Die Anschaffung eines Computers stempelt das Finanzamt leicht zum Privatvergnügen. So erteilte das Finanzgericht Baden-Württemberg einem Steuerzahler eine Abfuhr, weil sein heimischer PC einen Internetanschluss hat. Das deute auf eine überwiegend private Nutzung hin (Az. 1K 167/99). Vom Gegenteil überzeugen könne nur derjenige, der mit vollständigen, zeitnahen und wahrheitsgemäßen Aufzeichnungen die jeweilige Art und Dauer der Nutzung des PC belege.

Doch nicht alle Beamten hängen die Messlatte so hoch. Erst kürzlich sprachen die Richter am Finanzgericht Rheinland-Pfalz einem EDV-Lehrer den Werbungskostenabzug für den internetfähigen PC zu. Ihnen genügte sein Beruf als Begründung für die überwiegende berufliche Nutzung des selbst angeschafften Computers.

Privater Gebrauch gefährdet ansonsten immer dann die Abschreibung, wenn der heimische PC weniger als 90 Prozent für den Job im Einsatz ist. Allerdings scheint sich für EDV-Lehrer die 90-Prozent-Marke zu lockern. Das Finanzgericht Sachsen-Anhalt sprach einem EDV-Dozenten 100-prozentige Abschreibung zu, obwohl er von 70 Stunden in der Woche den PC auch etwa 10 Stunden privat gebraucht hatte (Az. 2 K 114/99, Revision beim Bundesfinanzhof [BFH], Az. VI R 30/00).

TiPP:

Will das Finanzamt die PC-Kosten nicht anerkennen, sollten Betroffene Einspruch einlegen und auf dieses BFH-Aktenzeichen verweisen und gleichzeitig Ruhen des Verfahrens bis zur höchstrichterlichen Entscheidung beantragen. Internetsurfer sollten für die Zukunft ein World-Wide-Web-Surfbuch anlegen und Adressen, Daten und Uhrzeiten notieren, um dem Finanzamt eine äußerst geringe private Nutzung nachzuweisen.

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