Um DM-Inhaberschuldverschreibungen der Contest Holding AG zu ver­kaufen, war einem Mitarbeiter der Berliner Firma kein Telefonat zu teuer.

Ein ­Finanztest-Leser aus Bayern wurde tagelang per Telefon regelrecht ter­rorisiert.

Bis zu 25-mal habe ein Mitarbeiter der Contest bei ihm angerufen, um ihn
zu Investitionen in lukrative Wohnimmobilien in Berlin zu überreden. Die Contest habe ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Unaufgefordert schickte die Firma einen Kaufantrag für die DM-Inhaberschuldverschreibung, den er unterschrieben zurückfaxen sollte. Dafür erhalte er „feste hohe Zinsen“ von 7 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von vier Jahren. Doch der ­Finanztest-Leser unterschrieb nichts. Wer so oft unaufgefordert anrufe, dem stehe das Wasser vermutlich schon bis zum Hals.

Gegenüber Finanztest bestritt die Contest, verbotene Telefonwerbung bei Anlegern zu betreiben. Im Übrigen habe sie den Verkauf der DM-Anleihe Mitte Januar eingestellt, schreibt Vorstand Ernst Bär. Das neue Angebot der Contest ist allerdings ähnlich: Der Leser erhielt jetzt einen Kaufantrag über eine Inhaberschuldverschreibung: Mindestanlage 1 000 Mark, Laufzeit vier Jahre, Verzinsung 7 Prozent pro Jahr.

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