Draußen wird es wieder früh dunkel, die Temperaturen sinken, das Leben verlagert sich in Innenräume. Doch dort ist es wahr­scheinlicher, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Wie können wir uns jetzt am besten vor einer Corona-Infektion schützen? Welche Impfungen sind sinn­voll? Was stärkt unser Immun­system? Wie oft soll man lüften? Was nutzen Luft­reiniger? Die Stiftung Warentest gibt Tipps, wie Sie sich in den kalten Monaten am besten schützen können.

Wie nützlich sind Luft­reiniger und C02-Ampeln?

Warum steigt das Anste­ckungs­risiko im Winter?

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Verbreitet sich Sars-CoV-2 bei Kälte besser?

Inwiefern Kälte die Aktivität des Coronavirus Sars-CoV-2 beein­flusst, ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) noch offen. Allerdings sei bekannt, dass sich andere Coronaviren wie Schnupfenviren im Herbst und Winter generell besser verbreiteten. Das RKI betont, dass das Anste­ckungs­risiko im Herbst und Winter vor allem deshalb größer sei, weil sich dann tendenziell mehr Menschen aus unterschiedlichen Haushalten in Innenräumen treffen als im Sommer.

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Warum ist das Virus in Innenräumen infektiöser als draußen?

Generell können sich infektiöse Partikel in Innenräumen besser verbreiten und halten als im Freien. Das liegt daran, dass in Räumen ein geringerer Luft­austausch herrscht. Draußen hingegen verdünnen die Luft­bewegungen, die fast immer vorhanden sind, die möglicher­weise virushaltigen Aerosole im Nu. Das konkrete Infektions­risiko in Innenräumen hängt dann unter anderem davon ab, wie viele Menschen im Raum sind, wie aktiv sie sind, wie groß der Raum ist und wie gut er belüftet ist.

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Atmet der Mensch immer gleich viel Aerosole und gleich große Viren­partikel aus?

Nein. Jedes Mal, wenn wir ausatmen, verströmen wir Aerosole in unsere Umge­bung. In Aerosolen mischen sich feste und flüssige Partikel. Beim Sprechen, Rufen und Singen atmen wir allerdings deutlich mehr davon aus, als wenn wir normal atmen. Aerosol­partikel sind sehr klein, kleiner als 5 Mikro­meter. Sie können Viren enthalten, etwa 1 bis 2 Meter weit schweben und sich möglicher­weise bis zu 3 Stunden in der Luft halten. Dagegen sinken größere Tröpf­chen, die wir beim Husten und Niesen ausstoßen, schneller zu Boden. Sie gelten daher als weniger lang infektiös – allerdings können sie mehr Viren befördern.

Wie kann man am besten lüften?

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Durch­zug oder Stoß­lüften?

Wenn sich mehrere Leute aus unterschiedlichen Haushalten in einem Raum aufhalten, ist häufiges Lüften angesagt. Das Umwelt­bundes­amt hält das sogenannte Querlüften für optimal. Dafür wird zum Beispiel zwischen einem geöff­neten Fenster und einem weiteren offenen Fenster oder einer Tür Durch­zug hergestellt. Raum- und Frisch­luft tauschen sich dann schnell aus.

Alternativ geht auch Stoß­lüften: Dabei wird das Fenster für einige Minuten weit geöffnet. Im Winter reichen 5 Minuten Stoß­lüftung, weil die Temperatur­unterschiede zwischen drinnen und draußen den Luft­austausch beschleunigen. Im Sommer dauert das nicht selten 20 bis 30 Minuten. Als wenig wirk­sam gilt es, die Fenster nur teil­weise zu öffnen oder ununterbrochen auf Kipp zu stellen.

Schulen empfiehlt die Innenraum­luft­hygiene-Kommis­sion am Umwelt­bundes­amts (IRK) beispiels­weise, Klassenräume regel­mäßig alle 20 Minuten und in jeder Unterrichts­pause intensiv bei weit geöff­neten Fens­tern zu lüften. Bei Unterrichts­einheiten von mehr als 45 Minuten sei Lüften zwischen­durch sinn­voll.

Tipp: Gutes Lüften allein kann Infektionen mit dem Coronavirus nicht verhindern. In Innenräumen, die von mehreren Personen genutzt werden, sind zusätzliche Maßnahmen wie das Tragen notwendig – Abstand halten und möglichst ein Mund-Nasen-Schutz.

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Wie viel bringt das Lüften über­haupt?

