Concealer im Test Test

Unsicht­bare Helfer. Concealer machen Augen heller und wacher.

Dezent kaschiert, können Augen­ringe verschwinden. Alle Concealer decken gut ab, einige über­zeugen mit nied­rigen Preisen.

Heute hab ich ein Bewerbungs­gespräch und Augen­ringe des Todes!“, schreibt jemand in einem Ratgeberforum. „Was kann ich tun?“ Einige empfehlen darauf­hin Haus­mittel wie Gurkenscheiben und Kamillentinkturen. Selbst­ernannte Experten bieten auch Lösungen an, die keinesfalls geeignet, sondern gefähr­lich sind: Hämorriden-Salbe zum Abschwellen und aufhellende BB-Cremes mit dem Wirk­stoff Arbutin. Dessen Abspalt­produkt steht laut Bundes­institut für Risiko­be­wertung im Verdacht, Krebs zu erzeugen.

Die meisten Frauen, aber auch Männer, wählen spezielle Abdeck­kosmetik, um Augen­ringe zu kaschieren. Das Angebot dieser Concealer – vom eng­lischen Wort für verbergen – reicht von Stiften, Pinseln und Schwämm­chen über Tuben bis hin zu Pump­spendern.

Concealer im Test Test

Für 16 Concealer haben unsere Tester beur­teilt, wie sie abdecken, wie lange diese Wirkung anhält, ob sich die Produkte einfach anwenden lassen. Die gute Nach­richt: Alle getesteten Produkte decken mindestens gut ab und lassen sich leicht anwenden. Im Labor bestimmten wir den Gehalt an Schwer­metallen und die mikrobiologische Qualität. Alle Produkte waren in diesen Punkten unauffäl­lig.

Keine Gesund­heits­gefahren

Concealer werden bevor­zugt in unmittel­barer Nähe der Augen aufgetragen. Würden sich Bakterien in hoher Anzahl in den Produkten vermehren, wäre das eine mögliche Ursache für Infektionen. Im Labor fügten die Prüfer den Concealern stan­dardisiert bestimmte Keime zu. Bei allen Produkten reduzierten sich die Gehalte schnell wieder im vorgeschriebenen Umfang. Meist sind es Konservierungs­stoffe, die für diesen wichtigen Verkeimungs­schutz sorgen. Sie durch­laufen ein EU-weites Zulassungs­verfahren, um eine Gefähr­dung für Verbraucher zu vermeiden. Die Kosmetik­ver­ordnung regelt ihre Anwendung.

Trotz der seit Jahren erwiesenen Haut­verträglich­keit und Wirk­samkeit tauchen immer wieder kritische Berichte zu Konservierungs­stoffen auf – vorrangig zur Gruppe der Parabene. Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU, Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS), hat 2011 und 2013 mehrere Parabene in bestimmten Konzentrationen erneut als sicher bewertet. Daher beur­teilt die Stiftung Warentest diese Stoffe nicht negativ. Im Gegen­teil, wir bewerten es kritisch, wenn Anbieter, wie im Test Kiko, mit „frei von Parabenen“ werben, weil sie eine wissenschaftlich nicht begründete Angst bei Kunden schüren.

Ralf Stahlmann, Professor für Toxikologie, sagt: „Bislang gibt es keinen Grund, daran zu zweifeln, dass die zugelassenen Stoffe unbe­denk­lich sind.“ Sollten sich aufgrund wissenschaftlich belast­barer Daten andere Erkennt­nisse ergeben, würden diese Stoffe neu bewertet.

Auftrag zum Auftragen erfüllt

Wer sich mit dekorativer Kosmetik beschäftigt, weiß: Auf die passende Farbe kommt es an. Bezeichnungen wie „Pastel Vanilla“, „Porcelain“ oder „Ivoire Lumière“ sind Produktlyrik und bieten allenfalls eine Orientierung. Um die individuelle Farbnuance zu bestimmen, sollten Kunden sie in unterschiedlichen Licht­situationen vergleichen.

Je 20 Probandinnen in zwei Gruppen testeten die Concealer je vier Tage lang. Sie bescheinigten ihnen über­zeugende kosmetische Eigenschaften, zwei Kosmetik­expertinnen anschließend ebenfalls. Mit einer sehr guten Deck­kraft über­zeugten Alverde von dm, Mac und Maybelline. Die Teste­rinnen prüften über 16 Stunden hinweg, wie lange die Deck­kraft anhielt. Elf Concealer halten gut, fünf befriedigend.

Schwämm­chen, Pinsel, Tube, Pump­spender, Stift: Die Hersteller bieten unterschiedliche Formen zum Auftragen an. Die Teste­rinnen kamen mit allen gut klar. Die Concealer von Essence, Max Factor, Ross­mann und Yves Rocher ließen sich sogar sehr gut anwenden. Zum Verteilen empfiehlt es sich, stets extra Pinsel oder Schwämm­chen zu benutzen.

Inhalts­angaben ohne Platz

Concealer im Test Test

Gewusst wo. Das Buch-Symbol weist darauf hin, dass die Liste mit Inhalts­stoffen im Geschäft ausliegt.

Auf kleinen Produkten tun sich Anbieter schwer, Inhalts­stoffe gemäß der Interna­tionalen Nomenklatur für kosmetische Inhalts­stoffe (INCI) gut lesbar zu platzieren. Einige falten winzige INCI-Listen unter den aufgeklebten Barcode, etwa L’Oréal und Maybelline. Andere schreiben die Inhalts­stoffe auf den Karton. Viele weisen nur per Symbol auf ausliegende Listen in Drogerien hin. Nicht immer sind sie auffind­bar, wie ein Mitarbeiter der Stiftung Warentest in Stich­proben fest­stellte. Mitunter verweisen Verkäufer auf die Webseiten der Anbieter, die eigentlich alle Filialen mit den Listen bestü­cken müssten. Wer sich informieren will, muss oft suchen. Hintergrund­informationen zu einzelnen Inhalts­stoffen bietet eine Daten­bank unter www.haut.de/service/inci.

Originalität, aber sicher

Ärgerlich, weil unnötig: Manche Anbieter stellen nicht sicher, dass der Kunde tatsäch­lich ein unbe­nutztes Produkt erhält. Die Concealer von dm und Essence haben keine Originalitäts­sicherung wie etwa einen Klebe­streifen oder Folienummantelung. Solche Verpackungen bewerten wir als mangelhaft. Etwas besser, aber immer noch nicht ideal geschützt, sind Concealer in einem Karton. Auch sie bekommen dafür Punkt­abzug: befriedigend. Übers Verpackungs­ziel hinaus schießt Lancôme: Der große Karton des Effacernes Longue Tenue täuscht über die tatsäch­liche Größe der Tube hinweg – eine Mogel­packung.

Viel Werbewirbel

Viele Firmen wecken Erwartungen: Formulierungen wie „dermatologisch getestet“ bei Astor und Dr. Hauschka oder „klinisch getestet“ bei Artdeco sagen nichts über das Ergebnis dieser Tests aus. Essence bewirbt seinen Stay all day Concealer als 16 Stunden lang anhaltend. Unsere Teste­rinnen beur­teilten seine Deck­kraft schon nach 12 Stunden nur noch als ausreichend.

Für „feuchtig­keits­spendende Vitamin­komplexe“ oder „Spuren­elemente“, die die „Mikrozirkulation“ anregen, könnte mancher Anbieter noch Kreativitäts­punkte bekommen, wenn wir sie vergeben würden. Manches klingt einfach zu schön.

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