Wer seinen Computer wegen vermeintlicher Mängel zur Garantiereparatur gibt, muss nicht unbedingt für die Kosten aufkommen, wenn gar kein Fehler vorliegt. Eine entsprechende Klausel in den allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Computerverkäufers hat das Oberlandesgericht Düsseldorf für unzulässig erklärt (Az: 6 U 161/98).

Im Kleingedruckten hatte der Händler vermerkt, dass Kunden "alle entstehenden Kosten" zu ersetzen haben, wenn sie fahrlässig einen heilen Rechner reklamieren. Damit gehe der Händler zu weit, urteilte das Gericht. Für viele Menschen seien Computer "von tiefen Geheimnissen umwittert", daher dürfe ihnen eine Kostenerstattung nur dann zugemutet werden, wenn sie grob fahrlässig oder gar vorsätzlich einen Mangel angenommen hätten.

Ein solches "grobes Fehlverhalten" liegt nach Ansicht des Gerichts etwa dann vor, wenn der Käufer einen Mangel rügt, obwohl er eindeutige Hinweise auf andere Ursachen wie etwa einen Bedienfehler hat.

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