Laut der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zeigen Berechnungen, dass das Risiko einer Corona-Infektion durch regel­mäßiges Stoß­lüften etwa um die Hälfte sinkt. Zusätzliches Maskentragen könne das Risiko sogar um einen Faktor fünf bis zehn verringern.

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Muss ich sofort lüften, wenn jemand im Raum hustet oder niest?

Ja, sofort. Das empfiehlt die Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) am Umwelt­bundes­amt.

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Wie oft sollen Sport­treibende Hallen und Studios lüften?

Wer Sport in Innenräumen treibt, muss für ausreichende Lüftung sorgen – mahnt Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) am Umwelt­bundes­amt. Schon bei geringer körperlicher Belastung sei die Atemfrequenz gegen­über Ruhephasen deutlich erhöht. Die Menge an ausgeatmeten Partikeln steige mit zunehmender Aktivität weiter an. Deswegen sollte in Sport­hallen und -studios die verbrauchte Luft in jeder Stunde mindestens fünf­mal durch frische Luft ersetzt werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann Sport im Freien treiben. Mehr dazu: Sport im Winter – Warum Training in der Kälte gut tut.

Wie nützlich sind Luft­reiniger und C02-Ampeln?

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Was bringen mobile Luft­reiniger?

Mobile Luft­reiniger stellen nach Einschät­zung der Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) am Umwelt­bundes­amt keinen Ersatz für konsequentes Lüften dar. Luft­reiniger mit HEPA-Filtern könnten aber unterstützend etwas bringen und zum Beispiel in Klassenräumen die Zahl an virushaltigen Partikeln senken. Die Geräte sollten mit sogenannten hoch­abscheidenden Filtern der Filterklassen H 13 oder H 14 ausgerüstet sein. Nur sie gewähr­leisteten eine wirk­same Reduktion von Viren in der Luft. Feinfilter der Klassen F 7 bis F 9 reichten nicht aus.

Wer mobile Luft­reiniger aufstellt, sollte nach Empfehlung der IRK auf die Raumgegebenheiten achten. Der Luft­durch­satz müsse sich an die Raumgröße und die Personenzahl im Raum anpassen lassen. Vorrichtungen zum Ansaugen und Abblasen der Luft sollten so ausgerichtet sein, dass diese nicht zusätzlich verwirbelt werde und die Viren sich erst recht im Raum verteilen könnten. Die Universität der Bundeswehr in München hatte Anfang August eine Studie über die Wirkung von Luft­reinigern gegen Corona-Viren veröffent­licht, die zu einer positi­veren Einschät­zung als die IRK in seiner späteren Stellung­nahme kam.

Die IRK lehnt es ab, Luft mit chemischen Wirk­stoffen wie Ozon zu behandeln. Ozon etwa sei selbst ein Reizgas für die Atem­luft und könne zudem mit anderen chemischen Stoffen in der Luft reagieren kann und unbe­kannte, eventuell giftige Folge­produkte bilden. Die Stiftung Warentest hat Anfang 2020 sieben Luftreiniger getestet, von denen zwei gut abschnitten – allerdings wurde damals ihre Wirk­samkeit gegen Viren noch nicht mitgeprüft.

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Was nutzen CO2-Ampeln?

Einige Privatleute, Schulen und Unternehmen haben sich CO2-Konzentrations-Ampeln für Innenräume ange­schafft. Laut Innenraumhygiene-Kommission am Umwelt­bundes­amt können CO2-Ampeln als Anhalts­punkt für gute oder schlechte Lüftung dienen. Sie schützten aber nicht grund­sätzlich vor Infektionen.

Wie wichtig sind jetzt Impfungen?

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Soll ich mich noch gegen andere Krankheiten impfen lassen?

Sich mit Impf­fragen zu beschäftigen, ist jetzt besonders wichtig. Die Corona-Krise belastet das Gesund­heits­system. Laut Robert-Koch-Institut kann ein guter allgemeiner Gesund­heits­zustand der Bevölkerung helfen, es zu entlasten. Die Ständige Impf­kommis­sion (Stiko) hat zu Schutz­impfungen während der Pandemie eine Stellungnahme veröffent­licht. Zudem wertet ein Experten­kreis im Auftrag der Stiftung Warentest Studien zu wichtigen Impfungen für Erwachsene und Impfungen für Kinder aus.

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Beein­flusst eine Impfung gegen eine andere Krankheit eine Corona-Infektion?

