Der Heimcomputer hält Einzug in das Register der üblichen Werbungskosten. Bisher sträubte sich das Finanzamt, die Kaufkosten anzuerkennen, wenn der PC nicht zu 90 Prozent beruflicher Nutzung diente. Jetzt sollen sogar Arbeitnehmer, die ihren Heimcomputer überwiegend privat nutzen, ihren geringen beruflichen Nutzungsanteil beim Finanzamt abrechnen können. Wie, dafür liefert ein Grundsatzurteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz die Grundlage (Az. 5 K 1249/00), Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt.

Bei einem Vertriebsmitarbeiter, der einen Arbeitsplatz bei seinem Arbeitgeber hat, schätzten die Richter die berufliche Nutzung des Heimcomputers auf 35 Prozent. Das Gerät diene ergänzend als Arbeitsmittel. Somit muss das Finanzamt über drei Jahre verteilt 35 Prozent des Kaufpreises anerkennen.

Die Werbungskosten schätzten die Richter auch beim Drucker, Scanner und Monitor auf 35 Prozent des Kaufpreises. Allerdings seien die Peripheriegeräte nicht, wie das Finanzamt meinte, mit dem Computer gemeinsam abzuschreiben. Denn sie seien wie Computerprogramme selbstständige Wirtschaftsgüter (BFH, Az. III R 47/92), weil sie mit verschiedenen Computertypen kompatibel sind.

Bestätigt der Bundesfinanzhof (BFH) diese Auffassung, vereinfacht das die Abrechnung. Monitor, Scanner oder Drucker lassen sich dann meist sofort im Jahr des Kaufs abziehen, wenn jedes der Geräte nicht mehr als 475,60 Euro (inklusive Umsatzsteuer) kostet.

Tipp: Bis die obersten Bundesrichter entschieden haben, legen Computerkäufer Einspruch ein, wenn das Finanzamt keine anteiligen PC-Kosten anerkennt. Sie beantragen das Ruhen des Verfahrens mit Verweis auf das anhängige BFH-Verfahren.

Bessere Karten haben Arbeitnehmer, die mit dem Tag der Anschaffung ein Computerfahrtenbuch beginnen. Anhand der zeitlichen Nutzung ­ belegt mit Datum und Tätigkeit ­ lässt sich aufteilen, wann der PC zum Privatvergnügen im Einsatz ist und wann von Berufs wegen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 337 Nutzer finden das hilfreich.