Container kaufen

Interview: „Wichtig sind solide Finanzen“

Container kaufen - Fast alle aktuellen Investment-Angebote mangelhaft
Rechts­anwalt Peter Mattil aus München © Michael Haase

Container­investments sind riskant. Peter Mattil, Fach­anwalt für Kapitalmarkt­recht, hat Geschädigte der Firma Magellan vertreten. Er weiß, was Anleger beachten müssen.

Container kaufen Alle Testergebnisse für Container-Direkt­investments 12/2017

Inhalt

Risiken im Auge behalten

Warum sind Container­investments bei Anlegern so beliebt?

Mattil: Diese Anlageform hat Anlegern seit Jahr­zehnten immer die versprochenen Auszahlungen geliefert. Dass die Investments auf Dauer nur funk­tionieren, wenn mit den Einnahmen auch die Rück­kauf­verpflichtungen erfüllt werden können, haben Anleger natürlich nicht hinterfragt.

Was sind die größten Risiken bei Container­investments?

Mattil: Zunächst können allgemeine Markt­risiken eintreten wie Charterrück­gänge, Wechsel­kurs­änderungen, Miet­ausfälle, schlechte Nach­frage. Bei diesen Investments kommt jedoch noch eines hinzu: Jeder Anleger ist Eigentümer eines Containers und haftet persönlich für die Kosten eines Containers. Dazu zählen Lagerung, Wartung, Versicherungen und Ähnliches. Wenn also der Container zum Vertrags­ende nicht zurück­gekauft wird, haben Anleger einen Klotz am Bein.

Sind Verträge mit oder ohne Rück­kauf­garantie besser?

Mattil: Eine Rück­kauf­garantie vermittelt Anlegern den Eindruck, dass ihr Investment sicher ist. Sie können ihre Container zum Vertrags­ende ja kaum selber verkaufen. Eine Garantie in einem Vertrag oder Prospekt ist schnell auf Papier gebracht. Sie nützt Anlegern jedoch nichts, wenn der Rück­kauf­garant sich heraus­redet und nicht zurück­kauft oder wenn ein Anbieter wie Magellan die Rück­kauf­garantie wegen Insolvenz nicht erfüllen kann. Es spielt deshalb keine Rolle, ob der Rück­kauf der Container garan­tiert oder nur in Aussicht gestellt wird. Wichtig sind allein solide Finanzen.

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6 Kommentare Diskutieren Sie mit

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abels1212 am 29.10.2020 um 09:58 Uhr
Betrifft das P&R Desaster.

Vielleicht könnten die 54000 geprellten Anleger mit einer Petition gegen die BaFin noch etwas ausrichten. Es muss doch möglich sein hochbezahlte Beamte und Staatssekretäre an ihre Aufgaben zu erinnern.
Wenn man täglich hört und sieht wie unsere Ministerien Milliardensummen in den Sand setzen (Maut ,Corona-Masken, Wirecard usw. ) um nur einige zu nennen, sind die 3,4 Milliarden Anlegergeld doch Peanuts (Pinatz!)

Profilbild Stiftung_Warentest am 23.03.2018 um 14:04 Uhr
CH2 nicht dabei

@Heieiei: Zum Stichtag der Untersuchung, dem 16.10.2017, hatte die CH2 kein Angebot, das von der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht zugelassen war und für das ein Verkaufs­prospekt und das Vermögens­anlagen-Informations­blatt vorlag. (maa)

FreddyDickmann am 23.03.2018 um 13:14 Uhr
P & R Insolvenz - wer hätte das geglaubt ???

Die Kunden von P & R wurden hingehalten und über längere Zeit "verarscht". Die Manager wussten schon lange, das das nicht mehr lange so geht - Schneeballsystem - Pleite - Ich habe fertig. Die Anleger sehen in die Röhre und werfen den Rechtsanwälten nochmal sinnlos Geld hinterher.
Verdienen werden daher an P & R nur noch die Rechtsanwälte und Steuerberater sowie der Insolvenzverwalter. Die Manger von P & R haben ihr Geld sicher schon lange beiseite beschafft. Die werden auch kaum bestraft werden - die Dummen sind wie immer nur die Anleger-

Heieiei am 22.03.2018 um 16:16 Uhr
Wo ist CH2?

Es hieß in der Vorankündigung “alle aktuellen Angebote”
Ich bin enttäuscht.
Warum wurde dieser Anbieter nicht getestet??

Merrill am 19.03.2018 um 16:46 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Verstoß gegen die Netiquette