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts liegen keine Hinweise vor, wonach eine Impfung gegen eine andere Krankheit das Immun­system bei der Auseinander­setzung mit Sars-CoV-2 beein­flussen würde. Bestimmte Impfungen können jedoch vor Infektionen schützen, die Menschen in der Pandemie­zeit zusätzlich gefährden oder schädigen. Das betrifft vor allem die Impfung gegen Grippe und die Impfung gegen Pneumokokken.

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Ist es sinn­voll, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen?

Die Impfung schützt zwar nicht vor Covid-19, aber vor möglichen zusätzlichen Infektionen durch Pneumokokken-Bakterien, die den Krank­heits­verlauf erschweren. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass in Deutsch­land schon zu normalen Zeiten jähr­lich rund 5 000 Menschen an einer Pneumokokken-Infektion sterben. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt bestimmten Personen­gruppen, sich in Corona-Zeiten gegen Pneumokokken impfen zu lassen: Personen mit Immun­schwäche, Menschen mit chro­nischen Erkrankungen des Herzens oder der Atmungs­organe, Senioren ab 70 Jahre, Babys und Klein­kinder bis zwei Jahre.

Zu ähnlichen Einschät­zungen kommen die Impf­experten der Stiftung Warentest: Grund­sätzlich sei der Nutzen bei kleinen Kindern am besten belegt. Die Pneumokokken-Impfung für die Kleinen bis zu 2 Jahren stufen unsere Experten daher als sinn­voll ein. Die Impfung für Ältere ab 60 Jahren und Risiko­gruppen stufen sie als voraus­sicht­lich sinn­voll ein. In Zeiten knapper Impf­stoffe raten sie vorrangig Senioren mit Erkrankungen der Atmungs­organe, des Herz­kreis­lauf­systems oder mit Diabetes zur Impfung, ebenso Patienten mit einer Immun­schwäche und solchen, die immun­dämpfende Medikamente einnehmen.

Details erfahren Sie im Test zur Pneumokokken-Impfung. Dort informieren die Experten über Unterschiede zwischen den zwei Impf­stoff­typen, welcher für wen sinn­voll ist, wie oft geimpft werden soll und wie lange die Immunität wahr­scheinlich anhält. Wenn Sie sich allgemein über Impfungen informieren wollen, empfehlen wir unsere Tests Impfungen für Erwachsene und Impfungen für Kinder

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Soll ich mich jetzt gegen Grippe impfen lassen?

Wenn im kommenden Winter viele Menschen wegen schwerer Grippe im Kranken­haus behandelt werden müssten und dort gleich­zeitig noch eine hohe Zahl an Covid-19-Patienten läge, würden die Häuser an ihre Grenzen stoßen. Die Impf­experten der Stiftung Warentest raten auch daher gefähr­deten Personen­gruppen zur Grippeimpfung, etwa chro­nisch Kranken mit Atemwegs­erkrankungen wie COPD, mit Blut­hoch­druck, Diabetes, Herz­leiden sowie Immun­geschwächten.

Anders als die Ständige Impf­kommis­sion empfehlen unsere Experten die Grippeimpfung aber nicht generell für über 60-jährige Menschen, die gesund sind. Der Grund: Diese sprächen schlecht auf die Impfung an, anders als Kinder. Durch die Impfung von Kindern wiederum erhöhe sich zudem der Herden­schutz, also auch der Schutz für Senioren. Hinzu kommt: Für die Grippe­saison 2020/21 stehen in Deutsch­land rund 26 Millionen Impf­dosen zur Verfügung. Experten sind sich einig, dass diese in erster Linie Risikogruppe vorbehalten sein sollten (mehr über die Einschät­zung der Stiftung Warentest zur Grippeimpfung in unserer Meldung Grippe: Für wen eine Impfung sinnvoll ist).

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Sollen Kinder weiter nach dem empfohlenen Impf­plan ihre Impfungen bekommen?

Ja. Laut Robert-Koch-Institut sollten Eltern ihre Babys wie vorgesehen und mit hoher Priorität grund­immunisieren lassen. Das umfasst die Sechs­fach-Impfung gegen Tetanus, Polio, Diph­therie, Hepatitis B, Keuchhusten und Haemophilus influenzae Typ b (Hib), die Impfung gegen Pneumokokken und die Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und eventuell gegen Wind­pocken. Wenn weitere allgemein empfohlene Impfungen anstehen, sollen diese ebenfalls gegeben werden.

