieren. Patienten sollten vom Arzt verordnete Medikamente keinesfalls auf eigene Faust absetzen – statt­dessen sollten sie mit ihm über ihre Sorgen sprechen.

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Können Vitamin-D-Präparate eine Corona-Infektion verhindern?

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) zeigen Beob­achtungs­studien, dass ein Zusammen­hang zwischen einem nied­rigeren Vitamin-D-Status und einem erhöhten Risiko für eine Coronavirus-Infektion sowie für einen schweren Krank­heits­verlauf bestehen könnte. Die Ergeb­nisse reichten jedoch noch nicht für eindeutige Aussagen aus.

Die DGE empfiehlt daher nicht pauschal, Vitamin-D-Präparate einzunehmen – doch im Winter könnten sie möglicher­weise vorbeugende Effekte gegen eine Corona-Infektion und schweres Covid-19 haben. Gerade in den dunklen Monaten sind viele Menschen in Deutsch­land nicht gut genug mit Vitamin-D versorgt, weil das Tages­licht für eine angemessene Vitamin-D-Bildung im Körper nicht reicht.

Die Einnahme von 20 Mikrogramm (800 Interna­tionale Einheiten) an Vitamin D pro Tag kann zur besseren Vitamin-D-Versorgung beitragen und gilt als unbe­denk­lich. Tages­dosen ab 100 Mikrogramm sollten ärzt­lich abge­stimmt sein. Mehr zum Thema in unseren FAQ Vitamin D.

Was tun bei Verdacht auf Infektion?

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Wo wende ich mich hin, wenn bei mir Covid-Symptome auftreten?

Wer nur leichte Symptome verspürt, sollte sich sofort freiwil­lig isolieren und seinen Arzt oder die Nummer des Kassen­ärzt­lichen Notdienstes 116 117 anrufen. Bei Kindern, die Atemwegs­erkrankungen haben, ist ein Anruf beim Kinder­arzt angebracht. Die Mitarbeiter der Hotline informieren über Anlauf­stellen in Wohn­ortnähe. Wenn der Betroffene – zum Beispiel am Wochen­ende – niemanden erreicht, sollte er es mehr­mals unter der 116 117 versuchen. In Notfällen, zum Beispiel bei Atemnot: den Notruf 112 oder eine Rettungs­stelle anrufen.

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Wer wird getestet?

Das RKI hat Anfang November 2020 eine Teststrategie veröffent­licht, nach der nicht jeder mit leichten Erkältungs­symptomen wie Hals­schmerzen, Schnupfen und Husten gleich getestet wird. Der Grund: Die Test-Kapazitäten sind wieder knapp geworden. Ärzte und Gesund­heits­ämter sollen nun vorrangig diejenigen mit testen, die an starken Erkältungs­symptomen leiden, deren Geruchs- und Geschmacks­sinn gestört ist, die erkältet sind und im direkten Kontakt zu Infizierten standen oder Kontakt zu Risiko­gruppen oder zu vielen Menschen haben, wie Lehre­rinnen und Lehrer.

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Wie verhalte ich mich bei leichten Erkältungs­symptomen?

Jedes Atemwegs­symptom – selbst ein kleiner Schnupfen – könnte eine Corona-Infektion anzeigen. Wer etwas Verdächtiges bei sich spürt, sollte sich auch ohne Test so verhalten, dass er im Falle einer Corona-Infektion niemanden anste­cken kann. Soweit umsetz­bar, sollten sich Betroffene für fünf Tage zu Hause isolieren und mindestens 48 Stunden symptomfrei sein, bevor sie wieder vor die Haustür treten. Wenn sich die Symptome verschlechtern, ist ein Test angesagt.

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Wie funk­tionieren Selbst­tests für Laien?

Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte Bfarm hat Ende Februar die ersten Sonder­zulassungen für Selbst­tests erteilt. Damit soll sich jeder selbst auf eine Coronavirus-Infektion testen können. Es handelt sich dabei um so genannte Antigen-Tests. Es reicht bei ihnen aus, wenn Anwender eine Probe im vorderen Nasen­bereich entnehmen. Laut Bundesgesundheitsministerium haben die Selbst­tests im Vergleich zu PCR-Tests eine höhere Fehler­rate. Jedes positive Ergebnis müsse durch einen PCR-Test bestätigt werden.

