Connected Cars Test

Geschwindig­keit, Brems­verhalten, Fahr­stre­cken – moderne Fahr­zeuge wissen oft viel über ihre Fahrer. Welche Daten genau sie über­tragen und was mit den Daten passiert, verraten die Auto­bauer lieber nicht. Unser Test von 26 kostenlosen Apps (Android und iOS) zeigt: Die Programme senden jedenfalls alle mehr als nötig. Und auch die Daten­schutz­erklärungen weisen durch die Bank deutliche Mängel auf.

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TestConnected Cars26.09.2017
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Autos kommunizieren – immer öfter auch mit ihren Herstel­lern

Connected Cars Test

Schon lange sind Fahr­zeuge mit Sensoren gespickt, die etwa Tempo, Brems­verhalten und Füll­stände erfassen. Neu ist, dass sie immer mehr kommunizieren. Viele Modelle lassen sich per Bluetooth mit dem Smartphone koppeln, das seiner­seits mit dem Internet verbunden ist. Oberklasse- und Elektro-Modelle verfügen oft bereits über einen Mobil­funk­anschluss, über den sie sich mit Servern ihrer Hersteller verbinden.

Streamen, Navigieren, Orten – dabei fallen viele Daten an

Die Kommunikations­freudig­keit moderner Autos soll Fahrern Spaß und Komfort bringen: Mit der passenden App streamen sie ihre Lieblings­musik auf das Auto­radio, finden die nächste Werk­statt oder senden eine auf dem Handy gespeicherte Adresse ans Auto-Navi. Fahr­zeuge mit eigener Sim-Karte lassen sich zudem aus der Ferne orten, etwa bei Diebstahl. Ihre Besitzer können einzelne Funk­tionen auch vom Sofa steuern, zum Beispiel die Tür verriegeln oder die Standhei­zung einschalten. Handy und Pkw kommunizieren miteinander online über den Server des Herstel­lers. Dabei fällt eine Vielzahl von Daten an.

Die Apps der Auto­hersteller – das bietet unser Test

Test­ergeb­nisse. Unsere Tabelle zeigt für 13 bekannte Auto­marken, welche Daten die Apps der Hersteller an wen senden, und welche Mängel die jeweiligen Daten­schutz­erklärungen aufweisen. Wo es Unterschiede zwischen der jeweiligen Android- beziehungs­weise iOS-Version gibt, benennen wir diese.

Diese 13 Auto­bauer waren im Test: Audi, BMW, Fiat, Hyundai, Mercedes-Benz, Opel, Peugeot, Renault, Seat, Skoda, Tesla, Toyota, VW.

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Apps von BMW, VW & Co im Test – Android- und iOS-Versionen geprüft

Wir haben 13 Auto­mobil­hersteller ausführ­lich zu ihrem Umgang mit Daten befragt. Zudem prüften wir, was ihre Handy-Apps versenden. Die Tester haben die gesendeten Daten von den Handy-Apps der Auto­bauer ausgelesen. Sie prüften sowohl für die Android- als auch für die iOS-Version der jeweiligen App, was sie wohin sendet, wenn Nutzer sie mit dem Auto verbinden oder sie daheim abseits des Pkw starten. Außerdem ermittelten wir, ob die Auto­hersteller Nutzer hinreichend darüber informieren, welche Daten die Apps verschi­cken und was damit geschieht. Zusätzlich haben wir die von Werk­stätten genutzten Fehler­speicher der Autos ausgelesen und geprüft, ob diese sensible Daten wie den Stand­ort erfassen.

Daten­schutz bleibt auf der Strecke – Auto­bauer mauern

Das Fazit unserer Unter­suchung ist ernüchternd: Der Daten­schutz bleibt bei allen Herstel­lern mehr oder weniger auf der Strecke. Unsere Fragen beant­wortete nur einer der Auto­bauer. Alle Apps sendeten mehr Daten als nötig. Der Nutzer erfährt davon wenig. Klare, verständliche Daten­schutz­erklärungen liegen für keine der Apps vor. Selbst auf Nach­frage gibt die Branche, die so fleißig Daten sammelt, wenig über den Umgang mit ihnen preis.

Alle Apps senden zu viele Daten – viele über­tragen Fahr­gestell­nummer

Die Prüfung des Daten­sende­verhaltens ergab: Alle Apps sind kritisch. Die meisten über­mitteln nicht nur den Namen des Nutzers, sondern auch die Identifikations­nummer seines Fahr­zeugs (FIN), vielen vermutlich eher unter dem Vorgänger­namen Fahr­gestell­nummer bekannt. Mit der FIN lässt sich der Erst­käufer des Autos ermitteln. Besser wäre es etwa, die Apps würden für die Zuordnung zum Auto einen zufäl­ligen Code generieren.

Google und Apple wissen Bescheid

Zudem senden die meisten Apps direkt nach dem Start den Stand­ort an Google oder Apple, teil­weise an weitere Stellen. Und das unabhängig davon, ob der Nutzer navigiert oder nur Musik hört, ob er im Auto oder in der Küche sitzt. Selbst Anwendungen, die kaum Funk­tionen haben, bespitzeln Nutzer. Eine App schickt Infos sogar unver­schlüsselt.

Gläserner Nutzer

Einige der Daten mögen für sich genommen harmlos erscheinen, doch ihre Über­tragung wider­spricht dem Grund­satz der Daten­spar­samkeit. Apps sollten nur solche Infos erheben, die für ihre Funk­tion nötig sind. Je mehr Details über einen Nutzer vorliegen, desto präzisere Profile lassen sich daraus erstellen.

Pflicht zur Sim-Karte

Mehr Autos mit Funk. Autos mit Mobil­funk­anschluss sind derzeit noch selten auf deutschen Straßen. Mercedes etwa verbaut sie in der E-Klasse, BMW in der i-Reihe, Opel im neuen Astra und Mokka, Ford und Toyota bislang gar nicht. Das ändert sich bald.

E-Call soll Leben retten. Ab dem 31. März 2018 müssen alle Neuwagen mit einem Notrufsystem über eine Mobil­funk-Sim-Karte ausgestattet sein. Es sendet bei schweren Unfällen auto­matisch eine Nach­richt samt Stand­ort an die Notrufzentrale.

Die Aufrüstung wirft Fragen auf. Über die Sim-Karte können auch andere Daten fließen. Umso wichtiger wird deren Schutz. Wem sie gehören, darüber streiten Politik, Industrie und Verbraucherschützer.

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