Tipp: Impfungen und Vorsorgeunter­suchungen lassen sich um zwei Wochen verschieben, wenn das Kind Symptome einer Atemwegs­infektion zeigt. Die Begleit­person darf nicht an akuter Atemwegs­infektion oder Fieber leiden und sollte möglichst allein – auch ohne Geschwisterkind – mit dem Impf­ling zum Termin erscheinen. Wenn Sie sich für weitere Infos zu Kinder­impfungen interes­sieren: Die Impf­experten der Stiftung Warentest haben Impfungen für Kinder gegen 14 Krankheiten bewertet.

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Wann kommt die Impfung gegen das Coronavirus?

Zum jetzigen Zeit­punkt lässt sich laut Robert-Koch-Institut noch nicht sagen, wann es einen sicheren und wirk­samen Impf­stoff gegen Sars-CoV-2 geben wird. Er stände frühestens 2021 in relevanten Mengen zur Verfügung. Welt­weit wird an der Entwick­lung mehrerer Impf­stoff-Typen gearbeitet. Ein Über­blick findet sich auf der Website der Welt­gesund­heits­organisation WHO.

Derzeit arbeiten Wissenschaftler an mehr als 190 möglichen Impf­stoff-Kandidaten, die auf unterschiedlichen Platt­formen aufbauen (zum Beispiel DNA, RNA, Protein Subunit oder Vektor-Impf­stoffe). Für die Entwick­lung eines Impf­stoffs müssen das Virus sowie seine Wirkungen aufs Immun­system genau identifiziert werden. In Deutsch­land läuft die Zulassung von Impf­stoffen über das Paul-Ehrlich-Institut.

Wie stärke ich mein Immun­system?

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Soll ich mit Nahrungs­ergän­zungs­mittel meine Immun­abwehr stärken?

Das ist nicht notwendig. Grund­sätzlich kann eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Voll­korn­produkten die Abwehr­kräfte ausreichend in Stellung bringen. Für viele Pflanzen­stoffe und Mikronähr­stoffe liegen Hinweise vor, dass sie das Immun­system positiv beein­flussen. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass zum Beispiel Vitamin C, aber auch Folat, B12, B6 und Vitamin A zu einer normalen Funk­tion des Immun­systems beitragen. Gesunde Menschen sollten echte Lebens­mittel den Nahrungs­ergän­zungs­mitteln, etwa in Form von Pillen, vorziehen. Denn in herkömm­lichen Lebens­mitteln sind die Nähr­stoffe natürlich einge­bunden und können nicht über­dosiert werden. Das kann bei einigen Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen aber passieren.

Tipp: Essen Sie reichlich Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte – das alles liefert viel an Vitaminen und Mineralstoffen. Zum Beispiel reichen schon jeweils eine Apfelsine, eine Grapefruit, vier Mandarinen oder 100 Gramm Fenchel, um den Tages­bedarf an Vitamin C zu decken. Labor­versuche legen nah, dass sekundäre Pflanzen­stoffe in Linsen Antikörper anregen und so auch das Immun­system unterstützen können. Mehr dazu: Essen in der Erkältungszeit.

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Was taugen als hilf­reich gegen Corona angepriesene Nahrungs­ergän­zungs­mittel?

Nehmen Sie Abstand von solchen Produkten. Es gibt bislang keine wissenschaftlich fundierten Studien an Menschen, die eine Wirk­samkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen gegen eine Infektion mit dem Coronavirus oder den Ausbruch von Covid-19 beweisen. Einige Studien zu dem Thema beziehen sich auf andere Coronaviren, andere argumentieren auf einer theoretischen Basis über mögliche Wirk­mecha­nismen, schreibt die Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen nach Sichtung der Literatur. Generell dienen Nahrungs­ergän­zungs­mittel nicht der Behand­lung von Erkrankungen, das bleibt Arznei­mittel vorbehalten.

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Brauche ich Extra-Vitamin-D?

Auch wenn Sie jetzt mehr Zeit als sonst drinnen verbringen: Viele Menschen in Deutsch­land brauchen auch im Winter nach Einschät­zung der Deutschen Gesell­schaft für Ernährung (DGE) kein Extra-Vitamin D. Von April bis September bilden Gesunde bis etwa 65 Jahre unter dem Einfluss von intensivem Sonnenlicht einen Über­schuss an knochen­stärkendem Vitamin D und speichern ihn. Die Reserven reichen normaler­weise für die sonnen­armen Monate, in denen der Körper mangels UV-Strahlen selbst nicht genug Vitamin D herstellen kann.