Die Selbst­tests sollen in den nächsten Tagen auf den Markt kommen und zum Beispiel in Apotheken und Supermärkten verkauft werden – allerdings anfangs wohl noch nicht in großer Stück­zahl. Die Namen der zugelassenen Tests zur Eigen­anwendungen finden sich auf einer Liste des Bfarm, die laufend aktualisiert werden soll. Rund 50 Hersteller hätten bereits Anträge auf Sonder­zulassung von Laientests gestellt.

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Welche Tests gibt es sonst, um das Coronavirus nach­zuweisen?

Eine Infektion mit dem Coronavirus lässt sich mit verschiedenen Methoden nach­weisen. Hier die wichtigsten:

Poly­merase-Chain-Reaction (PCR)-Test. Dieser Test gilt als am zuver­lässigsten. Dabei weisen Labore das Erbgut des Virus über hoch-sensitive, molekulare Test­systeme nach. Die reine Test­zeit beträgt laut RKI etwa 4 bis 5 Stunden. Doch von der Probenent­nahme bis zur Ergeb­nismitteilung können ein bis zwei Tage verstreichen, falls große Mengen an Proben vorliegen, auch mehr.

Wenn die Infektion noch nicht lange zurück­liegt, gelten Abstriche aus den oberen Atemwegen – also aus Rachen oder Nase – als besonders geeignet für den Test. In späteren Phasen der Infektion können auch Sekrete aus den unteren Atemwegen untersucht werden. Der Nach­weis des Coronavirus ist auch im Stuhl und seltener im Blut möglich. Noch ist aber nicht geklärt, wie aussagekräftig diese Befunde sind.

Antigen-Test. Dieser Test, den medizi­nische Laien durch­führen können, soll inner­halb von wenigen Minuten eine akute Infektion mit dem Coronavirus anzeigen. Allerdings sind die Antigentests laut RKI nicht so empfindlich wie PCR-Tests und können sowohl zu falschen negativen als auch falschen positiven Ergeb­nissen führen. Deshalb muss durch einen PCR-Test nachgetestet werden, wenn mittels Antigen-Test eine Infektion ange­zeigt wurde. Aber auch ein entlastendes negatives Ergebnis schließt eine Corona-Infektion nicht aus, zudem ist die Aussagekraft zeitlich begrenzt.

Virus­anzucht. In der Forschung spielt die Virus­anzucht von Patienten­proben in Zell­kultur­systemen eine große Rolle. Sie können helfen, die Infektiosität eines Patienten einzuschätzen. Die Virus­anzucht setzt jedoch Fach­kunde und dafür speziell ausgestattete Labore voraus.

Antikörper-Test. Einen Test auf spezi­fische Antikörper gegen das Coronavirus im Blut/Serum hält das RKI aus epidemiologischer Sicht für sinn­voll, weil sich damit zusätzliche Erkennt­nisse über die tatsäch­liche Verbreitung des Virus in der Bevölkerung gewinnen lassen. Zwischen den ersten Symptomen und der Nach­weisbar­keit spezi­fischer Antikörper vergehen etwa ein bis zwei Wochen.

Die Antikörper können sowohl während der Erkrankung, nach Abklingen der Symptome als auch nach dem Verschwinden des Virus aus dem Körper nachgewiesen werden. Wie lange und wie robust nach einer Coronavirus-Infektion mess­bare Antikör­pertiter vorliegen, ist laut RKI derzeit unklar.

Bild­gebende Diagnostik. Zur Ergän­zung der molekularen Diagnostik sollte bei schweren Krank­heits­verläufen auch eine radio­logische/bild­gebende Diagnostik der Atemwege erfolgen. Das kann aber stets nur in Kombination mit einem Nach­weistest erfolgen.

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Muss ich mich testen lassen, bevor ich auf einer Station im Kranken­haus aufgenommen werde?

Ja. Wer stationär in ein Kranken­haus aufgenommen wird, soll laut Bundes­gesund­heits­ministerium vorher auf Sars-CoV-2 getestet werden.