Die DGE rät daher gesunden jüngeren und mittel­alten Leuten nur dann zu Vitamin-D-Präparaten, wenn ein Arzt eine unzu­reichende Versorgung fest­stellt. Nur für bestimmte Personen­kreise gilt es generell als sinn­voll, Präparate einzunehmen. Dazu gehören beispiels­weise Menschen ab etwa 65 Jahre, weil ihr Körper nicht mehr so gut Vitamin D bildet. Auch Bett­lägerige und Pflegebedürftige, die kaum nach draußen kommen, profitieren von Extra-Vitamin-D – ebenso voll­verschleierte Frauen.

Laut DGE und Bundesinstitut für Risikobewertung sind keine wissenschaftlich hoch­wertigen Studien bekannt, die belegen, dass die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten vor einer Infektion mit dem Coronavirus noch vor dem Ausbruch von Covid-19 schützt. Die DGE verweist indes auf frühere epidemiologische Studien, die auf einen möglichen Zusammen­hang zwischen dem Vitamin-D-Status und dem Auftreten von akuten Atemwegs­infekten hinweisen.

Insbesondere bei einem Vitamin-D-Mangel, könnten nied­rig dosierte Vitamin-D-Präparate (7,5 bis 100 µg pro Tag oder 35 bis 500 µg pro Woche) die Häufig­keit von akuten Atemwegs­infekten verringern. Für hohe Einmalgaben an Vitamin D (> 750 µg pro Tag) könne aber kein Zusammen­hang beob­achtet werden, auch nicht bei der Behand­lung akuter Atemwegs­infekte.

Die DGE hält eine Zufuhr­menge von 20 µg Vitamin D pro Tag bei fehlender körper­eigenen Bildung für adäquat – laut BfR ist diese Menge „gesundheitlich unbe­denk­lich“. Mehr über den Nutzen von Vitamin D und wann Präparate wirk­lich angebracht sind, erfahren Sie im FAQ Vitamin D.

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Soll ich mich vorsichts­halber in meine eigenen vier Wände zurück­ziehen?

Nein. Das Bundes­gesund­heits­ministerium zum Beispiel rät ausdrück­lich dazu, soziale Kontakte nicht zu stark einzuschränken oder gar einschlafen zu lassen. Eine zu strikte soziale Isolation könne die natürlichen Abwehr­kräfte schwächen und unglück­lich machen. Manche Menschen würden sich dann zu wenig bewegen, Antrieb und Lebens­freude verlieren, mehr Alkohol trinken oder sich unregelmäßig und insgesamt ungesunder zu ernähren. Über­steigerte Ängste vor Anste­ckung, Selbst­zweifel, Schlafstörungen und sogar Depressionen können die Folgen sein.

Tipp: Entscheiden Sie selbst, wie Sie ihre sozialen Kontakte in der Krise pflegen – Telefonie und Internet sich echte Alternativen. Wichtig bei persönlichen Begegnungen: Die allgemein geltenden Hygiene­vorschriften einhalten – Abstand, Hygiene, Alltags­masken und in Innenräumen richtig lüften.

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Was hält mich sonst noch fit?

Bewegen Sie sich möglichst oft – zum Beispiel mit Work-Outs zuhause, mit Yoga oder draußen beim Spazieren­gehen oder Joggen. Das hilft, seelischen Stress abzu­bauen. Trinken Sie nicht zu viel Alkohol und rauchen Sie möglichst nicht.

Was gibt es beim Arzt zu beachten?

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Muss ich persönlich zum Arzt gehen, wenn ich eine Krank­schreibung brauche?

Nicht unbe­dingt. Befristet auf die Zeit vom 19. Oktober bis 31. Dezember 2020 können sich Patienten mit leichten Atemwegs­erkrankungen – wie bereits im Früh­jahr – telefo­nisch von ihrem Arzt krank schreiben lassen, berichtet der Gemeinsame Bundesbundesausschuss. Telefo­nische Krank­schreibungen sind demnach für bis zu 7 Kalendertage möglich und könnten einmalig telefo­nisch um weitere 7 Tage verlängert werden. Dabei muss sich der Arzt im Telefonat persönlich vom Krank­heits­zustand des Anrufenden über­zeugen. Alternativ können Krank­schreibungen auch per Video­sprech­stunde erfolgen. Voraus­setzung dafür: Der Patient muss in der Praxis mindestens schon einmal untersucht worden und damit persönlich bekannt sein. Der Arzt kann dann eine erste Krank­schreibung für maximal sieben Kalendertage per Video ausstellen.

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