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Was muss man beachten, wenn eine Behörde für mich Quarantäne ange­ordnet hat?

Wenn Sie zu den Menschen zählen, die mit dem Coronavirus infiziert sind oder anste­ckungs­verdächtig sind, ordnet die zuständige Behörde – in der Regel das Gesund­heits­amt – Quarantänemaß­nahmen an. Die Behörde legt die Länge der Maßnahme fest. Sie endet nicht auto­matisch, sondern erst, wenn sie durch die zuständige Behörde wieder aufgehoben wurde. Wer die Quarantäne nicht einhält, muss mit Strafen rechnen.

Das RKI hat ein Merk­blatt mit Tipps und Hilfs­angeboten für Menschen in Quarantäne heraus­gebracht. Darin steht etwa, wie Betroffene mit einem Arzt in Kontakt treten und Unterstüt­zung beim Einkaufen finden können und was der seelischen Gesundheit hilft. Eine Verkürzung der Quarantäne ist meist nicht möglich – auch wenn die Betroffenen einen negativen Coronatest vorlegen. Das kann auch für Schüler, die sich in Quarantäne befinden, gelten (siehe Verwaltungsgericht Düsseldorf Az. 7 L 1939/20).

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt in einem Flyer Tipps zur häuslichen Quarantäne. Es rät sich eine Tages­struktur zu schaffen und mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Wer nieder­geschlagen ist und sich allein fühlt, kann auch die Telefonseelsorge anrufen unter 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0222 oder 116 123. Generell sollten Menschen auch in Quarantäne die Hygiene­regeln beim Hände­waschen, Husten und Niesen einhalten.

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Wie verhalte ich mich, wenn ich Kontakt zu einem Infizierten hatte?

Wenn Sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten, wenden Sie sich sofort und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesund­heits­amt. Nach einer individuellen Befragung können ihnen die Mitarbeiter Ihren Kontakt­grad zur infizierten Person einstufen und Maßnahmen empfehlen und über die weiteren erforderlichen Schritte entscheiden.

Wenn Sie als Kontaktperson der Kategorie I einge­stuft wurden, weil Sie etwa mindestens 15 Minuten mit einer Person in einem Raum gesprochen haben oder mit dessen Körperflüssig­keiten oder -sekreten in Berührung gekommen sind, sind besonders strikte Quarantäne-Maßnahmen erforderlich.

Kontaktperson der Kategorie II bedeutet, dass Sie weniger als 15 Minuten unmittel­baren („Face-to-Face-“) Kontakt mit einer infizierten Person hatten und auch mit keinen Körperflüssig­keiten in Kontakt gekommen sind. In solchen Fällen leitet das Gesund­heits­amt nur dann gesonderten Maßnahmen ein, wenn ein besonderes Risiko vorliegt.

Zu den Kontaktpersonen der Kategorie III gehört medizi­nisches Personal, das entweder Kontakt von weniger als 2 Meter zu einem Infizierten hatte und Schutz­kleidung trug, oder mehr als 2 Meter Abstand hatte – aber keine Schutz­kleidung trug.

Über­tragungs­risiken zwischen Mensch und Tier

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Wie gefähr­lich ist es, wenn das Virus in Nerzen mutiert?

In Dänemark ist im November 2020 aufgefallen, dass auf zahlreichen Nerzfarmen Nerze mit einer Variante von Sars-CoV-2 infiziert waren. Einige Menschen mit Kontakt zu den Farmen hatten sich bereits damit angesteckt – allerdings verliefen die Infektionen ungewöhnlich. Experten befürchteten zunächst, dass die derzeit entwickelten Impf­stoffe nicht gegen die mutierten Viren wirken könnten. Doch dafür fehlen laut Friedrich-Löffler-Institut belast­bare wissenschaftlich Beweise.

Es sei noch offen, ob die beob­achteten Varianten wirk­lich weitergehende Veränderungen der Biologie von Sars-CoV-2 zur Folge hätten. Vorsorglich haben die dänischen Behörden das Keulen von Millionen von Nerzen ange­ordnet, um eine Ausbreitung der Variante in der Region Jütland einzudämmen.

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Können Hunde und Katzen das Coronavirus auf den Menschen über­tragen?

Bisher haben sich laut Friedrich-Löffler-Institut Hunde, Katzen, Kanin­chen, Gold­hamster und Frett­chen als empfäng­lich für Sars-CoV-2 erwiesen. Meer­schweinchen ließen sich nicht mit dem Virus infizieren. Trotzdem gäbe es bisher keine Hinweise darauf, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung von Sars-CoV-2 spielen.

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Können sich Hunde und Katzen bei infizierten Menschen anste­cken?

Da gibt es Unterschiede. Während für Hunde laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI) keine wissenschaftlich belast­baren und epidemiologisch relevanten Hinweise vorliegen, dass der Mensch sie infizieren könnte, gibt es für Katzen inzwischen verschiedene Nach­weise: Mehrere Ländern haben virus­positive Katzen gemeldet, welche zum Teil Krank­heits­symptome zeigten.

In experimentellen Studien aus China ließen sich Katzen sowie marder­artige Frett­chen mit Sars-CoV-2 infizieren. Diese Tiere konnten das Virus unter besonderen Versuchs­bedingungen an Artgenossen weitergeben. Das hat das FLI eigenen Angaben zufolge ebenfalls für Frett­chen nachgewiesen.

Das FLI betont: „Diese Studien und gemeldeten Fälle erlauben allerdings keine Rück­schlüsse darauf, ob Katzen und Frett­chen Virusmengen ausscheiden, die für eine Infektion des Menschen ausreichen.“

Tipp: Infizierte Personen sollte beim Kontakt zu ihren Haustieren besonders auf Hygiene achten, engen Kontakt möglichst vermeiden, die Tiere nicht anhusten oder anniesen und sich von den Tieren nicht durchs Gesicht lecken lassen.

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Was hat es auf sich mit der Melde­pflicht für Haustiere, die mit dem Coronavirus infiziert sind?

Seit Juli 2020 gilt eine Verordnung, nach der positive Befunde von Corona-Tests bei Haustieren melde­pflichtig sind. Das heißt, dass die Halter dieser Tiere die Infektion etwa dem zuständigen Veterinär­amt melden müssen. Es besteht aber keine Pflicht, seine Tiere testen zu lassen.

Ein Test gilt laut Bundes­ministerium für Land­wirt­schaft nur unter bestimmten Bedingungen als sinn­voll – zum Beispiel wenn eine Katze in einem Haushalt mit infizierten Menschen lebe und typische Symptome zeige. Wer ein erkranktes Tier hat, soll direkt mit seinem Tier­arzt, der Veterinärbehörde oder dem Gesund­heits­amt vor Ort Kontakt aufnehmen. Dort erfahren die Tierhalter, ob und wo ein Tier getestet werden kann.

Positiv getestete Tiere sollten mindestens 14 Tage isoliert werden und keinen engen Kontakt zu Menschen und anderen Tieren mehr haben. Die zuständigen Behörden vor Ort sollen positive Test­ergeb­nisse an das Bundes­land­wirt­schafts­ministerium weiter melden. Die Infos sollen helfen, mehr Klarheit über das Vorkommen und die Ausbreitung von Corona-Infektionen bei Haustieren zu erhalten.

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Können Nutztiere das Coronavirus auf den Menschen über­tragen?

Laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI) liegen bislang keine Hinweise vor, dass Nutztiere wie Schweine und Hühner eine Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus spielen. Das Institut hat Studien durch­geführt, wie empfäng­lich die Tiere gegen­über Sars-CoV-2 sind. Die Ergeb­nisse zeigten, dass sich weder Schweine noch Hühner, Enten und Puten infizieren lassen. Rinder jedoch wiesen eine geringe Empfäng­lich­keit auf, könnten das Virus aber nicht weitergeben.

Dieses Special ist im Januar 2020 erschienen. Es wird seitdem regel­mäßig aktualisiert. Jüngstes Update: 25. Februar 2021. Zuvor gepostete Nutzer­kommentare beziehen sich auf eine frühere Fassung.

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